Wieder wende ich mich an die des Schweizerdeutschen Mächtigen, und wieder wegen Gotthelf.
Obwohl seine Geschichten mich wirklich faszinieren, seine Sprache mich begeistert, geht er mit manchen Sachen regelrecht auf den Geist.
Z. B. die penetrante Art Mädchen nach dem grammatischen Geschlecht anzusprechen.
Nun sagt man ja auch unter Schwaben, dass alle Frauennamen mit „S“ beginnen: s’Lise, s’Bärbele, ‚Rickele, s’Else etc., wobei "s‘" die gekürzte Form von „das“ darstellt.
Aber wie kommt er dazu, einen Akkusativ „ihns“ für das Personalpronomen zu verwenden? Statt „es“?
„Es (gemeint ist eine ausgewachsene, aber nicht verheiratete Frau) war überzeugt, daß Christen, sobald er wußte, wer es sei, ihns sitzenließe, und das wollte es nicht ertragen.“
aus „Elsi, die seltsame Magd“
Gibt es diese Form heute noch in irgend einem Tal?
Wenn man danach gugelt, so findet man einige tausend Mal den Namen „Ihns“ und eben Stellen von Gotthelf.
Und wie in aller Welt kommt „gäb wie“ zur Bedeutung „obwohl, obgleich“?
Konjunktiv II von geben? Etwa: „Es mag da geben, was es wolle …“
Ich muss mir doch noch das Idiotikon besorgen!
Gruß Fritz