GNU - GPL Offenlegungszwang

Hallo,
Ich habe mal eine Frage bezüglich eines Internetprojekts an dem ich beteiligt bin.
Hierbei handelt es sich um ein OpenSource Browsergame, das unter GPL fällt.
Das Projekt wurde vor einiger Zeit auf einem privaten Server gehostet und stark weiterentwickelt. Die Frage ist nun, man jedem den neuen Source geben muss, der danach verlangt, da das Spiel von jedem gespielt werden kann?
Ich hab mir den Lizenztext zwar durchgelesen und mit einigen Beteiligten darüber gesprochen, aber wir sind da zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Das Projekt als solches wird ja nicht weiter gegeben, sondern nur die Benutzerschnittstelle zur Verfügung gestellt.

Moin,

Hierbei handelt es sich um ein OpenSource Browsergame, das
unter GPL fällt.
Das Projekt wurde vor einiger Zeit auf einem privaten Server
gehostet und stark weiterentwickelt. Die Frage ist nun, man
jedem den neuen Source geben muss, der danach verlangt, da das
Spiel von jedem gespielt werden kann?
gekommen. Das Projekt als solches wird ja
nicht weiter gegeben, sondern nur die Benutzerschnittstelle
zur Verfügung gestellt.

Die gesamten Quellen eines Projektes, welches unter der GPL steht, müssen spätestens auf Anfrage vollständig zur Verfügung gestellt werden - inklusive der Lizenz und den ‚credits‘, sprich des Hinweises, dass die Quellen unter der GPL stehen und wer der Urheber ist. Alle Ableitungen von einem GPL-Projekt müssen wieder unter der GPL stehen. Für die Lizenz ist es im übrigen vollkommen unerheblich wer das Spiel spielen kann - wichtig ist, dass jeder das Spiel auf einem Server dann mit den Quellen aufsetzen kann.

Vermutlich steht in Eurem Fall nicht nur die API unter der GPL (was wäre bei einem Browserspiel denn die API? Es wäre irgendwie fast sinnlos, evtl. sogar ein Verstoß ansich gegen die GPL) sondern die Gesamtheit aller Quellen des Projekts. Sprich Ihr müßtet auf Anfrage auch das gesamte Projekt weitergeben, diese anderen Personen müssen die Gelegenheit erhalten an der Stelle, wo ihr jetzt steht, weiterzumachen oder ihren eigenen Fork anzufangen. Im übrigen beinhaltet GPL auch, dass immer gilt „credit whom credit is due“, d.h. man muß auch die Urheber nennen.

Auch wenn ich für eigene Projekte längliche Diskussionen mit der entsprechenden Community geführt habe: IANAL

Gruß,
Ingo

Wenn das Projekt unter der klassischen GPLv2 steht, muss man den Source nur dann weitergeben, wenn man Binärcode weitergibt. Das trifft bei einer Webapp ja eher nicht zu.

Auch bei der neueren GPLv3 ist, denke ich, keine Sonderregel für Webapplikationen enthalten. Es gibt aber auch eine „Affero GPL“, die extra für Webapplikationen erstellt wurde, um diese „Lücke“ zu schließen. Jedenfalls… wenn es GPLv3 ist, sollte man das noch mal gut googeln, denn das Webapplikations-„Loophole“ war damals auf jeden Fall in der Diskussion.

Viele Grüße,
Sebastian

Moin,

Hierbei handelt es sich um ein OpenSource Browsergame, das
unter GPL fällt.
Das Projekt wurde vor einiger Zeit auf einem privaten Server
gehostet und stark weiterentwickelt. Die Frage ist nun, man
jedem den neuen Source geben muss, der danach verlangt, da das
Spiel von jedem gespielt werden kann?
gekommen. Das Projekt als solches wird ja
nicht weiter gegeben, sondern nur die Benutzerschnittstelle
zur Verfügung gestellt.

Die gesamten Quellen eines Projektes, welches unter der GPL
steht, müssen spätestens auf Anfrage vollständig zur Verfügung
gestellt werden - inklusive der Lizenz und den ‚credits‘,
sprich des Hinweises, dass die Quellen unter der GPL stehen
und wer der Urheber ist.

Quatsch. Das Recht, die Sourcen ausgehändigt zu bekommen, hat nur, wer eine Kopie ohne sie erhalten hat.

Sprich Ihr müßtet auf Anfrage auch das gesamte Projekt
weitergeben, diese anderen Personen müssen die Gelegenheit
erhalten an der Stelle, wo ihr jetzt steht, weiterzumachen
oder ihren eigenen Fork anzufangen.

Sorry, aber das ist einfach genau falsch. Die GPL schreibt mir nicht vor, wenn ich privat auf meinem Rechner mit Sourcen herumspiele, dass ich sie jemandem offenbaren muss. Genausowenig, wenn es ein Server ist.

Grüße,
Sebastian