Gibt es eine generelle Tierphobie ?

Hallo an die Experten,

eine gute Bekannte von mir hat panische Angst vor Hunden. Wenn sie mich besucht, leine ich meine (eher kleinen) Hunde an, muss sie aber zusätzlich festhalten, damit sie an ihnen vorbeigeht, die Leine könnte ja reißen. Sie setzt sich dann in großer Entfernung hin, geht aber lieber nicht auf’s Klo, damit die Hunde nicht aufstehen.

Okay, meine Tochter hatte das auch einmal, aber wir haben das in den Griff bekommen, ich weiß aber daher, dass ich mit Vernunftgründen nicht zu kommen brauche. Ich habe zwar versucht, ihr zu helfen, indem ich ihr den Kontakt zu unserem Zweithund als Miniwelpen (er kam mit 9 Wochen zu uns) angeboten habe, da hatte der Meerschweinchengröße, aber sie wollte nicht.

Jetzt habe ich von ihr erfahren, dass sie generell ein großes Problem mit Tieren hat. Ihre Tochter hat sich Zwergkaninchen „erkämpft“, und der Mutter graust es schon, sie sagt, sie würde die Tiere niemals anfassen.

Ich finde wirklich nicht, dass jeder ein Tierfreund sein muss und bin absolut nicht beleidigt, wenn jemand z.B. meine Hunde nicht mag, aber diese generelle Angst vor ALLEN Tieren finde ich seltsam. Meine Bekannte sagt, es gebe kein Tier, das sie ertragen könnte.

Ist das eine generelle Tierphobie, oder einfach nur Charaktersache ? Ich finde, dass sie sich selbst damit behindert, sie joggt beispielsweise nur zu bestimmten Zeiten und auf „sicheren“ Wegen, damit ihr kein Hund begegnet.

Neugierige Grüße
Insel

Hallo Hund ist eine Sache (könnten ja womöglich wirklich beissen)
„Alle Tiere“ ist eine andere Sache, evtl graust es ihr nicht vor den Tieren im allgemeinen, sondern davor was sie damit verbindet (Schmutz? Krankheitsherd? Haare (entweder wieder wegen der Fussel/Schmutz-komponente oder weil Fell sich eben anders anfühlt als menschliches Haar oder sonst irgendwas, was du kuschelig findest, kann sie eklig finden)?)
Nur mal so als Denkanstoß, vielleicht fallen dir ja noch mehr Ängste oder Zwänge an ihr auf, wenn du dies im Hinterkopf hast (Putzfimmel?)
Auch wenn sie selbst nicht richtig drunter ledet, denn Tieren kann man ja aus dem Weg gehen, für ihre Tochter wäre es sicher gut, wenn Mutti das mal nem Profi vorstellt, denn eine Kindheits ohne Zoobesuch oder wenn schon den, dann alleine ins Kuschelgehege wär grausam (dabei können wieder Ängste entstehen, wenn man sich einer Horde Ziegen ausgeliefert fühlte und Mutti nicht beschützend einschreiten kann).
Gruß Susanne

Ja genau, an Zwänge hätte ich hier auch gedacht. Irgend etwas, was nicht ausgesprochen ist, liegt in der Luft. Eine Phobie ist ja mehr panikartig. Zwang und Angst könen sehr ähnlich sein. Ein Zwang mit Sauberkeit oder Krankheitserregern könnte es gut sein. Darüber reden Beroffene nicht gerne, weil es ihnen peinlich ist.