Nein, nein, Maria als Gottesgebärerin wurde bereits im zweiten
Konzil (ich glaube Nizza, weiß ich jetzt aber nicht genau),
festgelegt.
Das war vor der Heidenmissionierung.
Moin, moin Morrighan,
das Konzil dessen Name Dir entfallen ist, war das Konzil von Nicäa (das liegt in Kleinasien) und hat 325 stattgefunden. Auf diesem Konzil wurde die Frage entschieden, ob Jesus gottgleich (so Athanasius) oder gottähnlich (so Arius) sei. Unter dem Einfluß von Konstantin beschlossen die Bischöfe, Jesus sei gottgleich.
Der Streit um den Begriff „Gottesgebärerin“ war ein Streit zwischen der antiochenischen Richtung der Christologie um Nestorius und der alexandrinischen Richtung der Christologie um Kyrill von Alexandrien und wurde auf dem Konzil von Ephesus 431 entschieden: Maria durfte als Gottesgebärerin bezeichnet werden.
Noch zwei Bemerkungen, die sich nicht unmittelbar auf Dein Posting, aber auf den ganzen Zusammenhang beziehen (ich bin jetzt zu faul, mir die entsprechenden postings rauszusuchen): schon in den 50er Jahren gab es ein Buch eines französischen Relgionswissenschaftlers „Les saints - successeurs des dieux?“ Wenn also von polytheistischen Resten im Christentum gesprochen werden soll, dann möglichweise im Zusammenhang mit der Heiligenverehrung, nicht aber im Zusammenhang mit der Trinität.
Ich will jetzt nicht die ganze - sehr schwierige - Frage der Trinität aufrollen, sondern nur auf eine Feinheit aufmerksam machen: In der trinitarischen Tehologie werden die drei Erscheinungsweisen Gottes - Vater, Sohn, Geist - als „Personen“ bezeichnet. Dieser Ausdruck „persona“ ist ein Begriff der antiken Theaterwelt und bedeutet die Maske, die der Schauspieler sich vors Gesicht hält. Durch diese Maske spricht er hindurch (per = durch, sonare = tönen), es ist aber immer derselbe Schauspieler hinter verschiedenen Masken. So ist es also auch immer der gleiche Gott in verschiedenen Erscheinungsformen.
Gruß - Rolf