Glaubessätze (frühe Sprüche) gesucht

Positiv oder negativ?
Hallo zusammen,

erst mal herzlichen Dank für die vielen Beiträge. Was mich daran vor allem interessiert, sind die „Sprüche“, die in Bezug auf die genannten Themenkomplexe eher negative Auswirkungen haben können.

Im folgenden habe ich mal versucht, eure Beiträge in drei Gruppen einzuteilen:

  • = eher förderlich
    o = bin mir nicht sicher
  • = eher hinderlich

+ förderlich
Man trägt nicht schwer an dem, was man im Kopfe hat.
Du schaufelst dir dein eigenes Grab.(wenn jemand etwas offensichtlich „Dummes“ anstellt)
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Et kütt wie et kütt (es kommt wie es kommt). Et hätt noch immer jot jejange (es ist noch immer gut ausgegangen).
Säg nicht den Ast ab, auf dem du sitzt.
Hochmut vor dem Fall!
In Rom benimmt man sich wie die Römer.
Jung gewohnt ist alt getan.
Lügen haben kurze Beine.
Mit dem Hute in der Hand, kommt man durch das ganze Land.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Nex witt su hees jegesse, wie et jekoch witt. (Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird)
Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.
Spare jetzt, dann hast du in der Not.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Versprochen ist versprochen, das wird auch nicht gebrochen.
Viele Wege führen nach Rom.
Von nex kütt nex (Von nichts kommt nichts)
Wann immer etwas schlecht lief, zum Beispiel bei schlechten Zensuren, sagte meine Ma immer (mit einem dementsprechenden Grinsen): „Hauptsache, wir sind alle gesund!“.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Was ich selber denk und tu, trau ich auch den andern zu!
Wenn Du eine Leiter besteigst, sei freundlich zu dem, der sie hält!
Wenn du jetzt nicht aufpasst hast du später von Tuten und Blasen keine Ahnung.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Wer den Heller nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Wie man kommt gegangen, so wird man auch empfangen.
Wo zwei satt werden, werden auch viele satt.

o Bin mir nicht sicher
An einem Streit sind immer beide Seiten schuld.
Die Letzten beißen die Hunde.
Geld allein macht auch nicht glücklich!
Intelligenz säuft, Dummheit frisst.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Kann ich nicht, liegt auf dem Friedhof, Will ich nicht, liegt gleich daneben.
Komm - der Onkel hat Schokolade. Sinn: Trau niemanden, der nett tut und Dir grundlos was schenken will.
Langes Fädchen, faules Mädchen.
Lass das, das tut man nicht.
Lass das, meine Mutter hasst das.
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Mach erstmal eine Ausbildung, dann kannst du immer noch blöd spielen.
Nachts sind alle Katzen grau.
Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle.
Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
Viele Köche verderben den Brei.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Was lange währt, wird endlich gut.
Wenn et em Essel zu joht jeht, jehte opem Eis. (Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis)
Wer wagt, gewinnt.
Wie du mir, so ich dir.
Willst du gelten, mach dich selten.

- eher hinderlich
Das Denken solltest du anderen überlassen. Die werden schließlich dafür bezahlt.
Der Klügere gibt nach.
Der Lehrer hat immer recht!
Der liebe Gott sieht alles.
Du kostest mich den letzten Nerv.
Du redest wie ein Wasserfall.
Eher ernährt eine Mutter acht Kinder, als acht Kinder eine Mutter.
Ein Narr, der mehr gibt als er hat.
Ein Unglück kommt selten allein.
Gib nicht so an.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Mädchen, die pfeifen und Hennen, die kräh’n, denen sollt man all beiden die Hälse umdreh’n.
Nimm dich nicht so wichtig.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Nur zugeben, was Dir bewiesen wird.
Ober sticht Unter.
Rote Haare, Sommersprossen - sind des Teufels Artgenossen
Sei nicht so albern.
So lange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, habe ich das Sagen.
Unsereins ist doch sowieso immer der Dumme.
Vögel, die morgens singen, frisst abends die Katz.
Was der Bur net kennt, frit er nicht.
Was sollen denn die Leute denken!
Wer flüstert, der lügt!
Wer schreit, hat Unrecht.
Wer sein Kind liebt, der züchtiget es.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

Mein Gefühl ist, dass viele dieser Sprüche höchst ambivalent sind und je nach Interpretation und Kontext zu ganz unterschiedlichen Verhaltensweisen führen können.

Eure Meinung dazu interessiert mich. Und natürlich freue ich mich auch über noch mehr „Sprüche“ (vor allem solche der dritten, negativen Kategorie).

Herzlich!

Burkhard

Beschiss kommt immer auf’n Tisch.

Gruß,

Malte

Hallo,

also das ist ja ne ganze Menge hier :smile:

Also ich glaube auch das solche Sprüche schon „prägen“ können. Vor allen Dingen
die negativen, wenn man als Kind zum Beispiel immer gesagt bekommt: Das denken
solltest du besser den anderen überlassen… glaube ich ist das schon eine
schlimme Demütigung die man bestimmt nicht vergisst , eben so Du kostest mich den
letzten Nerv und ähnliche Sprüche die in die Richtung wie dumm, blöd, hässlich
man ist.

Du redest wie ein Wasserfall finde ich allerdings nicht wirklich negativ.
Ein Spruch der sich mir besonders eingeprägt hat: Wer schreit, hat Unrecht.
Hat mich in soweit geprägt das ich lieber mit guten Argumenten diskutiere (was
ich jetzt auch nicht negativ sondern eher positiv finde). und ich dem Spruch nur
zustimmen kann, wer Schreit hat keine Argumente und somit meistens Unrecht.

LG Nicole

des einen leid ist des anderen freud
was hänshen nicht lernt, lernt hans nimmer mehr (so ähnlich glaub ich)
wer nicht umstritten ist, ist nicht interessant
hinter jeden erfolgreichen mann steckt eine erfolgreiche frau
lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach
wer dich zum freund hat… braucht keinen feind
solange du deine füsse unter meinem tisch hast…(elternohmmachts-
aussage*g)
es wird gegessen was auf den tisch kommt
jeder ist seines glückes schmied
…ist, wie das salz in der suppe
wer die welt nicht kennt, hat sein leben verpennt
das beste kommt immer zuletzt
glück im spiel, pech in der liebe
besser arm und glücklich als reich und unglücklich (wenns so einfch wäre:wink:
wer hat angst vorm schwarzen mann (schwarz=böse)- siehe auch lexikon
hunde die bellen, beissen nicht
wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wenn er auch die wahrheit spricht
braune augen sind gefährlich, aber in der liebe ehrlich*ggg
wer sich nicht nach der decke streckt, dem bleiben die füsse unbedeckt
(leider habe ich mein posiealbum aus der kindheit nimmer, da standen lauter solche dinge drinnen)
das leben wird gut, man braucht nur viel mut
…bist du des teufels…? (ersatzweise - wahnsinns oder ähnl.)

ob sowas auch dazu gehört? - besser arm ab als arm dran?*g

… ich hatte da noch mehr im geiste, aber nun sind se wieder wech,
schad, waren gute mein ich mich zu erinnern…

spruch, der bei meiner grossmutter in der küche hing und in der tat von goethe war (stand jedenfalls so dran:wink:: viel schöner bist du wenn du lachst, als wenn du eine schnute machst.

einige der sprüche kenne ich aus versch. zeiten meiner kindheit und jugend und würde auch sagen, wie vieles anderes hatten sie schon einen gewissen einfluss bzw. prägenden charakter in bezug auf bewertung/um-
gang mit den dingen des alltages.

das gilt aber für ne menge - z.b die kindliche überelgung ob man beim lügen nun auch ne lange nase bekommt wie pinoccio - also der gewisse zweifel, ob nicht doch was dran ist*g - und ich wollte nie ne lange nase bekommen, auf keinen fall :wink: - und auch keine kurzen beine*lach

in späteren jahren sind es dann wohl andere sprüche die noch einen einfluss haben, denke mal, ganz lösen kann man sich nie davon - von
bestimmten jedenfalls nicht - merke ich jedenfalls bei mir - manche haben jedoch auch einen nicht geringen wahrheitsgehalt finde ich.
viele jedoch auch wiederum gar nicht.

LG
nina

Hallo Burkhard,

‚Morgenstund hat Blei im Po‘ stammt von meiner Mutter, die genau so ein Morgenmuffel war wie ich selbst. ‚Morgenstund hat Gold im Mund‘ mag zwar für einige Leute zutreffen (z.B. für meinen Freund, der ist morgens am aktivsten), aber bestimmt nicht für mich. Ich bin abends und nachts am produktivsten. Deshalb ärgert es mich auch, wenn mir jemand mit diesem blöden Spruch ‚Morgenstund hat Gold im Mund‘ klar machen will, daß ich besser daran täte, meine ‚Gewohnheiten‘ zu ändern. Ich würde diesen Spruch nicht unter ‚positiv‘ einordnen, für geborene Nachteulen ist er einfach nur nervig!

‚Nichts hält ewig, die schönste Frau wird schäbig‘ ist noch ein Spruch, den ich von meiner Mutter öfter gehört habe. Er stammt von ihrem Vater.

‚Steter Tropfen höhlt den Stein‘ sagte meine Mutter oft, wenn sie von ihren Versuchen berichtete, ihren Chef davon zu überzeugen, daß Tierversuche grausam und unnötig seien. (Sie hat es übrigens tatsächlich geschafft: Nach jahrelangen Diskussionen ist er der Vereinigung ‚Ärzte gegen Tierversuche‘ beigetreten. :smile:)) )

An andere Sprüche kann ich mich nicht erinnern.

Zum Thema Autorität: Ist zwar nicht direkt ein Spruch, aber meine Mutter sagte oft, wenn ein Lehrer (oder Chef oder irgend ein aufgeblasener Wichtigtuer) versuchen würde, uns niederzumachen, sollten wir uns ihn beim Sch… (auf dem Klo) vorstellen, wie er drückt und drückt und dabei einen roten Kopf kriegt… Diese Vorstellung fanden wir als Kinder immer sehr lustig. Ich denke aber, daß wir uns heute von sog. ‚Autoritäten‘ nicht beeindrucken und uns nicht alles gefallen lassen, ist weniger irgendwelchen Sprüchen zuzuschreiben, sondern der liebevollen Erziehung und dem guten Beispiel, das meine Mutter uns immer gegeben hat.

Gruß, Tanja

…ein schelm, der böses dabei denkt…

und dann gabs da noch was mit tagesmenschen und nachtmenschen - eule und äh… jo - evtl erinnert sich noch wer und bekommts noch auf die reihe die spruch korrekt zu benennen.

übrigens gibts tagesabreisskalender, da stehen für jeden tag solche sprüche druff…evtl schauste mal obs noch welche gibt fürs letzte jahr. des weiteren kann ich mir vorstellen, dass es im netz sogar
seiten in der richtung gibt (`n bekannter hatte ne HP und war mit so einer seite verlinkt, bekam jeden tag einen neuen spruch)

LG
nina

schwierig!
Hallo nochmal,

erst einmal macht es schon Sinn, zu unterscheiden, daß nicht alle Sprüche nur positiv oder nur negativ sind.

Ich glaube aber, daß es sehr schwer ist, einem Spruch ein generelles + oder - zuzuordnen. Es kommt zu sehr auf den Kontext an, die Situation, in der dieser Spruch angebracht wurde/wird. Gleich zu Anfang der Liste fängt es an.

+ förderlich
Hochmut kommt vor dem Fall!

Ja, das mag in vielen Fällen stimmen. Ich kenne aber auch Fälle, in denen die Eltern es den Kindern wieder und wieder sagten, um sie klein zu halten, wo mittels dieses Spruches jegliches Selbstwertgefühl blockiert wurde, nach dem Motto „Lieber das Licht unter den Scheffel stellen“. Ist der Spruch dann immer noch positiv? Hat er dann nicht die gleiche Bedeutung wie

Gib nicht so an,

den Du aber den negativen Sprüchen zuordnest?

Oder der hier:

+ förderlich
In Rom benimmt man sich wie die Römer.

Ja, stimmt. Wenn der Spruch aber dazu verwendet wird, einem Kind zu sagen, daß es sich immer nur anpassen sollt - ist er dann immer noch positiv?

Und zum Beispiel sortierst Du

Von nex kütt nex (Von nichts kommt nichts)

unter die positiven, aber

Jeder ist seines Glückes Schmied.

unter die „bin mir nicht sicher“ Sprüche - dabei ist die Aussage im Grunde identisch. Wahrscheinlich spielt hier Deine Assoziation eine Rolle.

Mein Gefühl ist, dass viele dieser Sprüche höchst ambivalent
sind und je nach Interpretation und Kontext zu ganz
unterschiedlichen Verhaltensweisen führen können.

Ja, so ist es. Insofern ist es fast unmöglich, sie zu „sortieren“. Und wenn Du sammelst, dann sollten die, die Dir antworten, am besten gleich dazu schreiben, wie sie den Spruch empfinden. Denn das kann, wie gesagt, sehr unterschiedlich sein.

Liebe Grüße,
Nike