Gitarre.. Schrott oder Nicht-Schrott?

Ciao,

kann mir jemand von euch Experten sagen, was der Nachteil an so einer Gitarre wie hier bei ebay ist? Oder einfach, was sie von einem teureren Modell unterscheidet und ob sie was taugen könnte… ?!?

http://cgi.ebay.de/Gitarre-Westerngitarre-Cutaway-Ne…

Danke im Vorraus :wink:
Giannina

mh, tja das findet man leider am besten raus indem man sie mal spielt und sich anhört u. genau betrachtet
bin auch kein Experte, aber unter diesem Link http://wind.prohosting.com/ruehle/gitarre/lekt20.html steht was man beim Gitarrenkauf beachten soll, mit dem Modell bei ebay kenn ich mich leider nicht aus, sorry, aber hoffe Du findest eine preiswerte und gute Gitarre!

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Hi Giannina,

eine Gitarre ist ein Präzisionsinstrument, dessen Fertigung eine gewisse Sorgfalt verlangt, die Materialien gibt’s auch nicht umsonst. Schrott ist vielleicht zu hart ausgedrückt, aber Ramsch darf man das wohl nennen. Brauchbare Westerngitarren kosten mindestens 150 Euro.

Außer dem Preis sind noch etliche Dinge zu beachten, die nur am Instrument selbst zu erkennen sind. Also: Einen Gitarristen in den Laden mitschleppen, der zeigt Dir alles Wichtige.

Gruß Ralf

im gegensatz zu den meisten hier meine ich, daß solche billiginstrumente nicht unbedingt fehlkäufe sind. warum?

ein angenommener anfänger kommt auch mit tipps wie „geh in den laden und probier ein paar gitarren aus“ nicht viel weiter, da er nicht weiß, worauf er achten muß, wie das instrument seinem (bisher nicht existenten) spielstil entgegenkommt usw. - und nicht jeder kennt profis, deren urteil man wirklich vertrauen kann (und die nicht nur für sich selbst, sondern auch allgemein urteilen können).

lernen kann man auf dem billigsten gerät auch. und wenn man dann in einem jahr ein besseres instrument kauft, dann hat man bis dahin nur eine ein- bis zweistellige euronensumme investiert und dabei wohl einiges gelernt (nämlich wie die nächste gitarre nicht sein sollte). das empfinde ich als überaus annehmbares lehrgeld.

Hallo Giannina,

ich rate vom Kauf dieser Gitarre ab.

Gut, bei dem Preis kannst du wirklich überhaupt nichts falsch machen. 29,-EUR sind schon mächtig günstig (oder besser: billig) und es gibt Leute, die sogar weit mehr für einen guten/speziellen Satz Saiten ausgeben. Aber egal, du weißt, dass du für diese Summe in puncto Resonanz, Klangqualität und Bespielbarkeit überhaupt nichts erwarten darfst. Gleichzeitig entspricht die 7/8-Mensur natürlich nicht dem Standard, so dass du beim späteren Kauf einer „normalen“ Gitarre eine gehörige Umgewöhnungszeit brauchen könntest. Dann stellt sich die Frage, wie gut eine solche, aus billigen Materialien hergestellte Gitarre die Stimmung hält und wie es um die Oktav- bzw. Bundreinheit bestellt ist.

Wenn es dir ausreicht, für’s schiere Üben ein Gerät zu haben, welches gehörlich identifizierbare Geräusche produziert, und wenn du noch unschlüssig bist und Gitarre zuerst nur mal ausprobieren möchtest, kauf dir das Ding und freue dich, es so günstig bekommen zu haben. Warum solltest du dir etwas zulegen, das weit über deinen Ansprüchen liegt? Dann macht’s auch nichts, wenn das Stück Holz mit Drahtbespannung später in irgendeiner Ecke einsam verstaubt. Dann würde ich sogar fast sagen: Lass es besser ganz sein und verwirf die fixe Idee mit der Gitarre!

Sofern du aber fest entschlossen bist, Gitarre zu lernen und regelmäßig den inneren Schweinehund zu überwinden, was mit einer Billigklampfe umso schwerer fällt, und eine gute Bespielbarkeit, eine zumindest akzeptable Klangqualität und Lautstärke sowie eine gute Stimmbarkeit und Stimmhaltung oder sonstige Attribute wünschst, lass die Finger unbedingt weg davon und schau/hör dir zusammen mit jemandem, der sich damit auskennt, ein Instrument in Realität an, das ungefähr deinem Geldbeutel entspricht.

Du wirst höchst wahrscheinlich nichts vergleichbar Billiges finden, jedoch hast du in einem gut sortierten Gitarren-Geschäft in einer etwas höheren Preisklasse so um die 150,-EUR (was immernoch sehr günstig ist) eine viel größere Auswahl und somit eine viel größere Chance, ein Instrument zu finden, das deinen Anforderungen entspricht, sofern du welche hast, und sogar objektiv betrachtet eine wirklich anständige Gitarre sein kann.

Liebe Grüße
Huttatta

Hi,

grundsätzlich stimme ich dir zu, aber ich möchte auch ein Gegenbeispiel nennen: Eine Bekannte hatte sich in den Kopf gesetzt, E-Bass zu lernen und sich einen Bass bei Ebay ersteigert. Sie hat dann monatelang darauf rum gezupft, die Fingerkuppen wund gewetzt und schliesslich aufgrund des vielen Geschnarres aufgegeben. Will sagen, der Bass hat mehr Nebengeräusche als Musik produziert. Die Saitenlage war so dämlich, dass man viel Kraft aufwenden muss, um überhaupt einen Ton zu erzeugen. Auf Bundunreinheiten gehe ich mal nicht weiter ein.

Schliesslich hat sie meinen Stingray gespielt, den man auch nur mit der linken Hand spielen kann, war begeistert, hat dann die fast gleichwertige Kopie von Fame gekauft und spielt inzwischen in einer Band. Zumindest an diesem Beispiel sieht man, wie die Wahl des richtigen Einstieginstruments weitreichende Konsequenzen haben kann, wenn man denn talentiert ist.

Gruss,
Klaus

gegenbeispiele gibt es immer… und auch gegenbeispiele für die gegenbeispiele :wink:

ich habe meine allererste gitarre von meiner cousine erbettelt, die sie irgendwoher bekommen und eh nie gespielt hat. ich war damals 13. die gitarre war wirklich absoluter schrott, null klang, bundreinheit nicht mal ein wunschtraum, extrem komisch gebaut. aber mit 19 hab ich immerhin die aufnahmsprüfung für die musikuni für musikerziehung mit dem ersten instrument gitarre geschafft. natürlich mußte ich mir nach einer weile ein brauchbares und kurz vor der aufnahmsprüfung ein wirklich gutes instrument kaufen, aber spielen gelernt hab ich auf der schrottgitarre (mein erster gitarrenlehrer, zu dem ich nach ein paar monaten autodidaktischem üben hingegangen bin und der ziemlich beeindruckt von meinen kenntnissen war, hat mal gesagt: auf der gitarre spielen zu lernen ist wie auf einem fahrrad ohne reifen einen berg hochfahren zu wollen - sehr mühsam, aber wenn man es geschafft hat, kann man es).
meinen ersten und bisher einzigen bass hab ich auch recht günstig auf ebay gekauft, es ist eine koreanische kopie des legendären hofner-violinbasses, die elektronik ist scheiße, der hals schlecht eingestellt, die bünde schnarren usw. - aber mir reichts, und bis ich nicht ernsthaft in einer band bass spiele, kauf ich mir auch sicher keinen besseren. die bands, in denen ich bisher vorgespielt hab, hätten mich trotz schlechten instruments genommen, nur hats bisher halt einfach noch nie richtig gepaßt.

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im fall dieser gitarre muß ich allerdings zugeben, daß ich die 7/8-größe übersehen habe, das ist natürlich ein grund gegen den kauf, sofern man halbwegs ausgewachsen ist.

Also erstmal Danke für eure Antworten! Werd dann wohl lieber die Finger von dem ebay-Kauf lassen und mit einem Modell um die 150€ anfangen…!
Ich als Pianistin wusste auch mit der 7/8 Bezeichnung nicht wirklich viel anzufangen… *schäm* :wink:
Aber hier mal gleich noch eine Frage, für die es sich evtl. nicht lohnt, gleich ein neues Thema zu eröffnen: Ist es möglich, auch als Linkshänder auf einer „ganz normalen“ Gitarre zu spielen, also ohne Saitentausch oder gar Drehen der Gitarre, sondern einfach genau so wie ein Rechtshänder?

Liebe Grüße
Gianna

Links- oder rechtshändig
Hi Gianna,

Ist es möglich, auch als Linkshänder auf einer „ganz normalen“ Gitarre zu spielen, also ohne
Saitentausch oder gar Drehen der Gitarre, sondern einfach genau so wie ein Rechtshänder?

ja, das geht, zumal Linksdüdel sowieso meist geschickter sind. Falls doch linksrum, braucht es dazu eine eigene Gitarre, weil Sattel und Steg auf die Saitendicke abgestimmt sind.

Gruß Ralf

hi Giannina,

eine 7/8 Gitarre würde ich mir schon gar nicht kaufen, da gewöhnst Du Dich an eine Größe, die etwas kleiner ist als ein ‚richtige‘ 8/8

Zudem (wie schon mehrfach gesagt) für den Preis darfst Du nicht viel verlangen und als Musikerin wirst Du mit einem Jammerholz wenig Freude haben.

Gandalf

Hi GIanna,

Ist es
möglich, auch als Linkshänder auf einer „ganz normalen“
Gitarre zu spielen, also ohne Saitentausch oder gar Drehen der
Gitarre, sondern einfach genau so wie ein Rechtshänder?

sicher, ich hab auch mal angefangen die Akkorde wie ein Linkshänder auf einer Linkshändergitarre zu spielen. War an sich kein Problem.

Bei einem Gitarriatenbruderpaar (die Winter-Brothers?) war der eine Linkshänder der andere Rechtshänder.
Die haben ihre Jammerbretter auch getauscht.

Gandalf

Hi Gandalf,

Bei einem Gitarriatenbruderpaar (die Winter-Brothers?) war der eine Linkshänder der andere
Rechtshänder. Die haben ihre Jammerbretter auch getauscht.

das sollte mich aber wundern: Das kann klappen, wenn nur Melodie gespielt wird, aber die Akkorde verkehrt rum - das geht nicht.

Gruß Ralf

Moin Ralf,

Das kann klappen, wenn nur
Melodie gespielt wird, aber die Akkorde verkehrt rum - das
geht nicht.

warum?!
Alles eine Frage der Übung.
Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man beidhändig Akkorde spielen kann ‚rechts-‘ wie ‚linksrum‘

Gandalf

Hi Gandalf,

wer mit der rechten Hand greift, muss wohl oder übel spiegelbildlich greifen. Das geht nur, wenn die Saiten ebenfalls „linksrum“ drauf sind. Den möcht ich jedenfalls sehen, der mit der rechten Hand im 3. Bund zwischen G und C wechselt.

Gruß Ralf

Hi Ralf,

ich hab mal auf einer Gitarre eines Linkshänders rumgeklimpert und auch einige Akkorde ausprobiert.
Nach einiger Zeit klappte das erstaunlich gut. Allerdings bin ich kein ‚reinrassiger‘ Rechtshänder, sondern kann auch viele andere Sachen recht gut mit links, z.B. Nägel mit dem Hammer ins Holz treiben und andere grobmotorische Dinge. Schreiben geht allerdings nicht.

Gandalf

Hi Gandalf,

bevor wir hier wegen Privatgedöns rausfliegen:

ich hab mal auf einer Gitarre eines Linkshänders rumgeklimpert und auch einige Akkorde ausprobiert.

Freilich geht das. Bloß wirst Du dieses Instrument nur auf links spielen können, ehmt weil die Saiten annersrum und wenn Du sie inn Ahm nimmst wie die Deine issvorbei ahlnskloar? Und daher mein Hinweis: Wenn Linksdödel, Strings andersrum, deshalb Steg und Bund andersrum. Uff.

Gruß Ralf

Hallo Ralf,

was außerhalb deiner Vorstellungskraft liegt, muss nicht automatisch unmöglich sein. Ich selbst habe schon mehrfach im TV einen linkshändigen Gitarristen/Sänger gesehen, der auf normal bespannten Gitarren gespielt hat (Hals nach rechts, dünne Saite oben, dicke Saite unten - ein furchtbarer Anblick). Richtung Blues und Rock. Ich habe selbst nicht schlecht gestutzt, aber es IST ganz offensichtlich möglich und es WIRD praktiziert. Frag mich aber bitte nicht nach dem Namen. Er ist aber unter Garantie Autodidakt - dafür würde ich meine Oma verwetten - und alles andere als ein brillanter Techniker. Viel mehr als Schrammelblues kam da nicht raus, aber dennoch spielte er ganz stilecht. Für Schrammelblues-Fans eine wahre Erleuchtung und auch nicht übel mit dem Bottleneck :wink:

Gruß
Huttatta