Gibt es ein Risiko beim Knochenmarkspenden?

Hallo,

ich überlege seit einiger Zeit Knochenmark zu spenden, da ich das für eine wichtige Sache halte, aber natürlich habe ich Bedenken meinen Körper einem solchen Eingriff zu unterziehen.

Hat das jemand schonmal gemacht? Gibt es neben dem Narkoserisiko und dem Infektionsrisiko, das einfach bei jeder Operation besteht, noch weitere Risiken?
Hat man Schmerzen danach?

Ich danke allen Experten!

Grundsätzlich gilt, dass es zwei wesentliche Methoden gibt, die dementsprechend unterschiedliche Nebenwirkungen / Risiken haben:

  • Die klassische Knochenmarkspende unter Vollnarkose, mit Entnahme des Knochenmarks meist aus dem Beckenkamm mit einer Art großen Spritze
  • Die periphere Blutstammzellspende. Hier wird dem Spender einige Tage lang ein Medikament gespritzt, welches bewirkt, dass vermehrt Stammzellen ins Blut gelangen; anschließend werden diese mit einer Art Dialysegerät aus dem Blut gefiltert (eigentlich ist man bei der Spende ja nur auf die Stammzellen scharf, die sich im Knochenmark befinden)

Ganz wichtig ist (was oft verwechselt wird): Es wird KNOCHENmark entnommen und KEIN RÜCKENmark ! An der Wirbelsäule wird also überhaupt nicht rumgepfuscht, und ed besteht daher auch NICHT das Risiko einer Querschnittslähmung !

Harmlose Nebenwirkungen treten gewöhnlich in beiden Fällen auf - im ersteren Fall Schmerzen an den Einstichstellen, im zweiteren Fall grippeähnliche Symptome durch das Medikament. Beides klingt nach wenigen Tagen wieder ab.

Ernste Komplikationen (z.B. durch die Narkose) können - wie bei jeder Operation - natürlich auftreten. Man muss aber bedenken, dass die schon bei gewöhnlichen Operationen doch recht selten sind. Da sind dann aber auch Patienten dabei, die unbedingt operiert werden mussten, weil sie sonst gestorben wären, so dass man das Risiko der Narkose halt in Kauf nehmen musste. Stammzellspender werden aber vor der Spende immer penibel untersucht, ob es irgendwelche Faktoren gibt, die das Risiko bei der Spende erhöhen würden. Sind solche Faktoren vorhanden, dann wird im Zweifelsfall auf diesen Spender verzichtet. Daher ist das Risiko für den Spender nochmal um einiges geringer als im Durchschnitt bei anderen Operationen.

Der Verlust des Knochenmarks an sich ist für den Körper des Spenders völlig unefährlich, da nur ein kleiner Anteil des Knochenmarks entnommen wird und die verlorene Menge innerhalb von ca. zwei Wochen wieder ersetzt wird.

Ich habe selbst schon zweimal Knochenmark gespendet (beide Male nach der klassischen Methode unter Vollnarkose und beide Male erfolgreich). Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht. Die Schmerzen an den Einstichstellen waren zwar heftig, traten aber nur bei bestimmten Bewegungen auf - und das lernt man dann sehr schnell, solche Bewegungen zu vermeiden :smile:. Die Betreuung durch das Ärzteteam war prima, und die Beziehung zu meinen Empfängerinnen ist natürlich etwas ganz Besonderes (nach zwei Jahren kann man sich gegenseitig kennenlernen, wenn beide Seiten das möchten).

Für weitergehende Informationen empfehle ich den Artikel „Stammzelltransplantation“ in der Wikipedia sowie die dort aufgeführten Weblinks.

Sehr geehrte Frau M,

das ist eine gute Frage, die gleich aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet werden muss. Der Spender meint es natürlich immer gut. Er trägt allerdings genau die genannten Risiken. Die Frage ist, welcher Nutzen tatsächlich für kranke Menschen entsteht. Die Medizin behauptet ja, dass mit Knochenmarkstransplantationen spezifische Krankheiten geheilt werden können. Genau dies bezweifle ich jedoch. Auf jeden Fall wird mit der Knochmarkstransplantologie und dem ganzen Apparat drumherum eine Menge Geld verdient. Ich persönlich würde nicht spenden…

Hallo,

mir fehlen eigene Erfahrungen, kann leider nichts dazu sagen. Soweit ich weiss, ist die Entscheidung, sich als Knochenmarksspender registrieren zu lassen, nicht gleichbedeutend mit „es wird sofort eine Knochenmarks-Punktion durchgeführt“, sondern man wird anhand einer Blutentnahme typisiert und erst „im Ernstfall“, also wenn jemand dringend Dein Knochenmark braucht, zur Knochenmarksspende selbst gebeten.

Gruß Dirk Häfner

Hallo,

generell möchte ich Dir ans Herz legen, dich typisieren zu lassen(falls Du es nicht schon hast). Die Knochenmark-Spende ist bei mir ohne Probleme von statten gegangen und ich hatte auch kaum Schmerzen. Über Risiken wirst Du voher super aufgeklärt und Du hast jeder Zeit die Möglichkeit zurück zu treten von der Spende.
Aber wenn Du erstmal weißt, Du bist der einzige (typisierte)Mensch auf diesem Planeten, der einem anderen Menschen noch das Leben retten kann (so war es in meinem Fall), überlegst Du nicht mehr lange. Außerdem wurde ich so intensiev untersucht, wie es nie wieder mit mir passieren wird und Du trägst keinerlei Kosten. Es wird wirklich alles von der DKMS organisiert und bezahlt und die Dankbarkeit von den Ärzten und Schwestern die da arbeiten ist unglaublich.
Und wenn, wie in meinem Fall(ein 48jähriger Mann aus den USA), er wieder ein normales Leben führen kann und er und seine Familie sich bei Dir dafür bedankt, das Du Ihm das Leben gerettest hast…absolut genial und ergreifend!!!
So, sorry ich habe einqwenig ausgeholt, aber es gibt wirklich kaum ein Risiko und Du hast danach einen sehr dankbaren genetischen Zwilling. :wink:

Gruß Frank

Hallo,
leider bin ich an der Stelle nicht der richtige Ansprechpartner für eine Qualifizierte Antwort
MfG
Baubiologe Baldermann

es gibt leider keine gute Antwort auf diese Frage, da es mehrere Arten gibt Knochenmark zu spenden.
Die simpelste Methode ist, die Knochenmarksstammzellen aus dem Blut über eine Zentrifuge zu isolieren, da gibts keine Narkose etc.

Wenn die Menge größer ist, dann muss tatsächlich aus dem Knochen (meist Beckenkammnähe, am Gesäß) eine Probe genommen werden, was schon mal ein paar Tage beim Sitzen weh tuen kann. Leider hängt das Risiko hier stark davon abhängen, wie oft man zustechen muss.
Aber auch das hält sich in Grenzen.

Viele halten das Risiko der vorher gegebenen Hormonähnlichen Substanzen (GSF) für das größte Risiko, darüber kann ich leider als Orthopäde wenig sagen.

Da OP-Risiken hier stark von ihren womöglichen weiteren (Vor)Erkrankungen abhängt, kann ich Ihnen eigentlich nur sagen, dass Sie den Arzt fragen müssen, der es dann tatsächlich machen würde. Das ist eigentlich das seriöseste.

Mehr kann ich leider dazu nicht sagen.

Grüße,

Helmut

Leider kann ich nicht weiterhelfen. Ich kenne zwar sehr viel Personen, die sich registriert haben, aber niemand der das schon getan hat.

Liebe BabsieM,
leider weiss ich das auch nicht, aber du wirst im Internet fündig unter:

http://www.zkrd.de/de/informationen_fuer_knochenmark…

http://www.knochenmarkspende-deutschland.de/informat…

LG

Hallo,
der erste Schritt wenn Sie KM spenden wollen ist dass Sie eine Blutentnahme aus der Vene über sich ergehen lassen. Danach findet die sog. Typisierung statt. Das heisst Ihre Gewebemerkmale werden herausgefunden und mit Merkmalen von potentiellen Spendern verglichen. Wenn dann sich was passendes findet (was nicht häufig vorkommt) dann findet die eigentliche KM-spende statt. Dabei wird unter lokaler Betäubung oder einer Kurznarkose KM aus dem Beckenkamm entnommen. Dabei bestehen die von Ihnen schon angesprochenen Risiken. Schmerzen haben Sie hinterher keine, vielleicht ein leichtes Ziehen im Becken, das nach 2 Tagen weg ist. Sonst bestehen keine weiteren Risiken.

Kann mich der Antwort von H a r і ο l f vorbehaltlos anschließen. Er hat alles geschrieben, was ich auch dazu gesagt hätte.

Hallo!
Leider landete die Anfrage bei mir im Spam-Ordner. Dieses bemerkte ich erst jetzt aufgrund eines anderen Mailproblems. Zu der Frage kann ich leider keine Antwort geben.
MfG

K. Sweers