Liebe Leute,
was heißt eigentlich „Göpel“? Ist es die Bezeichnung für die Welle des Göpelwerks oder für das Zugtier, welches selbige dreht?
Gruß,
Eva
Hi Eva,
der Göpel ist der Eimer, Kübel, Gumpen, der an der Kette umläuft. Ich kenne das Wort aus dem Bergbau, finde aber gerade keinen Beleg.
Gruß Ralf
Hallo Eva!
was heißt eigentlich „Göpel“? Ist es die Bezeichnung für die
Welle des Göpelwerks oder für das Zugtier, welches selbige
dreht?
Mein dtv-Lexikon definiert:
Göpel, Roßwerk, von Zugtieren betätigter Antrieb für landwirtschaftliche Maschinen, Mühlen, Pumpen, Fördermaschinen (im dt. Bergbau seit dem 15. Jhdt.); heute nur noch in Entwicklungsländern.
Etymologie hab ich leider keine dazu.
Gruß
Barney
Hallo Eva und Barney!
was heißt eigentlich „Göpel“? Ist es die Bezeichnung für die
Welle des Göpelwerks oder für das Zugtier, welches selbige
dreht?Mein dtv-Lexikon definiert:
Göpel, Roßwerk, von Zugtieren betätigter Antrieb für
landwirtschaftliche Maschinen, Mühlen, Pumpen, Fördermaschinen
(im dt. Bergbau seit dem 15. Jhdt.); heute nur noch in
Entwicklungsländern.Etymologie hab ich leider keine dazu.
Da drinnen, http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm („Deutsches Wörterbuch von J. u. W. Grimm“), in der Suche ‚Göpel‘ eingeben, findet ihr jede Menge sehr ausführliche Erklärungen.
Warnung! Das ist eine Seite zum Hängenbleiben! 
Gruß
Helene
Hallo Eva !
Hier ein Text spez. für Dich von 1838 :
Ein Göpel oder Winde heißt eine einfache Maschine, deren man sich wie der Haspel, mit welcher sie auch große Ähnlichkeit hat, bedient, um schwere Lasten mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand von kräften in Bewegung zu setzen.
Die einfachste Art des Göpels besteht in einem walzenförmigen, senkrecht stehenden Balken, welcher oben und unten mit Zapfen versehen ist, die sich in Lagern umdrehen und der ungefähr in der Mitte mit einigen in horizontaler Lage von ihm ausgehenden Armen versehen ist. Um die Walze wird nun ein Seil befestigt, an dessen anderm Ende die zu bewegende Last angebracht wird. Diese wird mithin bewegt, sowie man durch Umdrehung mittels der Arme das Seil auf die Walze aufwickelt. Die Haspel ist ganz wie der Göpel eingerichtet, nur dass bei jener die Walze nicht senkrecht steht, sondern in horizontaler Lage sich befindet.
Die Wirksamkeit von Haspel und Göpel beruht auf den Gesetzen des Hebels und die mannigfachen Gestalten, welche beide Maschinen erhalten, unterscheiden sich nur durch die Art und Weise, wie die Kraft angebracht wird. Sind die zu bewegenden Lasten sehr schwer, so versieht man die Walze wohl auch nur mit einem oder mit zwie längeren und stärkeren Armen, an welche man ein oder mehrere Pferde spannt und hat auf dies Weise einen Pferdegöpel.
Beim Wassergöpel wird das fließende Wasser, beim Windgöpel der Wind als bewegende Kraft benutzt.
Die Haspel, welche mit Hilfe eines gezahnten Rades umgedreht wird, heißt Radhaspel, Spindelrad und Spillrad. Sind statt dessen nur zwei senkrecht durch die Walze gehende Stäbe angebracht, so hat man eine Kreuzhaspel, endlich eine Hornhaspel, wenn die Zapfen, um die sich die Welle dreht, in Kurbeln ausgehen, mit Hilfe deren die Umdrehung geschieht. Hierher gehört auch die gangspill, deren man sich auf Schiffen und Werften bedient. Sie besteht aus einer Spindel, die auf dem Deck des Schiffes feststeht, sich aber um ihre Achse drehen läßt mittels langer Hebel, die in die oberwärts angebrachten Löcher gesteckt werden. Um den mittleren Teil windet sich das Tau, an der Anker hängt und unten sind in Zähne einspringende Haken angebracht, welche das Zurückgehen der Spindel verhindern.
Gruß Max
an alle
Danke an euch alle für die prima Antworten!
das Grimm’schen Wörterbuch werde ich noch oft durchschmökern, eine wahre Schatztruhe! Und Max - was soll ich sagen, wieder mal tadellos!
(Übrigens habe ich das Buch über altes Handwerk inzwischen gekriegt, wirklich ganz prompt von meinem hiesigen Buchhändler, aber leider noch gar keine Zeit zum Reingucken…)
Weshalb ich das wissen wollte: Ein „whim-ship“ müsste nach meiner Recherche ein Seilwindenschiff sein. Dessen Prinzip (Seil voraus festmachen) funktioniert jedoch auf dem Meer eher nicht (oder bin ich da einem Denkfehler erlegen?) Bei weiterer Recherche fand ich in einem dicken Buch über Schiffe, dass erste Schaufelradschiffe (röm. Liburne)durch Ochsen über Göpel angetrieben wurden. Auf dem „whim-ship“ müssten es aber Menschen sein, die den Göpel betreiben, deshalb wollte ich wissen, auf welchen Teil der Anlage sich dieses „Göpel“ bezieht. Wäre es der ausdrückliche Ausdruck für ein Viechzeug gewesen - oder für Eimer - hätte ich weitersuchen müssen. So aber kann ich beruhigt „Göpelschiff“ nehmen.
Der langen Rede kurzer Sinn:
Danke & Gruß,
Eva
Hallo Eva !
Das mit diesem Schiff ist ein uraltes System. Das nennt man auch Kettenschiffe. Diese wurden zuerst natürlich mit den Spills angetrieben und von Menschenhand und später, zuerst in England, von Dampfmaschinen. Und nicht etwa, um einen Fluß zu überqueren, sondern für lange Fahrstrecken auf einem Fluß. Die Kette lag auf dem Flußboden und wurde über den Göpel/Spll durch das Schiff geschoben. Das heißt natürlich, das Schiff wurde von der Kette geführt.
Siehe auch „Im Strom der Zeit“ von Max Eyth, VDI-Verlag
ISBN 3184006824 Buch anschauen
Gruß max
Hallo !
Weil ich so nett gelobt wurde, hier noch etwas aus einem Brockhaus von 1906 :
Kettenschleppschiffahrt, Drahtseilschleppschiffahrt, Tauerei,
… eine Art der Schiffahrt, bei der das Schiff mit einer auf die Sohle des Flusses gelegten, an den Enden verankerten Kette derart verbunden ist, dass sie (oder statt ihrer ein Drahtseil) sich über zwei auf dem Schiffe angebrachte und durch dessen Maschinenkraft gedrehte Trommeln vom Flußbett herauf und hinten auf dieses wieder hinabwickelt.
Die Kettenschiffahrt wurde in ihrer jetzigen Vervollkommnung zuerst 1853 auf der Seine angewendet, in Deutschland 1866 auf der Elbe zwischen Magdeburg und Buckau; am ausgedehntesten in den USA und in Belgien, wo anstelle der Kette zuerst das Drahtseil eingeführt wurde.
Heute werden Schiffe im Panamakanal an vier Trossen durch die Schleusen geführt.
Gruß Max
noch 'n Schiff…
Hallo Max & alle, die’s interessiert -
Ich hatte gefunden - neben der Erwähnung des Seilschleppschiffs/Kettenschleppschiffs, in „Das Große Buch der Schiffstypen“, Weltbild Verlag:
„…Lange vor der Dampfkraft gab es eine andere Art der Seilschifffahrt, die erstmals 1405 von Konrad Kyeser in Eichstätt erwähnt und 1438 von J. Mariano skizziert wurde. Dabei befand sich auf einem Flussschiff eine waagerechte Welle mit 2 Schaufelrädern. Die wie unterschlächtige Wasserräder angetriebenen Schaufelräder brachten durch die Strömung die Welle ins Drehen. Auf der Welle trommelte sich das Seil auf, dessen anderes Ende voraus im Fluss an Pfählen oder Ankern festgemacht war, und das Schiff fuhr langsam durch die Wasserkraft stromauf. …“
Ich glaube, das war alles zu dem Thema 
(Unglaublich, was man als harmlose Übersetzerin im Lauf eines Arbeitslebens so alles lernt…)
Danke nochmals und Gruß,
Eva