Google als Unternehmen?!?

Hi!
Ich habe vor kurzem einen Bericht über die jüngsten Milliadäre weltweit gelesen und womit sie ihr Vermögen gemacht haben. Darunter waren auch Sergey Brin und Larry Page, die Google-Gründer. Jetzt kommt meine bescheidene Frage:
Googeln ist doch umsonst :wink: Nein, mal ehrlich - die Webseite ist doch nicht kommerziell.
Kann sein, dass meine Frage naiv ist, aber ich habe echt keine Ahnung, wie das alles zusammenhängt.
Ausserdem würde ich noch gerne wissen, wieso bei Katastrophen, wie z.B. die Anschläge des 11.9.2001, die Börsenkurse immer in den Keller gehen. Diese Frage hat natürlich mit der Google-Frage nichts zu tun.
Viele Leute belächeln mich immer, wenn ich solche Fragen stelle aber, und jetzt kommt der Hammer, - eine vernünftige Antwort (wenn überhaupt eine) bekomme ich nie!.
Einer meinte mal, dass die Leute vor Schreck ihre Aktien verkaufen. Allerdings kam nach weiterem Nachbohren meinerseits ("…wie jetzt…?", „…und warum…?“, „…das ist aber nicht plausibel…!“ u.s.w.) keinerlei Brauchbares mehr 'rüber.
Freue mich auf Eure Antworten…
Andrea

Hi

Googeln ist doch umsonst :wink: Nein, mal ehrlich - die Webseite
ist doch nicht kommerziell.

Google verdient u.a. mit Werbung. Die Seite ist also sehr wohl kommerziell und im Moment sogar (noch?) ziemlich erfolgreich.

Ausserdem würde ich noch gerne wissen, wieso bei Katastrophen,
wie z.B. die Anschläge des 11.9.2001, die Börsenkurse immer in
den Keller gehen. Diese Frage hat natürlich mit der
Google-Frage nichts zu tun.

Weil die Menschen in Krisenzeiten ihr Geld lieber in Sicherheit haben. Aktien sind keine sichere Anlageform. Gold ist da z.B. wesentlich krisensicherer. Für Gold wird man auch in einer Krisenzeit was eintauschen können, für Aktien nicht.

Außerdem tritt da auch ein Dominoeffekt auf. Aktien werden meist/oft durch Computerprogramme gehandelt. Sobald da ein bestimmter Kurs erreicht ist kauft oder verkauft das Programm bzw. rät dazu das zu tun. Und schon geht es los. Das nächste Programm rät zum gleichen Vorgehen usw.

Einer meinte mal, dass die Leute vor Schreck ihre Aktien
verkaufen.

Ist nicht unrichtig. Es ist die Panik das komplette Kapital zu verlieren. Durch Panikverkäufe werden riesige „theoretische“ Vermögenswerte vernichet.

Aktienkurse haben oftmals nichts mit dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu tun. Das mußten die Anleger, die ihr Geld in Internetfirmen angelegt haben, schmerzlich erfahren, als der Hype platzte.

Gruß
Edith

Hallo Andrea,

gib mal bei „google“ ein beliebiges Stichwort ein, z.B. „Wasserpumpe“, und achte dann auf den rechten Teil des Bildschirms. Mit den dort geschalteten thematisch jeweils passenden Anzeigen verdient „google“ sein Geld.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@ etwas zu den fallenden Kursen bei Katastrophen
Dass Aktienkurse von Unternehmen, die unmittelbar in solche Katastrophen involviert sind (beim 11. September vor allem Unternehmen aus den Branchen Versicherung, Tourismus und Fluglinien), relativ stark sinken, dürfte unmittelbar einsichtig sein, denn immerhin haben solche Ereignisse ja starke (negative) Auswirkungen auf die Gewinnsituationen dieser Unternehmen.

Dass in den Strudel derartiger Globalkrisen aber auch Aktien von Unternehmen gezogen werden, die nicht unmittelbar betroffen sind, lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass auf dem Aktienmarkt nicht immer Entscheidungen unter rationalen Erwägungen getroffen werden, sondern dass auch oft irrationales Verhalten das Geschehen am Aktienmarkt prägt.

Zurückzuführen lässt sich das Ganze meines Erachtens auf die „Spiel-Theorie“, die untersucht, wie ein Wirtschaftssubjekt auf das Agieren von anderen reagiert. Bei solchen „Massenpaniken“ finden nun meines Erachtens Antizipationen des Verhaltens anderer Marktteilnehmer statt (auch wenn diese persönlich möglicherweise ganz andere Absichten hegen). Aus der Vergangenheit weiss man, dass solche Krisen zu Massenverkäufen führen. Nun will natürlich keiner der Letzte sein, der in solchen Situation seine Wertpapiere verkauft; folglich kommt es zu massiven Verkaufsordern, einem Überangebot an angebotenen Wertpapieren, denen kaum eine Nachfrage gegenübersteht, und daher einem deutlichen Absinken der Kurse.

Wäre der Mensch ein rational handelnder „homo oeconomicus“ würde er solche Krisen wohl aussitzen. Die Furcht aber, dass ihm andere zuvorkommen und seine Aktien plötzlich wertlos sein könnten, führt zu derartigen sich selbst verstärkenden Prozessen, die letztendlich für alle Marktteilnehmer im Vergleich zu der „besten“ Strategie (=alle halten ihre Papiere) suboptimal sind.

Ein ähnliches Verhalten kann man übrigens auch bei „Bank Runs“ beobachten (siehe Situation in Argentinien).

Und noch eine Quelle von google
Moin

Googeln ist doch umsonst :wink:

googlen im w-w-w ja, aber die Engine (also das Programm das ist ganzen Resultate liefert und die Datenbank aktuel hält) ist komerziel. Grosse Firmen kaufen sich einen internen google-suchdienst um einen Überblick über ihren Datenstand zu bekommen. Und das ist gar nicht billig…

cu

Wie Märkte funktionieren, eine Indianergeschichte
hallo,

diesen artikel fand ich heute zum thema kursentwicklung, ein sehr schönes gleichnis, wie ich finde.

Wie Märkte funktionieren
Von Jochen Steffens

Es war Herbst in Amerika. In einem abgelegenen Indianerreservat fragten die Indianer ihren neuen Häuptling, ob der nun kommende Winter eher streng oder eher mild verlaufen werde. Nun ist der neue Häuptling in einer modernen Gesellschaft aufgewachsen und wußte natürlich überhaupt nicht, wie der Winter werden würde. Doch wie auch immer, um auf der sicheren Seite zu sein, antwortete er seinem Stamm, daß ein kalter Winter zu erwarten sei. Sie sollten viel Holz sammeln, um gut vorbereitet zu sein! Da er jedoch ein umsichtiger Häuptling war, machte er sich so seine Gedanken. Eine Woche später hatte er einen glänzenden Einfall. Er ging zu dem einzigen Telefon im Reservat und rief den Nationalen Wettervorhersage-Service an und fragte: „Wird der kommende Winter ein strenger Winter?“ Der Meteorologe antwortete: „Ja, es sieht so aus, als ob der Winter tatsächlich ein kalter Winter werden wird.“

Daraufhin ging der Häuptling zu seinen Leuten und forderte sie auf, noch mehr Holz zu sammeln. Eine Woche später rief er erneut den Wetterdienst an.: „Wird es definitiv ein überaus kalter Winter?“, fragte er. „Ja,“, antwortete der Mann vom Wetterdienst, „es wird ein wirklich sehr kalter Winter!“ Etwas besorgt ging der Häuptling wieder zu seinem Volk und sagte, sie sollen wirklich auch das letzte Stück Holz zusammentragen, das sie finden können, denn es stehe ein wirklich extrem kalter Winter bevor. Nachdem kein Holz mehr zu finden war, rief der Häuptling erneut beim Wetterdienst an: „Sind Sie sich wirklich absolut sicher, daß es ein wirklich extremer Winter werden wird?“ Der Meteorologe antwortete: „Ja, ich bin mir absolut sicher, daß es einer der kältesten Winter werden wird, die es jemals gegeben hat!“ „Wie können Sie sich nur so absolut sicher sein?“, fragte der Häuptling. Der Meteorologe antwortet: „Ich bin mir deswegen so sicher, weil die Indianer in den Reservaten wie die Verrückten alles Holz zusammenklauben, das sie kriegen können!“

Kurz: Käufe treiben die Kurse und steigende Kurse sorgen für erneute Käufe … Bestes Beispiel, das aktuell diese tiefsinnige Komik offenbart, ist die aktuelle Preisentwicklung beim Öl – obwohl natürlich niemand weiß, ob der indianische Winter nicht doch kalt wird …

strubbel
$:open_mouth:)

Hallo,

Dass in den Strudel derartiger Globalkrisen aber auch Aktien
von Unternehmen gezogen werden, die nicht unmittelbar
betroffen sind, lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass auf
dem Aktienmarkt nicht immer Entscheidungen unter rationalen
Erwägungen getroffen werden, sondern dass auch oft
irrationales Verhalten das Geschehen am Aktienmarkt prägt.

das ist m.E. ein bißchen zu einfach gedacht. Nehmen wir Anleger A, der über zwei Aktienpositionen verfügt. Position 1 verliert aufgrund eines aktuellen Ereignisses an einem Tag 30 % seines Wertes, Position 2 bleibt nahezu unverändert. Die Schlußfolgerung, die Aktienposition zu verkaufen, wo er noch nicht dicke im Minus ist, liegt nah, wenn A erwartet, in absehbarer Zeit etwas von seinem angelegten Geld für aktuelle Ausgaben zu benötigen.

Bei Aktienfonds gibt es ähnliche Überlegungen. Weisen zum Stichtag einige Positionen hohe Verluste aus, werden diese Papiere verkauft, um diese Verluste nicht im Rechenschaftsbericht ausweisen zu müssen. Um noch einen (realisierten) (Kurs)Gewinn ausweisen zu können, werden auch Positionen verkauft, die im Plus sind. Damit der Fonds keinen zu hohen Liquiditätsbestand aufweist, werden dann kurz vor Stichtag noch ein paar andere Papiere in den Bestand aufgenommen. Deswegen gibt es dann am Ende von schlechten Börsenjahren gerne mal die sog. Jahresendrallye.

Gruß,
Christian

Hallo Ihr lieben!
Vielen Dank für Eure Antworten!!
Ich werde auf jeden Fall einigen von Euch eine Email schreiben, weil ich noch ein paar Fragen habe und fänd’ es super, wenn Ihr vielleicht zurückschreiben würdet.
Bis dann…
Andrea

Google als Unternehmen?!? - noch eine Frage!
Wie stellen denn die Betreiber von Google fest, ob jemand z.B. etwas beim großen Buchversand (ich bin vor lauter Überlegen gar nicht mehr sicher, ob ich nicht Schleichwerbung betreibe, wenn ich „Amazon“ schreibe :wink: gekauft hat, weil er auf der Google-Seite den Link angeklickt hat?? Durch die Umfragen, die es manchmal gibt, wird das wohl nicht möglich sein…
Viele Grüße…
Andrea