Gm

Hallo zusammen,

ich bin im Handelsblatt auf folgenden Artikel gestoßen:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/neuemissionen/m…

Was wird denn eigentlich mit den „alten“ Aktien (Motors Liquidation) passieren???

Danke und Grüße

Alex

Hallo,

Was wird denn eigentlich mit den „alten“ Aktien (Motors
Liquidation) passieren???

ganz frische Diskussion:
/t/entwicklung-des-gmc-kurses/6155158/5

Gruß
c.

Konkret gehe ich davon aus dass diese irgendwann als „Worthless“ ausgebucht werden…

Konkret gehe ich davon aus dass diese irgendwann als
„Worthless“ ausgebucht werden…

wie ist das überhaupt möglich das GM eigentlich insolvent ist, aber gleichzeitig jetzt mit dem größten börsenstart in den usa aktiv wird

ich meine wo kommt das vermögen der „neuen GM“ her und was ist aus dem Vermögen der alten geworden?

Einstieg des Staats verpasst?

Einstieg des Staats verpasst?

ja aber hat der Staat alles neue Maschinen gekauft oder arbeiten die jetzt noch mit den alten, die sie aus der Insolvenzmasse günstig erworben haben oder wie lief das ab?

ich kann mir halt irgendwie nicht vorstellen dass die so ganz von 0 angefangen haben, kunden, zulieferer etc

wirklich alles von 0?

Das neue „Vermögen“ kommt von den Staaten USA und Canada, die damit die Vermögenswerte der alten GM quasi zu völlig überzogenen Preisen erworben haben…was macht man nicht alles um Arbeitsplätze zu retten.
Von dem Geld wurden offene Forderungen (z.B. von Zulieferern und Bondholdern) bedient.

Dass die Alt-Aktionäre hier wie bei einer Pleite der Firma in die Röhre schauen dürfte normal sein, da diese auch aus der Insolvenzmasse als letztes bedient würden und daher auch dort leer ausgehen würden.

Das ist jetzt natürlich stark vereinfacht aber sich seitenlang mit den US Konkursregelungen, sowie Regierungsbeschlüssen herum zu schlagen, dafür fehlt mir im Moment die Zeit und der Nerv. Da hilft selber googlen^^

Gruss HighQ

Dass die Alt-Aktionäre hier wie bei einer Pleite der Firma in
die Röhre schauen dürfte normal sein, da diese auch aus der
Insolvenzmasse als letztes bedient würden und daher auch dort
leer ausgehen würden.

Pleite? Welche Pleite?

GM hatte die Papiere damit bereits teurer verkauft als ursprünglich geplant. Mit einem voraussichtlichen Gesamterlös von mehr als 23 Mrd. Dollar schlägt der Börsengang alle Rekorde. Im Handelsverlauf legte das Papier zeitweise um etwa neun Prozent zu.

da könnte man die alt-aktionäre doch schön entschädigen …

Dass die Alt-Aktionäre hier wie bei einer Pleite der Firma in
die Röhre schauen dürfte normal sein, da diese auch aus der
Insolvenzmasse als letztes bedient würden und daher auch dort
leer ausgehen würden.

Pleite? Welche Pleite?

Die Pleite, die seit 12 Jahren im Raum steht, sich letztes Jahr ein halbes Jahr lang verzögerte und am Ende dann doch eintrat.

da könnte man die alt-aktionäre doch schön entschädigen …

Das Geld soll dem Unternehmen zugute kommen und der US-Regierung, die es vor dem finalen Tod bewahrte.

Gruß
C.

Die Pleite die eingetreten war als GM unter Chapter11 flüchten musste.

By the way… die platzierten Aktien sind ca. 50% der Anteile die der US Regierung gehören, wieso sollte man also jemandem anderen das Geld zukommen lassen?

vielleicht argumentiere ich ja zu sehr vom moralischen her, aber ob es richtig ist, eine firma in die insolvenz zu schicken, die rosinen rauszupicken und unter dem deckmantel der regierung unter dem gleichen namen eine neue firma aufzumachen, welche unter umständen wieder die anleger prellt … weiß nicht ob man das gut heißen soll / muss. Gerade im Automarkt der ohnehin übersättigt ist

aber gut … ich hab ja nichts in dem drecks laden verloren :smile:

Chapter 11 - Philosophie des Insolvenzrechts

vielleicht argumentiere ich ja zu sehr vom moralischen her,
aber ob es richtig ist, eine firma in die insolvenz zu
schicken, die rosinen rauszupicken und unter dem deckmantel
der regierung unter dem gleichen namen eine neue firma
aufzumachen, welche unter umständen wieder die anleger prellt
… weiß nicht ob man das gut heißen soll / muss. Gerade im
Automarkt der ohnehin übersättigt ist

Die Frage ist, wie ein Insolvenzrecht ausgestattet ist und welche Zielsetzung es verfolgt. In Deutschland war die Prämisse lange Jahre die möglichst weitgehende Befriedigung der Gläubiger in der Regel durch Vermögensverkauf und nicht die Fortführung des möglicherweise im Kern intakten Unternehmens.

Chapter 11 ist genau das Gegenteil: die Gläubiger schauen zunächst mal in die Röhre und stattdessen wird geprüft, unter welchen Umständen das Unternehmen weiter existieren kann.

Bei GM war eines der Hauptprobleme die hohe Verschuldung, die über die Jahrzehnte aufgelaufen ist. Durch die hohe Zinslast waren die Handlungsspielräume eingeschränkt und ständig drohte der Kollaps für den Fall, daß ein Kreditgeber absprang.

Also hat man die Chapter 11-Karte gezogen, das Unternehmen teilweise restrukturiert (d.h. vermeintlich profitable Teile herausgelöst) und die Gläubiger auf dem restlichen Plunder sitzen lassen.

Das ganze ist ein Ausfluß der angelsächsischen Philosophie, nach der jemand (hier: die Gläubiger) weitgehend alleine für seine Handlungen verantwortlich ist und dementsprechend auch die Konsequenzen zu tragen hat. Geschützt werden dort also nicht die Gläubiger (die hätten wissen müssen, was sie taten), sondern das Unternehmen, die Kunden und die Mitarbeiter.

Gruß
C.