Gezielt Übersteuern

Hallo,

in nehme in den kommenden Wochen an einem speziellen Fahrertraining teil und hätte vorab eine Frage. Kann ich einen Fronttriebler gezielt übersteuern? Meiner Meinung nach nein… Ziel ist es eine Kurve möglichst schnell, d.h. mit hoher Geschwindigkeit, zu nehmen. Gegenüber einem Fahrzeug mit Heckantrieb sehe ich da Nachteile?!

Mfg - JENS

Moien

in nehme in den kommenden Wochen an einem speziellen
Fahrertraining teil und hätte vorab eine Frage. Kann ich einen
Fronttriebler gezielt übersteuern?

Das geht. Allerdings nicht sonderlich gut und nicht sinnvoll mit allen Autos. Und nicht durch eine lange Kurve hindurch. Ausserdem verliert man meistens eher Zeit als dass man sie gutmacht.

Leistungsübersteuern geht nicht.

Ziel ist es eine Kurve möglichst schnell, d.h. mit hoher
Geschwindigkeit, zu nehmen.

Wennes um die Zeit geht sind weder Über-, noch Unter-steuern wirklich sinnvoll. Es sieht „gut“ aus, aber schnell ist was anderes.

cu

Moien

Wennes um die Zeit geht sind weder Über-, noch Unter-steuern
wirklich sinnvoll. Es sieht „gut“ aus, aber schnell ist was
anderes.

cu

Guten Abend,
Über- oder Untersteuern heisst nichts weiter, ob sich hinten oder vorne der größere Schräglaufwinkel zwischen Reifen und Fahrbahn einstellt. Hat in der Tat nichts mit der maximal erzielbaren Kurvengeschwindigkeit zu tun.
Eine (leicht) untersteuernde Fahrcharakteristik ist für den Durchschnittsfahrer sicherer beherrschabr.
Gruß
Karl

Hallo Jens,

Kann ich einen
Fronttriebler gezielt übersteuern?

Ja, ich mache das speziell im Winter gerne :smile:
Die „Brutalmethode“ ist eine Handbremse, welche auf die Hinterräder wirkt. Eleganter ist es, mit einer Geschwindigkeit in die Kurve zu fahren, wo die Vorderräder gerade noch greifen, die Hinterräder aber schon ausbrechen. Allerdings ist dieser Bereich (wenn man vorne und hinten gleich gute Reifen hat) sehr klein und es kann leicht passieren, dass man anstatt des Übersteuerns ein starkes Untersteuern hat :wink:

Viel Spass!
Pürsti

Servus!

in nehme in den kommenden Wochen an einem speziellen
Fahrertraining teil und hätte vorab eine Frage. Kann ich einen
Fronttriebler gezielt übersteuern? Meiner Meinung nach nein…
Ziel ist es eine Kurve möglichst schnell, d.h. mit hoher
Geschwindigkeit, zu nehmen. Gegenüber einem Fahrzeug mit
Heckantrieb sehe ich da Nachteile?!

Nein. Am schnellsten bist du immer, wenn du eine schöne „gerade“ Kurve fährst, haarscharf an der Haftungsgrenze Deiner Reifen (Popometer gefragt!). Jegliches Unter- oder Übersteuern heisst Reibung heisst Leistung verpufft in Qualm bzw. besagter Reibung.
Übersteuern ist nur dann einigermassen vorteilhaft, wenn du dich am Kruvenausgang möglichst schnell wieder in Fahrtrichtung positionieren willst - nur deswegen machen´s die Rallyefahrer.

VG
Christian

PS: War auch schon mal in so einem Fahrertraining. Da waren zwei exakt baugleiche Clio dabei. Einer fuhr durch die Kreiskurve wie an der Schnur gezogen, der andere brach dauernd an der Hinterachse aus. Nach längerem Denken und Fragen kamen wir auf die Lösung: Der zweite Clio hatte unterschiedliche Reifen auf Vorder- und Hinterachse: Die guten vorn, die schlechteren hinten. Die verloren natürlich zuerst die Haftung, daraum brach das Auto aus.
Seitdem kämpfe ich immer mit mir, wie ich´s bei mir machen soll: Das gute Profil auf die Antriebsachse oder auf die Hinterachse, um Ausbrechen zu verhindern. Das Gefährliche dabei: Bei einem Fronttriebler rechnest du mit allem Möglichen, aber nicht mit Übersteuern…

Hallo Jens,

das geht mit der Handbremse, braucht aber Übung. Entsprechendes Gegenlenken (z.B. in der Linkskurve nach rechts lenken) schmeißt Dich geschmeidig um die Kurve. Bevor Du das auf Asphalt machst, ist es sinnvoll auf rutschigem Untergrund mit viel Platz zu üben. Auf geflickten Straßen bleiben dabei auch mal die Räder an einer Asphaltkante hängen, dann rutschst Du möglicherweise auf dem Dach weiter.
Wichtig, falls Du ein Hutfahrerauto mit ESP hast, musst Du es ausschalten. Das ESP führt sonst kontraproduktive Einzelradbremsmanöver am kurveninneren Hinterrad durch. Alternativ kannst Du auch so schnell um die Kurve drivten, dass das kurveninnere Hinterrad leicht abhebt. Dann ist das ESP machtlos, weil es in der Luft rumbremst. Mein Auto hat kein ESP, es war zwar serienmäßig, ich konnte es aber auf Sonderwunsch beim Neuwagenkauf abbestellen. Ansonsten ESP-Sicherung ziehen.

Gruß
Tilo

Hallo Tilo,

gehört zwar nicht zum Thema hier, aber ich hoffe für Dich, daß Du nie in Deinem Autofahrerleben in eine Situation kommst, in denen Dir und evtl anderen das ESP geholfen hätte. Deine Einstellung ist eigentlich ganz traurig…
Gruß Uwe

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Moien

gehört zwar nicht zum Thema hier, aber ich hoffe für Dich, daß
Du nie in Deinem Autofahrerleben in eine Situation kommst, in
denen Dir und evtl anderen das ESP geholfen hätte. Deine
Einstellung ist eigentlich ganz traurig…

Ich bin da egoistischer: ich hoffe dass er mir nie entgegen kommt.

cu

OT: ESP
Hallo Uwe,

gehört zwar nicht zum Thema hier, aber ich hoffe für Dich, daß
Du nie in Deinem Autofahrerleben in eine Situation kommst, in
denen Dir und evtl anderen das ESP geholfen hätte. Deine
Einstellung ist eigentlich ganz traurig…

Erschreckender fand ich, was mein Vater nach einem Fahrtechniktraining erzählte: Dort drehten sich reihenweise Autos MIT ESP von der Strecke, weil sie gegenlenkten. Angeblich muss man mit ESP falsch fahren, d.h. falls das Heck ausbrechen will, das Lenkrad fest halten und NICHT gegenlenken.
Ich habe kein Auto mit ESP, aber falls das stimmt, wäre es doch ziemlich krank. Normalerweise ist bei ausbrechendem Heck die Reflexbewegung das Gegenlenken (ausser bei Leuten, welche da eine Schrecksekunde haben).
Abgesehen davon: Was machen dann Personen, welche das Fahren mit ESP erlernten, wenn sie auf ein Auto ohne ESP umsteigen?
Daher hoffe ich, dass die Erzählung meines Vaters falsch und das ESP beim Gegenlenken eine Unterstützung ist.

In diesem Sinne eine angenehme Nachtruhe,
Pürsti

Hallo,

Ich bin da egoistischer: ich hoffe dass er mir nie entgegen
kommt.

Genau. Denn Autos ohne ESP sind lebensgefährlich, wenn sie einem entgegenkommen.

IMHO ist ESP eine sinnvolle Hilfe für Leute ohne Gefühl für’s Fahrzeug. Bei Nässe und hohen Geschwindigkeiten lasse ich es mir auch noch durchgehen. Aber bei Geschwindigkeiten im zweistelligen km/h-Bereich habe ich MIT ESP mehr kritische Situationen erlebt, als ohne.

Es ist ekelhaft, wenn eine völlig unberechenbare Größe eingreift, und den begonnenen Regelablauf stört. Für mich sich Fahrzeuge ohne ESP nicht nur angenehmer zu fahren, sondern, wegen der Berechenbarkeit, auch sicherer.

Aber ich mag ja auch keine Airbags. Machen mir Angst - ein kräftigerer Parkrempler, und die Reparatur kostet eineinhalb Tausender mehr, als nötig…

Grüße
formica

Eleganter ist es, mit einer Geschwindigkeit
in die Kurve zu fahren, wo die Vorderräder gerade noch
greifen, die Hinterräder aber schon ausbrechen. Allerdings ist
dieser Bereich hat) sehr klein und es kann leicht passieren, dass man anstatt
des Übersteuerns ein starkes Untersteuern hat :wink:

Stimmt genau!!
Ich nehm mal an, es geht um den Spaß und um’s probieren, nicht so sehr um’s Tempo.

Eine Feinheit noch:
das Heck bricht leichter aus, wenn sich die Last etwas nach vorne verlagert. Das passiert genau dann, wenn du am Kurveneingang etwas vom Gas gehst. Das Heck wird leicht und driftet nach außen.
Viel Spaß,
Peter

Wenn man es nicht gewöhnt ist, dass da jemand „dritter“ eingreift, ist das natürlich gar nicht so angenehm, das plötzlich zu spüren.

Dennoch ist ESP für Normalverbraucher und vor allem bei schlechter Bodenhaftung sehr von Vorteil. Dennoch mein Leitspruch: KEIN Auto ohne ABS kaufen, ESP darf sein, muss aber nicht!

Generell: immer in die gewünschte Fahrtrichtung lenken!!! Der „ESP-Computer“ versucht ja auch nur, den mittels Lenkrad vorgegebenen Kurs zu halten.

Lg. Peter

Hallo Peter,

Ich nehm mal an, es geht um den Spaß und um’s probieren, nicht
so sehr um’s Tempo.

Ja, Spass muss sein! Ich sehe es aber auch als kleines Sicherheitstraining, da man das Verhalten des Autos in Grenzsituationen kennen lernt bzw. erfährt, wo sich die Grenze überhaupt befindet.

Eine Feinheit noch:
das Heck bricht leichter aus, wenn sich die Last etwas nach
vorne verlagert. Das passiert genau dann, wenn du am
Kurveneingang etwas vom Gas gehst. Das Heck wird leicht und
driftet nach außen.

Stimmt! Falls man sich bereits in der Kurve befindet und die Geschwindigkeit zu gering ist, hilft es oft auch, kurz etwas kräftiger einzulenken.

Pürsti

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Hallo Peter,

Generell: immer in die gewünschte Fahrtrichtung lenken!!!

D.h. das die Erzählung meines Vaters falsch ist (siehe Beitrag oben), oder? Beim Gegenlenken macht man ja nichts anderes, als dahin zu lenken, wo man hin will.

Beruhigte Grüsse,
Pürsti

Hallo Uwe,

gehört zwar nicht zum Thema hier, aber ich hoffe für Dich, daß
Du nie in Deinem Autofahrerleben in eine Situation kommst, in
denen Dir und evtl anderen das ESP geholfen hätte. Deine
Einstellung ist eigentlich ganz traurig…

Meine Einstellung ist meine Sache. Es steht Dir nicht zu, darüber zu urteilen.
Ich habe nichts dagegen, wenn Du gern mit ESP fährst. Ich werde das nicht tun.

Gruß
Tilo

Servus!

Generell: immer in die gewünschte Fahrtrichtung lenken!!!

D.h. das die Erzählung meines Vaters falsch ist (siehe Beitrag
oben), oder? Beim Gegenlenken macht man ja nichts anderes, als
dahin zu lenken, wo man hin will.

Die meisten ESP´s regeln schneller als der Mensch das kann.
Irgendwann kann aber das ESP auch nicht mehr ausgleichen, dann siegt die Physik. Ich denke, Dein Vater berichtete von Situationen, die auf der Rutschstrecke stattfanden. Die hat die Eigenschaften einer überfrorenen Fahrbahn. Auf Eis kannst du auch mit ESP nicht fahren, als wär´s knochentrocken.

Generell:
Es gibt ESP´s, die sehr spät eingreifen, welche die sehr früh eingreifen - d.h. noch innerhalb der möglichen Reaktionszeit des Menschen, so daß der Fahrer das kaum merkt) - dann gibt´s noch welche, die sehr ruppig eingreifen und welche, die sehr sanft eingreifen (was Otto Normalfahrer auch kaum merken dürfte.)

Insofern denke ich, die Diskussion ist eher akademisch. Ohne die genauen Eigenschaften des speziellen ESP eines speziellen Diksutanten zu kennen, kann die Diskussion über „ich bin der Überzeugung, daß…“ wohl kaum hinauskommen.

Nach was zum Nachdenken: Warum schalten selbst Testfahrer das ESP nur auf abgesperrten Strecken aus, und nur dann wenn sie entweder driften wollen, oder wenn´s wirklich darum geht, wie das Auto die Leistung auf den Boden bringt?
Meine Überzeugung (!) ist, daß selbst Fahrer, die sich selbst als kompetent und sportlich einschätzen (mal vorausgesetzt, daß sie diese Eigenschaften auch wirklich haben), mal überfordert sein können oder mal unachtsam sind. Geraten sie dann in eine gefährliche Situation, dürften sie doch froh sein, vom ESP bevormundet zu werden, anstatt am nächsten Baum oder - schlimmer - im nächsten Auto zu landen.

VG
Christian

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Hallo Christian,

Danke für Deine ausführliche Antwort.

Die meisten ESP´s regeln schneller als der Mensch das kann.
Irgendwann kann aber das ESP auch nicht mehr ausgleichen, dann
siegt die Physik. Ich denke, Dein Vater berichtete von
Situationen, die auf der Rutschstrecke stattfanden. Die hat
die Eigenschaften einer überfrorenen Fahrbahn. Auf Eis kannst
du auch mit ESP nicht fahren, als wär´s knochentrocken.

Ich weiss die ganze Geschichte nur aus der Erzählung meines Vaters. Und es ist ja bekannt, wie schnell aus einem Elefanten eine Mücke wird…
Und da ich weder Erfahrung mit ESP habe noch einen Testfahrer kenne, wäre es sinnlos, wenn ich mich auf eine Diskussion einlassen würde. Daher glaube ich Dir fürs erste, bis ich das Gegenteil bewiesen habe :wink:

Machs gut,
Pürsti

Hi!

Seitdem kämpfe ich immer mit mir, wie ich´s bei mir machen
soll: Das gute Profil auf die Antriebsachse oder auf die
Hinterachse, um Ausbrechen zu verhindern.

Allgemein wird empfohlen, die besseren Reifen IMMER auf die Hinterachse zu montieren, um genau dieses ausbrechende Heck zu verhindern.

Ich persönlich fahre einen Hecktriebler; mit ausgeschaltetem DTC kann man mit dem Gaspedal lenken… :wink:

Huhu,

Ansonsten ESP-Sicherung ziehen.

die ESP-Sicherung würde ich nicht heraus ziehen, bei manchen ESP-Programmen muss das ESP danach neu eingestellt werden und das is richtig teuer.

Gruß
Kanin

Hallo Tilo,

ich sehe das genau so wie du, mit dem ESP. Habe selber als Beifahrer ne schlimme Situation mit ESP auf ner Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 220 KM/h erlebt und ich muss dazu sagen bei geschwindigkeiten unter 80 KM/H ist/kann ESP nützlich sein, jedoch bei höhreren Geschwindigkeiten kann ESP lebensgefährlich sein.

Ich selber darf leider noch kein Auto fahren, aber die Erfahrungen die ich mit ESP gemacht hab waren nich immer gut. Aber Leute die kein Fahrzeuggefühl haben sind ohne ESP oft unterfordert.

Gruß
Kanin