Mal generell dazu:
tja, ich hab mir nun alles durchgelesen, was ihr so zu dem thema schreibt. da entsteht bei dir eindruck, dass ihr das ganz fast ausschliesslich philosophisch angeht. unter anderem wir das christentum ja auch als philosphie „verkauft“ was gar nicht im sinne des ursprungs ist.
was wollen wir als menschen? es ist in uns hinein gelegt… dieses nicht erklärbare verlangen etwas auszufüllen, den eigenen ursprung zufinden. sowas wie den sinn des lebens auszumachen. und wenn man mit den antworten nicht klar kommt, wird es einfach mit literatur, intellekt und alltag ersäuft.
ich habe mich in letzter zeit mit der geschichte deutschland bez. glauben / christenheit beschäftigt und erkenn in euren artikeln das wieder, was in unserem land am stärksten vertreten und geschätzt wird: der eigene intellekt. aber hat es uns erfüllung gebracht?
ich für meinen teil möchte kein fragender sein, der vergeblich antworten sucht. ja, auch deswegen lebe ich als christ ganz bewusst. ich habe antworten bekommen. gott sagt: come, let us reason together (jesaja, ich kenne die deutschen texte nicht so gut) und im neuen testament: the spirit searches all things, even the deep things of god! (also der spirit den gott uns an jesus statt auf die erde gesandt hat)
ich habe geschrieben „der Glaube _an_ die Bibel“.
Ich halte es diesbezüglich mit der 1.These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 (aus der Zeit des kirchlichen Widerstands gegen das NS-Regime):
„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“
Diese Aussage gilt meiner Meinung nach für diejenigen, die sich als Christen verstehen.
Das heißt für mich: Jesus Christus ist das eine Wort Gottes für uns Christen, so wie ihn die heilige Schrift bezeugt.
Glauben an die Bibel bedeutet für mich, Gott einfangen und festhalten zu wollen, genau das meine ich mit Aberglauben.
bist du selber atheist und wenn ja: warum, seit wann und wie
lebst du damit?
Hallo,
an einen Begriff klammere ich mich lieber nicht. Das führt nur zu leicht in unpassende Schubladen. Jedenfalls gehöre ich keiner institutionalisierten oder wie auch immer organisierten Glaubensgemeinschaft an. Was nicht heißt, daß ich an absolut nichts glaube. Damit lebe ich weitgehend frei von vorgegebenen Denkschranken und das seit Jahrzehnten. Selbstgemachte und insbesondere unbewußt vorhandene Grenzen des Denkens gibt es wohl immer.
ich für meinen teil möchte kein fragender sein, der vergeblich
antworten sucht. ja, auch deswegen lebe ich als christ ganz
bewusst. ich habe antworten bekommen.
es ist dein gutes Recht, kein Fragender sein zu wollen, der vergeblich sucht. Aber das kleine Wörtchen „deswegen“ oben verrät mir einen Selbstbetrug, der kurz gefasst etwa so lauten würde: Ich will kein Fragender sein, und deswegen bin ich es nicht. Das bedeutet, dass du dich den bestehenden Fragen entziehst, sie verdrängst. Ich bezweifle, dass das im Sinne eines Menschen sein kann. Aber wenn du damit leben kannst, ist es ja o.k.
Wenn man nämlich jede Religion als Aberglaube
bezeichnen würde, dann müsste man auch seine eigene Religion -
denn auch der Unglaube ist eine - als Aberglaube bezeichnen.
Wie kann Unglaube eine Religion sein? Dieser Definition nach
müßte sagen wir Nichtschwimmen auch ein Sport sein.
Klär mich auf
wenn man es wie du auf diese Weise wörtlich nimmt, hast du Recht. Aber es gibt verschiedene Arten von Verneinungen: es kann sich um einfache Verneinungen handeln oder um prinzipielle (so kann man es vielleicht ohne Schnörkel erklären).
So ist z. B. nicht-religiös etwas anderes als anti-religiös. Das erste schließt das zweite nicht ein, und das zweite schließt das erste nicht unbedingt ein. Nicht-religiös kann man auch sein, wenn man gar nichts gegen Religion hat. Anti-religiös kann (und das ist jetzt die eigentliche Antwort auf deine Frage) kann einhergehen mit der fanatischen, unbegründeten Ablehnung von Religion, und das bedeutet, dass derjenige daran glaubt, dass Glauben vermieden werden muss. Wohlgemerkt: Er weiß es nicht, er glaubt es. In diesem Sinne kann man - im übertragenden Sinne - vom Unglauben als Religion sprechen. Es ist der Glaube an die Unsinnigkeit von Glauben - die für diese Religion in Frage kommende gottähnliche Substanz wäre dann z. B. die „Materie“ oder das „Schicksal“ oder etwas ähnliches.
moin, moin - also das wort religion bedeutet ja „rückbindung
des menschen an eine gottheit/ an das göttliche“ und in sofern
ist das christentum nun keine relgion. denn gott hat den
ersten schritt gemacht. nicht wir menschen. jesus sagt in der
bibel: niemand kommt zum glauben an mich, ausser dass mein
vater ihn zöge.
und ich kann wohl auch sagen, dass ich nicht viel dazu getan
habe christ zu werden ausser die hand, die sich mir
ausstreckte zu ergreifen …
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die in euch ist.“ (1Petr. 3,15)
Ich glaube nicht, dass damit gemeint ist: Sagt jedem, der euch fragt - und auch jedem, der euch nicht fragt: Ich glaube, weil ich glaube, weil ich glaube!
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach
der Hoffnung fragt, die in euch ist.“ (1Petr. 3,15)
Ich glaube nicht, dass damit gemeint ist: Sagt jedem, der euch
fragt - und auch jedem, der euch nicht fragt: Ich glaube, weil
ich glaube, weil ich glaube!
Q
ich glaube nicht um den glaubens willen sondern weil ich weiss an wen ich glaube.
c
so kommen wir nicht weiter
wenn jeder nur seine bibeln zitiert, kommen wir nie auf eine gute definition.
ich würde sagen, abergläubisch ist, wenn man ereignissen des alltags magische bedeutungen beimißt. also zum beispiel diese dinge mit schwarzen katzen, oder auch kartenlegen, astrologie, amulette oder ähnliches. mit religion hat das wohl nichts zu tun, außer mit dem ursprung gewisser abergläubischer dinge. aberglaube hat was mit magie zu tun.
kann man nicht jede Religion als Aberglauben
bezeichnen? Es kommt nur auf den Blickwinkel
an.
Wenn sich der Gläubige durch seinen Glauben eine Änderung im Lauf der Ereignisse verspricht, magst Du Recht haben. Aber ist dieses bei jeder Religion so?
jeder Mensch erhofft sich Vorteile durch besonders
gottgeälliges Benehmen.
Ob diesseits oder jenseits.
Bin ich jetzt kein Mensch mehr oder was?
So kann es schon sein, dass ich durch das Halten von Gebote vielleicht ein bisschen besser, länger lebe oder im „jenseits“ dafür belohnt werden könnte. Aber dieses ist für mich keine Motivation die Gebote zu halten - ich tue dieses nur aus Liebe und weil es mir gesagt wurde.
da entsteht bei dir eindruck, dass ihr das
ganz fast ausschliesslich philosophisch angeht.
naja, das brett ist ja auch philosophisch, sagen wir religionsphilosophisch. sonst würde es ja „christentum“ heißen.
ich habe mich in letzter zeit mit der geschichte deutschland
bez. glauben / christenheit beschäftigt und erkenn in euren
artikeln das wieder, was in unserem land am stärksten
vertreten und geschätzt wird: der eigene intellekt.
stehen für dich intellekt und religion in einem gegensatz?