mir hat meine Nachbarin dazu folgende Anekdote erzählt: Ein jüdischer Geschäftsmann hat ausgerechnet zu Jom Kippur in Tokio zu tun und fragt ziemlich hoffnungslos, ob es in Tokyo so etwas wie eine Synagoge gäbe?
Jaja, gibt es. Sogar eine sehr große.
Die Synagoge ist wirklich riesengroß und zum Brechen voll. Der Gottesdienst wird gehalten, wie es sich gehört. Nachher spricht der Geschäftsmann mit dem Rabbi und sagt, wie sehr es ihn gefreut habe, diese Synagoge zu finden; er sei Jude.
Darauf der Rabbi verunsichert: „Aber Sie haben doch gar keine Schlitzaugen?“
Wär ja mal
interessant, wie das da definiert wurde von den Israelis.
es gilt die standarddefinition: juedische mutter oder (gueltige)
konversion macht einen juden zum juden. wird ein jude getauft
(und tritt auch noch vielleicht ins kloster ein), kann er wieder
zum glauben zurueckkehren. keine ahnung, wie das genau ist. es
gibt da mehrere meinungen. ask your local rabbi
israeli werden duerfen aber alle, die unter die nuernberger
gesetze fallen (wuerden), also auch kinder juedischer vaeter,
vaeterlicher grosseltern, ehegatten und als juden verfolgte. im
pass steht bei denen dann aber nicht jude drin, ausser sie
konvertieren…
du verwechselst volk mit rasse. diesen unsinn haben uns die nazis
eingebrockt. ein volk ist wie eine familie. da sind auch alle
irgendwie verwandt und trotzdem kommen ab und zu von aussen
welche dazu, zb. durch heirat oder adoption. klar sind juden
irgendwie verwandt, weil die aeltesten ahnenreihen bis abraham
zurueckreichen (sollen). deswegen schauen viele juden eben
juedisch aus. (jetzt bitte nicht rassistisch verstehen!) dass
aber jeder direkt von abraham abstammt, ist doch bloedsinn. das
volk ist eine gemeinschaft, die sich durch die kultur und den
glauben, die sprache und gebraeuche definiert. wer den
ausdruecklichen wunsch hat, dazuzukommen, kann das tun. er ist
dann jude in jeder hinsicht. die meisten juden sind kinder einer
juedischen mutter. deine nachbarin hat recht. aber nicht ganz:
nicht nur durch geburt allein kann ein jude entstehen.
Jude : Volk oder Glaube?
Die verschiedenen Antworten zu deiner Frage hat sich mir wieder einmal als „Glaubensfrage“ gezeigt, ob „Jude sein“ bedeutet, zu einem Volk der Juden zu gehören oder ob man dem Glaube Jude angehört.
Das wird immer wieder jeh nach (Entschuldigung) „Verwendung“ anders gesagt.
Ich finde die Deutschen sind durch die Neonazis dermaßen
hypersensibilisiert daß sie bei der geringsten ethnologischen
Darstellung schon Rassismus sehen.
Recht hast du.
Endlich hat mal einer eine vernünftige Einstellung zur Einstellung der Deutschen der letzten … na, sagen wir mal der letzten 30 Jahre.
Gerade die unsensible Handhabung des Rassismus vor den 70ern war ja einer der Hauptstandbeine der „68er“ Bewegung in Deutschland.
Im Ami-Land war es der Vietnam-Krieg (und der Kommunismus) und in Deutschland war es die Bewältigung der Nazi-Zeit (und der Kommunismus).
Die Deutschen sind aber in den letzten … na, sagen wir 20 Jahren, übersensibilisiert, so das man wieder nicht über Rassismus reden kann, weil heute jeder Angst hat für einen Nazi gehalten zu werden.
Dazu gibt es auch jede Menge Artikel im Archiv, denn die Frage kam schon mehrmals.
Nach jüdischem Verständnis ist Jude, wer eine jüdische Mutter hat oder zum Judentum konvertiert ist.
Das beinhaltet keinerlei Aussage über religiöses Leben.
Ein schwarzer Amerikaner fährt in New York U-Bahn und liest „Jewish Week“. Ein anderer Fahrgast fragt:
„Reicht es Ihnen denn noch nicht, daß Sie schwarz sind“.
Manche Leute können den Hals einfach nicht voll kriegen ))
Hier in Österreich gibt es eine Rabbinerin, die auch in einem Haifischbecken schwimmt und witzigerweise Rückendeckung von den liberalen Katholiken bekommt, in deren Zeitschrift ich die Geschichte gelesen habe. (Ich habe ihr auch eine ermutigende Email geschrieben).
gruß,
bb