Gibt es Alternativ-Einrichtungen zur Psychiatrie

Mein Bruder (24J) ist drogenabhängig und hat starke Psychosen. Er leidet enorm unter Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen. Dies ist ihm aber nicht bewusst und er sieht sich nicht als krank, da er eben diese Erlebnisse für real hält. Nun ist er endlich stationär in eine Psychiatrie gegangen, aber auch nur, weil er sich mittlerweile auch zu Hause verfolgt und beobachtet fühlt. Die Erkenntnis, dass er die psychische Behandlung BRAUCHT, fehlt ihm… Er ist erst seit 2 Tagen dort und möchte unbedingt wieder raus. Er kann es mit sich selbst nicht vereinbaren, dass er wirklich in einer Psychiatrie ist und möchte unbedingt, dass ich für ihn eine Alternative finde. Also eine Einrichtung, die sich eben nicht mit dem verhassten Wort Psychiatrie betitelt. Kennt jemand so eine Einrichtung, die Sucht-und Psychotische Menschen behandelt, sich aber nicht Psychiatrie nennt? Ich bin wirklich verzweifelt…

In der Regel wird das zumindestens in der Akut Phase unter
Psychiatrie laufen;
kann aber nicht ausschließen, das ein anderer namen für das
Kind gefunden werden kann.

Was ich wohl weiss, dass es erhebliche Qualitätsunterschiede
bei den einzelnen Einrichtungen gibt.
Da gibts es auch einige sehr berüchtigte Einrichtungen.

Insgesamt gesehen ist auch zu beobachten, dass die Diagnosen
immer härter ausfallen;
und die Medikamente überdosiert werden bzw. die Dosis
sich an den oberen Grenzen orientiert.

Hallo.

Diese Reaktion gehört mit zu der Krankheit. Nicht immer, aber oft. Wenn er eine Psychose hat, gehört er in psychiatrischer Behandlung, auch wenn er es selbst nicht versteht. Zwei Tage ist eine sehr kurze Zeit. Man muss auf Monate, vielleicht mehr, vorbereitet sein. Das beste, was du jetzt für ihn tun kannst, ist, die Behandlung im Krankenhaus zu unterstützen. Sag ihm ruhig: Doch, dies ist eine Krankheit, dies gehört in der Psychiatrie. Aber ruhig, ohne Streitigkeiten. Am besten versuchst du auch nicht, eine andere oder bessere Behandlung für ihn zu finden. Das solltest du seinem Arzt überlassen.

Dein Bruder ist aber nicht total verkrankt, er hat auch gesunde Seiten seiner Persönlichkeit und seines Lebens. Mit ihm redest du am besten von diesen Seiten, so wie du es vermutlich auch früher getan hast.

Und dann - sorge um dich selbst und deine Familie.

Wie weiss ich dies alles? Ich habe ja dieselbe Krankheit in meiner Familie gehabt.

Beste Grüsse,
TR

Hallo,

Was ich wohl weiss, dass es erhebliche Qualitätsunterschiede bei den einzelnen Einrichtungen gibt.

Welche Unterschiede worin?

Da gibts es auch einige sehr berüchtigte Einrichtungen.

Welche und warum verdienen sie den Begriff „berüchtigt“?

Insgesamt gesehen ist auch zu beobachten, dass die Diagnosen immer härter ausfallen;

Woher nimmst du dieses Wissen?

und die Medikamente überdosiert werden bzw. die Dosis sich an den oberen Grenzen orientiert.

In welcher Einrichtung werden welche Medikament wann überdosiert?

Woher kommt dein Anspruch auf Allgemeingültigkeit?

Schöne Grüße,
Jule

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Hi Jule,

Da gibts es auch einige sehr berüchtigte Einrichtungen.

Welche und warum verdienen sie den Begriff „berüchtigt“?

Dann empfehle ich Dir mal den Besuch in der geschlossenen Abteilung des Stadtkrankenhauses Frankfurt-Höchst. Dann verstehst Du, was der Poster gemeint hat. Es ist ein Alptraum dort!

Gruß,
Anja

Oder z.B. München Ost:

"Ich nenne Namen und Personen, ich verstecke mich nicht in der Anonymität. Das wäre nicht fair. Mein Name ist Dr. Bernhard Pallmann. Wenn ich lüge oder übertreibe, muss ich mich dafür verantworten. Es sollten vielleicht aber auch diejenigen Rede und Antwort stehen und beim Namen genannt sein, nach deren Qualität hier gefragt wird und vor denen ich eine Riesen-Angst habe. Ich schreibe jetzt, nach über 6 Jahren, trotzdem über sie, die Ärzte und Pfleger im BKH Haar und Ihre „Zuträger“. Zu Beginn das Wichtigste:

-Es gab und gibt im BKH Haar, das sich seit dem Jahr 2006 ja Bezirks-Klinikum München Ost nennt, um sich ein „besseres“ Image zu geben, menschlich und fachlich hervorragende Pfleger und Ärzte, die Außerordentliches leisten.

  • Keiner von diesen hat jedoch in einer derart gigantischen Geld-Psychiatrie-Maschine mit rund 2000 Angestellten und vielen Abteilungen nach meinen Erfahrungen auf Dauer die Chance, ohne eine unglaubliche Abstumpfung der sog. „Inneren Emigration“ und Verrohung zu entgehen, wie sie mir von vielen Patienten berichtet wurde, die z.T. jahrzehntelang in unterschiedlichen Häusern des BKH Haar untergebracht waren und „therapiert“ wurden.

  • Kein Eingelieferter oder Patient, sei er freiwillig, oder wie in meinem Fall, mit Polizeigewalt mehrfach dorthin verbracht, wird ohne ausdauernde starke soziale, moralische und rechtliche Unterstützung von außen die im BHK Haar praktizierten „Therapien“ ohne schwere psychische und organische Schäden überstehen - sei es durch die wahrhaft „fachkundige“ psychische und physische Gewalt der dort Beschäftigten, sei es durch die organischen Schäden - auch an Gehirn und Nervensystem - die eine oft jahrelange, weitgehend zwangsweise („wir wollen Ihnen doch nur helfen…“!) Verabreichung von Medikamenten in Dosen nach sich zieht, über die Fachkenner nur den Kopf schütteln können. Weil ich viele Jahre meines Berufslebens für und in der Pharmaindustrie und mit vielen Ärzten und Pharmazeuten eng zusammen gearbeitet habe, kann ich hier eine klare Position beziehen. Die Protagonisten dieser „Therapien“ am BKH Haar sind nach meiner persönlichen Erfahrung alles gefürchtete Leute, wenn man auch nur die leisesten Einwände gegen sie, gegen Dreck in den Toiletten oder Entlüftungsanlagen, gegen die Verwahrlosung mancher Patienten erhebt! Grausam gütig und freundlich, wenn man ihnen in den Arsch kriecht (Verzeihung).

  • Ich kann daher nur jedem raten, der sich als Patient in dem vom Bezirk Oberbayern getragenen und finanzierten BKH, also einem staatlich (!) geführten und angeblich gut kontrollierten (!!) Klinikum, einmal einfindet, alles nur Mögliche in Bewegung zu setzen, um in einer anderen psychiatrischen Einrichtung behandelt zu werden. Nur wenige sind leider besser, aber es gibt sie und gerade eine Internet-Plattform wie diese bietet ja die hervorragende Möglichkeit, Bewertungen abzugeben, zu vergleichen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Das BKH Haar ist für mich ein Ort, wo der Horror, wo Gesetzlosigkeit - wenn auch unter dem Deckmantel eines modernen Rechtsstaats - so alltäglich geworden sind, dass sich niemand mehr wirklich darüber empört. Mir schien es oft so, als hätten die eindeutig belegten, grauenhaften Methoden im BKH Haar bis heute in den Mauern, Herz und Köpfen der Verantwortlichen so tiefe Spuren hinterlassen, dass sie dort ein neues, modernes Betätigungsfeld finden mussten. „Überanpassung und Ruhigstellen“, sind, so unendlich traurig oder katastrophal das klingen mag, im BKH Haar zum allseits akzeptierten, stillgeschwiegenen „Erfolgs-Modell“ geworden. Jede Kritik wird als „Bedrohung“, als Beleg für Depression oder Manie, Schizophrenie oder Psychose, für „psychische Störung und Krankheit“, ausgelegt - und hat wahrhaft unglaubliche Konsequenzen.

Nicht von ungefähr „genießt“ das BKH Haar in der seriösen Fachwelt und bei Juristen, die vielen der Patienten an die Seite gestellt sind, bis heute einen miserablen Ruf. Nur wenige Berichte über diese Zustände dringen nach außen. Warum? Die Angst steckt Dir ein Leben lang in den Gliedern. Ich selbst hatte das Glück, in meinem Studium am Max-Planck Institut für Psychiatrie/Neurochemie in München, eine ganz, ganz andere, hervorragende Psychiatrie kennenlernen zu dürfen. Für bestimmte Unternehmen der Pharmaindustrie ist das BKH Haar natürlich eine wahre „Platingrube“, Stichwort Medikamentenverbrauch. Eine der offensichtlichen Folgen: ein nagelneuer BKH - VW Bus war übervoll mit Psycho-Pharmawerbung beklebt, als ich dort meine Zeit verbringen „durfte“, niemand fiel das auf, niemand sagte etwas dazu, es ist - ich nenne es beim Wort - korrupte Normalität.


"

http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahru…

Selektiv
Hallo!

http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahru…

Unter dem Link findest Du ebensoviele begeisterte Bewertungen. –

Ich bin mir sicher, daß es schlechte Krankenhäuser gibt und auch vielres, was man in der Psychiatrie verbessern könnte. Aber ein bißchen fundiertere Belege als das Post eines unbekannten Arztes erwarte ich schon. Googelt man nach „Dr. Bernhard Pallmann“, hat man eher den Eindruck, es handelt sich bei ihm um einen Patienten mit Verfolgungswahn als um einen Arzt.

Eine Angelegenheit kritisch zu hinterfragen heißt für mich auch, die Kritik kritisch zu hinterfagen. Komischerweise wird dieser Aspekt meistens vernachlässigt. Wer den Staat kritisiert, scheint in manchen Kreisen automatisch die Wahrheit zu sprechen. Das heißt nicht, daß es am Staat nichts zu kritisieren gibt - es heißt nur, daß die Kritik der gleichen kritischen Betrachtung standhalten muss.

Gruß,
Max

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Hallo Anja,

ich zweifle gar nicht daran, dass auch im Bereich der Psychiatrie bei weitem nicht alles Gold ist, was glänzt. Mit kryptischen Botschaften und dramatischen Allgemeinplätzen - so wie sie in dem von mir hinterfragten Posting zu finden sind - ist aber niemandem gedient. Und schon gar nicht jemandem, dessen vielleicht einziger Weg zur Genesung über die Psychiatrie führt.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo Sophiee!

Mein Bruder (24J) ist drogenabhängig und hat starke Psychosen.
Er leidet enorm unter Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen.
Dies ist ihm aber nicht bewusst und er sieht sich nicht als
krank, da er eben diese Erlebnisse für real hält. Nun ist er
endlich stationär in eine Psychiatrie gegangen, aber auch nur,
weil er sich mittlerweile auch zu Hause verfolgt und
beobachtet fühlt. Die Erkenntnis, dass er die psychische
Behandlung BRAUCHT, fehlt ihm… Er ist erst seit 2 Tagen dort
und möchte unbedingt wieder raus. Er kann es mit sich selbst
nicht vereinbaren, dass er wirklich in einer Psychiatrie ist
und möchte unbedingt, dass ich für ihn eine Alternative finde.

Bei Psychosen gehört es zum Krankheitsbild, dass keinerlei Krankheitseinsicht vorhanden ist. Gerade deshalb ist aber eine Behandlung so schwierig. Nur der Kranke ist normal, alle anderen nicht! So zumindest sieht das der Kranke.

Deshalb wäre es nicht gut, seinem Drängen nachzugeben. Du solltest ihn mit allen Mitteln zu überzeugen versuchen, dass er einige Wochen ausharren muss, bis die Akutphase vorüber ist. Erst dann kann man gemeinsam mit den jetzigen Ärzten über Alternativen nachdenken. Aber auch das ist nur dann sinnvoll, wenn er inzwischen Krankheitseinsicht hat und von sich aus bereit ist, in Zukunft auf Drogen zu verzichten, denn jeder Drogenkonsum, und sei es nur ein einziger Joint, kann die nächste Psychose auslösen. Und bei jeder neuen Psychose werden Gehirnzellen unwiederbringlich zerstört.

Ich würde Dir folgendes empfehlen:

  • halte guten Kontakt zu den Ärzten

  • besuche Deinen Bruder möglichst oft.

  • suche Artikel über Psychosen, Verfolgungswahn und Drogensucht und druck sie ihm aus, wobei Du mit Leuchtmarker die Symptome anstreichst, die auf Deinen Bruder zutreffen. Dafür hast Du aber noch ein wenig Zeit, denn derzeit würde er die wahrscheinlich nicht einmal lesen.

  • schreib auf, was er in der letzten Zeit so alles aufgeführt hat. Die Kranken können das, wenn es ihnen besser geht, meistens gar nicht glauben und verstehen sich selbst nicht. Es ist nur nicht sinnvoll, ihm das mündlich zu erzählen, weil man da meistens nicht verhindern kann, dass sich ein vorwurfsvoller Ton einschleicht. Besser ist es daher, ihn das später lesen zu lassen.

  • für ihn rechtzeitig vor seiner Entlassung aus der Psychiatrie einen Therapieplatz organisieren.

Also eine Einrichtung, die sich eben nicht mit dem verhassten
Wort Psychiatrie betitelt. Kennt jemand so eine Einrichtung,
die Sucht-und Psychotische Menschen behandelt, sich aber nicht
Psychiatrie nennt? Ich bin wirklich verzweifelt…

Deine Verzweiflung kann ich gut verstehen, denn die Tochter einer Freundin hatte 2010 auch eine Psychose, die durch Drogenkonsum ausgelöst wurde. Daher weiß ich auch in etwa, was gar nicht geht und was vielleicht helfen kann.

Etwas, das sich nicht Psychiatrie nennt, kommt auf jeden Fall erst später in Betracht und nennt sich dann Reha und/oder Therapieplatz.

Ich wünsche Dir und Deinem Bruder alles Gute!

Waldi