Gluten und die Schleimhäute

liebe Mitwisser-
mein Mann hat Migräne und das schon so lange, dass er von Kur bis Akupunktur alles versucht hat. Wird auch mit den Jahren besser, aber nur relativ.
Nun hat er kürzlich in einem Krimi (jaja,ok) die Behauptung gelesen, dass bei Glutenunverträglichkeit (oder einfach zuviele derselben) die Magen- und Darmschleimhäute sich quasi dick mit „Kleister“ belegen - also so richtigrichtig dick - und dass dadurch eine gesunde Verdauung verhindert wird. Er macht sich Gedanken, ob das überhaupt stimmen kann, und natürlich darüber, ob er (mit div.Nahrungsmittelunverträglichkeiten) ebenfalls davon betroffen sein könnte.
Kann so etwas passieren? Und wenn ja, was tut man dann dagegen?
Danke für die Hilfe!
Anette (- für wenn jemand was über’s Standard-Tanzen wissen möchte)

Hallo Anette

Also die Erklärung dass Gluten die Darmschleimhäute „verkleistert“ ist absolut daneben…

Was allerdings sein kann ist dass die Migräne, wenn noch andere Symtome wie Eisenmangel, Bauchschnerzen, Blähungen, Fettstuhl, Unterzuckerung, ständig abgeschlafft sein und noch etliches mehr oder auch einiges weniger dauzu kommen (es gibt leider keine Symtome die immer und bei jedem gleich sind), von einer Glutenunverträglichkeit kommen kann.

Das nennt sich dann Zöliakie oder Sprue.

Was passiert bei einer Unverträglichkeit von Gluten mit dem Darm…
Kurzfassung
Das Gluten zerstört die Darmzotten, die Oberfläche des Darms wird dadurch stark verringert und er kann nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen.

Da die Symtome so ungenau und bei jedem Menschen anders sind, wird es oft von Ärzten nicht erkannt. Manchmal reicht ein Blut/Stuhltest, manchmal aber nur eine Biopsie vom Dünndarm um eine Glutenunverträglichkeit festzustellen.

Sollte Zöliakie festgestellt werden hlft nur eine strikte glutenfreie Diät - lebenslänglich -

Sollte sich herausstellen dass dein Mann eine Glutenunverträglichkeit hat, könnt ihr mich gerne wegen der Diät und Einkaufstipps anschreiben.

Lieben Gruß von
Helga

besten Dank-

  • liebe Heike, für Deine kurze und klare Auskunft. Ich komme gern auf Dein Angebot zurück, wenn der Gute sich in das Thema vertiefen sollte.
    Ich habe zwar eher den Eindruck, dass eine solche Unverträglichkeit gar nicht vorliegt, aber man greift ja mitunter nach jedem Strohhalm.

Also erstmal: Schöne Grüße aus Hamburg!
Anette

Den Verdacht auf Sprue kann naütrlich der Arzt am besten erhärten oder ausschließen. Dazu wird er sehr wahrscheinlich das Blut untersuchen, die Gerinnung, Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte etc. Gesichert wird die Diagnose idR. durch eine Gewebprobe der Dünndarmschleimhaut. Es ist in der Tat so, dass bei der Erkrankung verschiedene Getreidearten, die Oberflächenstruktur des Dünndarms, in einer Weise verändern, dass er die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen kann. http://www.ellviva.de/Gesundheit/Zoeliakie-Ursachen… Die Erkrankung gehört zu den Autoimmunkrankheiten, einer fehlgeleiteten Reaktion des Immunsystems gegen den eigenen Körper. Wo das herkommt, wissen die Dottores noch nicht so genau. Die Behandlung erfolgt durch eine glutenfreie Diät. Aber ich bin kein Dottore, der ist natürlich für alles (Symptome, Diagnose, Behandlung) der richtige Ansprechpartner.