Globalisierung auch für die Religionen?

Hi,
die großen Weltreligionen haben sich durch zum Teil agressive Missionierung auf der ganzen Erde ausgebreitet. Damit sind sie Vorreiter der heute sich verbreitenden Globalisierung in Politik und Wirtschaft. Aber die heutige Globalisierung stützt sich nicht zuletzt auf die moderne Informationstechnologie. Ein Unternehmen kann seine Partner auf jedem Flecken dieser Erde in Sekundenschnelle erreichen und Informationen austauschen.
Die Kirchen und Religionsgemeinschaften werden, wenn sie die IT übernehmen, sich einem Strukturwandel unterziehen, den sie nicht mehr wie früher durch mittelalterliche Hierarchie und Unfehlbarkeitsdoktrinen kontrollieren können. Was wird da geschehen?

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften werden, wenn sie die
IT übernehmen, sich einem Strukturwandel unterziehen, den sie
nicht mehr wie früher durch mittelalterliche Hierarchie und
Unfehlbarkeitsdoktrinen kontrollieren können. Was wird da
geschehen?

Hallo

Ich glaube, daß nichts wesentliches geschehen wird. Die von Dir genannten Effekte der IT haben zwar eine Verschnellerung des Informationsaustausches zur Folge, was bei Unternehmen Auswirkungen hat, aber ich sehe nicht, wie dies einen „Strukturwandel“ bei Kirchen oder religiösen Gemeinschaften hervorrufen wird (außer dem normalen, die Arbeitsplätze z.B. von Sekretärinnen betreffenden).

Auch in der katholischen Kirche, die Du wohl mit den genannten Stichworten mittelalterliche Hierarchie und Unfehlbarkeit meinst, war das Problem in den vergangenen Jahrzehnten nicht die Verfügbarkeit von Information. Und auch Kirchen, die die beiden von Dir genannten Stichworte nicht betreffen, werden die neuen Medien als das nutzen, was sie sind: Nämlich neue und schnelle Träger von Information. Aber welchen Inhalt die Informationen haben, kann man immer noch selbst bestimmen.

Gruß
Thomas

Hallo Francesco,
auch ich bin der Meinung, dass sich die Religionsgemeinschaften einem „Strukturwandel“ unterziehen muessten, und das schon seit zig Jahren!!! Und nicht nur wegen der Informationstechnologie, die ja in erster Linie Informationen „in Sekundenschnelle“ ueber den Erdball schickt.-
Die Religionsgemeinschaften haben nie ein Mangel an Informationen
gehabt, und deren Geschaeftsfelder (Religion, Gott, Ethik, Moral usw.) profitieren auch nicht von der Schnelligkeit im Informationstransfer.-
Die Administrationen der Religionsgemeinschaften (d.h.die in der „mittelalterlichen“ Hierarchie ihres Organisationsapparates
oben Stehenden) sind taub auf den Ohren, sie lassen gar keine Informationen an sich ran! Sie hoeren nicht zu! Die permanente
Verkuendigung ihrer Botschaft an die „Glaeubigen“ (das sind die
in ihren Kirchen unter der Kanzel sitzenden), die ihnen ja nie
widersprechen, die nie aufmucken und alles „fressen“, haben sie
mit der Zeit unfaehig gemacht, in einen Informations-Austausch,
in einen Dialog, einzuwilligen.-
Selbst wenn Leute aus den eigenen Reihen ihrer Religion den Finger heben und was sagen wollen, werden sie kaltgestellt und
ausgegrenzt (in frueheren Zeiten verbrannt). Siehe Luther, Drewernann, Kueng.-
Weil die r.k. Kirche den Ausstieg aus der Schwangeren-Konfliktberatung (mit dem moeglichen Beratungsschein) angeordnet hat, spricht sie nicht mit der kath. Laienorganisation
Donum Vitae (so geschehen beim letzten Katholikentag in Hamburg).- Die naechste Strafaktion wird sein, dass die Beraterinnen von Donum Vitae exkommuniziert werden!-
Bei den grossen Religionsgemeinschaften wird wegen der IT rein
gar nichts geschehen! - Wenn was geschieht, dann muessen das die engagierten Glaeubigen selbst in die Hand nehmen - also
„Kirche von unten“.
Gruss Katschi

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