Glasbruch aufgrund verzogenem Fensterrahmens

Angenommen, in einer Dachgeschosswohnung sind die Fensterrahmen aus Holz, Konstruktionsbedingt, über die Jahre verzogen. Hierbei geht nach gewisser Zeit eine Scheibe kaputt (Risse). Wer kommt hier für den Schaden auf? Mieter oder Vermieter? Wenn der Mieter eine normale Haftpflichtversicheung hat (welche ja eigendlich Glasbruch ausschließt), kommt dann diese dafür auf?

Moin,

Moin,

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Hallo,

Wenn der Mieter eine normale Haftpflichtversicheung
hat (welche ja eigendlich Glasbruch ausschließt),

Wie kommst du auf diese Idee? Natürlich zahlt die Haftpflicht
auch defekte Glasscheiben.

In der normalen Haftpflichtversicherung sind Mietschäden im allgemeinen ausgeschlossen - dafür gibt es eine eigene Versicherung. Zudem muss ein Schaden kurzfristig gemeldet werden und auf einem konkreten Ereignis beruhen.
Gruß
loderunner (ianal)

Wenn der Schaden durch die defekten Rahmen aufgetreten sind, muss selbstverständlich der Vermieter dafür aufkommen. Im Gegenteil kann der Mieter sogar die Miete mindern, wenn keine Reparatur erfolgt. Der Vermieter hat für einen ordnungsgemäßen Zustand der Mietsache zu sorgen.

Aber: ianal!

Hallo zusammen,

da es sich hier um fiktive Fälle handelt, ist selbstverständlich der geschilderte Fall als solcher auch die Grundlage für die Antwort.

Es gibt hier keinen Verschulder, die Scheibe hat sich verzogen und ist dadurch kaputt gegangen. Ein Fachmann - der Glaser - wird das auf den ersten Blick erkennen. Und dann ist selbstverständlich der Vermieter für die Reparatur zuständig.

Gruß!

Horst

Moin,

Hallo,

‚Die Druckfestigkeit von Glas ist sehr hoch (1000N/mm² = 1000
MPa).
Dies bedeutet, dass man eine Last in der Größenordnung von 10
Tonnen benötigt, um einen Glaswürfel mit einer Seitenlänge von
1 cm zu zerstören.‘

Prima. Nur ging es hier um Fensterglas und nicht um Panzerglas. Ein Fenster ist kein Zentimeter dick. Und vor allem ging es auch nicht um Druck, sonder um Biegespannung und damit um Zug, also eine ganz andere Belastung. Hebelwirkung und so. Temperatureinwirkung kommt auch noch hinzu. Und Winddruck.
Selbstverständlich kann eine Scheibe kaputtgehen, ohne dass sie jemand einschlägt.
Gruß
loderunner

Hallo,

Moin,

‚Die Druckfestigkeit von Glas ist sehr hoch (1000N/mm² = 1000
MPa).
Dies bedeutet, dass man eine Last in der Größenordnung von 10
Tonnen benötigt, um einen Glaswürfel mit einer Seitenlänge von
1 cm zu zerstören.‘

Prima. Nur ging es hier um Fensterglas und nicht um
Panzerglas.

Natürlich geht es nicht um Panzerglas. Übrigens erhält Panzerglas seine Festigkeit nicht durch das Glas sondern durch den Materialmix verschiedener Schichtungen.

Ein Fenster ist kein Zentimeter dick.

Was auch bei der Druckfestigkeit des Materiales absolut keine Rolle spielt.

Und vor
allem ging es auch nicht um Druck, sonder um Biegespannung und
damit um Zug, also eine ganz andere Belastung.

Wenn ein Fenster in geschlossenem Zustand von alleine kaputt gehen sollte, dann ist das Druck und keine Biegespannung.

Hebelwirkung und so.

‚Und so‘ ist vermutlich richtig. Wenn ein Fenster mit Gewalt - da es sich ja sonst nicht oder nur schwer schließen lässt - zugedrückt wird kann u.U. punktuell Druck aufgebaut werden, der durchaus zu Schäden an der Verglasung führen kann. Die Frage ist aber, wer hat dann den Schaden verursacht?

Temperatureinwirkung kommt auch noch hinzu.

Ist aber absolut unerheblich.

Und Winddruck.

Dann wäre die Sturmversicherung am Zuge, was aber in dem hypothetischen Beispiel nicht erwähnt wurde.

Selbstverständlich kann eine Scheibe kaputtgehen, ohne dass
sie jemand einschlägt.

Stimmt, hat auch niemand behauptet. Allerdings ist Chance doch relativ gering. Und die Beweisbarkeit dann wieder ein ganz anderes Thema.

Gruß

auch Gruß

loderunner

vnA

Hallo,

Ein Fenster ist kein Zentimeter dick.

Was auch bei der Druckfestigkeit des Materiales absolut keine
Rolle spielt.

Nein. Aber bei der Belastung durch Wind und Rahmenspannung.

Und vor
allem ging es auch nicht um Druck, sonder um Biegespannung und
damit um Zug, also eine ganz andere Belastung.

Wenn ein Fenster in geschlossenem Zustand von alleine kaputt
gehen sollte, dann ist das Druck und keine Biegespannung.

Frag bitte mal im Brett ‚Konstruktion‘ nach. Es ist kein Druck. Flächenbelastung ist immer Biegung.
Vielleicht solltes Du Dich etwas bremsen, bis dieser Punkt geklärt ist.

Btw., eine Sturmversicherung zahlt bei Sturm. Nicht bei ein wenig Wind auf alten Fenstern.

Gruß
loderunner (der selber schon erlebt hat, das Glasscheiben ohne Einwirkung durch Benutzer kaputt gingen)

Hallo,

Moin,

Ein Fenster ist kein Zentimeter dick.

Was auch bei der Druckfestigkeit des Materiales absolut keine
Rolle spielt.

Nein. Aber bei der Belastung durch Wind und Rahmenspannung.

Druckfestigkeit hat was mit Physik zu tun. Wie du richtig feststellst gibt es da Druck und Zug. Auch die von dir genannten ‚Wind und Rahmenspannung‘ sind im Detail nichts anderes. Lediglich der Auslöser wird dabei benannt, hat aber mit dem was im Material passiert nichts zu tun. cm² ist eine Maßeinheit, was dir sicherlich bekannt ist und hat daher mit der Dicke des Materials nichts zu tun. Verbundglasscheiben sind normalerweise dicker als 10 mm.

Und vor
allem ging es auch nicht um Druck, sonder um Biegespannung und
damit um Zug, also eine ganz andere Belastung.

Wenn ein Fenster in geschlossenem Zustand von alleine kaputt
gehen sollte, dann ist das Druck und keine Biegespannung.

Frag bitte mal im Brett ‚Konstruktion‘ nach. Es ist kein
Druck. Flächenbelastung ist immer Biegung.

Aber Flächenbelastung liegt hier nicht vor. Durch ein verzogenes Fenster gibt es Druckbelastung auf der Kante.

Vielleicht solltes Du Dich etwas bremsen, bis dieser Punkt
geklärt ist.

welcher Punkt?

Btw., eine Sturmversicherung zahlt bei Sturm. Nicht bei ein
wenig Wind auf alten Fenstern.

Ursache könnte, wie schon geschrieben, eine übermäßiger Druck auf den Fensterflügel gewesen sein. Dies führt sicher nicht zwangsläufig zu einem sofortigen Schaden, sondern das Material kann auch später ‚nachgeben‘. Ursächlich für den direkten Schaden ist aber der ausgeführte Druck und nicht das defekte Fenster. Dass der Schaden durch den Nutzer nicht entstanden wäre, wenn das Fenster leichtgängig zu schließen gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt.

Gruß
loderunner (der selber schon erlebt hat, das Glasscheiben ohne
Einwirkung durch Benutzer kaputt gingen)

vnA

Hallo,

Ein Fenster ist kein Zentimeter dick.

Was auch bei der Druckfestigkeit des Materiales absolut keine
Rolle spielt.

Nein. Aber bei der Belastung durch Wind und Rahmenspannung.

Druckfestigkeit hat was mit Physik zu tun. Wie du richtig
feststellst gibt es da Druck und Zug. Auch die von dir
genannten ‚Wind und Rahmenspannung‘ sind im Detail nichts
anderes. Lediglich der Auslöser wird dabei benannt, hat aber
mit dem was im Material passiert nichts zu tun.

Oh doch. Druck und Biegung ist etwas völlig verschiedenes, weil im Material dabei etwas völlig unterschiedliches passiert.
Denk mal an Sand - der ist heftigst druckfest, aber die Biegefestigkeit ist trotzdem nahe Null.
Du hast schlicht einen Wert genannt, der beim Fenster überhaupt keine Rolle spielt. Und deshalb ist Deine Argumentation leider falsch.

cm² ist eine
Maßeinheit, was dir sicherlich bekannt ist und hat daher mit
der Dicke des Materials nichts zu tun.

Ja. Und?

Verbundglasscheiben sind normalerweise dicker als 10 mm.

Zum einen hat hier außer Dir niemand über Verbundglasscheiben gesprochen und zum anderen sind sie auch nicht notwendigerweise über 10mm dick.

Und vor
allem ging es auch nicht um Druck, sonder um Biegespannung und
damit um Zug, also eine ganz andere Belastung.

Wenn ein Fenster in geschlossenem Zustand von alleine kaputt
gehen sollte, dann ist das Druck und keine Biegespannung.

Frag bitte mal im Brett ‚Konstruktion‘ nach. Es ist kein
Druck. Flächenbelastung ist immer Biegung.

Aber Flächenbelastung liegt hier nicht vor.

Wie kommst Du nur darauf? Selbstverständlich liegt hier eine Flächenbelastung vor. Was sonst sollte der Wind denn wohl machen? Oder ein Rahmen, der wegen Verzug die Scheibe verbiegt?

Durch ein
verzogenes Fenster gibt es Druckbelastung auf der Kante.

Eben nicht. Das ist nur dann der Fall, wenn sich der Rahmen in der Ebene verzieht. Das macht er aber nicht, die Scheibe lässt ihn nicht. Weil das Glas genau in diesem Fall ausschließlich auf Druck beansprucht wird und da äußerst stabil ist.
Ein Rahmen verzieht sich immer auch senkrecht zur Glasfläche, weil in diese Richtung die meisten Kräfte wirken (Dichtungen, Beschläge, Wind) und gleichzeitig der Rahmen in dieser Richtung die wenigste Stabilität hat.

Vielleicht solltes Du Dich etwas bremsen, bis dieser Punkt
geklärt ist.

welcher Punkt?

Was für Belastungen auf die Scheibe wirken. Und mit welchen Werten man da dementsprechend rechnen muss.

Gruß
loderunner