Gibt es kein Wörterbuch 'Kanzleideutsch'?

Liebe Germanistinnen und Germanisten

‚Kanzleideutsch‘ ist die erst im 18. Jahrhundert aufgekommene
Bezeichnung für die in Kanzleien gebrauchte Amtssprache.

Leider kann ich im Internet kein Wörterbuch der Kanzleisprache des 18.
Jahrhunderts finden - auch unter dem Begriff ‚Kanzleistil‘ nicht. Wurde
diese Sprache nie festgehalten, zum Beispiel, indem Protokolle von
‚Hexenprozessen‘ analysiert wurden?

Mit Gruss & Dank

Rolf

Hallo Rolf,
ein „Wörterbuch“ - will ich lieber gar nicht erst wissen.
Aber „Kanzleideutsch“" - guck mal hier, und dann weiter:
http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarp…

Es ist zum Davonlaufen, und sich weit vom Ort des Geschehens zu übergeben…
Irgendwo gibt es auch sämtliche Protokolle des Bundestags, aber die habe ich gerade in meinen Lesezeichen nicht gefunden. Die kannst Du dir wahrscheinlich auch ersparen.

Wohl bekomm’s!
gargas

Hallo, Rolf,

Adelung dürfte da für dich interessant sein.

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. 4. Seb - Z (Gebundene Ausgabe)
von Johann Christoph Adelung

Gibt es bei amazon, aber sehr teuer! 100 Euro

Gibt es auch als CD-ROM bei: Digitale Bibliothek
http://www.digitale-bibliothek.de/scripts/ts.dll?s=3…
Ein bisschen erschwinglicher. 90 Euro.

Gruß Fritz

Hallo, Fritz,

Adelung dürfte da für dich interessant sein.

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart
mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders
aber der oberdeutschen. 4. Seb - Z (Gebundene Ausgabe)
von Johann Christoph Adelung

Gibt es bei amazon, aber sehr teuer! 100 Euro

Gibt es auch als CD-ROM bei: Digitale Bibliothek
http://www.digitale-bibliothek.de/scripts/ts.dll?s=3…
Ein bisschen erschwinglicher. 90 Euro.

…gibt es auch online: http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/images/@…

Gruß
Kreszenz

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Hochgeehrte Gnädige Damen und Herren

Hochgeehrte Gnädige Damen und Herren

Im 17./18. Jahrhundert müssen rigorose Vorschriften bestanden haben,
die jede Formulierung bei Strafe (Stockschläge) vorschrieben. Dies
betrifft insbesondere Anrede und Gruss.

„Allerdurchlauchtigster, großmächtigster Kaiser, durchlauchtigste
Fürsten, gnädigste und gnädige Herren!“

„… im namen der gesträngen, edlen, ehrenvesten, frommen,
fürsichtigen, fürnemmen vnd wijsen herrn Hanß Caspar Heideggers,
ihres lieben burgers vnd vogts der genanten herrschafft, aller myner
gnädigen vnd günstigen lieben herren zu Bintzikon …“

„Hochgeacht, wolledel, Gestreng, Ehrennotvest,fromb, fürnehm,
fürsichtig, wis, bsunders gnedig ihr unsere liebe Herren Obere und
Vorstehre“

Wer von euch kennt solche Schreibvorschriften?

Und grüsse ich Sie, hochgeehrte Gnädige Damen und Herren, mit der
Beteuerung meiner vorzüglichen Hochachtung und Dankbarkeit,
untertänigst

Rolf

Hallo, Rolf,

schau mal nach den Brifen von JS Bach; der war ein Meister in diesen Formulierungen.

Ich bin nicht sicher, aber es könnte damals schon „Briefsteller“ gegeben haben. Ich kenne allerdings keine.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

schau mal nach den Brifen von JS Bach; der war ein Meister in
diesen Formulierungen.

ich habe in diversen Biografien dieses Herren mit ‚Amüsemeng‘ diese Formulierungen gelesen, glaube aber, daß er damit nichts besonderes war. Mir scheint, daß das übliche Anredeformen waren.

Gandlaf

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ot
Hallo, Gandalf!

Mir scheint, daß das übliche Anredeformen waren.

Nach damaligen Begriffen war Bach auch bloß ein üblicher Kirchenmusiker, aber manches konnte er eben besser als die Übrigen.

Gandlaf

Die Form gefällt mir!

Gruß Fritz

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He, MOD!
Dieses Buch

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Von Johann Christoph Adelung

und dieser Link

Gibt es auch als CD-ROM bei: Digitale Bibliothek
http://www.digitale-bibliothek.de/scripts/ts.dll?s=3…

und natürlich besonders dieser

http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/images/@…

sollten auf der Eröffnungsseite an den entsprechenden Stellen eingefügt werden.

Gruß Fritz

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Amüsemeng

ich habe in diversen Biografien dieses Herren mit ‚Amüsemeng‘ diese Formulierungen gelesen,

Noch ein wenig Amüsemenge gefällig?
Hier: http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/barock/sp…

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He, Fritz!
Dieses Buch

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Von Johann Christoph Adelung

ist in der Bücherliste eingefügt worden, die CD wird dorten erwähnt, und dieser Link

http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adelung/images/@…

findet sich itzo in der Linkliste der Brettbeschreibung.

Hoffe Seinen Wünschen gerecht geworden zu sein.

Kubi

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Hoffe Seinen Wünschen gerecht geworden zu sein.

Sehr schön!
Danke!
Fritz

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Dank für dieses Amüsemeng !

Ein Hochgenuß !

Ingrid

Besten Dank für eure Beiträge

Besten Dank für eure Beiträge. Von mit aus kann man diese Diskussion
schliessen.

Freundlich grüsst euch

Rolf