GKV wechsel

Ich bin seit April 2002 nicht mehr Student und selbstversichert wie als Student auch in der DAK. Möchte aber jetzt in eine günstigere wechseln. Da die DAK die Beiträge erhöht hat gilt doch besonderes Kündigungsrecht?
Zählen bei mir die 18 Monate schon mit der Zeit als Student oder erst ab April?

Wie ist eure erfahrung kann man die Taunus BKK oder BKK Mobil Oil enpfehlen?

Hallo,

schade dass du bei uns raus willst !
Entscheidend für Dich ist der eigentliche Mitgliedschaftsbeginn
bei der DAK.
War der vor dem 01.01.2002, kannst du sofort kündigen und noch
zum 01.04.2003 wechseln.
War der Beginn im Jahre 2002, was ich allerdings nicht glaube,
kannst Du trotzdem wechseln wenn Du noch im Januar kündigst -
da gilt für Dich dann das ausserordentliche Kündigunbgsrecht.

Also, wo ist das Problem ?

Gruss

Günter

Danke!

Wollte nur nochmal genau wissen ob ich richtig lieg.

War mit der DAK immer zufrieden doch da ich die Kasse so 3-5 mal brauche ist sie mir einfach zu teuer.

Mein Betreuer ist auch ein Spitze mann aber 600€ im Jahr ist net grad wenig.

Gruß

Hallo Boris,

Du willst raus und ich bin neu drin. Seit Dezember bin ich Mitglied der DAK. Du hast wahrscheinlich die Beiträge verglichen, ich aber habe einen Leistungsvergleich für meinen Wechsel benutzt. (Zeitschrift DM/Euro 09/02) Nun glaube bloß nicht, daß ich nicht auch mit spitzer Feder rechnen würde. Ich nehme eben einen höheren Beitrag in Kauf (wie alle Mitglieder der großen Kassen), weil ich im Falle eines Falles dort besser aufgehoben bin.

Uns als Mitglieder kann eigentlich die defizitäre Lage und die parasitäre Grundlage der BKK´s gleichgültig sein. Viele werden durch den unseligen Risikostrukturausgleich künstlich am Leben erhalten. Gäbe es den nicht, gebe es viele Kassen auch nicht mehr.

Weißt Du eigentlich, daß es über 550 Krankenkassen in D gibt? Meiner Auffassung nach 500 zuviel! Die Großen schleppen die Kleinen und deren Verwaltungsaufwand mit durch. Eigentlich nachvollziehbar, daß diesen Kassen sich in punkto Kulanz oder gar mit Angeboten für alternative Medizin nicht gerade hervortun.

Dafür sparst Du unter Umständen ganz erheblich. Du bist jung, hoffentlich auch gesund und ein wenig risikofreudig. Mein Rat: Sobald Du Dich beruflich und finanziell etabliert hast, wechsele die Kasse erneut. Vielleicht bist Du dann aus guten Gründen im Abwägen der Leistungen wählerischer.

Viele Grüße

Michael

Hallo Michael,

woher hast du denn die Idee, dass die BKK durch den RSA künstlich am Leben erhalten werden? Bisher ging ich davon aus, dass diese gerade den RSA üppig befüllen, aus den schon mehrfach beschriebenen Tatsachen.

Gruß
Marco

Hallo Marco,
das stimmt so nicht ganz - in den RSA zahlen die Kassen,
die im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl erheblich weniger
an Leistungen erbringen als andere Kassen (stark vereinfacht
ausgedrückt aber grundsätzlich ist es so). Der Grund liegt
daran, dass diese „Billig-Kassen“ nur die guten Risiken von
den grossen und teuren Kassen erhalten haben.
Die 20% der Versicherten, die die Leistungen benötigen, haben
nun mal nicht gewechselt - deshalb diese Schieflage.
Aber wir sind auf einem guten Weg, denn immer mehr Leute
ab 50 verlassen die grossen Kassen in Richtung Billig-Kasse.
Gut für uns, denn bald werden Sie uns eingeholt und überholt
haben, und wir haben wieder die gleichen Bedingungen.

Gruss

Günter

Hallo Günter,

ich weiß schon… :smile: Nur deswegen kann es eben derzeit in meinen Augen nicht sein, dass die großen Kassen die BKK´s überlebensfähig halten. :smile: Zumindest in meinen Augen.

Gruß
Marco

woher hast du denn die Idee, dass die BKK durch den RSA
künstlich am Leben erhalten werden? Bisher ging ich davon aus,
dass diese gerade den RSA üppig befüllen, aus den schon
mehrfach beschriebenen Tatsachen.

Hallo Boris,

es ist schon so wie Guenter sagte, laß mich das nur noch ein wenig präzisieren.

Früher gab es Kassen die nur spezielle Mitglieder versicherten. BKK´s waren nur für den Betrieb oder Konzern da und für alle anderen tabu. Andere versicherten spezielle Berufsgruppen, oft mit gehobenen Einkommen und einem (für die Kasse) überschauhbarem Risiko.

Keine Frage, daß diese Kassen kostengünstig arbeiten konnten. Die Leidtragenden waren damals die AOK´s, die auch Wenigverdiener, Sozialhilfeempfänger, eben alle aufnehmen mußten, die von anderen Kassen abgelehnt wurden. Hier sprang nun der RSA ein.

Mittlerweile müssen die BKK´s jeden nehmen, auch die eigentlich ungewollten. Die Beitragssätze sind aber größtenteils noch so wie in „guten“ Zeiten.

Es ist kein Geheimnis, die Krankenkassen müssen Schulden machen und Kredite aufnehmen um die Leistungen zu erbringen. Auch der derzeit höchste Beitragssatz ist zur Kostendeckung immer noch zu niedrig!

Du kannst doch nicht glauben, lieber Boris, daß mit dem teilweise unglaublich günstigen Beiträgen eine KK ohne Zuschüsse überhaupt noch existieren könnte. Obwohl der gesetzlich vorgeschriebene Leistungsumfang ganz eng eingehalten wird, Service abgeschafft und Verwaltungsaufwand minimiert wird, es reicht nicht!

Ein Geschäft, welches nur Waren zum Einstandspreis verkaufen würde, wäre bald am Ende, es sei denn, die anderen müßten für die „Miesen“ aufkommen.

Viele Grüße

Michael

Hallo Michael,

Keine Frage, daß diese Kassen kostengünstig arbeiten konnten.
Die Leidtragenden waren damals die AOK´s, die auch
Wenigverdiener, Sozialhilfeempfänger, eben alle aufnehmen
mußten, die von anderen Kassen abgelehnt wurden. Hier sprang
nun der RSA ein.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Gerade die BKK haben oft sehr viel geringere Verwaltungskosten als z.B. viele AOK. Aber ich will mich nicht um den Anteil streiten - daß es dieses Problem grundsätzlich gibt, stelle ich nicht in Abrede.

Mittlerweile müssen die BKK´s jeden nehmen, auch die
eigentlich ungewollten. Die Beitragssätze sind aber
größtenteils noch so wie in „guten“ Zeiten.

Das wiederum ist schlicht falsch. BKK dürfen ihren Kundenkreis erweitern - eine Pflicht zur Öffnung besteht hingegen keineswegs. Meine BKK nimmt nur Mitarbeiter (auch ehemalige) und ihre Angehörigen auf.

Du kannst doch nicht glauben, lieber Boris, daß mit dem
teilweise unglaublich günstigen Beiträgen eine KK ohne
Zuschüsse überhaupt noch existieren könnte. Obwohl der
gesetzlich vorgeschriebene Leistungsumfang ganz eng
eingehalten wird, Service abgeschafft und Verwaltungsaufwand
minimiert wird, es reicht nicht!

Doch, das glaube ich (auch wenn ich nicht Boris bin). Meine Kasse bietet Zusatzleistungen so weit sie darf und zahlt dennoch in den RSA ein…

Grüßle…

Hallo Michael,

auch ich bin nicht Boris (obwohl das Thema aufgegriffen). Ich bin Marco.

Zu deiner Theorie: 83% der Zahlungen des RSA flossen im Jahr 2002 an die Ortskrankenkassen und weitere 10% an die Ersatzkassen.

Es verbleiben also ganze 7 % für BKK und IKK.

Daher kann wohl nicht unbedingt davon geredet werden, dass sie am Tropf hängen.

Gruß
Marco

Mittlerweile müssen die BKK´s jeden nehmen, auch die
eigentlich ungewollten. Die Beitragssätze sind aber
größtenteils noch so wie in „guten“ Zeiten.

Das wiederum ist schlicht falsch. BKK dürfen ihren Kundenkreis
erweitern - eine Pflicht zur Öffnung besteht hingegen
keineswegs. Meine BKK nimmt nur Mitarbeiter (auch ehemalige)
und ihre Angehörigen auf.

Hallo Goosi,

Deine BKK lehnt, aus den bekannten Gründen, die Aufnahme Betriebsfremder ab. Das ist keine Ausnahme. Wer dennoch hinein will kann das erstreiten; doch wer macht das schon und wird unter solchen Umständen Mitglied? Deshalb hat diese Methode Erfolg und wird häufig praktiziert.

Entschuldige bitte, daß ich Dich mit Boris verwechselt habe!

Viele Grüße

Michael

auch ich bin nicht Boris (obwohl das Thema aufgegriffen). Ich
bin Marco.

Zu deiner Theorie: 83% der Zahlungen des RSA flossen im Jahr
2002 an die Ortskrankenkassen und weitere 10% an die
Ersatzkassen.

Es verbleiben also ganze 7 % für BKK und IKK.

Daher kann wohl nicht unbedingt davon geredet werden, dass sie
am Tropf hängen.

Hallo Marco,

es tut mir leid Dich mit Boris angeredet zu haben. Bei Goosi ist mir das auch passiert. Bitte verzeih!-

Deine Zahlen kenne ich nicht. Das gebe ich gerne zu. Woher hast Du sie?

Daß die AOK´s trotz der höchsten Beiträge die höchsten Kosten haben ist unbestritten. Das ist aber ein anderes Thema.

Die Betriebskrankenkassen waren ursprünglich „geschlossene Gesellschaften“ und möchten es auch weiterhin bleiben. Die günstigen Beiträge resultieren aus einem überschauhbaren Mitgliederbestand mit relativ geringem Risiko. Neue Mitglieder dieser Struktur sind willkommen.

Gerechterweise kann man die BKK´s nicht alle in einen Topf werfen. Dazu gibt es einfach zu viele. Dennoch halte ich das derzeitige System für ungerecht. Die Zeche zahlen alle Mitglieder.

Viele Geüße

Michael

Hallo Michael,

so ein Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gehrt. Das klingt ja so als ob Du bei der DAK arbeitest.

Erstens sind alle Leistungen der Kassen gleich (zu 95%). Die restlichen 5% unterscheiden sich durch Modellprojekte (z.B Akupunktur und Homöopathie). Also gibt es nichts mit Kulanz.
Alle Leistungen der Krankenkassen berufen sich auf das Sozialgesetzbuch.

Im Bereich der Verwaltungskosten sind die großen die Könige, denn die schmeissen das Geld zum Fenster raus.
Wozu brauche ich eine Kasse vor Ort, wenn ich da sowieso nicht hingehe ?? Dann kann ich lieber auf eine günstige Kasse zurückgreifen.

Die großen „moderaten“ Kassen werden doch gerade von den kleinen Kassen subventioniert. Wenn kleinen Kassen nicht diese enormen unsummen in den RSA zahlen würden, dann würde es eine große Kasse kaum geben.

Wenn Du schon fachsimpeln möchtest, dann schau mal auf http://www.krankenkasse.de.

CU
LordNelcom

Hallo,
ich arbeite bei der DAK.
Das mit dem Quatsch darfst Du dir auch anheften, denn das die
kleinen Kassen die grossen finanzieren stimmt so ja wohl nicht.
Tatsache ist die, dass die kleinen (billigen)Kassen den grossen
wegen des geringen Beitrages die guten Risiken weggenommen
haben - diejenigen, die die Kasse brauchen - sprich Leistungen
in Anspruch nehmen, die wechseln nämlich leider sehr selten
ihre Kasse.
Was die Verwaltungskosten angeht - Es stimmt schon, dass die
grossen bundesweiten Kassen wesentlich mehr Verwaltungskosten
aufwenden als die regionalen und virutellen Kassen.
Innerhalb der Ersatzkassen liegt der höchste Verwaltungskosten-
satz bei 6 % (eine Kasse) aber selbst wenn diese Kosten um
50% gesenkt würde, hätte dies keinen Einfluss auf den
Beitragssatz.
Was die Leistungen betrifft so empfehle ich die Recherche
im Internet - gerade wurde eine Leistungsrangliste von 146 Krankenkassen veröffentlich.
Die ach so teure DAK liegt dabei als grösste Kasse auf dem
9. Platz und die doch sehr billige Taunus BKK (11,9%)
ist unter den ersten 88 überhauptnicht aufzufinden !!
Noch etwas zu den Geschäftsstellen der grossen Kasse vor
Ort.
Allzugern wird vergessen, dass dieses Netz der Geschäftsstellen bereits in einer Zeit existierte als eine Betriebskrankenkasse
wirklich auch nur eine solche war und damals wie heute sind die
überwiegende Anzahl der Versicherten (so sie denn ein Kasse
in Anspruch nehmen muessen) sehr, sehr dankbar wenn sie
persönlich zu ihrer Kasse gehen können und nicht per Telefon
als Nummer abgefertigt werden (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Du brauchst (sei froh darüber) deine Kasse nicht, sondern
kennst Sie nur vom Gehaltsstreifen oder anhand der monatlichen
Abbuchung, bist wahrscheinlich auch noch jüngeren Alters.
Von deinem Standpunkt aus gesehen kann man mit viel Wohlwollen
sogar noch deine Argumentation gutheissen, aber es gibt immer
zwei Seiten.

Gruss

Günter