Hallo ihr Lieben
wer von euch wäre so überaus freundlich mir weiterzuhelfen.
es geht um Goethes Stellung zum kindsmord?
Mich würde interressieren welche Stellung er da bezieht .Ist er für oder gegen den kindsmord??Wie äussert sich Goethes Stellung im Urfaust??
Vielen Dank im Voraus
bis dann dann
Mia
Hallo Mia,
in Goethes Faust wird Grete ja gerettet, also nicht verdammt. Ich denke vielmehr, dass Goethe damit auch damalige gesellschaftliche Verhältnisse anprangert, da Grete ja mehr oder minder dazu getrieben wird. Das Motiv des Kindmordes findet sich in dieser Zeit häufiger in der Literatur (Hebbel: Die Kindsmörderin z. B.) und geht mehr in Richtung Verdammung einer Gesellschaft, die Menschen - besonders natürlich Frauen - dazu treibt, ihre Kinder aus Verzweiflung zu töten.
Über den Urfaust kann ich dir leider nichts sagen.
Gruß
So weit ich weiß, wurde Goethe auf die Idee des Kindsmords gebracht nachdem er einer Gerichtsverhandlung teilnahm die genau dieses Vergehen zum Thema hatte. Ich denke nicht dads Goethe für Kindsmord war schließlich läßt er Gretchen dem Wahnsinn verfallen. Auf der anderen Seite wird Grethe erlöst d.h daß er Verständnis für die Motive zeigt die einem Kindsmord vorausgeht
Thomas
Hallo Mia ,
heisses Thema. Goethe (meisterhaft) verbirgt natürlich in der so weltlich scheinenden Thematik seines Faust ein viel tieferes Wissen. (Schlagworte: Reinkarnation „zur Erde muß es wieder, ewig wechselnd…“,// Schuld und Sühneprinzip: Es gibt „eigentlich " keine ewige Schuld. „es ist gar hübsch für einen hohen Herrn so menschlich mit dem Teufel gar zu reden“= beide Prinzipien ermöglichen erst unser weiterschreiten und dadurch zu erkennen, was wir vorher noch nicht kannten und wußten). Diese Themen sind
als Urprinzip in allen Religionen, war auch einmal in der christl. Esoterik. Grete ist,wie er sagt: eine junge Seele (sie muß noch viel lernen - wir auch.) Sie kommt (wie in HOMO FABER) unbewußt in diese Schuld. Sie
hoffte Liebe zu finden, aber sie wurde e n t täuscht!! Sie erkennt dies zum Schluß (ist ja einfach wenn einer den Teufel an der Seite hat), und wendet sich höherem zu. Sie
ist zwar befreit, ob sie im urchristlichen Sinne auch erlöst ist, weiß ich nicht zu sagen. Das Kind das sie tötet, könnte auch im Sinne des inneren Kindes (Christkind) gemeint sein (gäbe, glaube ich noch mehr Sinn. Im Kerker singt sie:“…meine Mutter die Hur…", hier kann auch nicht die leibliche Mutter, sondern unser aller Mutter, diese bipolare Welt gemeint sein.
An den Urfaust habe ich mich noch nicht herangetraut.
Liebe Grüße Paul