Liebe Historiker, Anekdotensammler und auch Literaturkenner!
Gibt es irgend einen markigen Ausspruch irgend eines preußischen oder auch eines anderen Militärs, so ein General Wrangel, oder so ein Alter Dessauer, oder ein Marschall Blücher oder meintswegens auch der Große Kurfürst oder der Soldatenkönig vielleicht weniger der Alte Fritz, in dem die Formel:
Gottesfurcht und Reiterei
vorkommt? Es könnte heißen: Unser Land braucht nur oder vor allem zwei Dinge: Gottesfurcht und Reiterei!
Ich habe da ein nicht identifiziertes Verslein – vielleicht ist es von Börries von Münchhausen* -, das lautet:
Freund, jetzt ist mir einerlei
Alles Versgesinge;
Gottesfurcht und Reiterei
Sind die wichtigen Dinge.
* Vielleicht kann mir das einer bestätigen.
Dazu habe ich noch gefunden:
Ein sechzehnjähriger Junker, Gehrt Bookwald, war am Morgen angelangt, um bei dem kaiserlichen Ritter »Reiterei und Gottesfurcht« zu lernen; der Lärm kam unten aus der Gesindestube. Frau Wulfhild lauschte: »Die Knechte bringen ihm den Willkomm!« sprach sie, und das blonde Antlitz des Knaben, der nun ihr Diener war, zog an ihr vorüber. Es schien wüst herzugehen drunten, und eine Stimme klang ihr gleich der des ersten Ehegemahles, wenn er unter Zechbrüdern in seiner Freude saß; sie schauderte, und das Knabenbild erlosch.
Aus Theodor Storm, Ein Fest auf Haderslevhuus
Bei Storm werden die zwei Wörter in Gänsefüßchen gegeben; sie scheinen also ein Zitat zu sein.
Mein Leben hängt nicht davon ab, aber ich wüsst´ es wirklich gern.
Gruß Fritz