Gleiche Aufgabe - unterschiedlicher Lösungsweg?

Hi,

ich arbeite derzeit an einem Projekt, bei dem Steuerungsarten von Software evaluiert werden (z.B. soll bei Maussteuerung Rechts- oder Doppelklick verwendet werden). Für die Evaluation wurden kurze Tests entwickelt. Jeder Teilnehmer macht dabei immer beide Tests, also bei diesem Beispiel einmal mit Rechts- und einmal mit Doppelklick, dann wird die Performance miteinander verglichen.

Bei der Entwicklung hatte ich mit einigen Pädagogen Kontakt, und irgend jemand davon hat mir dann gesagt, dass die Tests zwar von der Bedienung her ähnlich sein können, aber unbedingt anders aussehen müssen, sonst versuchen die Teilnehmer beim zweiten Durchlauf den Test genau so zu bedienen wie beim ersten Durchlauf. Der Grund dafür ist, dass das Gehirn vom eben Erlernten nicht auf ein neues Muster umschalten kann. Das klingt ja eigentlich auch logisch :smile: Ich weiß aber leider nicht mehr, wer mir das damals gesagt hat, aber es klang so nach den „Basics“ der Didaktik.

Jetzt schreibe ich den Bericht dazu und bin verzweifelt auf der Suche nach einer wissenschaftlichen Quelle, die diese Theorie beinhaltet. (Ich habs mit Google versucht, aber mir fehlen irgendwie die Suchbegriffe!)

Weiß irgend jemand von euch weiter?

Vielen Dank und liebe Grüße,

  • melvont

Vergiss das Gehirn, meine ich. Wir sind durch Microsofts Gnaden darauf geeicht: Linksklick heißt Aktion, Rechtsklick heißt andere Angebote. Also, wenn ich eine neue Software habe und nicht durchsehe, dann benutze ich die rechte Maustaste zum Check, ob mir etwas Anderes etc. angeboten wird.

Hat also nichts mit Gehirnhälften und Erlerntem zu tun sondern mehr damit, was ich bei Microsoft-orientierter Software erlebt habe. Die linke Maustaste löst etwas aus, die rechte bietet mir Optionen.

Aus meiner Sicht sind dies Konventionen, die nicht unbedingt was mit menschlicher Verhaltensweise sondern mehr was mit erlebter und verinnerlichter Verhaltensweise zu tun haben. Dagegen kann man maulen, aber ändern tut dies nix.

So gesehen verstehe ich die Frage nicht. Ich möchte bei einer Software beim linken Mausklick eine definierte Aktion sehen. Beim rechten Mausklick hingegen möchte ich Optionen für eine andere Herangehensweise angeboten bekommen.

Da fühle ich mich wie olle Pawlowsche Hund. Ist halt so erlernt… *grien*

Inwiefern man dies künftig umgehen oder anders lösen könnte - null Ahnung. Momentan scheinen mir die Bedingungen so gesetzt.

…war nur ein Beispiel!
Hi,

zuerst mal Danke für Deine Antwort!

Auf was wir durch welches Betriebssystem geschult sind etc. ist hier eigentlich völlig egal, deshalb habe ich auch bei der Frage vermerkt, dass das jetzt nur ein Beispiel ist (das ganze in allem Umfang zu erklären würde das Board etwas sprengen :wink: ).

Ich bin lediglich auf der Suche nach einer Theorie, ich denke in der Didaktik, die besagt, dass man (bzw. möglicherweise vorwiegend Kinder) bei zwei Aufgaben, die ident aussehen, immer den gleichen Lösungsweg versuchen wird, nämlich den Weg, den man als erstes kennen gelernt hat.

Ich verwende jetzt bewusst ein total anderes Beispiel :smile: Nehmen wir an, ein Hersteller von Fertigsuppen hat mehrere Ansätze, wie eine Suppe zubereitet werden kann, sie unterscheiden sich aber nur sehr gering - bei einer Art muss die Suppe sehr schnell gerührt werden, sobald sie kocht, bei der zweiten Art darf sie nur sehr langsam gerührt werden (der Unterschied ist also minimal). Lässt er nun ein paar Testpersonen beide Arten von Suppe kochen und bei jedem Durchlauf erhalten die Teilnehmer ein exakt gleich aussehendes Päckchen, dann werden sie beim zweiten Durchlauf (auch, wenn auf der Packung steht „langsam rühren“) sehr wahrscheinlich trotzdem schnell rühren, weil sie die Suppe gerade eben erst gekocht haben und da besonders schnell rühren mussten. Das Szenario zwei sieht genau aus wie das erste, deshalb ist es schwierig, „umzuschalten“. Das Ergebnis wäre also, dass es den Personen schwer fällt, langsam zu rühren, das kommt aber nur daher, weil sie zuerst schnell rühren mussten.

Hinter diesem Effekt steckt ein Prinzip bzw. eine Theorie, mit der sich offensichtlich schon ein paar Didakten / Psychologen / Pädagogen / ? beschäftigt haben, mir fehlt nur der Name dazu… und nachdem das hier ja die Abteilung „Psychologie“ ist, hätte ich gehofft, dass jemand schon mal damit zu tun hatte…

Liebe Grüße,

melvont