Hallo zusammen,
vor ein paar Jahren wohnte, für etwa ein halbes Jahr, eine ziemlich verkrachte Existenz in der gleichen Straße wie eine Namensvetterin (Vor- und Zuname identisch). Letztere hat ein eigenes Haus, wohnt seit 20 Jahren da, ist seriös und unverschuldet. Erstere kauft ein, was das Zeuch hält, macht Schulden, bezahlt diese nicht, kriegt Pfändungen etc. Da die Dame der Post zunächst nicht bekannt ist, zumal sie erstens keinen Namen an der Tür hat, zweitens kurz darauf auch noch durch Heirat den Namen gewechselt hat, kommen diese Briefe, oft mit Zustellurkunden, an die länger ansässige Bewohnerin der Straße. Dies umso eher, als der Name recht ungewöhnlich ist. Die seriöse Bewohnerin hat fortan alle Hände voll zu tun, um zu belegen, dass es sich um eine Namensverwechslung seitens der Gläubiger handelt. Dann zieht die Schuldenmacherin wieder weg, aber die Briefe bleiben. Die kommen jetzt sogar an die korrekte Anschrift, weil die Gläubiger beim Einwohnermeldeamt die Anschrift erfragen, und von den Verwaltungsangestellten die aus ihrer Sicht korrekte Auskunft bekommen, dass es im Ort nur eine einzige Person dieses Namens gibt. Nun muss die Hausbesitzerin sogar Kopien des Personalausweise an Gerichte schicken, um zu belegen, dass sie nicht die Gesuchte ist.
Von der Rufschädigung ganz abgesehen, denn es geht ein Raunen durchs Dorf (das hätten wir von der aber nicht gedacht…)
Irgendwann wird die Post weniger und bleibt schließlich ganz aus. Oder fast.
Denn eine Inkassofirma ist ganz besonders hartnäckig. Die ist nämlich darauf spezialisiert, uneinbringbare Forderungen zu kaufen. In diesem Fall von einem Versandhaus über 4000.- Schon 2009 wurde der Firma dargelegt, dass es sich um eine Verwechslung handelt und in der Folge war auch zwei Jahre Ruhe. Bis Ende letzter Woche. Da drohte die Firma mit Zwangsvollsteckung und Schufa-Eintrag.
Adressatin forderte, dass Inkassofirma den Inhalt des Schreiben zurückzunehmen habe.
Inkassofirma schrieb zurück, dass Adressatin erst eine Kopie ihres Personalausweises zwecks Datenabgleich schicken solle. Bis dahin hätte sie damit zu rechnen, dass die Forderung weiter betrieben wird.
Bei dem Inkassounternehmen handelt es sich um ein Institut, das nicht zimperlich ist. Die Leute stehen mit Lederjacken an der Bank, warten, bis ein Harz-IV-Empfänger seine Gage abgeholt hat, und knöpfen dem dann 10.- Euro davon ab. Das hat mir ein Mitarbeiter dieser Firma damals selbst erzählt. Und so jemandem den Perso schicken??
Übrigens erzählte mir der Mitarbeiter damals, dass solche Existenzen bewusst die räumliche Nähe zu Namensvettern suchen, weil sie wissen, dass dadurch ein Teil der Forderungen gegenstandslos wird.
Sachen gibts…
Frage: Was tun? Auf den Gerichtsvollzieher warten und dem den Perso zeigen? Ist das Nötigung, was die da machen? Schufa-Selbstauskunft einholen und ggfl. widersprechen? (Ist kostenpflichtig.)
Danke, Tintling
man sollte doch schon etwas von der Kriminalpolizei oder von einem Anwalt gehört haben.
Sachen gibts…
Frage: Was tun? Auf den Gerichtsvollzieher warten und dem den
Perso zeigen?
WEnn der Gerichtsvollzieher kommt, besteht bereits ein Titel und der GV wird dann vollstrecken, sofern im Titel des Schuldners nicht das Geburtsdatum angegeben ist.
Ist das Nötigung, was die da machen?
Die mit den schwarzen Jacken? Ja,…
Schufa-Selbstauskunft einholen und ggfl. widersprechen?
Einem Schufa-Eintrag zu widersprechen ändert nichts daran, dass Gläubiger (ungerechtfertigte ) Forderungen geltend macht.
Schönen Tag noch
Hallo man-nehme-an,
danke für Deine Antwort.
Bericht von vor Ort: Die Kripo sieht keine Anzeichen für eine Nötigung, sondern meint, dass die Inkassofirma einfach nur ihren Job macht. Mit den Daten, die ihr ihr eben vorliegen.
Ich werde mich weiter wehren so gut ich kann; mal sehen, wie das weitergeht.
Gruss Tintling
Hallo Merger,
ja, habe ich. Weiß nur nicht, für welche Seite Du das gemeint haben könntest.
Aber danke für Deine Antwort.
Gruss, Tintling
Ich klinke mich mal herein, weil mich das an einen Fall erinnert, den ich mal auf einer Homepage lesen konnte.
Konkret ging es da auch um eine Namensverwechselung, aber hier wehrte sich derjenige mit extrem lustigen, sarkastischen Briefen.
Es ging da so in die Richtung, dass er den Beamten, wenn sie ihn festnehmen wollten, Geld für die Kaffeekasse spenden würde, wenn sie mit nem SEK kämen, er benvorzuge bei der Festnahme das Abspielen eines bestimmten Liedes, „Meine Taschen sind gefüllt, aber bleiben zu!“, „ihre Postabteilung wird ihre kleine Adressierungsschwäche bestimmt auch bald überstanden haben“ - halt alles super witzig.
Aber ich finde den Link nicht mehr.
Weiß jemand, was ich meine?
Aber ich finde den Link nicht mehr.
Weiß jemand, was ich meine?
Kaum sucht man, schon findet man:
LOL, you made my day!
Mein Schriftwechsel mit diesem Inkasso-Unternehmen ist zwar nicht ganz so lustig, aber schon genau so lang. Außerdem ist der Fall vergleichbar.
Ja, genau so muss man mit denen umgehen. Dass sie selber mit der Birne an die Wand dotzen.
Fröhliche Grüße vom Tintling