Hi - also, ich bin Christ und das mit Überzeugung. Nun bin ich von einem Bekannten gefragt worden, wie ich Glaube, bzw. Aberglaube definieren würde. Ich suche nun eine gegenüberstellende Aussage. Vor allem was den Begriff Aberglaube anbelangt. Bin gespannt, was Ihr dazu zu sagen habt.
Corrie
Hallo,
Hi - also, ich bin Christ und das mit Überzeugung. Nun bin ich
von einem Bekannten gefragt worden, wie ich Glaube, bzw.
Aberglaube definieren würde. Ich suche nun eine
gegenüberstellende Aussage. Vor allem was den Begriff
Aberglaube anbelangt. Bin gespannt, was Ihr dazu zu sagen
habt.
„Aberglaube:
Glaube an Zusammenhänge, die das eigene Schicksal beeinflussen sollen, der nicht von der offiziellen Kirche gebilligt wird. Genauso wie der Glaube soll der Aberglaube dem Menschen dazu verhelfen, sich zu stabilisieren und Sicherheit zu finden, besonders bei Entscheidungen; aber Aberglaube ist ganz individuell.“
Quelle: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/aberg… .
Die Religionswissenschaft verwendet statt des Begriffs „Aberglaube“ lieber den Terminus „Volksglaube“.
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Herzliche Grüße
Thomas Miller
Neues Problem
"Aberglaube:
Glaube an Zusammenhänge, die das eigene Schicksal beeinflussen
sollen, der nicht von der offiziellen Kirche gebilligt wird.
„… der nicht von der offiziellen Kirche …“
Jetzt haben wir das nächste Problem.
WAS für eine Kirche ist denn „die offizielle“ Kirche?
Die der Christen, Juden, Moslems, Mormonen usw usw?
Und jeder sagt, er hat DEN Glauben und die anderen haben nur Aberglauben
)
Winni the Pooh
Hallo,
Jetzt haben wir das nächste Problem.
WAS für eine Kirche ist denn „die offizielle“ Kirche?
Die der Christen, Juden, Moslems, Mormonen usw usw?
Und jeder sagt, er hat DEN Glauben und die anderen haben nur
Aberglauben)
nicht ganz, denn der Begriff „Aberglaube“ wird ja von der einen Religion gegen die andere verwendet, um unter Ausnutzung der Emotionen nicht nur die gemeinte Religion, sondern gleich deren gesamte Religiosität zu diskreditieren. Wenn die eine Religion die andere sachlich ablehnt, spricht sie eher von „Irrglauben“. Man hat sich also geirrt und ist nicht grundlos einem emotionalen Impuls gefolgt.
Gruß
Thomas Miller
Hi - also, ich bin Christ und das mit Überzeugung. Nun bin ich
von einem Bekannten gefragt worden, wie ich Glaube, bzw.
Aberglaube definieren würde. Ich suche nun eine
gegenüberstellende Aussage. Vor allem was den Begriff
Aberglaube anbelangt.
Hallo Corrie,
der Unterschied und ob jemand überhaupt zwischen Glauben und Aberglauben differenziert, ist eine Frage des Standpunktes. Für den überzeugten Gläubigen ist der Andersgläubige Anhänger eines Irr- oder Aberglaubens. Für den Atheisten ergibt sich überhaupt kein Unterschied.
Für genau diese Frage nach dem Unterschied erntete ich vor ungefähr 35 Jahren in der Schule zunächst ein erstauntes Gesicht des Religionslehrers und schließlich einen schweren Rüffel wegen meiner Dummheit. Außer Gemurmel über Sekten erhielt ich keine Antwort. Für die auf der Hand liegende Frage, was denn eine Sekte von der Kirche unterscheidet, fehlte mir dann der Mut.
Gruß
Wolfgang
‚Aberglaube‘
Hallo Corrie,
nach meinem Sprachempfinden hat „Aberglaube“ eine Nähe zu „Magie“. Wer „abergläubisch“ ist, erwartet wunderhafte Wirkungen von bestimmten Gegenständen, Ereignissen und Handlungen, und zwar unabhängig von der Person- und Beziehungsebene.
Wenn einer z.B. die Reliquien eines Heiligen als wundertätig verehrt, ohne sich von dessen Person und Leben berühren zu lassen, ist das „Aberglaube“, genau wie der Glaube an Glücksklee, Hufeisen oder schwarze Katzen.
In diesem Sinn wird jeder „Glaube“ von „Aberglauben“ begleitet, und die Übergänge sind natürlich fließend.
Gruß,
Quest
Hallo,
der Unterschied und ob jemand überhaupt zwischen Glauben und
Aberglauben differenziert, ist eine Frage des Standpunktes.
nein, dass ist es gerade nicht, denn: Undifferenziertheit ist ein Mangel! Das trifft natürlich den fanatischen Anhänger einer Sekte oder Religion ebenso wie den Atheisten, der meint, über mögliche Antworten gar nicht nachdenken zu brauchen.
Für genau diese Frage nach dem Unterschied erntete ich vor
ungefähr 35 Jahren in der Schule zunächst ein erstauntes
Gesicht des Religionslehrers und schließlich einen schweren
Rüffel wegen meiner Dummheit. Außer Gemurmel über Sekten
erhielt ich keine Antwort. Für die auf der Hand liegende
Frage, was denn eine Sekte von der Kirche unterscheidet,
fehlte mir dann der Mut.
Das kann ich nachempfinden. Begriffsdefinition ist aber trotzdem keine Angelegenheit des Interesses, sondern der Angemessenheit an ein Phänomen.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
…für diese Antwort von einem Theologen.
und die Übergänge sind natürlich fließend.
Dieser Satz ließ mich staunen. Mehr solcher Sätze aus dem Mund des damaligen Gemeindepastors und ich wäre zumindest damals noch nicht aus der Kirche ausgetreten.
Gruß,
Wolfgang
Es sind eben nicht alle.
Hallo Wolfgang,
…für diese Antwort von einem Theologen.
und die Übergänge sind natürlich fließend.
Dieser Satz ließ mich staunen. Mehr solcher Sätze aus dem Mund
des damaligen Gemeindepastors und ich wäre zumindest damals
noch nicht aus der Kirche ausgetreten.
siehst du, es sind eben nicht alle so wie die meisten. Und vielleicht sind die meisten auch nicht so wie die wenigen.
Was ich sagen will: Generalisierungen helfen selten weiter.
Ich will dir ja nicht empfehlen, wieder einzutreten, zumal ich selbst große Schwierigkeiten mit der Kirche habe, aber vielleicht ist es manchmal gut, etwas weniger schwarz zu sehen. Das kostet auch nicht so viele Nerven.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
hallo, Quest,
kann man nicht jede Religion als Aberglauben bezeichnen? Es kommt nur auf den Blickwinkel an.
Grüße
Raimund
Hi Corrie,
In der Geschichte vom „Ungläubigen Thomas“ sagt Christus den Satz: „Selig ist, wer nicht sieht, und doch glaubt…“
Glaube ist m.E. ein Überzeugtsein von Innen heraus, Aberglaube eine Überbewertung irgendwelcher zufälliger Ereignisse oder Gegenstände.
Der Mensch möchte halt seinen Glauben gerne „festhalten“, Gott oder das Schicksal an irgendwelche Fakten oder auch Buchstaben binden.
Für mich ist Aberglaube sowohl ein sogenannter Glücksbringer, oder das schwarze Schaf, aber auch ein Glaube _an_ die Bibel.
meint
KDK
Hallo Raimund,
kann man nicht jede Religion als Aberglauben bezeichnen? Es
kommt nur auf den Blickwinkel an.
natürlich kann man jede Religion so bezeichnen, aber nicht zu Recht. Wenn man nämlich jede Religion als Aberglaube bezeichnen würde, dann müsste man auch seine eigene Religion - denn auch der Unglaube ist eine - als Aberglaube bezeichnen.
Das, was man den Religionen vorwirft, wenn man sie des Aberglaubens bezichtigt, ist ja im Grunde genommen die unsichere Grundlage, auf der die vermeintlichen Erkenntnisse ruhen. Diese Unsicherheit aber teilt die Religion - jedenfalls tendenziell - mit anderen Bereichen des menschlichen Lebens, in denen uns diese Unsicherheit normalerweise nicht stört.
Ich selbst bin nicht gläubig, habe aber Respekt vor Religion,
weil sie - wenn sie gut ist - auf begründete Weise nach letzten Wahrheiten sucht, die die Nichtreligiösen oft als Mumpitz abtun, ohne ihre eigenen Selbstbeschränkungen überhaupt wahrzunehmen.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Ciao Corrie
Ich hüte mich, eine Definitionen abzugeben.
Ich empfehle Dir: DTV 1790 Kleines Lexikon des Aberglaubens,Bandini, ISBN3-423-20210-6.
(Nicht als Bettlektüre!)
Gruss
Mäni
hallo, Quest,
kann man nicht jede Religion als Aberglauben bezeichnen? Es
kommt nur auf den Blickwinkel an.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
da du mich fragst
natürlich „kannst“ du jede Religion Aberglauben nennen (und würdest damit vermutlich meinen: Irrtum, Weltanschauung ohne Realitätsbezug).
Die Wörter werden ja nicht vom Gesetz oder vom Duden definiert, sondern von uns, indem wir sie benutzen.
Aber für das Phänomen, dass Religionen (und übrigens auch nichtreligiöse Weltanschauungen) regelmäßig von „verflachten“, „veräußerlichten“, „mechanistischen“ Haltungen begleitet werden (gegen die dann Propheten und Mystiker und auch nachdenkliche Wissenschaftler zu protestieren pflegen) muss es doch auch einen Namen geben. Und ich finde das Wort „Aberglaube“, das unsere Sprachtradition bietet, dafür am passendsten.
Gruß,
Quest
ahoi - hast du dieses buch gelesen und wenn ja: warum und wie beeinflusst dich das, was du darin gefunden hast jetzt?
bye, corrie
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Aberglaube Bibel?
Für mich ist Aberglaube sowohl ein sogenannter Glücksbringer,
oder das schwarze Schaf, aber auch ein Glaube _an_ die Bibel.
also für mich ist die bibel gottes wort. denn: wenn ich mich für das christstein, also den glauben an Jesus, entscheide, muss ich ja auch annehmen, dass gottes wort wahr und unumstösslich ist (auch wenn vieles in übersetzungen verwässert wurde) was meinst du dazu?
bye, corrie
Jede Religion ein Aberglaube?
moin, moin - also das wort religion bedeutet ja „rückbindung des menschen an eine gottheit/ an das göttliche“ und in sofern ist das christentum nun keine relgion. denn gott hat den ersten schritt gemacht. nicht wir menschen. jesus sagt in der bibel: niemand kommt zum glauben an mich, ausser dass mein vater ihn zöge.
und ich kann wohl auch sagen, dass ich nicht viel dazu getan habe christ zu werden ausser die hand, die sich mir ausstreckte zu ergreifen …
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ich selbst bin nicht gläubig, habe aber Respekt vor Religion,
weil sie - wenn sie gut ist - auf begründete Weise nach
letzten Wahrheiten sucht, die die Nichtreligiösen oft als
Mumpitz abtun, ohne ihre eigenen Selbstbeschränkungen
überhaupt wahrzunehmen.
hm, um mal jesus zu zitieren: ihr sollt die wahrheit wissen und die wahrheit wird euch frei machen.
ja, da glaube ich dran und das habe ich auch erfahren. in dem moment, wo jesus, gott mir die wahrheit zeigt (über mich selbst, über ihn, über diese welt, über die welt die wir nicht sehen können) da werde ich frei!
bye, corrie
Atheist?
bist du selber atheist und wenn ja: warum, seit wann und wie lebst du damit?
corrie
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Hallo,
der Unterschied und ob jemand überhaupt zwischen Glauben und
Aberglauben differenziert, ist eine Frage des Standpunktes.nein, dass ist es gerade nicht, denn: Undifferenziertheit ist
ein Mangel!
also den satz verstehe ich nicht ganz. was meinst du damit? undi. ist ein mangel?
gruss, corrie