gestern in den nachrichten: die GKV macht Milliarden plus!
Doch ist das ein positives Zeichen?
Ich behaupte nein!
Denn wie entsteht das Plus?
Doch nur deswegen, weil sich viele diese 10 Euro pro Quartal nicht leisten können, oder glauben nicht leisten zu können!
Dies bedeutet dann eine Zunahme von schweren Krankheiten in einigen Jahren. Eine verschleppte Grippe ist die „gesunde“ Grundlage, für Herzinfarkte und noch ein paar interessante Krankheiten.
ebenso werden Warnsignale nicht beachtet. Warnsignale, die Vorzeichen von ernsten Erkrankungen sind. Wenn dann die Erkrankung da ist, ist es zu spät. Dann sind die Folgekosten wesentlich höher - nicht nur für die Kassen, sondern auch für die Wirtschaft (Arbeitsausfälle).
Außerdem haben schon so einige Arztpraxen dicht gemacht, weil sie nicht mehr rentabel sind. Ein Allgemeinarzt, der rund um die Uhr im Einsatz ist und nach Abzug seiner Kosten (Praxis, Auto, Personal, Steuern…)vielleicht noch 2.000 Euro verdient, der geht lieber ins Angestelltenverhältnis. Da muss er weniger arbeiten und verdient mehr.
Was aber bedeutet das für die Bevölkerung in der Gegend?
Schlechtere ärztliche Versorgung. Nicht nur wegen einer Heuschnupfenbehandlung. Denkt mal an einen Herzinfarkt! Da kommt es auf Minuten an. Ist ein Arzt in der Nähe, kann der bis der Sani kommt den Patienten schon mal stabilisieren.
Ich halte also diese Nachricht für eine negative Meldung.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund!
Bei den privaten KV ist eine Selbstbeteiligung schon immer üblich gewesen, sofern der Versicherte auf moderate Prämien wert legt. Obwohl es dabei um deutlich höhere Beträge geht, kommt niemand auf die Idee, den privat Versicherten zu unterstellen, sie würden deshalb Krankheiten verschleppen.
Natürlich gibt es überall auch Deppen, die einfachste Abwägungen nicht auf die Reihe bekommen. Deshalb sind Effekte wie von Dir beschrieben, im Einzelfall nicht auszuschließen. Wir können aber nicht länger unsere gesamte Volkswirtschaft stets an den letzten Flachköpfen orientieren. Die Betroffenen müssen eben lernen, ein kleines Stück Eigenverantwortung mit entsprechendem Handeln auszufüllen. Sie werden es lernen, denn die Menschen sind immer nur so dumm, wie man sie hält.
Der Spareffekt hat gewiß verschiedene Ursachen, wobei sicher auch einige Leute zu dumm, zu geizig, was auch immer sind. Aber es kommen eben noch andere Effekte dazu. Wegen vorübergehendem Ohrensausen konnte man sich ohne den leisesten Gedanken an Kosten nacheinander in beliebig vielen Wartezimmern aufwärmen. Keine Lust zur Arbeit, also ab zum Doc, gelben Schein holen - kost ja nix! Eingebildete Kranke, Simulanten o. ä. kann man auch jetzt noch nicht ausschließen, aber es gibt wenigstens eine kleine Hemmschwelle.
Ich glaube nicht, daß die Praxisgebühr eine ausreichende Lösung des Kostenproblems bietet. Immerhin hat sich an den Strukturen des Gesundheitswesens dadurch nichts verändert, insbesondere gibt es noch keinerlei Kostentransparenz. Diese ist nur mit einer Patientenrechnung als Pflichtveranstaltung zu schaffen. Zusätzlich brauchen wir eine echte Selbstbeteiligung an Stelle des Pauschalbetrages. Es muß Anreize geben, wirtschaftlich vernünftig zu handeln. Es darf dem Patienten nicht egal sein, was der Arzt mit ihm anstellt. Mindestens ebenso wichtig wie Kostenbewußtsein ist das Qualitätsbewußtsein. Da sehe ich an verschiedenen Stellen unseres Gesundheitswesens erhebliche Defizite. Argumente, Patienten könnten das Tun und Lassen während einer Behandlung nicht beurteilen, mag ich nicht glauben und glaubt vermutlich niemand. Es ist eine Erziehungsaufgabe, daß die Menschen etwas mehr Verantwortungsbewußtsein gegenüber ihrer eigenen Gesundheit entwickeln. Vor jeder Operation unterschreibt der Patient, daß er über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt wurde. Diese Unterschrift hat nur Wert, wenn man den Patienten eben nicht für geistig minderbemittelt hält. Wieder die Sache mit dem letzten Deppen: Alles Handeln am Langsamsten oder Begriffsstutzigsten zu orientieren, läßt uns auf dem Stand der Langsamsten und Begriffsstutzigsten verharren.
Ich hoffe, daß die Verantwortlichen im Gesundheitswesen „Blut geleckt“ und begriffen haben, daß Kosten nicht zwanghaft steigen müssen. In weiteren Schritten müssen die Lektionen Kostentransparenz und Qualität gelernt werden.
Gruß
Wolfgang
der Unterschied:
Hallo Wolfgang,
schon richtig, dass die Privaten Selbstbehalte haben. Und auch, dass fast niemand deswegen nicht zum Arzt geht.
Doch ist ein Unterschied zwischen einer Praxisgebühr und einer Selbstbteiligung. Die Praxisgebühr ist eine Zwangsabgabe, die auch Arme trifft.
Die SB dagegen ist eine freiwillige Beteiligung. Hier hat der Versicherte sich unter verschiednen Modellen dafür entschieden. Und fast immer rechnezt sich die SB. Die PG rechnet sich für den Patienten nie! Es ist immer eine anders bezeichnete Beitragserhöhung. Genauso die kommende Zahnersatzregelung. Es ist nichts anderes als eine Beitragerhöhung, nichts anderes.
Hier wird der Versicherte ganz offitziell als Idiot bezeichnet.
Es wäre etwas anderes, wenn die Kassen ein SB-Modell hätten: wer 100 % erstattet haben will, zahlt xx% + x%. Wer 100 Euro p.a. akzeptiert, dessen Beitrag ist dann nur noch xx % - Bonus. So ist es auch bei den Privaten. Ich habe z.B. 1.000 Euro SB und fahre gut damit.Klar überlegt man sich dann eher, welche Brille man sich zulegt. Früher, als ich noch 0,- € SB hatte, da war´s halt grundsätzlich ein Topp-Modell. Heute? Mal sehen, was ich mir zulegen werde. Doch eines ist sicher, ich werde genau rechnen. Denn 1.000 Euro kostet meine Brille bestimmt nicht. Ich überlege sogar, ob ich einen Urlaub in Ungarn machen soll. Wenn ich es genau berechne, dann habe ich einen Urlaub umsonst. Denn die Gläser (Rodenstock) sind genauso neuestes Model und kosten über die Hälfte weniger. Meine Gläser kosten ca. 500 Euro, dort etwa 200 Euro.
Das verbindet man dann gleich mit einem Zahnarztbesuch.
Grüße
Raimund
Hallo Wolfgang,
Und noch etwas wichtiges muß passieren: Die Ärzte müssen direkt mit der KV des Patienten abrechnen und nicht über die Kassenärztlichen Vereinigungen. So kommt Transparenz in das System.
Grüße, Björn.
Hallo Wolfgang,
schon richtig, dass die Privaten Selbstbehalte haben. Und
auch, dass fast niemand deswegen nicht zum Arzt geht.
Doch ist ein Unterschied zwischen einer Praxisgebühr und einer
Selbstbteiligung. Die Praxisgebühr ist eine Zwangsabgabe, die
auch Arme trifft.
Die SB dagegen ist eine freiwillige Beteiligung. Hier hat der
Versicherte sich unter verschiednen Modellen dafür
entschieden. Und fast immer rechnezt sich die SB. Die PG
rechnet sich für den Patienten nie! Es ist immer eine anders
bezeichnete Beitragserhöhung. Genauso die kommende
Zahnersatzregelung. Es ist nichts anderes als eine
Beitragerhöhung, nichts anderes.
Hier wird der Versicherte ganz offitziell als Idiot
bezeichnet.
Raimund ich Staune, offensichtlich hast du in sehr kurzer Zeit
viel dazu gelernt. Bravo, weiter so.
Es wäre etwas anderes, wenn die Kassen ein SB-Modell hätten:
wer 100 % erstattet haben will, zahlt xx% + x%. Wer 100 Euro
p.a. akzeptiert, dessen Beitrag ist dann nur noch xx % -
Bonus. So ist es auch bei den Privaten. Ich habe z.B. 1.000
Euro SB und fahre gut damit.Klar überlegt man sich dann eher,
welche Brille man sich zulegt. Früher, als ich noch 0,- € SB
hatte, da war´s halt grundsätzlich ein Topp-Modell. Heute? Mal
sehen, was ich mir zulegen werde. Doch eines ist sicher, ich
werde genau rechnen. Denn 1.000 Euro kostet meine Brille
bestimmt nicht. Ich überlege sogar, ob ich einen Urlaub in
Ungarn machen soll.
Das mache ich schon seit Jahren (wie du weisst) und habe einen ganz
tollen Service in jeder Hinsicht dazu.
Wenn ich es genau berechne, dann habe ich
einen Urlaub umsonst.
Und nicht nur den einen sondern auch noch öfter falls du die anderen
sog. Versicherungen auch noch kündigst.
Dann brauchst du aus dem Urlaub eigentlich garnicht mehr zurück.
Endlich kommen die Leute mal zu Verstand und zum Überlegen
Kosten / Nutzen Analyse nennt man das glaube ich.
Denn die Gläser (Rodenstock) sind
genauso neuestes Model und kosten über die Hälfte weniger.
Meine Gläser kosten ca. 500 Euro, dort etwa 200 Euro.
Das verbindet man dann gleich mit einem Zahnarztbesuch.
Grüße
Raimund
Gruß und viel Spaß noch dabei wünscht „KARL“
Hi,
apropos Rodenstock: Sind das nicht die, die ihre Produktion ins
Ausland verlegen wollen?
Es grüßt der T.
Hallo T,
weiß ich nicht.
War auch nur als Beispiel genannt. Ich selbst war noch nie in Ungarn. Einer meiner Freunde hat mir das erzählt. Er hat beim Tennisspielen seine Brillengläser geliefert. Da er ohne Gläser mit dem Kleiderständer Smaltalk macht und durch geschloxsene Türen geht, ging er zum Optiker in Ungarn. Der sah sich die Brille an (ein gls war noch ok) und fragte, ob es denn die gleiche gläser sein müssten. Mein Freund war schon ganz verzweifelt. Da meinte der Optiker, die Gläser (erst 1 Jahr alt) wären etwas veraltet. Er hätte nur neuere da. Er müsste die sonst bestellen. Auf die Frage, was die Gläser kosten würden, meinte der Optiker: Nun ja, etwas teuer sind die schon: beide 400 DN (also ca. 200 Euro). Mein Freund hat in D dafür 1.200 DM (also 600 Euro) hingelegt.
2 Tage später hatte er neue Gläser drin!
Grüße
Raimund