Glasplatten-Negative gefunden!

Hallo!
Ich habe heute auf dem Dachboden eine Menge Glasplatten-Negative gefunden. Format 9 x 12 cm.
Nach einer ersten Sichtung sind noch ca. 150 Stck. verwendbar. Die sind von meinem Opa, aus dem 1. WK , und von uns zu Hause, bis ca. 1942.
Würde gerne davon Bilder machen lassen, und ein Album anlegen.

  1. Frage: gibt es in den Fotolaboren noch geeignete Vergrösserungsgeräte dafür?
  2. Frage: die Platten sind teilweise recht stark verschmutzt. Kann ich die irgendwie selbst reinigen, oder sollte das besser der Fotograf machen?

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen,

bei 9*12 würde ich erst einmal einfach Kontaktabzüge machen, also einfach die Glasplatte auf das Papier, Licht drauf und entwickeln. Das kann man mit weinig Aufwand auch im eigenen dunklen Badezimmer. Einfach eine Packung Papier mittlerer Gradation und drei Kunststoffwannen sowie einen Ansatz für Entwickler, Stoppbad und Fixierer. Zum Belichten sollte eine Opalbirne in einer einfachen Lampenfassung mit Schurschalter reichen. Dann eine Belichtungsreihe machen und die Platten mit der richtigen Zeit belichten. Hat man einen richtigen Vergrößerer und eine passende Schaltuhr verfügbar, macht das die Sache natürlich einfacher.

Dann würde ich mich mal umhorchen, wer im Bekanntenkreis einen ordentlichen Scanner mit Durchlichteinheit hat und die Dinger mit vernünftiger Auflösung scannen. Die Scanns kannst Du dann ohne Gefahr für die Negative „reinigen“ und ggf. von einem passenden Dienstleister ausbelichten lassen. Von der Restaurierung der Glasplatten selbst durch einen Laien würde ich dringend abraten.

Gruß vom Wiz

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Scannen!
Ein toller Fund! Solche Platten sind so wertvoll, daß ich meinem »Vorredner« (Vorschreiber?), Wiz, beipflichten muß: Vorsichtig säubern und dann Scannen!

Eigentlich willst Du nicht die Glasplatten ins nächste Jahrhundert retten, sondern die Bilder, die darauf sind. Die Restaurierung der Glasplatten ist zu teuer.

Scanne mit 2400 dpi (wähle bereits beim Scannen Graustufen aus). Dateigröße etwa 96 MB. Die reichen für die größten Posterabzüge aus. Auch wenn Du später kleinere Abzüge haben willst, so hast Du erst ein Mal alles, was auf der Glasplatte ist, und mußt später in Sonderfällen (z. B. Ausschnittsvergrößerungen*) nicht erneut scannen und nachbearbeiten.
Die Nachbearbeitung am Rechner ist natürlich viel einfacher, besser und billiger als im Fotolabor. Du wirst viele, viele Stunden brauchen. Oder möchtest Du 35 €/h einem Dienstleister zahlen?
Digitale Abzüge kannst Du dann wie gewohnt im Supermarkt in Auftrag geben.

* Diese alten Glasplatten haben meistens eine überragende Schärfe, so daß bei eingehender Betrachtung eines Gesamtbildes durch die Wahl geeigneter Ausschnitte und deren Vergrößerung viele »andere« Bilder hervorgehen. Das ist banal und gilt grundsätzlich für alle Bilder. Bei Kleinbildern stößt man aber viel eher an deren technische Grenzen als bei den alten Glasplatten, so daß es auf denen viel mehr Einzelheiten zu entdecken gibt.

Sehr hilfreich!
Hallo!
Danke für eure Antworten.
Ich werde mich dann mal auf die Suche nach einem geeigneten Scanner im Bekanntenkreis machen.

Im Fotolabor war ich heute auch mal, die haben gar keine Dunkelkammer mehr!!! Der Chef macht mir aber mal eine Platte mit denm Scanner, nur so rein aus Neugier, damit ich mal das Ergebnis sehe.

Wenn das mit einen geliehenen Scanner nichts wird, werde ich dann die Bilder selbst machen, wie beschrieben. Wir hatten in der Schule ein Fotolabor, daher hab ich auch etwas an Erfahrung, obwohl das schon 17 Jahre her ist. (Wir hatten damals sogar ein Vergrösserungsgerät „Axomat“, wo die Platten hineingepasst haben, aber in den Wirren der Wendezeit ist davon nichts mehr übriggeblieben).

Danke für eure Hilfe,
Grüße, Steffen!