hoffentlich bin ich im richtigen Brett - sonst weist mich auf das richtige hin:
In modernen Verbundwerkstoffen kommen mitunter Glasfasern, mitunter Quarzfasern zum Einsatz.
Ist das nur eine sprachliche Variante, oder gibts da technische Unterschiede? Ist Quarzfaser eine „Unterart“ der Glasfaser? Ist eines davon stabiler, härter, elastischer, „besser“?
Ich frage, weil mir diese Begriffe speziell bei modernen zahnärztlichen Wurzelstiften begegnet sind. Sie sind teils auf Glasfaser-, teils auf Quarzfaser-Basis hergestellt - nach Herstellerangaben.
der Grundbestandteil eines jeden Glases (oder zumindest fast jeden) ist Quarz. Quarzglas ist eine Unterart von Glas, und zeichnet sich z.B. durch eine niedrige Ausdehnung bei Temperaturerhöhung aus.
In modernen Verbundwerkstoffen kommen mitunter Glasfasern,
mitunter Quarzfasern zum Einsatz.
Ist das nur eine sprachliche Variante, oder gibts da
technische Unterschiede? Ist Quarzfaser eine „Unterart“ der
Glasfaser? Ist eines davon stabiler, härter, elastischer,
„besser“?
So gut kenne ich mich da nicht aus, da sollte ein Werkstoffwissenschaftler was dazu sagen. Aber da der Hauptbestandteil von Glas nun mal Quarz ist, sollten die Unterschiede nicht gross sein.
Ansonsten: einfach mal bei den Herstellern nachfragen. An den Antworten auf solche Fragen erkennt man oft, wie kompetent und bemüht die Mitarbeiter dieser Firmen sind
hoffentlich bin ich im richtigen Brett - sonst weist mich auf
das richtige hin:
Für Werkstoffe gibt es auch kein separates Brett, da passen mehrere:smile:
Ist das nur eine sprachliche Variante, oder gibts da
technische Unterschiede? Ist Quarzfaser eine „Unterart“ der
Glasfaser? Ist eines davon stabiler, härter, elastischer,
„besser“?
Glasfasern stellt man aus natürlich vorkommendem Quarzsand (plus die üblichen Zusatzstoffe) her, sie sind daher recht preiswert herzustellen. Quarzfasern hingegen werden aus synthetisch hergestelltem Siliciumdioxid (ohne Zugabe weiterer Zusätze) produziert. Da der Ausgangsstoff besonders rein ist, sind sowohl die optischen Eigenschaften besser als auch die mechanischen (man kann längere Fasern herstellen), allerdings sind die Herstellungskosten auch höher.
Schwerpunkt der Anwendung von Quarzfasern liegt zweifelsfrei in der Optik, denn sie sind in einem großen Bereich transparent (IR bis UV).
Warum man sie nun ausgerechnet in Wurzelstiften verwendet, kann ich dir jedoch nicht beantworten.
danke für Deine Antwort - hat mich schon ein ganzes Stück weitergebracht.
Warum man solche Fasern für die Wurzelstift-Herstelung nimmt, ist mir grundsätzlich schon klar: Sie haben ein der natürlichen Zahnsubstanz (Dentin) ähnliches Elastizitätsmodul - im Gegegnsatz zu den bisher verwendeten, sehr starren Metall-Wurzelstiften. Außerdem kann man sie, wenn denn nötig, auch wieder herausbohren, was bei Metallstiften auch ziemlich schwierig ist.
Dein Hinweis auf die höhere Reinheit und optischen Eigenschaften der Quarzfasern ist interessant. Einerseits könnte dies eine höhere Stabilität von Quarzfaser-Stiften bewirken. Andererseits ist ein Vorteil solch eines Wurzelstiftes auch das Durchleiten von Licht. Damit kann ein sog. dualhärtender Befestigungszement verwendet werden, der lichthärtend und selbsthärtend ist. Unmittelbar nach dem Setzen des Stiftes kann man auf das herausstehende Ende leuchten und damit eine initiale Stabilität erreichen - den Rest besorgt die chemische Härtung in der Tiefe.
Lieben Gruß
Dantis
Glasfasern stellt man aus natürlich vorkommendem Quarzsand
(plus die üblichen Zusatzstoffe) her, sie sind daher recht
preiswert herzustellen. Quarzfasern hingegen werden aus
synthetisch hergestelltem Siliciumdioxid (ohne Zugabe weiterer
Zusätze) produziert. Da der Ausgangsstoff besonders rein ist,
sind sowohl die optischen Eigenschaften besser als auch die
mechanischen (man kann längere Fasern herstellen), allerdings
sind die Herstellungskosten auch höher.
Schwerpunkt der Anwendung von Quarzfasern liegt zweifelsfrei
in der Optik, denn sie sind in einem großen Bereich
transparent (IR bis UV).
Warum man sie nun ausgerechnet in Wurzelstiften verwendet,
kann ich dir jedoch nicht beantworten.
der Grundbestandteil eines jeden Glases (oder zumindest fast
jeden) ist Quarz. Quarzglas ist eine Unterart von Glas, und
zeichnet sich z.B. durch eine niedrige Ausdehnung bei
Temperaturerhöhung aus.
Das macht mich doch schon schlauer.
Ansonsten: einfach mal bei den Herstellern nachfragen. An den
Antworten auf solche Fragen erkennt man oft, wie kompetent und
bemüht die Mitarbeiter dieser Firmen sind
Da hast Du recht - habe ich auch z. T. schon gemacht und nur sehr mäßige Auskünfte erhalten. Deshalb meine Anfrage hier - www ist doch unschlagbar!
hoffentlich bin ich im richtigen Brett - sonst weist mich auf
das richtige hin:
In modernen Verbundwerkstoffen kommen mitunter Glasfasern,
mitunter Quarzfasern zum Einsatz.
Ist das nur eine sprachliche Variante, oder gibts da
technische Unterschiede? Ist Quarzfaser eine „Unterart“ der
Glasfaser? Ist eines davon stabiler, härter, elastischer,
„besser“?
Ich frage, weil mir diese Begriffe speziell bei modernen
zahnärztlichen Wurzelstiften begegnet sind. Sie sind teils auf
Glasfaser-, teils auf Quarzfaser-Basis hergestellt - nach
Herstellerangaben.
Was die Zusammensetzung betrifft, wurde ja schon alles Wesentliche beschrieben. Fakt ist, dass Quarz nicht nur härter (Quarz 7, Glas ~6) ist sondern auch eine deutlich höhere Zugfestigkeit (Quarz 50 N/mm², Glas 30 N/mm²) und Biegezugfestigkeit (Quarz 67 N/mm², Glas 30 N/mm²). Daraus kann man schließen, dass Verbundwerkstoffe auf Quarzfaserbasis eine deutlich höhere Festigkeit haben müßten. Außerdem ist der Schmelzpunkt von Quarz mit über 1500°C wesentlich höher als der von Glas (
Andererseits ist ein Vorteil solch eines
Wurzelstiftes auch das Durchleiten von Licht. Damit kann ein
sog. dualhärtender Befestigungszement verwendet werden, der
lichthärtend und selbsthärtend ist. Unmittelbar nach dem
Setzen des Stiftes kann man auf das herausstehende Ende
leuchten und damit eine initiale Stabilität erreichen - den
Rest besorgt die chemische Härtung in der Tiefe.
Das ist eine gute Erklärung, klingt zumindest in meinen Ohren sehr plausibel. Da wäre ich nicht so ohne weiteres gekommen, danke.