Glaube und Theodizee

Hallo Michael,

…und Michael wird sich auch in Zukunft damit zurückhalten,
dem Allmächtigen Tipps dieser Art zu geben :wink:)

Ich bin beeindruckt von dieser weisen Zurückhaltung.

… Was sie tun, ist eine Frage ihrer freien
Willensentscheidung.

Bis dahin kann ich folgen. Was aber ist mit der freien
Willensentscheidung der vergewaltigten Kinder, der
gesteinigten Frauen und der gevierteilten Männer?

Wenn man nur die menschliche Entscheidungsfreiheit betrachtet ist das zu kurz gegriffen. Es geht um den Nachweis für alle Geschöpfe Gottes für alle Zeiten, ob die Menschheit unabhängig von Gott existieren kann.
Für die gepeinigten Menschen gibt es die Möglichkeit der Wiederauferstehung. Die Grausamkeiten und früheren Dinge werden vergessen sein (Offenbarung 21:4).

Angenommen es gibt keinen Gott. Wie muss ich dann die Grausamkeiten der Welt betrachten. Dann sehe ich nur Wahnsinn und Beliebigkeit. Jede Moral und Ethik ist dann nur noch eine Frage des Zeitalters und des Kulturkreises. Die Menschenrechte sind dann nur eine Illusion.
Das schaudert mich noch mehr.

Gruß
Carlos

Autsch!

Als wenn ich Gott wäre…

…würde ich die armen gepeinigten Menschen aus der Hand ihrer
Peiniger befreien und zu mir holen, wo es ihnen gut geht.

Aber genau das hat doch Gott getan!
Wo liegt jetzt das Problem?

Joijoijoi, wenn das nicht von Dir käme, Harald, würde ich denken, das sei reiner Zynismus!

Schaurigkeiten

Angenommen es gibt keinen Gott. Wie muss ich dann die
Grausamkeiten der Welt betrachten. Dann sehe ich nur Wahnsinn
und Beliebigkeit. Jede Moral und Ethik ist dann nur noch eine
Frage des Zeitalters und des Kulturkreises. Die Menschenrechte
sind dann nur eine Illusion.
Das schaudert mich noch mehr.

Hi Carlos,

es wundert Dich sicher nicht, dass ich das ganz anders sehe. Dass Ethik und Recht Menschenwerk sind, schreckt mich nicht. Die Vorstellung von einem Gott, der seine Spielchen mit seiner Schöpfung treibt („Jetzt lasse ich sie erst mal ein paar tausend Jahre einander massakrieren und dann sorge ich für Ruhe im Karton“), ist mir wesentlich unheimlicher…

Michael

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Ja, lieber Harald, wo liegt jetzt das Problem?

Gott muß sich doch den Film bis zum Schluß angesehen haben. Denn gestoppt hat er
ihn nicht, wie wir alle wissen.
Was dann kam, gab es schon im Mittelalter in anderer Form: Die „Hexen“ wurden mit
den heiligen Sakramenten der Kirche versehen ins Feuer geschickt. Und Gott holt
dann die Seelen sozusagen am Ende des Kamins ab. Das ging Hand in Hand. (Leide
hier, umso schöner ist es „drüben“).

Als wenn ich Gott wäre…

…würde ich die armen gepeinigten Menschen aus der Hand ihrer
Peiniger befreien und zu mir holen, wo es ihnen gut geht.

Da war nicht mehr viel aus der Hand der Peiniger zu befreien.
Auch wurden die 6 Millionen garnicht erst gefragt. Manche Menschen muß man eben
zu ihrem Glück zwingen.
Ich wäre gerne vorher gefragt worden. - Das ist das Problem.

Gruß
Wolfgang

Gott wird dazwischenhauen, verlaß dich d’rauf!!!
Die Bibel als Gottes geoffenbartes wort vorausgesetzt, erkennt man in jeder Dispensation (eine zeitepoche der Regierung Gottes), Gottes eingreifen. Adam+Eva Fall - Vertreibung aus Eden; Elend bei Noah - sintflut; Hochmut bei babel - Sprachenverwirrung; Ungehorsam Israels - Vertreibung in alle Welt; heute leben wir seit Jesu kreuzigung wieder in einer besonderen zeitepoche. Als frei denkende und entscheidende Menschen können wir uns für oder gegen Gott entscheiden (den goldenen Mittelweg gibts übrigens nicht). Wer richtet denn das Unheil an in unserer zeit? doch unsere machtgier und geilheit. Vom kleinsten in der Schule und büro angefangen bis zum größten machthaber. Warum bittet Gott/jesus in der bibel denn „lasst euch versöhnen mit Gott“ 1kor 5:20 und weitere mahnungen gottes sich auf seine seite zustellen? damit wenn er dazwischenhaut wir mit gott im reinen sind. wir wissen nicht den zeitpunkt wann diese „gnadenzeit“ gottes endet. nur wenn sie endet… dann Gnade dir (eben nicht mehr) Gott!

PS: Zum letzten Beitrag: „Gott kann das Böse nicht beeinflussen“ Wenn Gott sagt, „es fällt nicht ohne seinen willen ein Haar von eurem Haupt“, kann man lächeln, muss man aber nicht. Es ist so. Es passiert gar nichts auf diesem kleinen runden ball was gott nicht lenkt. Das Buch Hiob gibt aufschluss. der satan konnt ohne gottes zulassung hiob kein haar krümmen.

felix

Wer glaubt an Gott und kann mir eine einigermaßen
befriedigende Antwort auf die Frage geben, warum ein
allmächtiger und zugleich liebender Gott das enorme Leid auf
der Erde (hervorgerufen durch Kriege, Erdbeben, Hunger,
etc…) zuläßt bzw. nicht eingreift, um es zu beenden?

Möchte mich hier auch mal mittendrin einmischen. Ja was lernen wir daraus, Michael…
Hier gab es teilweise ganz unterschiedliche Ratschläge zu: „was sage ich dem Kind“. Es gibt doch mehrere Möglichkeiten.
Der überzeugte Atheist versucht, das Kind auf seine Seite zu ziehen. Dem indoktrinierten - meist fundamentalen - Christen wird solch eine Frage gar nicht gestellt werden, weil den Kindern der Gottesglaube von Anfang an eingeimpft wurde.
Und der Namens- Christ, jener der Kirchensteuer bezahlt und ab und an mal in den Gottesdienst geht, ohne zu wissen, was die eigentliche Botschaft Gottes ist, wird unweigerlich, wie eben dieser Frager hier, in Bedrängnis kommen, wenn ihn ein sechsjähriges Kind nach der Existenz Gottes fragt.
Soll er sein Weltbild, das er sich ohne viel Mühe aufgebaut hat und das ihm ein ruhiges Lebenspolster beschert, weitergeben? Und sich dann wahrscheinlich noch mehreren Fragen aussetzen, die ihn ganz leicht in Bedrängnis bringen können ?

Oder soll er sein Pseudo- Weltbild verleugnen und Gott „wenn es ihn denn gibt…“ ebenfalls ?

Ist schon eine komplizierte Angelegenheit, denn irgendwie ahnt man, daß der Zeitpunkt kommen kann und man ganz persönlich vor die Alternative gestellt wird: Für oder gegen Gott.

Und das wird nicht das jüngste Gericht sein, sondern irgendeine Lebenskrise, aus dem man ohne Gott nicht mehr herauskommt.
Uwe Eden

Der Namenschrist wird sich, wie dieser Frager hier nicht sicher sein.

… So, das war jetzt auch alles nicht neu. Immer dieselbe Frage,

immer dieselben Antworten darauf, immer dieselben Kommentare
zu denselben Antworten auf dieselbe Frage. Und was lernen wir
daraus?

Fragt sich
Michael

Antwort verrutscht?

Möchte mich hier auch mal mittendrin einmischen. Ja was lernen
wir daraus, Michael…

Hallo Uwe,

da ich mich zu der Frage „wie sage ich’s dem Kind“ gar nicht geäußert habe, ist Deine Antwort anscheinend „verrutscht“. Nun nutze ich Deinen Beitrag als Vorwand, doch noch etwas dazu zu schreiben:

Ich würde mich zwar selbst als einen „gefestigten“ Atheisten bezeichnen, käme aber nicht auf die Idee, als solcher zu missionieren. Und das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Aber andererseits würde ich auch einem Kind gegenüber nicht verleugnen, dass die Vorstellung eines persönlichen Gottes keine Rolle für mich spielt, dass ich mein Leben eben so führe, als gäbe es „da oben“ niemanden. Ich bin nicht besonders brav, weil ich denke, dass mir der Nikolaus oder der Weihnachtsmann besonders viele Geschenke bringt, und ich bemühe mich auch nicht deswegen darum, einigermaßen freundlich mit meinen Mitmenschen umzugehen, weil es einen Gott gibt, dem das gut gefällt.

Ist schon eine komplizierte Angelegenheit, denn irgendwie ahnt
man, daß der Zeitpunkt kommen kann und man ganz persönlich vor
die Alternative gestellt wird: Für oder gegen Gott.

Nun, dieses „man“ schließt aber sicherlich nicht alle Menschen ein. „Für oder gegen“ setzt ja den Glauben an die Existenz voraus. Ich kann nicht „für oder gegen“ fliegende Elefanten oder „für oder gegen“ Tonnen schwere Fledermäuse sein.

Gruß
Michael