Naja, eine Genauigkeit ginge schon…
Hallo Zig,
Also erst mal ich glaube nein (siehe oben) und
mit Heisenberg meinst du vermutlich seine Unschärferelation,
daß man entweder Impuls ODER Ort eines Teilchens bestimmen
kann.
Darüber hinaus gilt aber noch, daß man genau genommen gar
nichts messen kann. Die Messung verändert ja die Wirklichkeit,
greift quasi in den zu messenden Vorgang ein und verändert
ihn, so daß der ohne Messung vorliegende Vorgang nicht
abgebildet werden kann.
Das ist meines Wissens nach nicht richtig. Es ist durchaus möglich, Impuls oder Ort zubestimmen und zwar mit im Produkt zueinander gleichen Genauigkeit. Wenn Du den Ort mit einer Genauigkeit von sagen wir 80% bestimmt hast, dann bleibt Dir für eine Aussage zum Impuls desselben Teilchens noch eine Genauigkeit von max. 20%.
Je genauer Du den einen Wert bestimmst, desto ungenauer wird die Aussage über den anderen - daher die Bezeichnung Unschärferelation. Ich möchte hinzufügen, daß die Genauigkeiten in der Realität leider nicht so linear sind, wie es mein Prozentbeispiel erscheinen läßt.
Heisenberg drückte das als Formel so aus:
∆px · ∆x ≥ h
∆py · ∆y ≥ h
∆pz · ∆z ≥ h
Mit
x, y, z: Ortskoordinaten eines Teilchens;
∆x, ∆y, ∆z: Genauigkeit, mit der diese Koordinaten bekannt sind;
∆px, ∆py, ∆pz: Genauigkeit, mit der die einzelnen Impulskomponenten des Teilchens gleichzeitig mit den Ortskomponenten bekannt sind;
h: Plancksches Wirkungsquantum (vulgo simplex: „kleinste vorkommende Energieeinheit“).
Daraus erkennt man, daß bei Anwendung dieser Formel ein kleiner Wert beim linken Faktor (quasi: genauerer Ort) einen größeren Wert beim rechten Faktor (quasi: ungenauerer Impuls) erfordert und umgekehrt.
Was Du mit dem „in die Wirklichkeit eingreifenden Meßvorgang“ beschreibst, greift immer nur zu jeweils bestimmbaren Anteilen in die beiden Größen ein.
Zur ursprünglichen Frage möchte ich noch sagen (hoffentlich liest Ajo den Thread durch ;o), daß eine Vorhersage über den weiteren Ablauf des Universums mit heute bekannten physikalischen Kenntnissen auch dann nicht möglich wäre, wenn man die Angaben zu Ort und Impuls aller Teilchen (und EM- und B-Felder) mit beliebiger Genauigkeit vom großen Unbekannten erhalten würde; denn wenn das sog. Quantenrauschen kein großer Irrtum ist, muß man leider hinnehmen, daß einige Quantenmechanische Vorgänge spontan und scheinbar zufällig ablaufen. Dieser Umstand war für Einstein seinerzeit der Grund, sich mit der Unberechenbarkeit der Quantenphysik nicht anfreunden zu können („Gott würfelt nicht.“)
Letztlich unklar ist aber - und soweit stimme ich mit achim überein -, ob die von der derzeitigen Physik als Katze im Karton behandelten Vorgänge nicht doch einer bis dato unbekannten Gesetzmäßigkeit folgen, eine Vorhersage vom theoretischen Standpunkt des Allwissenden aus also doch möglich wäre.
Grüße vom
R o b.