Hallo,
hier mal wie ich es verstanden habe und mit meinen (sehr einfachen Worten) formuliert:
"Was besagt das Gleichgewicht von Keynes?
Keynes geht davon aus, das das Sparen einen Nachfrageausfall zur Folge hat, welcher Verwerfungen zur Folge hat, z. B. Arbeitsplatzabbau, wiederum höhere Arbeitslosigkeit und damit verbunden schwächere Kaufkraft. Seiner Meinung nach müssten die Höhe der Spareinlagen und die Höhe der Investitionen im Gleichgewicht sein."
Ist das so richtig oder falsch? Gibt es noch Ergänzungen dazu? Ich brauche echt eine ganz einfache kurze und prägnante Erklärung des Gleichgewichtes nach Keynes. Kann mir da jemand helfen?
Hallo (Lili) Marl(e)en
"Was besagt das Gleichgewicht von Keynes?
Keynes geht davon aus, das das Sparen einen Nachfrageausfall
zur Folge hat, welcher Verwerfungen zur Folge hat, z. B.
Arbeitsplatzabbau, wiederum höhere Arbeitslosigkeit und damit
verbunden schwächere Kaufkraft. Seiner Meinung nach müssten
die Höhe der Spareinlagen und die Höhe der Investitionen im
Gleichgewicht sein."
Ist das so richtig oder falsch? Gibt es noch Ergänzungen dazu?
Ich brauche echt eine ganz einfache kurze und prägnante
Erklärung des Gleichgewichtes nach Keynes. Kann mir da jemand
helfen?
Also eine zentrale Aussage von Keynes ist, dass die _ Investitionen sowohl das Volkseinkommen als auch die Ersparnisse bestimmen _. Es ist entgegen der klassischen Theorie nicht so, dass Volskeinkommen und Ersparnisse die Investitionen bestimmen.
Daraus folgend kommt Keynes zu der Erkenntnis, dass der Staat durch Einflussnahme auf die Investitionen das Geschehen (Entwicklung von Volkseinkommen) steuern kann.
Auch heute gibt es ja noch Politiker, die dieser Auffassung gerne folgen würden.
Kommt es nun zu Schwankungen der Investitionsgüternachfrage, so wirkt sich dies -nach Keynes- mitunter dramatisch auf die gesamte Volkswirtschaft aus:
Produzenten von Industriegütern reduzieren ihre Produktion =>
Arbeitsplätze gehen verloren und Einkommen der Arbeitnehmer sinkt =>
Rückgang auf dem Konsumgütermarkt => Nachfrage nach Konsumgütern und Angebot an solchen geht zurück => es kommt letztlich zu einer Art Kettenreaktion, an deren Ende der insgesamte Schaden größer ist, als der anfangs einleitende Nachfragerückgang bei Investitonsgütern
In diesem Zusammenhang wird auch von dem sog. _ negativen Multiplikatorprozess _ gesprochen.
Im Zuge dieses Multiplikatorprozesses ändern sich die Einkommen und die Spartätigkeit der privaten Haushalte. Die Ersparnisse passen sich an die Investitionen so lange an, bis die Lücke zwischen Investitionen und Ersparnissen, die den Prozess ausgelöst hat, wieder geschlossen ist. Erst dann kann die Produktion insgesamt abgesetzt werden und die Produktions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen müssen nicht nach unten revidiert werden.
VG
TraderS
Hallo TraderS,
vielen Dank für die Antwort. Also hat Keynes sozusagen der Wirtschaftspolitik Denkanstöße gegeben? Wenn die Politik den Hinweis bekommt das die Nachfrage nach Investitionsgütern sinkt od. allgemein Investitionen der Unternehmen zurückgehen, dann sollten diese handeln? Sehe ich das richtig? Und falls ja wie? Mit Steuersenkungen für Unternehmen oder wie wird das sonst gemacht? Weil dann könnte man ja diesen negativen Multiplikatoreffekt aufhalten.
LG
(Lili)Marle(e)n
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Hi,
Also hat Keynes sozusagen der
Wirtschaftspolitik Denkanstöße gegeben? Wenn die Politik den
Hinweis bekommt das die Nachfrage nach Investitionsgütern
sinkt od. allgemein Investitionen der Unternehmen zurückgehen,
dann sollten diese handeln? Sehe ich das richtig?
Ja, genau. Keynes war eben der Ansicht, dass der Staat durch Interventionen -in erster Linie durch das Auftreten als Nachfrager von Industriegütern- die Nachfrage anregen sollte. Wenn es mal schlechter lief. Auf der anderen Seite hätte er seine Nachfrage wieder drosseln können, wenn „reicht“.
Oskar Lafontaine ist heute noch der Ansicht, dass der Staat einspringen muss, wenn es nicht mehr läuft. Allerdings wird diese Auffassung von der volkswirtschaftlichen Forschung heute weitestgehend abgelehnt.
Bei Interesse vergleiche hierzu auch:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Und falls ja wie? Mit Steuersenkungen für Unternehmen ?
Keynes hatte wie gesagt in erster Linie die Nachfrage durch den Staat im Sinn. Also der Staat tritt selber als Käufer der Produkte auf. Stichwort: Fiskalpolitik.
Weil dann könnte man ja diesen negativen
Multiplikatoreffekt aufhalten.
Stimmt. Das war auch das Ziel. Warum es dann aber doch nicht so geklappt hat, zumindest nicht mehr nach einer Weile, kannst Du bei Interesse in dem eingefügten Link nachlesen.
VG
TraderS