Girsch und Schachtelhalm

Hei ihr anderen Wühlmäuse,
wie entferne ich o.a. Zeugs, ohne dass es sich weiter wie wild vermehrt? Beim blöden Schachtelhalm kommen, reiße ich einen aus, fünf Kinderlein an gleicher Stelle hochgewachsen.
Und bei Girsch hörte ich, dass er auch mehr wird, wenn man ihn ausreißt. Abknipsen, sobald er guckt, soll man ihn, bekam ich als Tipp.

Wer weiss was?

Fragt Allu

O mei Allu,

mein Großvater, Hobbyphilosoph (oder Dorfspinner), meinte immer, man muß das Unangenehme angenehm empfinden (ich bezog das damals auf die unangenehme Tätigkeit des Geschirrabtrocknens). Ich habe bereis vor grauer Vorzeit den Kampf gegen Giersch und Schachelhalm aufgegeben. Es gibt nur eine Lösung. Kompletter Bodenaustausch, am Besten dann sterilieren und hoffen, daß aus der Nachbarschaft kein winziges Ablegerlein sich durch die 100er Stahlbetonwand (im Boden,) an der Grundstücksgrenze, durchwurschtelt.

Herzliches Beileid von Klaus

Hallo Allu,

den Giersch einfach aufessen,

zusammen mit Löwenzahnblättern, wenn du willst, auch Brennesseln, die vorher mit kochendem Wasser überbrüht, zehn Minuten lang gezogen haben, sowie, wenn du hast, Spitzwegerich und Vogelmiere, die mit Schere abschneiden, sonst hast du zuviel Sand auszuwaschen,
ergibt das zusammen mit einem schönen Dressing - ich nehme Olivenöl, weißen Balsamico und etwas Rohrzucker, natürlich Salz und Pfeffer, etwas sehr fein gehacktem Knoblauch, vielleicht Kapern ran oder geröstete Kerne oder Feta (und/oder)
und schon hast Du einen prima Wildkräutersalat. Es passen auch Gänseblümchen dazu.
Schnittlauch oder Petersilie drüber. Alles vorher in mundgerechte Häppchen schneiden und dann reinhauen.

Wenn man sich an die derberen Blätter und zarten Bitterstoffe gewöhnt hat, will man keinen anderen Salat mehr. Guten Appetit!

Zu Schachtelhalm fallt mir nichts dergleichen ein. Der wächst bei uns gottseindank nicht.

LG Sylvia

Zu Schachtelhalm fallt mir nichts dergleichen ein. Der wächst
bei uns gottseindank nicht.

Ich meine, den kann man wie Brennesseln zu Düngejauche verarbeiten. Wer sich erstmal an die zarten Aromen gewöhnt hat, die dem Vorratsbehälter entweichen, den wird so bald nix mehr umhauen.

:wink:
Barbara

Servus,

das mit dem Ausreißen klappt ganz gut (natürlich bloß nach und nach), wenn man bei relativ feuchtem Boden (der vergangene April war sehr gut dafür geeignet) die betroffenen Flächen zuerst mit wiegenden Bewegungen der Grabgabel durcharbeitet und dann die Wurzeln vorsichtig zieht. Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, bei welcher Belastung die Wurzeln abreißen, d.h. wie stark man nicht ziehen sollte.

Giersch lässt sich auf dafür geeigneten Flächen begleitend mit häufigem Mähen schwächen: Wo keine Blätter sind, gibts keine Photosynthese. Gut geeignet ist ein kurzes Forstsensenblatt.

Schachtelhalm ist ein Spezialist für verdichtete Böden und liebt eher niedrige pH-Werte. Aufgekalkte und eher lockere (Senf, Phacelia, Ölrettich) Böden mag er nicht so gerne.

Aber im Zentrum steht tatsächlich das Jäten der Wurzeln. Die ersten zwei Male sieht man fast keinen Erfolg, aber dann wird der Bestand jedes Mal lichter.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo Allu,

mit Schachtelhalm hab ich keine Erfahrung, wohl aber mit Giersch.
Vor gut zwei Jahren war mein neu gekaufter Reihenhausgarten, etwa 200 m², voll mit Giersch.

Die Sprüche, man könne den doch essen, konnte ich damals nicht mehr hören …

Jedenfalls hab ich ihn losgekriegt:Ich habe Quadratmeter um Quadratmeter spatentief umgegraben und sämtliche Pflanzenteile und Wurzelreste vom Giersch rausgeholt. Das bedeutet, die ganze Erde kleinzubröseln und durch die Finger laufen zu lassen. Auf die letzten 25 m² habe ich eine wasserdurchlässige, schwarze Folie gelegt, darauf steht zur Zeit das Trampolin der Kinder. Ich werde sicher noch ein Jahr warten, bis ich die Folie wegnehme.

Bis auf vereinzelte Giersch-Sämlinge und einzelne Pflanzen, die von der Grundstücksgrenze rüberkommen, ist mein Garten wirklich gierschfrei. Ich hab stattdessen jetzt mehr Ackerwinde, Vogelmiere und Sauerklee als nötig und bin auch großzügig mit Fingerhüten und Feinstrahl bedacht. Aber die kann man ja einfach rausnehmen, wo sie nicht gebraucht werden.

Dir viel Erfolg und frohes Schaffen
ulla

Hallo,

Nicht zu vergessen die „sauberen“ Dienste von Schachtelhalm für den Zinn-Sammler! Ausserdem ist Acker-Schachtelhalm ein ausgezeichneter Nierentee. Sicherheitshalber klarstellen, ob es auch wirklich der (kleinere) Ackerschachtelhalm, nicht der hochwachsende Sumpfschachtelhalm ist (allerdings im Wohngebiet kaum anzutreffen wie sein Name andeutet)

Es grüßt

Der Daimio

Wenn der Bauer den Kürzeren zieht
Servus,

da Acker- und Sumpfschachtelhalm je nach Bedingungen an ihrer Wuchshöhe nicht klar zu unterscheiden sind, und Sumpfschachtelhalm bei Rindvieh auch in Heu und Silage schon einigermaßen böse Vergiftungen machen kann, an dieser Stelle die Ergänzung:

Bei Sumpfschschachtelhalm sind die jeweils ersten Glieder der vom Haupttrieb abzweigenden Triebe (Internodien) kürzer als das jeweilige Glied des Stängels, bei Ackerschachtelhalm ists umgekehrt.

Daher die Regel: „Wenn der Bauer den Kürzeren zieht, hat er Sumpfschachtelhalm in der Hand.“

Schöne Grüße

Dä Blumepeder