Gödel, die Zeit und die Relativitätstheorie

Hallo Physiker,

in der Beschreibung dieses Buches http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=132460

wird folgendes zitiert:
„In jedem Universum, das sich mittels der Relativitätstheorie beschreiben läßt, gibt es keine Zeit.“

Damit hab ich ein nicht kleines Verständnissproblem.
in http://www.physik.fu-berlin.de/~kugelw/kugelpapers/g…
wird das ganze wohl erklärt, aber kappiert hab ich das trotzdem nicht so ganz.
Kann ein Phsiker mir das mal so verhackstücken, daß ich als Chemiker damit klarkomme?

Gandalf

relativistischen Theorie der PSI - Phänomene??
Hallo Gandalf,

ist das nicht wieder so ein pseudowissenschaftlichen Esoterik-Gesülze?

Gruß
Oliver

„In jedem Universum, das sich mittels der
Relativitätstheorie beschreiben läßt, gibt es keine
Zeit.“

Innerhalb der Relativitätsheorie wird ein Unterschied gemacht zwischen „absoluter Zeit“ und eben der „relativen Zeit“. Eine „absolute Zeit“, also eine Zeit, die in allen bewegten und unbewegten System die gleiche wäre, kann es gemäß den Einsteinschen Postulaten nicht geben, die nämlich besagen, dass es kein bevorteiltes bzw. herausragendes Bezugssystem gibt. Die „Relative Zeit“ ist hingegen die, die durch Zeitdilatationen gemessen wird. Bewegte Beobachter erhalten für die Messung zweier Ereignisse A und B einen geringeren Wert, als solche, die sich in Ruhe zu diesem befinden.

Was du also glaube ich gelesen hast, mit „es gibt innerhalb der RT keine Zeit“ bezieht sich wahrscheinlich nur auf die absolute Zeit.

Gruß
Florian

Hallo Oliver,

diesen Aufsatz von Gödel scheint es wirklich zu geben, ich hab ihn allerdings noch nicht im Netz gefunden.
Und Gödel mit Eso in Verbindung zu bringen, halte ich doch für etwas gewagt :wink: (oder?!).

Gandalf

Hallo Gandalf,

diesen Aufsatz von Gödel scheint es wirklich zu geben, ich hab
ihn allerdings noch nicht im Netz gefunden.
Und Gödel mit Eso in Verbindung zu bringen, halte ich doch für
etwas gewagt :wink: (oder?!).

ich meinte eigentlich diesen Artikel, den du verlinkt hast.

Gruß
Oliver

Hallo Oliver,

ich meinte eigentlich diesen Artikel, den du verlinkt hast.

stimmt, der Artikel ist ein wenig eigentümlich, aber der einzige, den ich finden konnte, der dieses Thema behandelt (halbwegs! seriös).
Den Originalartikel von Gödel hab ich bisher nicht gefunden, hab noch nicht mal bibliographische Quellen dafür.

Gandalf

Hallo Physiker,

in der Beschreibung dieses Buches
http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=132460

wird folgendes zitiert:
„In jedem Universum, das sich mittels der
Relativitätstheorie beschreiben läßt, gibt es keine
Zeit.“

Damit hab ich ein nicht kleines Verständnissproblem.
in
http://www.physik.fu-berlin.de/~kugelw/kugelpapers/g…
wird das ganze wohl erklärt, aber kappiert hab ich das
trotzdem nicht so ganz.
Kann ein Phsiker mir das mal so verhackstücken, daß ich als
Chemiker damit klarkomme?

Pech für dich: damit kommen auch die Physiker nicht klar - so du ein Problem mit Zeit und Weltlinie hast.
Besser ein Beitrag von Lesch: http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centaur… der meine Aussagen zur Gleichzeitigkeit bestätigt. Eine universelle Zeit gibts nicht, aber eine Gleichzeitigkeit als Vergleichasebene.
Daraus resultiert auch, dass diese Weltlinie im Minkowskiraum nicht die Grundlage für unsere Raumzeit darstellen kann, da dort Vergangenheit und Zukunft gleichermassen einfliessen. Wir leben in diesem nur im Koordinatenursprung.
Wichtig am Beitrag: Einsteins Gedanken zu Beginn der RT.

Gruß
Frank

Hi Gandalf,

in der Buchbeschreibung heißt es:

Vor diesem Hintergrund verblüffte Gödel 1949 mit einem erstaunlichen Beweis:

„In jedem Universum, das sich mittels der
Relativitätstheorie beschreiben läßt, gibt es keine
Zeit.“

Das Wörtchen Beweis scheint mir arg hoch gegriffen und stellt wohl nur die persönliche Meinung des Verfassers dar. Ein Beweis, den keiner kennt? Verschwörer am Werk? Wenn es diesen Beweis gäbe, hätten sich schon Dutzende Doktoranden daran gewetzt.

Gruß Ralf

Hi Gandalf,

es geht hier um den Aufsatz:
Goedel, Kurt, 1949. An example of a new type of cosmological solutions of Einstein’s field equations of gravitation. Reviews of Modern Physics 21(3): 447-450.

darin beweist Gödel, daß die Feldgleichungen Universen mit geschlossenen Zeitschleifen zulassen. Diese Typen von Universen nennt man Gödel-Einstein-Universen.

Die Lösung von Gödel gibt es hier zu sehen:
http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/gravitation/node40…

Insgesamt geht es in der Diskussion jedoch um die Frage der Irrealität der Zeit. Genaueres zu diesem Themenkomplex findest du hier:
http://www.sandbothe.net/186.0.html

Gödels Überlegungen betreffen die Frage, ob eine absolute Zeit definierbar wäre (relativistisch und in bestimmten Universen), da nur dann der Begriff „objektiver Zeitverlauf“ widerspruchsfrei wäre.

Das alles diskutiert er ebenfalls in seinem späteren Aufsatz:

Gödel, Kurt (1956): Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie, in: Albert Einstein als Philosoph und Naturforscher, hrsg. von Paul Arthur Schilpp, Stuttgart, Kohlhammer, 406-412

Wer sich für diese Thematik interessiert, dem sei dieser Aufsatz unbedingt empfohlen. Die scharfsinnigen Argumentationen Gödels hier kurz zusammenzufassen wäre nicht so sinnvoll.

Wichtig für dieses Thema unter anderem vor allem:
M.E.McTaggart: „The Unreality of Time“ in: Mind (1908) S.17

Gruß

Metapher

Hi Metapher,

ich wußte es doch, auf Dich kann ich mich verlassen!

Danke für die Links, da hab ich was zu lesen.

Gandalf