Gott und Logik

Hallo Alle,

ich greife mal einen Punkt aus der Diskussion zu den „inspirierten Schriften“ heraus, der mir dort eher randständig erscheint, den ich aber für sich genommen sehr interessant finde.

Eine Frage an diejenigen unter Euch, die an einen persönlichen Gott glauben:

Zu meiner Vorstellung von Logik (ich hoffe, ich liege da nicht falsch, mir fehlt eine philosophische Ausbildung) gehört, daß dort Regeln eine Rolle spielen, wie z.B.

Für alle Aussagen A gilt, daß nicht sowohl A als auch Nicht-A wahr sein können. Dabei wäre Nicht-A die Aussage, die A inhaltlich umkehrt.

Beispiel

A: Es gibt schwarze Schwäne.
Nicht-A: Es gibt keine schwarzen Schwäne.
-> es kann nur A ODER Nicht-A gelten, entweder es gibt schwarze Schwäne, oder es gibt sie nicht.

So, nach dieser langen Vorrede: ist nach Eurer Vorstellung Gott in der Lage, Ausnahmen von dieser Regel zu bewirken? Kann durch Gottes Wille sowohl A als auch Nicht-A sein?

Gruß
Michael

Hallo Michael,

die von Dir genannte Regel gilt in der „Aristotelischen Logik“, eine Logik die im wesentlichen unserem durchaus unserem „gesunden Menschenverstand“ entspricht.

Tatsächlich sind aber auch durchaus andere Logiken denkbar, etwa mehrwertige Logiken (in solchen Logiken könnte Deine Frau/Freundin nicht nur „schwanger“ oder „nicht schwanger“, sondern vielleicht auch „ein bißchen schwanger“ sein :smile:).
In solchen Logiken gelten natürlich ganz andere Gesetze.

Wer weiß denn nun, welcher Logik sich Gott (an den ich persönlich trotzdem nicht glaube) bedienen würde?

Gruß
Werner

Zusatzfrage
Hallo Michael,

Beispiel

A: Es gibt schwarze Schwäne.
Nicht-A: Es gibt keine schwarzen Schwäne.
-> es kann nur A ODER Nicht-A gelten, entweder es gibt
schwarze Schwäne, oder es gibt sie nicht.

So, nach dieser langen Vorrede: ist nach Eurer Vorstellung
Gott in der Lage, Ausnahmen von dieser Regel zu bewirken? Kann
durch Gottes Wille sowohl A als auch Nicht-A sein?

Warum sollte Gott so etwas tun?
Woraus entwickelte sich diese Frage?

Den vorangegangenen Diskussionen zufolge, würde ich das Problem eher so formulieren:

Es gilt A: Es gibt schwarze Schwäne,
aber ich kann es nicht beweisen, weil noch niemand welche gesehen hat.
Ich glaube aber trotzdem daran, weil mir jemand, dem ich vertraue, berichtet hat, dass es welche gibt.

Warum sollte es keine geben?
Ist das Nichtvorhandensein Grund genug, A abzulehnen?

Gruss Harald

Warum sollte Gott so etwas tun?
Woraus entwickelte sich diese Frage?

Einigen Beiträgen meinte ich entnehmen zu können, daß für die Frage, ob die Heilige Schrift eine authentisch von Gott inspirierte Quelle ist, die Frage logischer Inkonsistenzen belanglos sei, da „Logik eben nicht alles“ sei. Offensichtliche Widersprüche führen dann nicht dazu, daß man Zweifel an der Authentizität der Schrift bekommt. Daraus entwickelte sich die Frage.

Gruß
Michael

Hallo Michael
ich bins mal wieder

Du versuchst es Dir mit der Logik ja leicht zu machen. Aber so leicht ist es nicht, im Gegenteil. Die reinrassige, zweiwertige Logik, die Du im Sinn hast, gibt es in Realität nicht (oder gib mir mal ein Beispiel), eine Aussage ist dort immer in einen Kontext von Annahmen, Voraussetzungen und unausgesprochenen Meinungen eingebettet. Und in genau diesem Umfeld bewegt sich auch Gott.

Um Dir zu demonstrieren, wie das in Deinem Beispiel wirkt, will ich sagen, ja es gibt eine Alternative zu dem entweder-oder, das Du vorschlägst. Gott erschafft einen Schwan, dessen Gefieder nur ultraviolettes Licht reflektiert. Für uns Normalgesichtigen ist es ein perfekter schwarzer Schwan, aber wenn man es sich genau überlegt, doch wieder nicht.

Die von vielen angemerkten Widersprüche in der Bibel sind von ähnlicher Natur. Jemand liest es und heult auf „Widerspruch, alles Nonsense“, aber in diese Aussage packt er so viele Voraussetzungen, daß Gott es ein leichtes ist, nachzuweisen, daß es doch kein Widerspruch ist. Insofern ist die mathematische Logik unantastbar, aber so abstrakt, daß es keine praktischen Konsequenzen hat. In Realität ist sie dann zwar oft eine gute Näherung, aber eben nur eine Näherung.

Gruß
Thomas

Hallo Michael,

ich bewundere Dein Vertrauen in die Mathematik. Allerdings solltest Du beachten, dass jede Logik ein formales System ist und die Welt eben keines (von G’tt will ich noch nicht eimal schreiben). Hierbei besteht nun immer das Problem, dass für einen formalen Beweis wir unsere(!) Sicht auf die Welt in das System übersetzen müssen, bervor wir in diesem System etwas berechnen (jeder Beweis ist nur eine Berechnung), um anschliessend das Ergebnis wieder in unsere Welt zu übertragen. Das Blöde hierbei sind die beiden Übersetzungen, welche einfach nir formal sind. Du musst hierbei jeweils das formale System verlassen.

In der Naturwissenschaft führt dieses dazu, dass dort auch keine Aussagen über die Welt gemacht werden, sondern nur Theorie (unter Annahmen) aufgestellt und bewiesen werden - bis zum Gegenbeweis und einer besseren Theorie.

Schalom,
Eli

PS. Wenn Du es aber einmal mit Logik an einem ‚einfacheren‘ Problem versuchen willst, dann beweise doch einfach einmal, dass wir Lügen können. Immerhin wäre dieses ja ein Teil der Beweiskette, welche Du Dir wünschst.

Hi Michael

Die formale Logik mit ihrem simplen Richtig oder Falsch ist leider nicht ausreichend. Es vernachlässigt alle Zwischenstufen. Z.B. ist die Frage, ob ein Photon jetzt eine Welle oder eine Teilchen (im klassischen Sinne) ist, völlig unsinnig, denn es ist beides (Physiker bitte mal wegschauen, ist sehr vereinfacht) In der Formalen Logik müsste es entweder Welle oder Teilchen sein.
Auch bei der Chaostheorie kann man die formale Logik in die Toilette werfen.
Das heisst ganz simpel, Gott folgt nicht der formalen Logik.

Die logischen Brüche (ich sag jetzt absichtlich nicht Fehler) in (wahrscheinlich allen) göttlich inspirierten Büchern sind nicht der Beweis für das Fehlen einer Inspiration. Es deutet jedoch m.E. darauf hin, das diese Inspiration begrenzt ist; also Gott nicht vollständig beschreibt. M. b. M. nach beschreiben alle Inspirationen Gott nur höchst unvollständig.

Gruss
Mike

Hallo Michael
ich bins mal wieder

Du versuchst es Dir mit der Logik ja leicht zu machen.

So bin ich eben…

Aber so

leicht ist es nicht, im Gegenteil.

Oha!

Die reinrassige,

zweiwertige Logik, die Du im Sinn hast, gibt es in Realität
nicht (oder gib mir mal ein Beispiel),

Hm, ich habe hier eine Münze, die ich hochschnippe. Entweder sie landet mit der Wappenseite nach oben, oder nicht. Wo ist das Problem?

eine Aussage ist dort

immer in einen Kontext von Annahmen, Voraussetzungen und
unausgesprochenen Meinungen eingebettet.

Könntest Du mir das am Beispiel der Münze erläutern?

Und in genau diesem

Umfeld bewegt sich auch Gott.

Um Dir zu demonstrieren, wie das in Deinem Beispiel wirkt,
will ich sagen, ja es gibt eine Alternative zu dem
entweder-oder, das Du vorschlägst. Gott erschafft einen
Schwan, dessen Gefieder nur ultraviolettes Licht reflektiert.
Für uns Normalgesichtigen ist es ein perfekter schwarzer
Schwan, aber wenn man es sich genau überlegt, doch wieder
nicht.

Wieso denn „doch wieder nicht“? Wie willst Du denn das Schwarzsein des Schwans anders, als über unsere Wahrnehmung definieren?

Aber zurück zur göttlichen Offenbarung. Verstehe ich das richtig, daß Widerspruchsfreiheit prinzipiell kein sinnvolles Kriterium sein kann, wenn es um die Frage der Authentizität der Heiligen Schrift geht?

Gruß
Michael

Hallo Michael,

ich bewundere Dein Vertrauen in die Mathematik.

„Danke schön!“, falls das die angemessene Reaktion auf Bewunderung ist :smile:

Mich interessiert weniger die mehr oder weniger reine Mathematik, sondern die Alltagstauglichkeit. Entweder mein Hund wird am Sonntag von einem Auto überfahren, oder nicht. Kann beides zutreffend sein? Ein Stern explodiert im Jahr 4000 unserer Zeitrechung oder er tut dies nicht. Kann beides zutreffend sein? Usw. usw.

In der Naturwissenschaft führt dieses dazu, dass dort auch
keine Aussagen über die Welt gemacht werden, sondern nur
Theorie (unter Annahmen) aufgestellt und bewiesen werden - bis
zum Gegenbeweis und einer besseren Theorie.

Letzteres ist sicher richtig, aber wieso sind dies keine Aussagen über die Welt?

PS. Wenn Du es aber einmal mit Logik an einem ‚einfacheren‘
Problem versuchen willst, dann beweise doch einfach einmal,
dass wir Lügen können. Immerhin wäre dieses ja ein Teil der
Beweiskette, welche Du Dir wünschst.

Ohne genau zu wissen warum, fühle ich mich jetzt ertappt. Das geht mir aber immer so, wenn jemand etwas über mich weiß, das mir selbst noch gar nicht klar war. Könntest Du mich vielleicht aufklären, welche Beweiskette ich mir wünsche?

Gruß
Michael

Hi Michael

Auch!

Die formale Logik mit ihrem simplen Richtig oder Falsch ist
leider nicht ausreichend. Es vernachlässigt alle
Zwischenstufen. Z.B. ist die Frage, ob ein Photon jetzt eine
Welle oder eine Teilchen (im klassischen Sinne) ist, völlig
unsinnig, denn es ist beides (Physiker bitte mal wegschauen,
ist sehr vereinfacht) In der Formalen Logik müsste es entweder
Welle oder Teilchen sein.

Verstehe ich nicht. Warum sollte das so sein? „Das Photon hat Eigenschaften eines Teilchens“ und „Das Licht hat Welleneigenschaften“ kann ich jetzt nicht als mit formaler Logik unvereinbar erkennen.

Auch bei der Chaostheorie kann man die formale Logik in die
Toilette werfen.

Verstehe ich auch nicht, was aber daran liegen mag, daß ich weder vom einen noch vom anderen besonders viel verstehe…

Das heisst ganz simpel, Gott folgt nicht der formalen Logik.

Die logischen Brüche (ich sag jetzt absichtlich nicht Fehler)
in (wahrscheinlich allen) göttlich inspirierten Büchern sind
nicht der Beweis für das Fehlen einer Inspiration. Es deutet
jedoch m.E. darauf hin, das diese Inspiration begrenzt ist;
also Gott nicht vollständig beschreibt. M. b. M. nach
beschreiben alle Inspirationen Gott nur höchst unvollständig.

Das heißt, es gibt zwei Gründe dafür, warum (scheinbare) Inkonsistenzen nicht gegen die Authentizität der Heiligen Schrift sprechen. (1) Gott folgt nicht der formalen Logik und (2) Inspiration ist nicht notwenig vollständig, so daß Inkonsistenzen Fehler des Mittlers sein können. Im ersten Fall will uns Gott tatsächlich etwas mitteilen, zum Verständnis reicht unsere Logik aber nicht aus. Im zweiten Fall wollte uns Gott etwas mitteilen oder nicht, der Verstoß gegen die Logik geht aber auf die Unvollkommenheit des Mittlers zurück. Ist auch der Fall denkbar, daß uns gar keine Inkonsistenzen auffallen, Gott aber (weil er nicht an die Logik gebunden ist) etwas ganz anderes gemeint hat? Oder daß eine anscheinend stimmige Aussage trotzdem nicht inspiriert ist, sondern auf einen Fehler des Mittlers zurückgeht?

Gruß
Michael

Hallo Michael

Hm, ich habe hier eine Münze, die ich hochschnippe. Entweder
sie landet mit der Wappenseite nach oben, oder nicht. Wo ist
das Problem?

Erstens gibt es eine sehr kleine, aber von 0 verschiedene Wahrscheinlichkeit, daß die Münze auf dem Rand landet und zweitens ging es um Aussagen in der realen Welt. Das Schnippen der Münze ist kein Problem, aber wenn Du an dieses Ereignis Aussagen dranhängt, dann wird die Sache unsicher. Wie gesagt, die zweiwertige Logik kann eine gute Näherung sein.

Wieso denn „doch wieder nicht“? Wie willst Du denn das
Schwarzsein des Schwans anders, als über unsere Wahrnehmung
definieren?

Nun, so wie ich es angedeutet habe, über das Spektrum, das vom Gefieder reflektiert wird, unabhängig, wer das Tier jetzt beobachtet (was ja nicht vollkommen schwarz ist, sondern ultraviolett leuchtet). Hier passiert genaus das, was ich angerissen habe. Du hast die Definition von „schwarz“ über unser Sehsystem als vollständig selbstverständlich vorausgesetzt und Deine Schlüsse (Deine Logik) hängen von diesen Annahmen ab.

Aber zurück zur göttlichen Offenbarung. Verstehe ich das
richtig, daß Widerspruchsfreiheit prinzipiell kein sinnvolles
Kriterium sein kann, wenn es um die Frage der Authentizität
der Heiligen Schrift geht?

Prinzipiell doch, aber meine Behauptung ist, daß die Feststellung einer Widerspruchsfreiheit oder des Vorliegens eines Widerspruchs davon abhängen, welche Voraussetzungen man macht. Und es ist die Einigung über die Voraussetzungen, die das Problem so schwierig machen, daß man es als Entscheidungshilfe nicht heranziehen kann.

Gruß
Thomas

Erläuterung

Verstehe ich nicht. Warum sollte das so sein? „Das Photon hat
Eigenschaften eines Teilchens“ und „Das Licht hat
Welleneigenschaften“ kann ich jetzt nicht als mit formaler
Logik unvereinbar erkennen.

Weil die Korrektheit der Aussage „das Photon hat Eigenschaften eines Teilchens“ davon abhängt, mit welchem Experiment ich an das Photon herangehe. Führe ich das Experimen „Photoeffekt“ aus, dann lautet die Antwort „Korrekt“, führe ich das Experiment „Interferenz“ aus, dann lautet die Antwort „Nicht korrekt“.

Gruß
Thomas

Warum sollte Gott so etwas tun?
Woraus entwickelte sich diese Frage?

Einigen Beiträgen meinte ich entnehmen zu können, daß für die
Frage, ob die Heilige Schrift eine authentisch von Gott
inspirierte Quelle ist, die Frage logischer Inkonsistenzen
belanglos sei, da „Logik eben nicht alles“ sei.
Offensichtliche Widersprüche führen dann nicht dazu, daß man
Zweifel an der Authentizität der Schrift bekommt. Daraus
entwickelte sich die Frage.

Hallo Michael,

ich würde Dein Problem anders bearbeiten.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Widersprüche nur durch zu oberflächliche Betrachtung entstehen.
Also jetzt würden mich die „offensichtlichen Widersprüche“ brennend im Detail interessieren.

Gruss Harald

Hallo Michael,

Hm, ich habe hier eine Münze, die ich hochschnippe. Entweder
sie landet mit der Wappenseite nach oben, oder nicht. Wo ist
das Problem?

eine Aussage ist dort

immer in einen Kontext von Annahmen, Voraussetzungen und
unausgesprochenen Meinungen eingebettet.

Könntest Du mir das am Beispiel der Münze erläutern?

ich hätte hier ein Beispiel :wink:

Wenn Du Deine Münze außerhalb der Erdanziehungskraft wegschnippst, wo wird sie landen?

Du hast natürlich angenommen, dass die Anziehungskraft zur Wirkung kommt. Aber ist diese Annahme zwingend?

Gruss Harald

Widersprueche
Hallo Harald,

Hallo Michael,

ich würde Dein Problem anders bearbeiten.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Widersprüche nur
durch zu oberflächliche Betrachtung entstehen.

Das klingt verdächtig danach, als stecke dahinter die Prämisse: „Die Heilige Schrift kann keine Widersprüche aufweisen, denn sie ist Gottes Wort“. In meiner atheistischen Verbohrtheit stellt sich mir die Situation aber so dar (jetzt etwas polemisch überspitzt):

Mein Nachbar klingelt an meiner Tür, freudestrahlend, mit einem Manuskript in der Hand. „Micha, schau mal, das alles hier hat mir Gott offenbart, ich habe es gleich aufgeschrieben. Er meint, es soll den Menschen als Richtschnur für ihr Verhalten dienen“. Gibt es eine Möglichkeit, die Authentizität des Manuskripts festzustellen? Kann ich herausfinden, ob die Niederschrift tatsächlich göttlich inspiriert ist? Kann mir dabei vielleicht helfen, daß ich den Text danach durchsehe, ob er in sich schlüssig ist, oder ob er offensichtliche Widersprüche aufweist?

Also jetzt würden mich die „offensichtlichen Widersprüche“
brennend im Detail interessieren.

Ok, zur Formulierung: klingt „anscheinend“ besser? Zum Inhalt: Die Bibel gehört nicht unbedingt zu den Werken der Weltliteratur, in denen ich häufiger mal lese. Ich kann da nur auf Sammlungen von Textstellen verweisen, zu deren Korrektheit ich aber keine eigene Meinung habe (spontan nennen kann ich nur http://www.infidels.org/news/atheism/extra/bible-con… es gibt aber sicher auch andere und bestimmt auch deutschsprachige)

Gruß Michael

Ziemlich off-topic

Wenn Du Deine Münze außerhalb der Erdanziehungskraft
wegschnippst, wo wird sie landen?

Du hast natürlich angenommen, dass die Anziehungskraft zur
Wirkung kommt. Aber ist diese Annahme zwingend?

Auch wenn die Gravitation Null ist, gibt es nur die beiden von mir genannten - einander ausschließenden - Möglichkeiten. Entweder die Münze (1) landet mit der Wappenseite nach oben(*), oder (2) sie tut dies nicht. Bei zu geringer Gravitation landet sie nicht: Alternative (2). Unter irdischen Verhältnisse landet sie meist, entweder mit der Wappenseite nach oben (Alternative 1) oder mit der Zahl nach oben (Alternative 2) oder auf der Kante (auch Alternative 2), was aber sehr unwahrscheinlich ist.

Gruß
Michael

(*) Hier wäre jetzt allenfalls noch zu definieren, was mit „oben“ gemeint ist. Wenn die Münze an der Bordwand unseres Shuttles landet, würde ich die in den Innenraum des Raumschiffs zeigende Seite als „oben liegend“ definieren.

Noch mal off-topic (sorry)

Verstehe ich nicht. Warum sollte das so sein? „Das Photon hat
Eigenschaften eines Teilchens“ und „Das Licht hat
Welleneigenschaften“ kann ich jetzt nicht als mit formaler
Logik unvereinbar erkennen.

Weil die Korrektheit der Aussage „das Photon hat Eigenschaften
eines Teilchens“ davon abhängt, mit welchem Experiment ich an
das Photon herangehe. Führe ich das Experimen „Photoeffekt“
aus, dann lautet die Antwort „Korrekt“, führe ich das
Experiment „Interferenz“ aus, dann lautet die Antwort „Nicht
korrekt“.

Hm, kann sein, daß ich jetzt falsch liege. Aber die Tatsache, daß ich nicht mit jedem Experiment dasselbe zeigen kann, beunruhigt mich in meiner eigenen Forschung in der Regel nicht so arg. Zumindest habe ich es bisher nie so gesehen, daß ich daraufhin die Logik über Bord werfen müßte. Ich werde darüber nachdenken…

Gruß
Michael

Hallo Michael,

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Widersprüche nur
durch zu oberflächliche Betrachtung entstehen.

Das klingt verdächtig danach, als stecke dahinter die
Prämisse: „Die Heilige Schrift kann keine Widersprüche
aufweisen, denn sie ist Gottes Wort“.

kann es sein, dass Du in meine Zeilen etwas hineininterpretierst, das ich nicht geschrieben habe?

Mein Nachbar klingelt an meiner Tür, freudestrahlend, mit
einem Manuskript in der Hand. „Micha, schau mal, das alles
hier hat mir Gott offenbart, ich habe es gleich
aufgeschrieben. Er meint, es soll den Menschen als Richtschnur
für ihr Verhalten dienen“. Gibt es eine Möglichkeit, die
Authentizität des Manuskripts festzustellen? Kann ich
herausfinden, ob die Niederschrift tatsächlich göttlich
inspiriert ist?

Die biblische Richtlinie heißt: Jede Aussage braucht zwei oder drei Zeugen. Um eine Aussage der Bibel als Lehre anzuerkennen, muß sie also an mehreren Stellen vorkommen.
Den Text Deines Nachbarn prüfst Du also mittels der Bibel auf inhaltliche Übereinstimmung.

Kann mir dabei vielleicht helfen, daß ich den
Text danach durchsehe, ob er in sich schlüssig ist, oder ob er
offensichtliche Widersprüche aufweist?

Er kann in sich schlüssig und logisch sein, aber trotzdem falsch.

Also jetzt würden mich die „offensichtlichen Widersprüche“
brennend im Detail interessieren.

Ok, zur Formulierung: klingt „anscheinend“ besser? Zum Inhalt:
Die Bibel gehört nicht unbedingt zu den Werken der
Weltliteratur, in denen ich häufiger mal lese.

Wenn Du nicht darin liest, kann es Dir auch egal sein.
Wenn Du einen Widerspruch findest, der Deiner Logik zufolge unerklärbar ist, lass es mich wissen.

Ich kann da nur
auf Sammlungen von Textstellen verweisen, zu deren Korrektheit
ich aber keine eigene Meinung habe (spontan nennen kann ich
nur
http://www.infidels.org/news/atheism/extra/bible-con…

Ich hab da mal reingesehen. Sind altbekannte Argumente, mit denen ich mich schon auseinandergesetzt habe. Läßt sich meist ganz leicht erklären.

Es steht übrigens auch in der Bibel: „Es ist kein Gott“ (Ps.14,1)
Was sagst Du dazu?

Gruss Harald

Hallo Harald!

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Widersprüche nur
durch zu oberflächliche Betrachtung entstehen.

Das klingt verdächtig danach, als stecke dahinter die
Prämisse: „Die Heilige Schrift kann keine Widersprüche
aufweisen, denn sie ist Gottes Wort“.

kann es sein, dass Du in meine Zeilen etwas
hineininterpretierst, das ich nicht geschrieben habe?

Ja, das ist völlig korrekt, das hast Du so nicht geschrieben, es ist eine Interpretation.

Die biblische Richtlinie heißt: Jede Aussage braucht zwei oder
drei Zeugen. Um eine Aussage der Bibel als Lehre anzuerkennen,
muß sie also an mehreren Stellen vorkommen.
Den Text Deines Nachbarn prüfst Du also mittels der Bibel auf
inhaltliche Übereinstimmung.

Jjjjja, meine kleine Geschichte sollte eigentlich nur eine Analogie darstellen. „Mein Nachbar“ steht für die Evangelisten (heißen die so?), das „Manuskript“ für die Heilige Schrift selbst.

Er kann in sich schlüssig und logisch sein, aber trotzdem
falsch.

Ja, sicher, das habe ich jetzt mal als selbstverständlich vorausgesetzt. Andersrum finde ich es interessant!

Es steht übrigens auch in der Bibel: „Es ist kein Gott“
(Ps.14,1)
Was sagst Du dazu?

Dazu sage ich: da hatte der Harald doch bestimmt eine didaktische Absicht und hat nicht von ungefähr keinen Punkt hinter die zitierte Aussage gemacht…

-)

Gruß
Michael

Hallo Michael!

Jjjjja, meine kleine Geschichte sollte eigentlich nur eine
Analogie darstellen. „Mein Nachbar“ steht für die Evangelisten
(heißen die so?), das „Manuskript“ für die Heilige Schrift
selbst.

Da ist Dein Vergleich leider völlig unzutreffend.
Die Evangelisten sind ja nicht die einzigen Verfasser der Heiligen Schrift.

Die Bibel besteht aus 66 Teilschriften, die von 40 verschiedenen Leuten geschrieben wurden. Diese Menschen kannten sich meist gar nicht. Immerhin liegen zwischen dem ersten Buch und dem letzten 1600 Jahre.

Und keiner dieser Menschen hat von sich aus etwas dazu beigetragen, dass ihre Schriften heute in unserem Bücherschrank stehen.

Die Auswahl, was letztlich in der Bibel festgehalten wurde, haben wieder ganz andere Menschen getroffen.

Du siehst, dass hier viele Leute, voneinander unabhängig, zusammengearbeitet haben. Und dass dennoch alles so gut zusammenpaßt, halten wir Gläubigen für ein Indiz, dass die Bibel eben göttlich inspiriert ist.

Es steht übrigens auch in der Bibel: „Es ist kein Gott“
(Ps.14,1)
Was sagst Du dazu?

Dazu sage ich: da hatte der Harald doch bestimmt eine
didaktische Absicht und hat nicht von ungefähr keinen Punkt
hinter die zitierte Aussage gemacht…

OK. :wink:
Der fehlende Punkt ist zwar nur ein Versehen, aber der Text ist wirklich nicht vollständig.
Original Luther: „Die Toren sprechen: Es ist kein Gott.“
In der modernen Übersetzung heißt es: „Menschen, die sich einreden: Gott gibt es überhaupt nicht! leben an der Wirklichkeit vorbei.“

Gruss Harald