Gkv - pkv

Hallo Experten,

ich bin seit einigen Jahren fest angestellt und komme der Beitragsbemessungsgrenze jährlich näher, uns trennen noch 2000 Euro brutto. Nebenbei betreibe ich seit Jahren ein Mini-Nebengewerbe, was nunmehr seit ca. 1 Jahr einen Gewinnausschuss von grob 12000 Euro erwirtschaftet. Das Gewerbe ist meinem Arbeitgeber bekannt.

Könnte man eine Konstellation schaffen, dass ich ein Recht auf die PKV habe? Das ist natürlich erstens günstiger, und zweitens auch eigentlich besser.

Über Ideen und Hinweise bin ich dankbar.
LG
Sebastian.

Hallo,
als Arbeitnehmer wird das so schnell nix - ach den neuen gesetzlichen Bestimmungen müssen erstmal drei jahre über der
Grenze verdient werden ehe ein Wechsel in die PKV möglich ist.
Eine Möglichkeit wäre den Status eines hauptberuflich Selbständigen zu
erreichen (stellt die Krankenkasse fest). Dann endet die Krankenversicherungspflicht als Arbeitnehmer, allerdings dann auch der Zuschuss des Arbeitgebers zum Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag, der heute immerhein noch bis zu 41%
Betragen kann.
Gruss
Czauderna

Hallo und danke schon mal,

wie stellt denn die KK fest, welchen Status man hat? Gibt es da Richtlinien oder Vorgaben?
LG
Sebastian.

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Hallo,
bei der Prüfung, ob vorwiegend Arbeitnehmereigenschaft oder eine
hauptberufliche Selbständigkeit vorliegt kommt es auf die
individuellen Verhältnisse an, wie z.B. Zeit und Einkommenshöhe.
Es würde hier zu weit führen die ganzen Faktoren aufzuzählen.
Entweder bei der Kasse direkt anfragen oder per E-Mail unter
Schilderung der o.g. Faktoren.
Gruss
Czauderna

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Hallo Sebastian,

der Wechsel dürfte nach den neuen Bestimmungen wie schon anderen geschrieben haben schwer werden.

Ich hab aber noch eine andere Anregung worüber du dir gedanken machen solltest.

Auf den ersten Blick erscheint die private Krankenversicherung sehr günstig. Das hängt aber auch stark von deinem Alter, Gesundheitszustand und natürlich deinem Familienstand ab.

  1. Wenn man in jungen Jahren wechselt kann man sich sehr günstige Konditionen sichern.

  2. Bei evtl. gesundheitlichen Problemen kann es zu Aufschlägen kommen.

  3. In der Renten müssen die dann teuren Beiträge weiterbezahlt werden.

  4. Kinder und Hausfrauen müssen extra mit versichert werden wodurch die Kosten auch steigen können.

Was du auch bedenken solltest ist das bei vielen „günstigen“ Angeboten hohe Selbstbeteiligungen enthalten sind die bei einer längeren Krankheit auch ins Geld gehen können.

Ich will dir damit nun nicht grundsätzlich von einer privaten Krankenkasse abraten da ich selbst auch privat versichert bin aber das sind eben einige Punkte die man bei der Entscheidung beachten sollte.

Viele Grüße

Christian

Hallo Sebastian,

Ich hab aber noch eine andere Anregung worüber du dir gedanken
machen solltest.

Darf ich das Kommentieren? Ich mach’s einfach mal ungefragt, bevor jemand „nein“ ruft.

Auf den ersten Blick erscheint die private Krankenversicherung
sehr günstig. Das hängt aber auch stark von deinem Alter,
Gesundheitszustand und natürlich deinem Familienstand ab.

Soweit einverstanden.

  1. Wenn man in jungen Jahren wechselt kann man sich sehr
    günstige Konditionen sichern.

Genau, allerdings besteht die Gefahr, sich falsch zu entscheiden und zu wenig zu bezahlen, das rächt sich dann doppelt.

  1. Bei evtl. gesundheitlichen Problemen kann es zu Aufschlägen
    kommen.

Oder Ausschlüssen oder sogar Ablehnung.

  1. In der Renten müssen die dann teuren Beiträge weiterbezahlt
    werden.

Das ist nicht so ganz richtig. Erstens fallen einige Komponenten der KV weg: Krankentagegeld und Gesetzlicher Zuschlag. Außerdem spart man als PKV-Versicherter bei evtl. vorhandenen Betriebsrenten die GKV-Beiträge ein - das ist nicht zu unterschätzen und treibt einem 10 JAhre lang durchaus mal die Lachtränen in die Augen. Tja, zur Not gibt’s auch noch den Standardtarif.
Für freiwillig versicherte GKV-Versicherte kann es dagegen auch mal richtig teuer werden. Erstmal die GKV-beiträge für Betriebsrenten, dann noch GKV-Beiträge auf die staatliche Rente, achso - und natürlich GKV-Beiträge für Miete, Zinsen, und was man sonst noch so an Einkünften hat. uiuiui…

  1. Kinder und Hausfrauen müssen extra mit versichert werden
    wodurch die Kosten auch steigen können.

Steigen werden Sie dadurch definitiv. Man kann beide natürlich auch freiwillig in der GKV versichern.

Was du auch bedenken solltest ist das bei vielen „günstigen“
Angeboten hohe Selbstbeteiligungen enthalten sind die bei
einer längeren Krankheit auch ins Geld gehen können.

Dafür sichert man sich logischerweise ab, durch Schwere Krankheiten Vorsorge, BU-Renten, Heikostenhilfe, Rücklagen.
Übrigend wird’s für den GKV-Versicherten nach 1,5 JAhren Krankheit richtig eng. Wenn der Brief der GKV kommt, in dem die Einstellung der Krankengeldzahlung mitgeteilt wird. Kann auch in’s Geld gehen.

Ich will dir damit nun nicht grundsätzlich von einer privaten
Krankenkasse abraten da ich selbst auch privat versichert bin
aber das sind eben einige Punkte die man bei der Entscheidung
beachten sollte.

Ich will auch gar nicht grundsätzlich zu einer privaten Krankenversicherung raten, auch weil ich selbst privat versichert bin. Wie sagt Thorulf immer so schön: PKV ist nicht besser, sie ist anders!

Frank Wilke

  1. Bei evtl. gesundheitlichen Problemen kann es zu Aufschlägen
    kommen.

Sehr ungenau ! Hat keine praktische Bedeutung ! Ein Zuschlag ist i.d.R. nur im Vorfeld möglich. Sollte ein evtl. Zuschlag uninteressant sein, bleib ich bei der GKV.
Bei einem bestehenden Vertrag kann für eine hinzukommende Krankheit kein Zuschlag erhoben werden !

auch bedenken solltest ist das bei vielen „günstigen“

Angeboten hohe Selbstbeteiligungen enthalten sind die bei
einer längeren Krankheit auch ins Geld gehen können.

Es gibt auch PKVn, welche grundsolide sind, hohe Altersrückstellungen bilden, fast 100%igen Schutz anbieten und trotzdem günstig sind !

Nichts für ungut ! Gruß

Absolut richtig! Kann ich nur unterstreichen. Würde das mal bitte jemand an das schwarze Brett hängen!!!

Muss die Problematik jeden Tag den Kunden näher bringen, die sich einfach mal so allgemein informieren wollen.

Aufgrund der umfangreichen Rechtsprechung etc. und weil jeder Sachverhalt individuell zu beurteilen ist, kann man nur das Ergebnis der Prüfung abwarten. Diese allgemein bekannten Grenzen (Einkommen, Arbeitszeit…) sind nämlich nur ein Teil der zu berücksichtigenden Hinweise auf eine haupt-/ oder nebenberufliche selbständige Erwerbstätigkeit.

ES SIND IMMER EINZELFALLENTSCHEIDUNGEN

Andi

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hallo!
da dies gerade DER thread für GKV-PKV ist,würde ich mich gerne noch mit einer frage reindrängen,falls es niemanden stört!
folgendes:

meine frau arbeitet in der schweiz,und verdient ca. 16800 euro netto im jahr.ich bin derzeit arbeitslos gemeldet,will aber in bälde zusammen mit einigen freunden eine GBR gründen.

meine frau ist auf anraten des grenzgängerinfo-vereins privat in deutschland versichert,seit einem halben jahr,und zahlt 210 euro.

nun die frage:welche möglichkeiten bestehen für meine frau,aus der PKV zurück in die GKV zu wechseln?ich muss zugeben:wir waren beide blauäugig,und haben zuwenig erfahrung mit krankenkassen.wir dachten,wir kommen aus einer PKV genauso schnell raus wie wir auch reingekommen sind.dem ist wohl nicht so,wie ich das jetzt so mitbekomme(deswegen bitte keine kommentare ala „da hättet ihr euch vorher mal die bedingungen durchlesen müssen“…das wissen wir jetzt auch selbst :wink:)

sinn der sache ist,dass ich bei meiner frau in einer GKV mitversichert werden kann.deswegen der wechsel zurück.weil ich gerade mit meiner selbständigkeit beginne,sind noch keine grossen einnahmen zu erwarten,und 2 krankenkassen bezahlen sprengt momentan ganz einfach den rahmen des machbaren.

ich bin dankbar für jeden tipp!
gruss,patrick

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Hallo,
solange das Einkommen der Ehefrau über 345/400 € liegt ist eine Familienversicherung in der GKV ausgeschlossen.
Eine bestehende Privatkrankenversicherung kann nicht gegen eine
eigene Versicherung in der GKV getauscht werden.
Die Familienversicherung ist also nur möglich, wenn das Einkommen
unter den o.g. Grenzen liegt und keine anderweitige Pflichtversicherung
vorrangig ist, Fazit - es bleibt leider so wie es z.Zt. ist.
Gruss
Czauderna

hallo!danke für die antwort!muss aber nochmal nachfragen:momentan verdient meine frau 1400 euro netto im monat,ich werde erst einmal um die 500 euro verdienen.wäre wir beide GKV versichert,könnte ich nicht bei ihr mitversichert werden?habe ich das richtig verstanden?ich weiss nicht genau,wie sie das mit den 345/400 euro gemeint hatten!
und:wenn meine frau arbeitslos werden würde,könnte sie dann zurück in die GKV wechseln?
könnte ich mal als beispiel ein verdientmodell sehen,bei dem es möglich wäre in die GKV zu wechseln?
danke und gruss,patrick

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Hallo,
nein, bei 500,00 € ist die Familienversicherung ausgeschlossen.
Wenn die Ehefrau arbeitslos wird und keine Einnahmen über 345,00 €
(sonstiges einnahmen) bzw. 400,00 € (Arbeitseinkommen) hat, kann sie
in die kostenfreie Familienversicherung bei der GKV.
Eine andere Lösung wäre die Aufgabe der Beschäftigung im Ausland und die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland.
Gruss
Czauderna

hallo!danke für die antwort!muss aber nochmal
nachfragen:momentan verdient meine frau 1400 euro netto im
monat,ich werde erst einmal um die 500 euro verdienen.wäre wir
beide GKV versichert,könnte ich nicht bei ihr mitversichert
werden?habe ich das richtig verstanden?ich weiss nicht
genau,wie sie das mit den 345/400 euro gemeint hatten!
und:wenn meine frau arbeitslos werden würde,könnte sie dann
zurück in die GKV wechseln?
könnte ich mal als beispiel ein verdientmodell sehen,bei dem
es möglich wäre in die GKV zu wechseln?
danke und gruss,patrick