GKV / PKV... der Sinn der Sache?

Guten Tag!

ich habe eine allgemeine Frage zum System der Krankenversicherung in Deutschland. Ich komme aus Frankreich und arbeite seit fast 4 Jahren in Deutschland und muss mich immer wieder wundern, wie ein solches System einfach akzeptiert werden kann…
Ich verstehe immer noch nicht, wie es dazu gekommen ist, dass 2 ganz unterschiedliche und ungleiche Systeme in Kraft getreten sind.
Ich kann einfach nicht verstehen, dass niemand was sagt… dass niemand reagiert, obwohl es klar ist, dass man nicht die gleiche Behandlung bekommt, wenn man privat versichert ist, als wenn man gesetzlich versichert ist… Daher meine Frage… vielleicht habe ich was verpasst??? Was ist der Grund… was sind die Gründe, die dazu beitragen, dass niemand reagiert und dass es tatsächlich akzeptiert wird, dass es in Deutschland 2 ungleiche Gesundheitssysteme gibt???

Ich kann es momentan mit den Informationen, die ich habe, einfach nicht begreifen…

Vielen Dank an diejenigen, die sich die Zeit nehmen werden, um mich die Situation etwas besser zu erklären.

Viele Grüße
Laure

Hallo,
ich selbst bin im Jahre 1953 geboren, und da gab es schon lange
den Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.
Stark vereinfacht gabe es danals die Privatkrankenversicherung für die
finanziell sehr gut gestellten und die Beamten, der Rest war eben
in der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese wurde bereits unter
dem damaligen Reichskanzler Bismarck ins Leben gerufen, genauso
wie die Renten-, die Arbeitslosen- und die Unfallversicherung.
Aus damaliger Sicht und bis in die 80er Jahre hinein war das auch
eine relativ gute Sache und funktionierte auch ganz gut, bis eben
die Kosten im Gesundheitswesen extrem in die Höhe schnellten.
Von da an stand eben auch dieses Gesundheitssystem zur Diskussion,
zudem nach der Wende die Probleme auf diesem Sektor auch nicht gerade kleiner wurden. Das ein Nichtdeutscher, der erst realtiv kurz in Deutschland versichert ist dieses System als „schlimm“ empfindet
kann man zwar nachvollziehen, andererseits ist unser Gesundheitssystem mit das Beste auf der Welt.
Gruss
Czauderna

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und die Erklärungen. Was ich trotzdem nicht verstehe ist der gravierender Unterschied zwischen der gesetzlichen und der privaten Versicherung… und warum es sogar günstiger sein kann, privat versichert zu sein (wenn man es kann), obwohl die Leistungen für den Staat teuerer sind… oder z.B. warum bestimmte Kosten für die Privatversicherten nicht existieren (z.B. Praxisgebühr)??
Dass das deutsche System ein gutes System ist, das will ich gar nicht bezweifeln, weil ich mich nicht genug auskenne. Ich kenne aber das französische System, das mir viel gerechter erscheint. Es gibt eine Basisversicherung, die pflichtig ist. Dann ist jeder in der Lage zu entscheiden, wie er sich versichern will anhand von Zusatzmodulen. Man könnte denken, dass es vielleicht doch nicht so gerecht ist, weil man Geld haben muss, um sich die Zusatzmodulen leisten zu können. Nur, die Basisversicherung ist nicht schlechter als die gesetzliche Versicherung in Deutschland.
Ich will nicht sagen, dass das deutsche System ein schlechtes System ist… ich will nur versuchen zu verstehen, was daran gut ist… und ich muss zugeben, dass ich momentan die Vorteile bzw. die guten Seiten dieses Systems nicht sehe…
Ich könnte natürlich wieder nach Frankreich kehren… das ist ja klar… Ich will keine Polemik zu diesem Thema ins Leben rufen… Meine Diskussion hat nicht dieses Ziel… ich will einfach nur versuchen zu verstehen, wo die Vorteile dieses Systems sind…

Nochmal danke. :smile:
Laure

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und die Erklärungen. Was
ich trotzdem nicht verstehe ist der gravierender Unterschied
zwischen der gesetzlichen und der privaten Versicherung… und
warum es sogar günstiger sein kann, privat versichert zu sein
(wenn man es kann), obwohl die Leistungen für den Staat
teuerer sind… oder z.B. warum bestimmte Kosten für die
Privatversicherten nicht existieren (z.B. Praxisgebühr)??

Kleiner Denkfehler. Der Staat hat mit der PKV nichts zu tun (mit der GKV eigentlich auch nicht). Die PKV ist eine private Rückdeckung der Krankheitskosten. Dort hat jeder seinen individuellen Beitrag nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Tarif zu zahlen. Die GKV hat ein einkommensorientiertes Beitragssystem. Wer viel verdient zahlt viel, wer wenig verdient zahlt wenig. Man kann nicht generell sagen, dass die PKV günstiger ist.

Dass das deutsche System ein gutes System ist, das will ich
gar nicht bezweifeln, weil ich mich nicht genug auskenne. Ich
kenne aber das französische System, das mir viel gerechter
erscheint. Es gibt eine Basisversicherung, die pflichtig ist.
Dann ist jeder in der Lage zu entscheiden, wie er sich
versichern will anhand von Zusatzmodulen. Man könnte denken,
dass es vielleicht doch nicht so gerecht ist, weil man Geld
haben muss, um sich die Zusatzmodulen leisten zu können. Nur,
die Basisversicherung ist nicht schlechter als die gesetzliche
Versicherung in Deutschland.

In Deutschland ist es doch nicht viel anders, auch gesetzlich Versicherte haben die Option Zusatzversicherungen abzuschließen.

Ich will nicht sagen, dass das deutsche System ein schlechtes
System ist… ich will nur versuchen zu verstehen, was daran
gut ist… und ich muss zugeben, dass ich momentan die Vorteile

Die Vorteile liegen meines Erachtens darin, dass es eben doch einen gewissen Wettbewerb für einen bestimmten Teil der Gesellschaft gut, es ein System gibt, welches mit weniger staatlichen Restriktionen auskommen muss und die PKV einen überproportionalen Teil des Gesundheitssystems finanziert und somit ein Vorteil für die gesamte Bevölkerung besteht.

Hallo Laure,

was heutzutage auch kaum ein Deutscher mehr weiß: „normal“ ist eigentlich die PKV. Ein freier Bürger bezahlt seinen Arzt, wie er es für richtig hält: entweder aus der eigenen Tasche, oder wenn ihm das zu riskant erscheint, durch eine PKV abgesichert.

Die GKV ist von der Grundidee her nur für Arbeiter oder Sozialfälle im weitesten Sinne vorgesehen gewesen. Im Nachhinein hat es sich als Segen für den Staat (und als Fluch für den freien Bürger) erwiesen, dass der Staat sich einmal mehr unentbehrlich machen konnte, und damit die Freiheit des Einzelnen mit dem Argument der Gleichheit (oder der Gerechtigkeit) immer mehr zurückdrängt. Heute sind nicht mehr 10% sondern 90% (halb-)staatlich versichert.

Beste Grüße,
Andreas

Hallo,
das kann man so sehen, muss man aber nicht - da dies hier aber kein
politisches Forum ist soll es damit auch gut sein.
Gruss
Czauderna

Bonjour Laure,

Ich verstehe immer noch nicht, wie es dazu gekommen ist, dass
2 ganz unterschiedliche und ungleiche Systeme in Kraft
getreten sind.

Das weiss ich auch nicht

Ich kann einfach nicht verstehen, dass niemand was sagt… dass
niemand reagiert, obwohl es klar ist, dass man nicht die
gleiche Behandlung bekommt, wenn man privat versichert ist,
als wenn man gesetzlich versichert ist.

Aber die Leute reagieren doch, siehe die sogenannte Gesundheitsreform. Die gesetzlichen wollen die Privatkassen abschaffen mit der Begründung, daß dann mehr Geld in das gesetzliche System fliesst, während die Privaten damit argumentieren, daß sie ja das gesetzliche System subventionieren. Einigen werden sie sich nie und wer weiß, vielleicht haben ja sogar beide Seiten recht.

Ralph

Jetzt mal meine Meinung:

  1. beide Systeme haben Vor- und Nachteile

  2. Die UNterschiede sind auf den 2. Blick größer als man denkt

  3. Schön ist es wenn man die Wahl hat

  4. Wenn man nicht wählen kann (egal ob zwangsweise gesetzlich oder zwangsweise privat, weil man nicht mehr zurückkommt) hat man Pech.

  5. Anstatt einer Bürgerversicherung oder (Kopf)Gesundheitspauschale und damit den Schritt zur Staatsmedizin, sollte man jedem Bürger die absolute Wahlfreiheit erlauben.

Nach meiner Meinung können wir heutzutage selbst wählen. Inzwischen brauchen wir keinen Kaiser mehr, der uns sagt was wir zu tun haben. Und der der eine schlechte Wahl getroffen hat muss mit den Folgen seiner Wahl leben. Oder?

Andi

PS: Ich bin kein FDP-Wähler!

Jetzt mal meine Meinung:

  1. beide Systeme haben Vor- und Nachteile

Das sehe ich auch so. Bin vehementer Verfechter des PKV-Systems, ohne das GKV-System schlecht stellen zu wollen. Früher habe ich mal gesagt: „Ist egal, welchen PKV-Tarif sie möchten, jeder ist besser als die GKV!“ … dann habe ich die Strucki-Brille abgesetzt und Bedingungen gelesen, zwei Stunden geweint, meine Kunden angerufen und mich entschuldigt. Heute weiß ich die LEistungen der GKV zu würdigen, die Entscheider bzw. Durchprügler der letzten „Reform“ würde ich als erstes an die Wand stellen, wenn die Revolution kommt.

  1. Die UNterschiede sind auf den 2. Blick größer als man denkt

Vor allem die Mängel viele PKV-Tarife!

  1. Schön ist es wenn man die Wahl hat

… und noch schöner, wenn man dabei GUT beraten wird.

  1. Wenn man nicht wählen kann (egal ob zwangsweise gesetzlich
    oder zwangsweise privat, weil man nicht mehr zurückkommt) hat
    man Pech.

Vielen wäre geholfen, wenn sie sich NICHT PKV-versichert hätten, als sie die Wahl hatten, und viele könnte anders geholfen werden, wenn sie es getan hätten.

  1. Anstatt einer Bürgerversicherung oder
    (Kopf)Gesundheitspauschale und damit den Schritt zur
    Staatsmedizin, sollte man jedem Bürger die absolute
    Wahlfreiheit erlauben.

*faust in die Höhe reck* Ich persönlich finde Grundschutz für alle plus wahlfreie Zusatzversicherung prima.

Inzwischen brauchen wir keinen Kaiser mehr, der uns sagt was
wir zu tun haben.

Auch hier muss ich sagen: Es wäre nicht schlimmer, wenn wir ein Kaiserreich wären. Ein sehr guter Freund von mir, auf dessen weltmännische Sicht ich große Stücke halte, sagt immer: „Demokratie ist, wenn’s einer zu sagen hat!“ … muss man mal drüber nachdenken!

PS: Ich bin kein FDP-Wähler!

Was hat das damit zu tun? Ich schon!
Frank Wilke

Es gibt kein System GKV/PKV!
Es gibt Krankenkassen und Selbstzahler!

Thorulf Müller

Hallo,
das musst Du aber mal dem geneigten Leser näher erklären.
Selbstzahler gibt es auch bei uns !!
Gruss
Czauderna

Hallo,
das musst Du aber mal dem geneigten Leser näher erklären.
Selbstzahler gibt es auch bei uns !!
Gruss
Czauderna

Ich übe mich mal als Gedankenleser

Günter: Du meinst, es gibt Personen in der GKV, die das Kostenerstattungsprinzip gewählt haben? Das sind keine Selbstzahler, da die GKV (nahezu) immer einen Teil der Kosten zahlt.
Es gibt aber Personen, die nicht in der GKV versichert sind. Diese zahlen ALLES selbst. Aber es gibt viele, die das Kostenrisiko minimierne, indem Sie mit einer privaten Versicherung rückdecken.

So, und nun alle auf mich zielen …

Frank Wilke

Hallo,
das musst Du aber mal dem geneigten Leser näher erklären.
Selbstzahler gibt es auch bei uns !!

Das ist richtig - das sind Menschen, die eigenverantwortlich handeln und die GKV als Rückversicherer für einen Teil Ihrer Kosten nehmen und teilweise auch eine entsprechende Zusatzversicherung zusätzlich abgeschlossen haben!

Thorulf Müller

Guten Tag,

Willkommen in Deutschland!
In Deutschland wird alles akzepiert…
und wir müssen schaeun, wie das diesmal endet.

Grüße
Carolin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Guten Tag,

Willkommen in Deutschland!
In Deutschland wird alles akzepiert…
und wir müssen schaeun, wie das diesmal endet.

Grüße
Carolin

Danke für diese wichtige Aussage Fr. Schmidt :wink:

Guten Tag,

Willkommen in Deutschland!
In Deutschland wird alles akzepiert…
und wir müssen schaeun, wie das diesmal endet.

Grüße
Carolin

Selten so ein fundiertes und aussagekräftiges Posting erlebt !
Bitte erklär mir, wie man solch ein intellektuelles Niveau erreicht !?

Hallo,

eines der Hauptprobleme liegt darin, dass unsere gesetzlich Krankenversicherten im GESUNDHEITSPARADIES leben. Das heisst auf gut Deutsch:

ein gesetzlich Versicherter schert sich in Deutschland einen Scheiß darum, wie viel seine Behandlung kostet. Er kriegt das ja noch nicht einmal mit, denn er muss nie eine Rechnung anschauen, geschweige denn eine Rechnung prüfen.

Ich möchte auch nicht wissen, welche Leistungen auf Kassenkosten abgerechnet werden, die in der Form niemals erbracht worden sind.

Oder wie viele Behandlungen doppelt abgerechnet werden, weil die Leute der Hausarzt, der Facharzt u. das Krankenhaus erstmal alle dieselbe Untersuchung durchführen (um dahingehend entegenzuwirken wurde beispielsweise mal eine Speicherung der Untersuchungsdaten auf der Chipkarte vorgeschlagen, was unsere lieben Datenschützer erfolgreich vereitelt haben).

Allein dadurch, dass privat Versicherte zunächst mal eine Rechnung bekommen und diese auch prüfen müssen, können Kosten halbwegs kontrolliert werden.

Die Praxisgebühr ist absolut ein Schritt in die richtige Richtung - das sollte man noch viel rigoroser machen - ich wär ja für einen pauschalen Selbstbehalt i.H. von ein paar Prozent des Nettoeinkommens - dann würden sich die Leute evtl. auch mal überlegen, ob sie jetzt für das Wehwehchen einen Arzt brauchen oder nicht (ich als Privatversicherter mit SB - faktisch Selbstzahler - überlege mir das sehr wohl).

Weiterer Punkt, warum PKV grundsätzlich bessere Leistungen bieten kann (sicherlich nicht überall, siehe z.B. Psychotherapie…glücklich, wer gesetzlich versichert ist): PKV-Unternehmen führen eine Risikoprüfung durch und nehmen nur die Gesunden, die auch erstmal jahrelang einzahlen, bevor sie ggf. krank sind.

Die GKV hat hier ja keine Möglichkeit jemanden abzulehnen (wenn er sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist), egal, ob er Asthma, Herzleiden oder sonstwas hat - das produziert natürlich Kosten.

MfG

M. Waizmann

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

eines der Hauptprobleme liegt darin, dass unsere gesetzlich
Krankenversicherten im GESUNDHEITSPARADIES leben.

Hallo Maximilian!
Das gerade von Dir zu hören, überrascht doch ein wenig. Zumindest hätte ich (wenn es wirklich so wäre) ein bisschen Sorgen um meinen Handel mit KV-Zusatzpolicen. Im Paradies hat noch keiner Heizdecken verkauft!

ein gesetzlich Versicherter schert sich in Deutschland einen
Scheiß darum, wie viel seine Behandlung kostet. Er kriegt das
ja noch nicht einmal mit, denn er muss nie eine Rechnung
anschauen, geschweige denn eine Rechnung prüfen.

Und der andere gesetzlich Versicherte tut das sehr wohl und klagt einem Kollegen sein Leid über die Zeiten im Wartezimmer, ausgeschöpfte Budgets der Ärzte, Arzneimittel mit Nebenwirkungen und veraltete Behandlungsmethoden. Dieser GKV-Versicherte wählt das Kostenerstattungsprinzip bei seiner Krankenkasse, bekommt eine Rechnung und weiß sehr wohl über die Kosten seiner Behandlung! Tust Du diesen Personen nicht ein bisschen Unrecht?

Ich möchte auch nicht wissen, welche Leistungen auf
Kassenkosten abgerechnet werden, die in der Form niemals
erbracht worden sind.

Sicherlich mehr als in der PKV, aber Du weißt so gut wie ich, dass nicht jeder PKV-Versicherte die GOÄ auswendig kennt und hier auf jeden Fall Leistungen abgerechnet werden, die nicht erbracht wurden. Bei meiner eigenen Tochter seh ich’s doch selbst.

Oder wie viele Behandlungen doppelt abgerechnet werden, weil
die Leute der Hausarzt, der Facharzt u. das Krankenhaus
erstmal alle dieselbe Untersuchung durchführen (um dahingehend
entegenzuwirken wurde beispielsweise mal eine Speicherung der
Untersuchungsdaten auf der Chipkarte vorgeschlagen, was unsere
lieben Datenschützer erfolgreich vereitelt haben).

Dieser Vorschlag ist hanebüchen und wurde so niemals ernsthaft erwogen. Weißt du was auf so eine Chipkarte an Daten draufpasst?

Allein dadurch, dass privat Versicherte zunächst mal eine
Rechnung bekommen und diese auch prüfen müssen, können Kosten
halbwegs kontrolliert werden.

Wie jetzt, privat Versicherte müssen Ihre Rechnung prüfen? Die Zahnarztrechnung eines Kunden ging über drei Seiten, und die hat vermutlich nicht mal der Zahnarzt selbst verstanden!

Die Praxisgebühr ist absolut ein Schritt in die richtige
Richtung - das sollte man noch viel rigoroser machen - ich wär
ja für einen pauschalen Selbstbehalt i.H. von ein paar Prozent
des Nettoeinkommens

Momentan haben wir einen Selbstbehalt von 2% des Brutto - so was meinst Du? Ansonsten empfehl Deinen Kunden doch Selbstbehalt-Tarif aus der GKV, damt tust Du den Schritt für die Verbesserung der Ausgabensituation.

  • dann würden sich die Leute evtl. auch
    mal überlegen, ob sie jetzt für das Wehwehchen einen Arzt
    brauchen oder nicht (ich als Privatversicherter mit SB -
    faktisch Selbstzahler - überlege mir das sehr wohl).

Und ein guter Bekannter als Privatversicherter ohne SB kehrt sich einen feuchten Kehricht um Wehwehchen. So ist halt jeder anders.

Weiterer Punkt, warum PKV grundsätzlich bessere Leistungen
bieten kann (sicherlich nicht überall, siehe z.B.
Psychotherapie…glücklich, wer gesetzlich versichert ist):

Ist das die Kernaussage Deiner Beratung? Ich hoffe Deine Vermögensschadenhaftpflicht verträgt Schmerzen! Welcher prozentuale Anteil der PKV-Tarife hat bessere Leistungen als die GKV im Hilfsmittelbereich? Bei Arznei-/VErbandmitteln? Bei Transportkosten?

PKV-Unternehmen führen eine Risikoprüfung durch und nehmen nur
die Gesunden, die auch erstmal jahrelang einzahlen, bevor sie
ggf. krank sind.

Du solltest Dich als Aktuar bei einem PKV-Unternehmen bewerben, aber sag mir anschließend bitte, welches Dich genommen hat.

Die GKV hat hier ja keine Möglichkeit jemanden abzulehnen
(wenn er sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist), egal,
ob er Asthma, Herzleiden oder sonstwas hat - das produziert
natürlich Kosten.

MfG

M. Waizmann

Hey Maximilian - sei mir nicht böse, aber so geht’s nicht. Dein Zorn auf die GKV in allen Ehren (woher der stammt kann ich nicht ergründen). Anstatt aus diesem Zorn heraus Falschaussagen über die PKV zu treffen versuche ihn doch lieber in Beratungsoffensiven zu transferieren. Du sitzt doch an der Quelle der Glückseligkeit im elterlichen Geschäft mit Zusatzpolicen, wo doch das MULLA-Regime alles daran setzt, Dir Kunden zu bescheren.

Frank Wilke

Hallo,
ich weiss nicht wie lange du das mit dem PKV-Geschäft schon
machst - ich bin jetzt im 40. Jahr meiner Tätigkeit bei einer
GKV-Kasse. Von daher sei es mir mal erlaubt mal auf etwas Grundsätzliches
zu verweisen. Unser Gesundheitssystem gilt nach wie vor als eines der
besten auf der Welt, und dies kommt ausschließlich den Versicherungsnehmern, egal ob PKV oder GKV zu Gute. Ich denke, die
Diskussion um Versicherungspaläste, Vorstandsgehälter und Verwaltungskosten allgemein müssen wir hier nicht führen. Solange
das alles bezahlbar war (bis in die 80er Jahre), solange hat das
auch alles bestens funktioniert - Jeder, PKV und GKV hatte sein Klientel,
man machte sich da, wo es machbar war auch Konkurrenz, aber letztendlich
war das ein gesunder Markt. Es wurde erst problemantisch, als die
Gesundheitskosten explodierten, die Alterspyramide sich veränderte
und die Politik sich an Gesundheitsreformen versuchte. Dies fand
dann im Jahre 1996 (Öffnung der GKV-Krankenkassen für alle) einen
Höhepunkt, der nun nach 12 Jahren noch getoppt wird.
Meiner Auffassung nach gibt es keinen Grund so über die GKV
her zuziehen. Die GKV benötigt keine solche Anwürfe von PKV-Vertretern wie dir - bei uns sorgt schon die Politik dafür, dass wir innerhalb der nächsten 10 Jahre nur noch als Einheitskasse agieren und das bei uns italienische Verhältnisse hinsichtlich der gesetzlichen Krankenversicherung einkehren. Da ist doch wohl allen klar wer daraus den Nutzen zieht - ich wünsche Dir viele gute Geschäfte.
Gruss
Czauderna

1 „Gefällt mir“