Hallo,
Deine Frage kann wohl erst beantwortet werden, wenn Du eine Definition für „Glauben“ gibst. Sicherlich gibt es den „Glauben“, der, da er scheinbar seinen Anhängern ein leichteres Leben verspricht, als „Droge“ verstanden werden. Realitätsflucht, WEltflucht, Glückssuche, das sind durchaus Dinge, die wohl Drogen- und Glaubenskonsum gemeinsam haben können.
wenn jemand durch eine religion einen glauben hat, kann es
dieser person helfen besser durchs leben zu gehen.
Sicher:
der glaube kann eine art perspektive bedeuten. ohne diesen
würden manche nicht leben können, ohne eine einzige letzte
perspektive
Sicherlich auch, der hier ebenso oft vertretene Glaube an die (eigene) Vernunft funktioniert ja auch so: Diese Instnaz (Vernunft) gibt Sicherheit und Antwort auf Fragen, auch Sinnfragen. Wenn wird davon ausgehen, daß jeder an irgendetwas „Glaubt“ (in dem Sinn, das es eine Antwort-Instanz gibt, was ja eben ein Gott oder aber auch die eigene Vernunft, das Gewissen etc. sein kann), dann wäre die Frage, inwiefern jemand davon auch lassen könnte. Wenn er diesen Glauben mit allen Mitteln verteidigt, wären wir vielleicht bei einer Droge. Inwiefern das mit physisch abhängig machenden Drogen vergleichbar wäre, wäre dann von Fall zu Fall zu entscheiden.
ist es besser in einer lüge zu leben, als in der wahrheit zu
sterben?
Nun ja, ich bin schon erstaunt, daß Du, ohne „Glauben“ zu definieren, das Gegenteil per se offensichtlich als Wahrheit bezeichnest:wink:
sind nicht auch drogen auch eine art lüge das es uns besser
geht.
Glaube erschöpft sich nicht (bzw. nicht jeder Glaube tut das) darin, daß man an etwas (bei Dir eine Lüge) glaubt und es einem dann besser geht. I.d.R. drückt er sich in einer Lebensweise aus, diese an einem bestimmten Ziel (ob nun ewiges Leben, Weisheit, vernunftbestimmtes Leben) festgemacht. Jemand, der vielleicht die Vernunft als höchstes Axiom ansieht, wird sich eventuell Kants kategorischen Imperativ als ethische Handlungsanweisung auswählen. Er könnte niemanden beweisen, daß es die Vernunft gibt (und wenn, welche schrecklichen Verbrechen hat sich die Vernunft des Menschen nicht erdacht - d.h. also, die Vernunft ist nicht per se „unschuldig“). Sie könnte also eine Lüge sein, ein nicht-existentes Konsturkt. Er hängt also einer vielleicht-Lüge an und richtet sein Leben mit Hilfe von Kants Philosophie aus.
Ist das ein „besseres“ Leben? Im Sinne eines einfacheren? Oder heißt nicht, vernünftig zu leben, ein ungemütliches Leben zu leben, voller Herausforderungen, Zweifeln und Unzulänglichkeiten?
Ähnlich geht es wohl auch einem Juden, Moslem oder Christen, der veruscht, ein Leben gemäß seinem Glauben zu leben - Scheitern ist inbegriffen.
Es ist also die individuelle Frage, wie jemand mit diesem Scheitern umgeht, ob er einem Glauben oder einer Droge anhängt.
Deswegen kann wohl ein auf das Allgemeine abzielende Gesetz den Glauben nicht verbieten.
Grüße,
Taju