Gibt es bald nur noch Asseln?!

Hallo.

Ja, ich weiß, aber die Frage drängt sich mir auf, weil ich in letzter Zeit so einige Beobachtungen gemacht habe, die in diese Richtung führen.

  1. Kindlein, ca. 7 Jahre, rast durch das Restaurant und stößt immer mal wieder bei anderen Leuten an die Tischkante. Sehr erbaulich, wenn man gerade Suppe löffelt … Kellner kommt habmeinwagevollgelade herein, Kindlein rennt in ihn, Bumsklirrbatsch. Eltern interessiert das alles nicht, Kellner kriegt wahrscheinlich ein Diszi, Gäste sind unzufrieden, weil sie ihr Happi nicht kriegen.

  2. Mann mit Hut nähert sich mit den erlaubten 30 km/h einem Zebrastreifen (nahe Grundschule und Kindergarten). Am Zebra steht, deutlich zu erkennen, Zwerg von vielleicht 5 Jahren und streckt den Arm heraus. 5 Meter vor dem Zebra tritt Mann mit Hut aufs Gas und fegt über Zebra (Gott sei Dank, nicht über Zwerg) wie Lotte.

  3. Zum Brunch erscheint mittelalte Frau, die sich mit großem Erfolg der Kugelform nähert. Frisur vom Typ woistmeinkamm, und die Dusche ist wohl auch kaputt. Diese Frisur bammelt dann am Buffet in selbiges. Mahlzeit …

  4. Gleicher Ort, Kindlein, vom Vater begleitet, patscht mit dem Finger in die Erdbeeren, frisst eine an und legt sie zurück. Papa grinst doof.

Habe ich was verpasst? Ist, von mir unbemerkt, eine komplette Generation herangewachsen, die mit der Zwille durch die Kinderstube geschossen wurde? Oder bin ich kinderfeindlich? Obwohl, dem in Fall 2 hätte ich bestimmt, so ich ihn wiedergefunden hätte, eine kostenlose Gesichtsmassage verpasst … Was ich sagen will, ist : wenn die Generation ihre oben stehenden Wertvorstellungen aktuell an ihre Ableger weitergibt, was kommt dann wohl in der nächsten Generation raus?

Oder bin ich überempfindlich, und das ist alles normal?

Gruß kw

Hallo!

Ja stimmt, die Kinder und Teens (wozu ich noch zähle), haben immer weniger Respekt gegenüber anderen Menschen (insbesondere älteren) und benehmen ist (bei der Mehrzahl) zur Glückssache geworden. Aber: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Damit wird allerdings bald Schluß sein, zumindest bei den Deutschen, laut gewissen Studien sind die nämlich innerhalb der nächsten paar Jahrhunderte ausgestorben. Grund Babyebbe, die sich garantiert nicht ändert und auch überhaupt nicht mehr zu ändern/aufzuhalten wäre.

Liebe Grüße, Anna

Hallo
Ich sehe dieses Benehmen auch mit Bedenken. Allerdings bin ich der festen Ueberzeugung, dass Benehmen nicht immer schlechter wird, sondern dass es momentan ziemlich schlecht ist, aber wieder besser werden kann. Ich bin total fuer einen Elternfuererschein, den man machen muss bevor man Kinder kriegt (nur weiss ich nicht was man mit Leuten macht die nicht bestehen). Als Faecher gaebe es: Ernaehrung des Kindes (besonders in Schottland wo Muetter ihren einjaehrigen Chips, Schoko ruhigen Gewissens ins Gesicht stopfen, solange die Chips lustige Maennchen drauf haben und die Schoko weiss ist oder von „Kinder“, denn dann kanns ja nur gut sein). Ausserdem staende auf dem Programm Kindererziehung und „mein Kind ist kein verantwortungsvoller Ersatzpartner den ich mit allem belasten kann und der alles macht was er hoch und heilig verspricht“. Das wuerde die Welt bedeutend besser machen, denk ich.
Tschuessi

Um ehrlich zu sein…
Hallo,

auch mich stört schlechtes Benehmen sehr, egal ob von groß oder klein. Ich kenne berufsbedingt leider viele Erwachsene, denen es an Umgangsformen mangelt. Ich rede hier nicht einmal von Tischsitten, sondern von Höflichkeit, Rücksicht, Pünktlichkeit, also ganz altmodischem Kram. Nein, ich bin selbst nicht immer brav, aber ich bemühe mich :wink:

Du findest Deine Formulierungen sicher witzig, ich aber nicht. Ich habe die Überschrift zuerst gar nicht verstanden, „Asseln“ ??? Ich weiß schon, wie Du das meinst, aber auch da fängt Benehmen an.

Habe heute meinen kleinkarierten Tag :wink:

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo Okinaptz,

mich wundert nur, daß Dir das erst jetzt auffällt. Ich halte es so, daß ich die Kinder liebevoll drauf hinweise, was die Eltern ihnen eigentlich sagen sollten, unterstütz mit Formulierungen wie „Aber man legt angebissene Erdbeeren nicht wieder zurück in die Schale und nimmt auch nichts mit den Findern aus der Schale. Dein Papa weiß das noch nicht, deswegen hat er es Dir auch noch nicht gesagt. Aber er sieht das bestimmt genauso.“ Die sind dann immer sofort peinlich berührt.

Hier bei uns im Ort laufen Kurse „Starke Eltern, starke Kinder“ und extrem viel zum Thema „Zivilcourage“. Beides zeugt generell von guter Idee, ist aber in der konkreten Umsetzung absolut ungeeignet und es handelt sich IMO um reine Alibiveranstaltungen, denn wenn dann doch was ist und jemand schaut hin wird er dann doch als Querulant beschimpft, weil er sich „beschwert“.

Trauriges Deutschland, aber ich bin sicher, unsere Kinder werden die Werte, die sie heute aufgrund ihrer ungeeigneten Eltern missen müssen, im nachhinein einklagen.

War vielleicht nicht allzu verständlich, lag mir aber auf der Seele.

Gruß, AndyM

Hallo.

Ja, ich hab den Westen ganz ähnlich erlebt - nur Deppen :smile:

Gruß
Frank

Moin!

So wie ich das sehe, sind Kinder - besonders kleine - ein Spiegel ihrer Eltern und ihres Umfelds. Wenn die Eltern sich nicht benehmen können, könnens die Kinder auch nicht. Erstens, weil den Eltern dann garnicht auffällt, daß ihr Kind sich daneben benimmt und zweitens, weil alle guten Worte nicht annähernd so viel bringen wie ein gutes Vorbild.

Die derzeitige Elterngeneration (so zwischen 30 und 40) sind die, die in den 60ern geboren wurden und deren Grundstein für Manieren in den 70ern gelegt wurde. Viele davon sind unter den damaligen „neuen Erkenntnissen“ antiautoritär, liberal, ohne Zwang und überhaupt ziemlich Regel- und Grenzenlos aufgewachsen. Die Eltern waren damals kein Angriffspunkt mehr, um sich daran zu stoßen und zu reiben - und richtige Vorbilder zu denen man aufschauen konnte, waren sie auch nicht. Und die aus dieser Jugend ohne Grenzen, Vorbilder und Gründe zum Protest hervorgegangenen Leute erziehen (oder auch nicht) zur Zeit die Kinder. Wie sollen die etwas weitergeben, was sie selbst nicht gelernt haben.

Andererseits hat sich schon vor über 2000 Jahren Plato über die damalige „Jugend von Heute“ beschwert. Damals dachten die alten Griechen und Römer, sie wären der Nabel der Welt - derzeit denken wir („das alte Europa“) das. Ich schätze, der Nabel der Welt ist halt mal wieder dabei, sich ein bißchen zu verschieben - wer weiß, wohin…

Viele Grüße
Tania

Hallo kw,

die Zeiten haben sich geändert, wie zu jeder Generation. Als ich in den 70ern Kind war, hätten weder meiner Eltern noch andere Leute mir solche Eskapaden erlaubt - sprich, früher machten andere Leute eher den Mund auf, als heute. Ich beobachte, dass wir Erwachsene uns auf Kinder generell keinen Einfluß mehr nehmen. Solche Restaurant- oder Kaufhausdüsenjäger habe ich auch schon erlebt. Ja meinst, dass da irgendjemand einmal den Sausewitsch abgebremst hätte?! Wenn wir Erwachsene keine Linien in der Gemeinschaft vorgeben (weder für Eltern noch für Kinder), dann ändert sich nichts, außer die Vergrößerung von Kluften.

Damit will ich sagen, es kann schon sein, dass manche Eltern ein bisschen zu sanft sind - das ist deren Problem (unter später das der erwachsen gewordenen Kinder). Aber ich finde es besser, wenn man seinen Unmut kund tut mit dem gleichen Recht auf ungestörtes Darsein wie es das Kind genießen soll, und ohne Absicht auf ein Kind erzieherisch einzuwirken.
Ich schätze einmal, dass dir die netten, gut erzogenen Kinder gar nicht mehr auffallen. Außer die Meinen kenne ich nämlich noch sehr viele andere :wink:))

viele Grüße
claren

Beispiele + Erlebnisbericht (lang)
Hallo Claren,

Ich schätze einmal, dass dir die netten, gut erzogenen Kinder
gar nicht mehr auffallen. Außer die Meinen kenne ich nämlich
noch sehr viele andere :wink:))

Das moechte ich sehr betonen. Es ist wie ueberall: die negativen
Beispiele fallen eben auf.

Aber zum Restaurantbeispiel, da faellt mir noch eine alte
Geschichte ein. Wir waren essen mit Geschaeftsbesuch,
hatten aber Kinder dabei (3+4). Sie waren ziemlich
unmoeglich (die Kinder *ggg). Sie hatten in dem Alter
eben auch Probleme still zu sitzen, aber an diesem Abend
waren sie extrem aufgedreht. Kommt vor. Wegen dem
Besuch konnten wir nicht gehen. Wir versuchten sie
abzulenken, beschaeftigen usw., es war nicht einfach,
wir bemuehten uns. Irgendwann krabbelten sie unter den
Tisch. Da sie da nur uns (ein wenig) stoerten, liess ich
sie. Ploetzlich stand mein Mann mit bitterboesem Gesicht
auf, schnappte sich Sohn 1 unter dem Tisch und wollte ihn
aus dem Lokal tragen (was ich zu diesem Zeitpunkt nicht
wusste: der Zwerg hatte ihn unterm Tisch ins Bein gebissen!).

Eine Dame undefinierbaren Alters warf sich ihm in den Weg
und fing hysterisch an zu schreien: „Sie werden dieses Kind
nicht schlagen! Ich erlaube nicht, dass sie dieses Kind
schlagen!!“ Mein Mann (wirklich sauer und im Schmerz, hatte
die Absicht unseren Sohn ins Freie zu befoerdern und dort
mit ihm zu warten bis beide sich abgeregt hatten - Schlagen
stand absolut nicht auf dem Programm) sagte: „Das geht sie nichts
an.“ und wollte weitergehen. Der Partner der Dame stand
daraufhin auf, holte aus und wollte meinem Mann mit den Worten:
„Gewalt ist keine Loesung!“ einen Kinnhaken versetzen. Der
Geschaeftsfuehrer des Restaurants fiel ihm in den Arm, mein
Mann ging nach draussen.
Und kam und kam nicht zurueck (wie sich spaeter rausstellte,
weil unser Sohn nicht mehr ins Restaurant zurueckwollte, er
hatte panische Angst vor der ‚boesen Frau‘). Inzwischen musste
ich bezahlen, hatte aber keinen Geldbeutel dabei (Geschaefts-
essen). Auf dem Weg zum Auto musste ich wieder an diesem
Tisch vorbei, die Dame grabschte an meinem Kragen und schrie
wieder laut: „Ich werd das Jugendamt verstaendigen!“ Zum Glueck
fiel mir die richtige Reaktion ein: ich sagte, sie sollte mich
nicht anfassen, dann lachte ich und sagte, mein Mann habe noch
nie ein Kind geschlagen.
Aber raus und wieder rein war ein Spiessrutenlaufen.

Warum ich’s erzaehle? (ausser weil ich gern erzaehle *gg --)
Interpretationen vom Verhalten andere Menschen sind oft
falsch. Meine Kinder sind nicht schlecht erzogen (sag ich mal),
aber sie haben schlechte Tage und manchmal laesst sich eine
Situation nicht verhindern oder voraussehen. Dann muss man
halt das beste draus machen. Gerade bei Kindern weiss man
nie, was der Situation, die anderen so negativ auffaellt,
vorausgegangen ist und kann deshalb die Reaktion der Eltern
nicht adaequat beurteilen. Wobei es natuerlich schlechterzogene
Kinder gibt, unfaehige oder unwillige Eltern usw. Nur sollte
man mit vorschnellen Urteilen und Verallgemeinerungen vorsichtig
sein.

Gruesse, Elke

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habe auch ein Beispiel
Hallo Elke,

eine Geschichte habe ich auch:
Ein Freund von uns hat ein ziemlich nervtötendes Kind - sie war es jedenfalls in der Trotzphase. Er war mit ihr, als sie so 4 Jahre alt war, einkaufen als sie lautstark ein Eis einforderte. Als sie eine Ablehnung zu hören bekam, warf sie sich auf den Boden, schrie wie am Spieß und strampelte mit den Beinen. Unser Freund kannte das schon bei ihr, regte sich nicht weiter auf und wollte sie einfach nur in den Einkaufswagen setzen. Da drückte eine ältere Dame dem Kind ein Geldstück in die Hand, und meinte „dann bekommst du wenigstens von mir ein Eis“ und in Richtung unseres Freundes „hauptsache das Kind ist still“.

Es gibt keine Patentrezepte für richtige Reaktionen, weder für Eltern noch für fassungslose Außenstehenden, denen es verständlicherweise schwer fällt eine Schreikindsituation richtig einzuschätzen. Da geht leider sehr oft etwas schief und selten gibt es gute Lösungen.
Als Mutter ist es mir lieber jemand gibt offen zu, wenn im Moment meine Kinder auf den Keks gehen, dann kann ich entsprechend reagieren. Statt dass ich Getuschel mitbekomme die ich nicht einordnen kann. Mir macht eine latente und generelle Abneigung gegen Kinder zu schaffen. Und das Ansehen von Eltern wird nicht gerade besser, wenn Erziehungsstile abgewertet werden. Dann sollte man sich lieber auf ein „das stört mich beschränken“ und um Lösung bitten - mehr ist doch eigentlich in der jeweiligen Situation nicht von Interesse, oder?

Im Fall unseres Freundes habe ich durchaus Verständnis für die alte Dame, die das Geschrei unerträglich fand. In der Situation hätte ich mein Kind sofort ins Auto gesetzt und wäre Heim gefahren. Wir leben nun einmal nicht in einem Land, in dem Kindergeschrei freundlich nickend ertragen wird - entsprechend kann man handeln, andernfalls gibt´s schräge Blicke.

viele Grüße
claren

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Dafür gibts ein Sternchen

Meine Kinder sind nicht schlecht erzogen (sag ich
mal),
aber sie haben schlechte Tage und manchmal laesst sich eine
Situation nicht verhindern oder voraussehen. Dann muss man
halt das beste draus machen. Gerade bei Kindern weiss man
nie, was der Situation, die anderen so negativ auffaellt,
vorausgegangen ist und kann deshalb die Reaktion der Eltern
nicht adaequat beurteilen. Wobei es natuerlich
schlechterzogene
Kinder gibt, unfaehige oder unwillige Eltern usw. Nur sollte
man mit vorschnellen Urteilen und Verallgemeinerungen
vorsichtig
sein.

Hallo Elke,

hat mir gut gefallen.

Gruß
Michael

Hallo claren,

da stört mich doch eines:

Wir leben nun einmal nicht in einem Land, in
dem Kindergeschrei freundlich nickend ertragen wird -
entsprechend kann man handeln, andernfalls gibt´s schräge
Blicke.

und vom Verstecken der Kinder im Auto, in Kinder- und Jugeneinrichtungen etc. wird das besser? Ich glaube, dass unser Problem ist, dass 1. den Eltern ihre seltenen Kinder so kostbar sind, dass sie schon Angst haben, „nein“ zu sagen. An der kostbaren Kinderpsyche könnte ja etwas schief gehen. und 2. durch die wenigen Kinder ist keiner mehr daran gewähnt, wie Kinder sich benehmen. So ist mal ein Schreikrampf gerne schon ein Grund etwas dagegen zu benehmen.

Hätte die alte Dame z.B. einem dröhnenden LKW auch eine Mark gegeben, damit er nicht mehr soviel Krach macht? SCNR

Karin

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Genau!
Hallo Karin,

kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Wir haben in solchen Fällen die Kleinen weiterschreien lassen, bis sie sich beruhigt hatten. Erstaunlich schnell haben sie kapiert, daß es ihnen nichts bringt, und es sein lassen. Der älteren Dame hätte ich ihr Geld wieder zurückgegeben…

Gruß Kubi

nachvollziehbare Resignation
Hallo Karin,

Hätte die alte Dame z.B. einem dröhnenden LKW auch eine Mark
gegeben, damit er nicht mehr soviel Krach macht? SCNR

In der Theorie hört sich das prima an, und ich gebe dir grundsätzlich recht. Doch in der Praxis leiden die Eltern unter dem Spießrutenlaufen, wenn sie schon verschiedene Erlebnisse mit ihrem „Schreihals“ hatten. Nicht jeder hat das Selbstbewußtsein das teilweise offene Genervtsein anderer einfach abzuschütteln, so dass sie sich lieber zurückziehen, bevor sie sich Vorträge über geschickte Erziehungsmaßnahmen anhören. Ich kann die Resignation nachvollziehen.

viele Grüße
Claudia

Hi kw

Das sind die, die den Benimm-Unterricht in der Schule noch nicht hatten oder ihn eben brauchen.

Gruß
T

WO war das ?
Hallo Elke,

herrliche Geschichte *freu* ! Wo fand sie statt ? Nicht in Deutschland, oder ???

Sie wäre absolut undenkbar in meinem früheren Umfeld: Teures Neubaugebiet, die klassischen Luxusrüschenkleidchenkinder, auf gar keinen Fall irgendwo kreischend auf der Straße (30er-Zone), sondern brav beim MusikBallettVoltigierEnglischfürKindergartenkinder-Unterricht - mit dem Auto dorthin gefahren, mit dem Auto abgeholt, einmal pro Woche Kinderturnen (mit dem Auto…). Wenn mein Sohn auch nur eine halbe Stunde Bobbycar gefahren ist (ich habe das wg. Lärm maximal einmal pro Woche und zeitlich begrenzt erlaubt), kamen böse Blicke. Malten sie mit Straßenkreide, regte sich der Rentner von oben auf. So ein Dreck aber auch, wie sieht das denn aus ? Spielten sie Fußball, hatte der andere Nachbar Angst um seine keineswegs saubere Garage. Wobei ich ihn da beruhigen konnte, das Fußballspielen auf dieser Wiese habe ich deswegen unterbunden, weil sämtliche Hunde (auch die beiden seiner Freundin) in diese Wiese machten *Nasezuhält*.

Rasenmäher und Hochdruckreiniger führten trotz Lärm jederzeit zu Anerkennung - wir sind ja Schwaben !

Jetzt wohnen wir in einer Altbaugegend, die Häuser stehen im Generationenwechsel, werden nach und nach verkauft und saniert. Es gibt einige ausländische Familien, es gibt Rentner, die Enkel zu Besuch haben, unzählige Kinder spielen auf der Straße - und es hat lange gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, dass nicht jedes „MAAAAMAAAA“ mir gilt :smile:))

Leicht neidische Grüße,

Inselchen

Hallo claren,

Hätte die alte Dame z.B. einem dröhnenden LKW auch eine Mark
gegeben, damit er nicht mehr soviel Krach macht? SCNR

In der Theorie hört sich das prima an, und ich gebe dir
grundsätzlich recht. Doch in der Praxis leiden die Eltern
unter dem Spießrutenlaufen, wenn sie schon verschiedene
Erlebnisse mit ihrem „Schreihals“ hatten.

mein „Schreihals“ ist zwar inzwischen schon fast 25 Jahre alt, darüber hinaus habe ich oft die Söhne meiner Schwester (ein wenig jünger als meine) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch München transportiert. Ich hatte öfters das „Vergnügen“ sich mit einem widerspenstigen Zwerg (oder auch gleich mehreren) in der Öffentlichkeit auseinander zu setzen. Es ist tatsächlich so, dass dort, wo mehrere Kinder auftraten, das Verhalten der anderen Erwachsenen entspannter war. Meine Ausführungen stammen also nicht aus der Theorie.

Nicht jeder hat das
Selbstbewußtsein das teilweise offene Genervtsein anderer
einfach abzuschütteln, so dass sie sich lieber zurückziehen,
bevor sie sich Vorträge über geschickte Erziehungsmaßnahmen
anhören. Ich kann die Resignation nachvollziehen.

Stehst Du auch noch hinter der Resignation, wenn diese dazu führt, dass andere Eltern ihre Kinder in der Schule, in der Deine auch sind, mit dem Auto abliefern und dann mit jaulendem Motor (schließlich hat man es ja eilig) davon schießen, völlig unbeeindruckt davon, dass zu der Zeit ja doch möglicherweise andere Kinder unmotorisiert in die Schule kommen und daher gefährdet sein könnten.

Bitte übertreib Dein Verständnis nicht zu sehr.

Gruß, Karin

Hallo Inselchen,

herrliche Geschichte *freu* ! Wo fand sie statt ? Nicht in
Deutschland, oder ???

Nein, ungewoehnlicherweise in Zimbabwe. Die anderen anwesenden
Gaeste haetten wahrscheinlich fuer eine kraeftige Abreibung
plaediert und unter Umstaenden sogar mitgemischt. Trotzdem war die Ironie eines hauenden Gewaltverab-scheuers schon toll (er hat also tatsaechlich: „Hitting is no answer!“ gebruellt).

Deine ‚leicht neidischen‘ Gruesse verstehe ich nicht
ganz, wenn ich ehrlich bin.

Gruesse, Elke

Hallo Elke,

Nein, ungewoehnlicherweise in Zimbabwe. Die anderen
anwesenden
Gaeste haetten wahrscheinlich fuer eine kraeftige Abreibung
plaediert und unter Umstaenden sogar mitgemischt. Trotzdem
war die Ironie eines hauenden Gewaltverab-scheuers schon toll
(er hat also tatsaechlich: „Hitting is no answer!“ gebruellt).

Ach sooooo… ich habe da wohl zu oberflächlich gelesen *rotwerd*.

Neidische Grüße schrieb ich deshalb, weil sich die Geschichte für mich so anhörte, als habe es sich in einer sehr kinderfreundlichen Gegend zugetragen.

Ich finde es recht erschreckend, wie oft der berühmte Klaps und Co. noch immer als Erziehungsmittel angesehen werden.

Mein jüngster Sohn hatte mit zwei Jahren einmal eine Phase, da hat er mit Begeisterung an den Türklingeln in unserem Sechsfamilienhaus geklingelt: Er rannte nach dem Einkaufen, wenn ich bepackt über den Hof ging, voraus und drückte mal eben. Jaaaaa, das ist schlechtes Benehmen, NEIN, es kam nicht täglich vor, sondern über einige Wochen MANCHMAL zweimal pro Woche, dann tagelang gar nicht, die anderen Bewohner hatten kein Problem damit, wir entschuldigten uns und wirkten auf unseren Sohn ein. Auch bei diesem gräßlichen, unbeliebten Rentner über uns entschuldigte sich mein Mann, um dann zu hören, dass man ihm eben ein paar hinter die Löffel geben müßte.

Interessant, dass der Alte zu MIR vorneherum immer schleimigfreundlich war, ICH hätte ihm bei so einem Satz auch Contra gegeben, mein Mann ist da viel zu nett, bzw. findet, so einen läßt man am besten reden.

Ich habe ja beruflich oft mit vergleichbaren Konflikten zu tun, und Eltern mit kleineren Kindern sind in der regel diejenigen, die dann irgendwann entnervt ausziehen - das sind nicht alles ungezogene Rotzlöffelkinder !

Völlige off-topic-Grüße,

Inselchen- die manchmal schneller schreibt als denkt ;-(

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