Golden-Retriever-Rüden kastrieren?

Hi,

ich wollt mir mal ein paar Meinungen von Leuten holen, die ihren Rüden kastrieren haben lassen.
Hat sich dadurch etwas verändert?

Hab nämlich mehrere Probleme mit meinem:

  1. Er winselt und heult, wenn ich weggehe (ich bekam deshalb schon Probleme mit Nachbarn im Hochhaus und das muss ich unbedingt ändern)
  2. Er ist gegenüber 80% der Hunde denen er begegnet aggressiv… wobei ich nicht sicher weiß obs meistens gegen Rüden so ist, oder auch gegen Weibchen, weil ich zum „nachsehen“ gar nicht komme… Mir fallt auf, dass er die anderen nur anfährt, wenn sie ihm gegenüber irgendwie ein negatives Zeichen geben… z.B. Lippe hochziehen, Zähne fletschen, leise knurren…
  3. Er nutzt jede Gelegenheit den Boss zu spielen *g* Ich könnte nie mit ihm ohne Leine gehen (was aber ziemlich viele hier machen in der Stadt und ich bewunder die Leute immer), weil er dann sofort futsch wäre und nur wollen würde dass ich ihm nachlaufe… Er sieht dann zurück und schaut ob ich ihm ja folge, wenn nicht bleibt er stehen und wartet… wenn ich ihn dann einfangen möchte, läuft er wieder davon… also „Fangen spielen“ sozusagen… und ich hab gehört, dass das ein Verhalten ist, das vorallem Männchen in seinem Alter (er ist 2) bzw. ab der Geschlechtsreife zeigen. Würde sich das auch legen?

Ist eine Kastration mit 2 Jahren zu spät um die Aggressivität gegenüber anderen Rüden zu dämpfen?

Hallo,

eine Kastration könnte bei Problem 2 eine Verbesserung erzielen, muss aber nicht. Punkt 1 und 3 sind praktisch absolute Erziehungssache. Ich empfehle den Besuch einer guten Hundeschule. Dort kann man Dir, nachdem man den Hund kennengelernt hat, auch sagen, ob eine Kastration evtl. angebracht wäre. Es ist auch möglich, den Hund mit Medikamenten temporär chemisch zu kastrieren um zu testen, ob das eine Verbesserung seiner Agressivität bringt.

Was Dir möglicherweise nicht klar ist: man darf einen Rüden eigentlich nicht so einfach kastrieren lassen, weil man keine Lust auf Erziehung hat. Eine Kastration ist ein ernstzunehmender Eingriff, der eine Rechtfertigung benötigt. Gültige Gründe wären z.B. gesundheitlicher Art (Prostataprobleme), Verhaltensstörungen aufgrund starken Sexualtriebes (damit ist aber nicht ein bißchen Kläffen oder Nichthören gemeint). Ein verantwortungsvoller Tierarzt wird Deinen Rüden nicht einfach so kastrieren, weil Du ihn darum bittest.

Gruß,

Myriam

Eine Kastration beim Rüden (Hund) macht nur Sinn wenn:

  1. man nicht will das er sich fortpflanzt (wenn man z.B. noch Hündinnen hat)

  2. Er krank ist und Probleme mit der Prostata hat oder sonstiges im Genitalbereich wie auch immer- auf anraten des Arztes

  3. Er Verhaltensprobleme aufweist die AUSSCHLIEßLICH Hormonell bedingt sind. D.h. wenn er wenn Hündinnen läufig sind ständig Jault und raus will und sich vor Frust in die Weichteile beisst oder sonstige Verhaltensanomalien zeigt „Übersprungshandlungen“ - dann wird es ihm nach der Kastration schnurzegal sein und er wird ruhiger und ausgeglichener

alles andere lässt sich nur durch Erziehung regeln, da bringt die Kastration rein gar nichts. Investiere die 150 Euro lieber in einen guten Hundetrainer. Die Agression gegenüber Artgenossen lässt sich auch nicht so einfach durch eine Kastration „wegzaubern“ man kann nicht einfach das Problem abschneiden sonder muss sich damit auseinandersetzen :wink:

MfG

Aeon

Hallo,

Was Dir möglicherweise nicht klar ist: man darf einen Rüden
eigentlich nicht so einfach kastrieren lassen, weil man keine
Lust auf Erziehung hat.

Was man darf und was nicht ist nicht immer ganz klar. Steht ja eigentlich im Tierschutzgesetz das Unnötige Operationen (Kastration) nicht erlaubt sind. Aber wer hält sich schon daran es gibt viele Grauzonen. Es gibt begründete Ausnahmen. Aber dieses Thema wird wohl ewig ein Streitthema bleiben.
Ansonsten würde sich jeder Tierschutzverein hunderte male strafbar machen. Den man bekommt im Regelfall von der Maus bis zum Hund nur kastrierte Tiere vermittelt bzw. Männliche Kleintiere sind kastriert bei Hunden und Katzen meist beide Geschlechter. Und in denn Fällen geht es nicht um die Gesundheit der Tiere sondern allein um die Geburtenkontrolle.
Selbst bei Großtieren wie Pferden, Rindern , Schweinen gehört es zum Alltag das die Männlichen Tiere Kastriert werden.

Ein verantwortungsvoller Tierarzt wird
Deinen Rüden nicht einfach so kastrieren, weil Du ihn darum
bittest.

Das denke ich aber doch. Ich kenne keinen Tierarzt der die Kastration eines Tieres aus Tierschutzgründen ablehnt. Und die Geburtenkontrolle ist eine sehr gute Begründung davon mal abgesehen das ein Unkastrierter Rüde viel häufiger unter Gesundheitsproblemen leidet (darüber gibt es viele Studien).

Aber es ist auch ganz Klar das die Kastration eines Rüden kein Wundermittel ist. Den die meisten Probleme werden durch falsche Erziehung verursacht. Es gibt sehr wenige Menschen die mit einem Potenten Rüden richtig umgehen können, gerade wenn er zu einer größeren Rasse gehört.
Bei einem Unkastrierten Rüden kann man viel schneller Fehler machen als bei kastrierten bzw. der Falsche Umgang/Erziehung hat schneller Probleme als Konsequenz. Darum wirkt eine Kastration sich meist nur dann positiv aus wenn der Rüde möglichst früh kastriert wird (quasi bevor die Probleme anfangen), denn wenn ein Hormonell bedingtes Problem sich erstmal gefestigt hat ist es auch durch eine Kastration nicht einfach wegzubekommen. Dazu gehört einfach nur gute Erziehung.

magret

Ansonsten würde sich jeder Tierschutzverein hunderte male
strafbar machen.

Die im Tierschutz übliche Kastration zum Zwecke der Unfruchtbarmachung ist vom Tierschutzgesetz abgedeckt:

§ 6
(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. 2Das Verbot gilt nicht, wenn der Eingriff im Einzelfall
[…]
5. zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder - soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.

Einen Tierarzt, der ohne weitere Beratung einen Rüden aufgrund der o.g. Fragestellung kastriert, würde ich nicht wollen. Ich will nicht leugnen, dass es welche gibt. Es gibt auch welche, die Tiere ohne zwingenden Grund einschläfern, wenn die Besitzer sie nicht mehr halten wollen, aber die sind zum Glück selten.

Gruß,

Myriam