Gibt es spät entwickelte Legasthenie?

Hallo zusammen,

also ich zweifle langsam an mir selber. Gibt es eigentlich so etwas wie eine „spät entwickelte Legasthenie“? Das heißt, kann es sein, dass ich als Kind keine Legasthenie hatte, sie aber jetzt im Erwachsenenalter entwickelt habe?

Wie ich auf diese Idee komme: Ich habe festgestellt, dass ich schon seit Längerem (mehrere Monate) manchmal aboluten Blödsinn lese. Manchmal fällt mir der Fehler erst beim erneuten Lesen des Satzes auf.

Heute abend ist mir das innerhalb von zwei Seiten zwei Mal passiert, und zwar bei folgenden Sätzen:

Was ich gelesen habe:
The physical dimension involves caring excessively for our physical body - eating the right kinds of food, …
Wieso „excessively“? Es ist doch ganz normal, gesund zu essen.

Was da stand:
The physical dimension involves caring effectively for our physical body - eating the right kinds of food, …

Der zweite Satz, so wie ich ihn gelesen habe:
As I read and meditate, feel renewed, strengthened, centered and recommitted to serve.
Und wo ist das Verb???

Was da wirklich stand:
As I read and meditate, I feel renewed, strengthened, centered and recommitted to serve.

Das passiert mir in letzter Zeit öfter, und das ist doch nicht normal.

Was mich besonders stutzig macht: Ich hatte nie größere Probleme mit der Rechtschreibung, auch in Fremdsprachen nicht. Aber bei Hebräisch bekomme ich es einfach nicht auf die Reihe.

Frage: Was ist da plötzlich los? Kann man eine Legasthenie auch später noch entwickeln? Manchmal vertausche/verdrehe ich auch einfach Buchstaben, aber dann so, dass der „Rest“ trotzdem noch einen sinnvollen Satz ergibt, so wie oben.

Bin gespannt auf eure Meinung dazu.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra

Was mich besonders stutzig macht: Ich hatte nie größere
Probleme mit der Rechtschreibung, auch in Fremdsprachen nicht.
Aber bei Hebräisch bekomme ich es einfach nicht auf die Reihe.

Also, DESWEGEN würde ich mir keine Sorgen machen. Ich lerne zurzeit auch Hebräisch und ich muss sagen, der Unterschied zu den „europäischen“ Sprachen ist enorm. Wenn du die Sprache nicht schon als Kind gelernt hast oder wenn du nicht schon jahr(zehnt)elang in Israel lebst, dann würde ich (Recht)Schreibschwierigkeiten hier als normal einstufen.

Zu dem Rest: Ich habe eher den Eindruck, dass du in letzter Zeit etwas gestresst bist und dir deswegen Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Das passiert jedem Mal. Außerdem würde sich Legasthenie sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben äußern, häufig im Vertauschen einzelner Buchstaben usw. Das liegt bei dir ja nicht vor.

Grüße

Anja

Hallo Anja,

Zu dem Rest: Ich habe eher den Eindruck, dass du in letzter
Zeit etwas gestresst bist und dir deswegen Flüchtigkeitsfehler
unterlaufen.

Diese Erklärung ist äußerst unbefriedigend! Ich habe nicht mehr Stress als sonst auch.

Außerdem würde sich
Legasthenie sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben äußern,
häufig im Vertauschen einzelner Buchstaben usw.

Na ich weiß ja nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Buchstaben inzwischen nicht mehr einzeln lesen muss. In Hebräisch ist das anders, und da vertausche/verwechsle ich sehr wohl Buchstaben, obwohl ich schon vor drei Jahren lesen gelernt habe.

Z.B. habe ich aus „חלה“ (sie fand statt) beim Lesen „היה“ (er war) gemacht. Der Satz hat trotzdem Sinn gemacht - aber was ich gelesen habe, stand da eben nicht. Das habe ich „erfunden“.

Manchmal lese ich einfach einen völlig anderen Buchstaben, z.B. ל statt כ oder ש statt א. Einfach so, ohne Grund. Warum?

Das Wort macht dann natürlich keinen Sinn mehr, oder es kommt ein ganz anderes Wort heraus. Erst nachdem ich es zum zweiten oder dritten Mal lese, bemerke ich meinen Fehler.

Daher kam ich auf den Gedanken mit der Legasthenie. Bei deutschen oder englischen Texten vertausche ich natürlich keine Buchstaben - dazu lese ich viel zu schnell - sondern komplette Wörter, wie in den Beispielen.

Was ist da los? Das hatte ich früher nie.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra!

Ich kann dir jetzt zwar keine Antwort auf deine Frage geben, aber ich stelle mal ne Gegenfrage:

Was nützt es dir denn zu wissen, ob es Legasthenie ist oder nicht?
Das würde doch an deinem Problem rein gar nichts ändern. Oder doch?

LiebeGrüßeChrisTine