vielleicht ist es Euch auch schon aufgefallen, dass es in verschiedenen Regionen oft gleiche Ortsnamen gibt. Das beschränkt sich dann meist nicht nur auf einen Ort, sondern in der Nähe heißen die Orte auch gleich. Beispiele aus meiner Umgebung: in Stuttgart gibt es Stadtteile mit den Namen Feuerbach und Hofen. 200 km entfernt in Südbaden bei Kandern treten diese Namen auch wieder zusammen auf. Ähnliches mit den Städtenamen Rottweil und Balingen die leicht verändert auch gut 100 km weiter am Kaiserstuhl als (Ober-)Rotweil und Bahlingen wieder zu finden sind. Auch die von Staumeldungen bekannten Orte Merklingen und Mühlhausen auf der Schwäbischen Alb kommen genau so beim Ort Weil der Stadt wieder vor (ca. 80 km).Auf der Alb gibt es auch die benachbarten Orte Schopfloch und Donnstetten, in der Nähe von Freudenstadt im Schwarzwald ebenfalls benachbart Schopfloch und Dornstetten…
Kennt ihr weitere „Phänomene“ dieser Art?
Gibt es eine Erklärung aus sprachlicher Sicht dafür?
vielleicht ist es Euch auch schon aufgefallen, dass es in
verschiedenen Regionen oft gleiche Ortsnamen gibt. Das
beschränkt sich dann meist nicht nur auf einen Ort, sondern in
der Nähe heißen die Orte auch gleich. Beispiele aus meiner
Umgebung: in Stuttgart gibt es Stadtteile mit den Namen
Feuerbach und Hofen. 200 km entfernt in Südbaden bei Kandern
treten diese Namen auch wieder zusammen auf. Ähnliches mit den
Städtenamen Rottweil und Balingen die leicht verändert auch
gut 100 km weiter am Kaiserstuhl als (Ober-)Rotweil und
Bahlingen wieder zu finden sind. Auch die von Staumeldungen
bekannten Orte Merklingen und Mühlhausen auf der Schwäbischen
Alb kommen genau so beim Ort Weil der Stadt wieder vor (ca. 80
km).Auf der Alb gibt es auch die benachbarten Orte Schopfloch
und Donnstetten, in der Nähe von Freudenstadt im Schwarzwald
ebenfalls benachbart Schopfloch und Dornstetten…
Kennt ihr weitere „Phänomene“ dieser Art?
Ja, das dürfte überall, sogar weltweit so sein.
Im Erzgebirge hat man davon viel, weil im Mittelalter Siedler aus allen Regionen des Reiches durch Barbarossa angeworben wurden, die ihre Siedlungen nach den ursprünglichen benannten. Man hat dies auch bei den deutschen Ortsnamen in Böhmen und Schlesien z.B.
Schau, auf Amerika zum Beispiel gibts es wohl fast jeden europäischen Ort nochmal-
Gruß
HM
Gibt es eine Erklärung aus sprachlicher Sicht dafür?
Ortsnamen entwickelten sich fast immer durch die Lage oder Zustand oder Bedeutung des Platzes.
Zum Beispiel gibt es in Norddeutschland in vielen Städten den Ortsteil Hochkamp. Das bedeutet, dieser Ortsteil liegt höher als der Rest der Umgebung und die Menschen wiesen auf diesen Ort hin eben durch den Namen „hoher Kamp“. Hier konnte auch in nassen Jahreszeiten das Vieh jederzeit auf die Weide. Und man nahm die Wiesen als Bleichen.
„Loh“ für Hain, bewachsene Lichtung, niedriges Gebüsch, Gehölz. Auch „Loh, loch, loge, lage, loy“.
Borgloh, Borchlo, Develo, Riemsloh, Ramsloh.
„Mar“ für stehendes Wasser, Binnensee. Görmar, Hadamar, Rethmar, Vellmar, Villmar.
Ortsbezeichnungen wurden also nicht künstlich hergestellt, sondern entwickelten sich ganz einfach durch ihre Lage. Diese wurden fast immer beibehalten. Und so entstanden natürlich bei gleicher Sprache, auch gleiche Ortsnamen in einer Region mit gleicher Volkszugehörigkeit.
Es wurden ganz selten Namen mitgenommen, z.B. während der Völkerwanderung.
Dass es in den USA einige zig Bremen, Hamburg usw gibt ist eine andere Sache. Das waren meistens die Siedler, die aus den betreffenden europ. Städten kamen und dort ihr Dorf dann wie ihren Geburtsort nannten.
wenn du mal in ein Internet Postleitzahlen- oder Telefonverzeichnis guckst, kannst du feststellen, dass es manche Namen gleich dutzendfach gibt. Je allgemeingültiger, um so häufiger: Gib mal Neustadt, Neukirch(en) oder ähnliche ein.
Würde man heute eine Stadt völlig neu gründen, würde man sicher darauf achten, dass es den Namen kein zweites Mal gibt. Zu den Zeiten aber, als die meisten Ortsnamen entstanden, gab es weder Radio noch Zeitungen, und reisen musste man, wenn man nicht zu den wenigen Reichen gehörte, zu Fuß. Außerdem gab es keine Schulpflicht, wo man in Geografie etwas über das Umfeld hätte lernen können; Karten, wenn es sie überhaupt gab, waren handgezeichnete Einzelexemplare.
Aus diesen Gründen wusste man bei der Namengebung meist gar nicht, dass es woanders, vielleicht sogar in der Nähe, schon einen Ort dieses Namens gab. Und wenn zufällig doch, war es nicht wichtig: Die Gefahr, verwechselt zu werden, war gering, da sich nur wenige Menschen über das nur wenige Kilometer weit reichende Einzugsgebiet eines Ortes hinaus bewegten.
Heiligen wurde bisweilen ein regionales Wirkungsgebiet zugeordnet, in dem Kirchen mit diesem Patronizium häufiger sind, so daß sich gleich- oder ähnlichlautende Ortsnamen bisweilen in geringer Entfernung finden.
Mein Namenspatron beschreibt z.B. einen sanft geschwungenen Bogen von Würzburg bis ins Salzkammergut. Dabei kommt er in einer Gegend durch, in welcher die Brunnenheilige Anna vorherrscht; dort sind die beiden einzigen Dörfer Bayerns, die Annaberg heißen, einige Stunden Fußweg voneinander entfernt.