Hallo,
eines der Hauptprobleme liegt darin, dass unsere gesetzlich
Krankenversicherten im GESUNDHEITSPARADIES leben.
Hallo Maximilian!
Das gerade von Dir zu hören, überrascht doch ein wenig. Zumindest hätte ich (wenn es wirklich so wäre) ein bisschen Sorgen um meinen Handel mit KV-Zusatzpolicen. Im Paradies hat noch keiner Heizdecken verkauft!
ein gesetzlich Versicherter schert sich in Deutschland einen
Scheiß darum, wie viel seine Behandlung kostet. Er kriegt das
ja noch nicht einmal mit, denn er muss nie eine Rechnung
anschauen, geschweige denn eine Rechnung prüfen.
Und der andere gesetzlich Versicherte tut das sehr wohl und klagt einem Kollegen sein Leid über die Zeiten im Wartezimmer, ausgeschöpfte Budgets der Ärzte, Arzneimittel mit Nebenwirkungen und veraltete Behandlungsmethoden. Dieser GKV-Versicherte wählt das Kostenerstattungsprinzip bei seiner Krankenkasse, bekommt eine Rechnung und weiß sehr wohl über die Kosten seiner Behandlung! Tust Du diesen Personen nicht ein bisschen Unrecht?
Ich möchte auch nicht wissen, welche Leistungen auf
Kassenkosten abgerechnet werden, die in der Form niemals
erbracht worden sind.
Sicherlich mehr als in der PKV, aber Du weißt so gut wie ich, dass nicht jeder PKV-Versicherte die GOÄ auswendig kennt und hier auf jeden Fall Leistungen abgerechnet werden, die nicht erbracht wurden. Bei meiner eigenen Tochter seh ich’s doch selbst.
Oder wie viele Behandlungen doppelt abgerechnet werden, weil
die Leute der Hausarzt, der Facharzt u. das Krankenhaus
erstmal alle dieselbe Untersuchung durchführen (um dahingehend
entegenzuwirken wurde beispielsweise mal eine Speicherung der
Untersuchungsdaten auf der Chipkarte vorgeschlagen, was unsere
lieben Datenschützer erfolgreich vereitelt haben).
Dieser Vorschlag ist hanebüchen und wurde so niemals ernsthaft erwogen. Weißt du was auf so eine Chipkarte an Daten draufpasst?
Allein dadurch, dass privat Versicherte zunächst mal eine
Rechnung bekommen und diese auch prüfen müssen, können Kosten
halbwegs kontrolliert werden.
Wie jetzt, privat Versicherte müssen Ihre Rechnung prüfen? Die Zahnarztrechnung eines Kunden ging über drei Seiten, und die hat vermutlich nicht mal der Zahnarzt selbst verstanden!
Die Praxisgebühr ist absolut ein Schritt in die richtige
Richtung - das sollte man noch viel rigoroser machen - ich wär
ja für einen pauschalen Selbstbehalt i.H. von ein paar Prozent
des Nettoeinkommens
Momentan haben wir einen Selbstbehalt von 2% des Brutto - so was meinst Du? Ansonsten empfehl Deinen Kunden doch Selbstbehalt-Tarif aus der GKV, damt tust Du den Schritt für die Verbesserung der Ausgabensituation.
- dann würden sich die Leute evtl. auch
mal überlegen, ob sie jetzt für das Wehwehchen einen Arzt
brauchen oder nicht (ich als Privatversicherter mit SB -
faktisch Selbstzahler - überlege mir das sehr wohl).
Und ein guter Bekannter als Privatversicherter ohne SB kehrt sich einen feuchten Kehricht um Wehwehchen. So ist halt jeder anders.
Weiterer Punkt, warum PKV grundsätzlich bessere Leistungen
bieten kann (sicherlich nicht überall, siehe z.B.
Psychotherapie…glücklich, wer gesetzlich versichert ist):
Ist das die Kernaussage Deiner Beratung? Ich hoffe Deine Vermögensschadenhaftpflicht verträgt Schmerzen! Welcher prozentuale Anteil der PKV-Tarife hat bessere Leistungen als die GKV im Hilfsmittelbereich? Bei Arznei-/VErbandmitteln? Bei Transportkosten?
PKV-Unternehmen führen eine Risikoprüfung durch und nehmen nur
die Gesunden, die auch erstmal jahrelang einzahlen, bevor sie
ggf. krank sind.
Du solltest Dich als Aktuar bei einem PKV-Unternehmen bewerben, aber sag mir anschließend bitte, welches Dich genommen hat.
Die GKV hat hier ja keine Möglichkeit jemanden abzulehnen
(wenn er sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist), egal,
ob er Asthma, Herzleiden oder sonstwas hat - das produziert
natürlich Kosten.
MfG
M. Waizmann
Hey Maximilian - sei mir nicht böse, aber so geht’s nicht. Dein Zorn auf die GKV in allen Ehren (woher der stammt kann ich nicht ergründen). Anstatt aus diesem Zorn heraus Falschaussagen über die PKV zu treffen versuche ihn doch lieber in Beratungsoffensiven zu transferieren. Du sitzt doch an der Quelle der Glückseligkeit im elterlichen Geschäft mit Zusatzpolicen, wo doch das MULLA-Regime alles daran setzt, Dir Kunden zu bescheren.
Frank Wilke