Gezeter um LOTTO-Quintillionen

GEZETER UM LOTTOQUINTILLIONEN

Wieviele Chancen es auf einen 6er im Lotto gibt, 1/(1,4*10^7) = 0,00000071%, ist recht einfach zu berechnen, denn es gibt ~14Millionen verschiedene Möglichkeiten, aus 49 Zahlen 6er Packs mit unterschiedlichen Zahlen zu bilden.
49*48*47*46*45*44 verschiedene 6er Kombis, wovon je 720 sich nur in der Reihenfolge der Zahlen unterscheiden.
Mathematisch „49 über 6“ = 49!/(43!*6!) = ~1,398*10^7.

Daaas ist aber viel???
Das ist noch gar nichts!

Jedenfalls nix im Vergleich zur Summe der Produkte dieser 6er Packs.
Das kleinste Produkt ist ja 1*2*3*4*5*6 = 6! = 720.
Und das größte 44*45*46*47*48*49 = 49!/43! = ~10^10.
Das sind alleine schon mehr als 10 Milliarden!
Also bei 1 Cent pro Punkt gäbe das über 100Mias Cents =
100Mias Euros.
Aber es sind wesentlich mehr.

Wer weiß, wie man das ausrechnen kann?

Mit Gezeter?
Ja, weil das was mit der „Zetafunktion“ zu tun hat, aber miezlich unternullich.

Ich schreibe hiermit die „Pappigen Forumkel“ aus für den ersten, der die Lösung findet.

Herznichst, moin, manni.

gigantische Schachtel-Summen
Hallo Manni,

stell Dir eine Liste aller möglichen Produkte vor: zuerst hält man auf den ersten 5 Stellen die 1-5 fest und lässt die letzte Stelle von 6-49 durchlaufen. Dann laufen die 5. und die 6. Stelle gemeinsam alle möglichen Kombis durch usw.

Sobald man alle Kombis mit 1 (ohne Wiederholung, ohne Reihenfolge) durch hat, kommt die 2 an die erste Stelle. Es geht wie oben weiter, aber man hat halt pro Stelle eine Zahl weniger zur Verfügung (auf der 2. Stelle ab der 3, auf der 6. Stelle ab der 7).

Bei der 44 an 1. Stelle ist Schluss.

In eine Formel gepackt,sieht das Ganze so aus:

SUMME{i=1,…,44}(i)*[SUMME{j=2,…,45}(j)*[SUMME{k=3,…,46}(k)*[SUMME{l=4,…,47}(l)*[SUMME{m=5,…,48}(m)*[SUMME{n=6,…,49}(n)]]]]]

Für die Berechnung ist es günstig, Folgendes zu benützen: SUMME{i=x,…,n}(i) = SUMME{i=1,…,n}(i)-SUMME{i=1,…,x-1}(i) sowie
SUMME{i=1,…,n}(i)= n*(n+1)/2.

In Excel macht man eine Spalte A mit den Werten 1,…,44. Die Spalte B enthält dann folgende Formel:
=(A1)*(45*46/2-(A1)*(A1+1)/2)*(46*47/2-(A1+1)*(A1+2)/2)*(47*48/2-(A1+2)*(A1+3)/2)*(48*49/2-(A1+3)*(A1+4)/2)*(49*50/2-(A1+4)*(A1+5)/2)
Schließlich summiert man alle Werte der Spalte B und erhölt als Ergebnis:

(FANFARE)
2,67625 * 10^17

Grüße
Katharina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Diversitäts-Erweiterung
liebe Katharina, habich mal das Verfahren genannt; sone Art unvollständigbare Induktion.
Ich finde grad deinen Beitrag (danke!) und muß ihn studieren und melde mich denmäscht wieder.
Nach meiner Methode gehts über: Die Summe der („paarweise verschiedenen“) 2er-Produkte = Quadrat der Summe - Summe der (Einzel-)Quadrate. Aber man muß sich über diese 2er-Produkte zu 6er-Produkten „hocharbeiten“.
Mein Ergebnis ist übrigens ~3*10^15.
Und habe das letztes jahr mal bis zu 14er-Produkten „hochgearbeitet“. Und dann streikte mein Matheprogramm wegen der Genauigkeitsgrenze 10^[-15] !!!
Auf die Idee bin ich gekommen bei der Beschäftigung mit der Zetafunktion.
Denn Summe(1/m^4) = {Summe(1/m^2)}^2 - 2*Summe(1/[m1*m2]^2) =
pi^4/36 - 2*pi^4/5! = pi^4/90.
Auf diese Weise kann ich rekursiv alle „geraden Zetawerte“ ganz ohne Bernouillizahlen berechnen, zusätzlich zu „meiner“ „Hôpital-Methode“.
Herzlichst und bis bald,
Manni.

Gigantische Abstimmung
Hallo, Katharina,
ich bin beim Nickerchen und Studieren deines Papiers und stelle fest, daß auch du möglicherweise mit dem Problem: „Stelle“ ungleich „Wert“ ins Stolpern kommst (wie ich immer wieder).
Die gesuchte Summe kann sicher nicht größer sein als (49über6)*47^6, und das gibt schon ~1,5*10^17.
Ich muß dazu sagen, daß ich vor ca 3 jahren, als ich mich hiermit beschäftigte, nächtelang am Rande der Wahnsinnlichkeit befunden habe. Und immer wars das o.e. Problem.
Ich studiere deinen letzten Brief weiterhin, aber möchte dir schon einmal meine Methode darlegen:
Ich nenne dabei die kte Potenzsumme(m^k), 1,n, nun „Sn,k“ und die (vietasche) Summe der ktupel-Produkte mit Zahlen bis n „Dn,k“ („Diversitätssumme“).
Sn,1 ist, wie du hervorhobst, = n/2*(n+1), Sn,2 natürlich n/6 *(n+1)*(2n+1), usw.
Sn,6 übrigens = n/42 *(n+1)*(2n+1)*(3n^4+6n^3-3n+1)

Dn,n ist natürlich gleich n!, und
Dn,0 (zu definieren) immer gleich 1.

Nun suchen wir also D49,6.
D49,49 wäre 49! und D6,6 = 6! = 720.

Ich habe als Formel für Dn,6 rekursiv folgendes entwickelt:

Dn,6 = 2^[-6]*(n+1)*(nüber6)*(63n^5-315n^3-224n^2+140n+96)/63,
was du durch Einsetzen für n=6 überprüfen kannst.
Für n = 49 kommt hier eben ~3,01*10^15 heraus.
(also abaut 3 Quintilliarden)

Ich habe die Sn,k übrigens bis k = 16, die Dn,k, wie bereits erzählt, bis Dn,14 rekursiv entwickelt, und zwar mit der „Diversitätserweiterungsmethode“:

Stelle dir vor, du hast die „ktupel-Summe“ Dn,k und suchst die „kplus1tupel-Summe“ Dn,[k+1] (für eine „Population“ n).
Da hängst du einfach an jedes einzelne Produkt der ersteren Summe jede Zahl bis n ran! (Vorsicht!!!)
Also hättest du Dn,[k+1] = S[n]*Dn,k, S[n] = n/2*(n+1).

Tscha, aber da ist denn ja in jedem "[k+1]tupel-Summanden ein Faktor doppelt!
Also muß man wieder was abziehen!
Also müssen wir Summanden mit einem doppelten Faktor abziehen. Da bleibt denn aber als Restfaktor nur der Summand mit [k-1] unterschiedlichen Faktoren. Also müssen wir Dn,[k.1]*S[n^2] wieder abziehen.
So, und spätestens nun hab ich immer verfsucht, an was anderes zu denken.
Denn wenn wir das tun, ziehen wir wiederum zuviel ab. Nämlich alle die Elemente, die in der Dn,[k-1] schon jeweils diese quadratischen Faktoren enthalten.
Also müssen wir wieder was dazuzählen, nämlich die zuviwel abgezogenen S[n^3]*Dn,[n-2]. Usw,usw,usw.

Heraus kommt dabei schließlich die Formel:

Dn,k = 1/k *(Dn,[k-1]*Sn,1 - Dn,[k-2]*Sn,2 + Dn,[k-3]*Sn,3)±±±±± Dn,0*Sn,k), wobei ja Dn,0 = 1.

Natürlich muß n>=k sein, denn es gibt zB keine 4tupel bei einer 3er Population (isscha „ohne Wiederholung“).
Und Dn,n ist immer = n!

Wie du siehst, brauche ich hierfür die Formeln für die kten Potenzsummen.
Und die entwickele ich rekursiv (auch die sog. „Bernouilliformeln“ muß man ja erst ausmultiplizieren und dann aufsummieren, sie sehen nur so „geschlossen“ aus!!"), und zwar aus der Identität (zweifachen Auflösbarkeit) von:

Summe{(m+1)^k} - Summe{m^k}, 1,n, =

  1. (n+1)^k - 1, denn dies ist eine „Teleskopsumme“, da hebt sich alles auf bis auf den vordersten Summanden der „vorreitenden Summe“, nämlich (n+1)^k, und den letzten Summanden der Summe{m^k}, nämlich 1^k = 1.
    Das ist die Reihen-Abrechnung.
  2. Faßt man nun die Summanden der beiden Reihen zu einem einzigen Summanden, nämlich (m+1)^k - m^k zusammen, und löst die ersteren binomisch auf, so erhält man für die obige Differenz Summe{(m+1)^k} - Summe{m^k}, 1,n,:

Summe{Summe(küberj)*m^j, 00 !!!
Also mit Hôpital!
Das „geht“ vor allem auch bei unendlichen
(also Zeta-)Summen!!!

So, spätestens nun haben wier beide unsere Briefe zu dustieren, oder??!!

Krüßchen, moin, manni.

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Ich glaub’ ich hab’s
Hallo Manni,

jetzt grüble ich schon so lang, warum ich die Kombis systematisch auflisten kann und sie doch nicht in eine Formel bringe…

Mein Ansatz war gar nicht so verkehrt, die Wiederholungen kamen nur zu Stande, weil ich die Abhängigkeit der Werte der einzelnen Stellen übersehen habe.

Man muss tatsächlich den Startwert der jeweiligen Summen gleich „Wert der vorherigen Stelle + 1“ setzen, dann geht’s. Mir schwebt auch noch eine Verallgemeinerung vor, nämlich für folgende Situation:

Der Gewinn für eine getroffene Kombi ist gleich der Summe aller Produkte aus kleineren oder gleichen möglichen Zahlenkombis. Dafür müsste man dann die gezogene Kombi zunächst nach Größe ordnen und dann als Obergrenzen „von links nach rechts“ für die Summen verwenden.

Aber hier zunächst meine überarbeitete Rechenformel:
SUMME{i=1,…,44}(i)*[SUMME{j=i+1,…,45}(j)*[SUMME{k=j+1,…,46}(k)*[SUMME{l=k+1,…,47}(l)*[SUMME{n=l+1,…,48}(m)*[SUMME{n=m+1,…,49}(n)]]]]]

Ich glaub’, für Excel sind das zuviele „Laufende“. Bestimmt kann man’s mit geschachtelten Schleifen ganz leicht programmieren.

Spannendes Thema übrigens!!!

Grüße
Katharina

Zu ‚VIËTA‘
Hallo, Katharina und Mathefreaks!

Kleine (nützliche) Erinnerung:
(x-3)*(x-6)*(x-2) = x^3 - 11*x^2 + 36*x- 36 =
X^3 - (D3,1)*x^2 + (D3,2)*x - (D3,3)

also D3,1 = S3,1 = Summe µ1,µ2 und µ3 und
D3,3 = Produkt µ1*µ2*µ3.

Gemäß „VIËTA“.

Daher ist in der sin[x]/x Reihe
1 - x^2/3! + x^4/5! ±±±x^[2n]/[n+1]!±±

Dabei durch x teilen, weil, „x“ ist der einzige „alleinstehende“ Linearfaktor und machte im folgenden Produkt ja unter Umständen alles zu Null.

z.B. der 1te Koeffizient 1/3! = 1/6 ja gleich dem beim Ausmultiplizieren des „Sinusproduktes“

sin[x]/x = Prod(1 - x^2/[n*pi]^2) entstehenden

Summe(1/[n*pi]^2) = Summe(1/n^2)/pi^2, also

Summe(1/[n^2]) = pi^2/6 !!!

Und der 2te Koeffizient ist ja die (unendliche wie eben) Summe der 2-tuplen Quadrate Summe(1/[n1^2*n2^2*pi^4]) =
[1/pi^4]*Summe{1/[n1^2*n2^2]}, die letztere Summe „diversitätserweitert“ =
1/2 *{(Summe[1/n^2])^2 - Summe[1/n^4]}, in
„meinen Worten“ = 1/2 *{PDn,1*PSn,1 - 1*PSn,2}, wobei

einmal PDn,1 = PSn,1 die Summe der alleinstehenden „Paare“ 1/n^2 ist und PSn,2 die Summe der „BiPaare“ also der 1/n^2^2 = 1/n^4. Die Entwicklung der Summenformel für S(1/n^4) hatte ich letztes Mal gezeigt.

Mit „meiner“ Formel der „Diversitätserweiterung“ kann übrigens z.B. die Summe der Kuben obiger Nullstellen berechnet werden (braucht aber keiner).

Ich würde mich freuen, wenn dieser Brief zur besseren Verständigung beitragen könnte.

Ciao, manni

Test zum Überprüfen
unserer Formeln, Katharina:

Hätte man eine Lotterie „49 aus 49“, dann wäre natürlich die „Summe der 49-tupel-Produkte“ = 49!

Oder „einfacher“:
bei „6 aus 6“ ist die „Diversitätsweite“, oder wie immer man es nennen mag, = 6!
Weil es hier ja überhaupt nur ein Produkt gibt.
Mit diesem als „Kontrolle“ habe ich „meine“ „Diversitätserweiterungsformel“ immer überprüft.
Und wenn ich doch unsicher war, dann habe ich noch „2 aus 6“ einfach ausgezählt: 1*2…*6 + 2*3…6+ 3*4…6+4*5+4*6+5*6.
Dies ist (in der von mir getroffenen Benennung) D6,2.
Dn,1 ist natürlich = Sn,1 = n/2 *(n+1); Dn,0 = 1, und Sn,k = Summe(n^k), 1