Sicher liegt die dreiseitige Begründung als Datei im Computer
vor, dann können Sie sie auch anonymisiert hier einstellen.
Begründung der Antragsstellerin zum Widerspruch gegen den Feststellungsbescheid vom
Vorbemerkung
Das Folgende stellt meine Eindrücke dar. Als Gutachter für den aktuellen Stand in der Sache sollte auf jeden Fall mein behandelnder Orthopäde Dr.x aus der Praxis x gehört werden – der Orthopäde, der mich 2008 dort gesehen hat, arbeitet nicht mehr dort, und 2009 war ich für meine Firma in Köln – sowie, als Zweit¬gutachter, mein Onkologe Dr. x. Der Onkologe verfügt über das aktuelle Knochenszintigramm.
Vergangenheit
Als einen Nachweis dafür, dass bleibende Schäden vorliegen, zitiere ich die Endpassage des Gutachtens für meine Unfallversicherung von 1995. Die Beraterin vom SoVD meinte, der Arzt könnte Anspruch darauf erheben, mich erneut zu begutachten, wenn ich das gesamte Gutachten beilege.
– Hier das Zitat aus meiner Anfrage, mit schöneren Absätzen. Die Pünktchen: in Folge eines Fenstersturzes –
Wahrscheinlich war damals die Arthrose schon ausgeprägter. Der Orthopäde erklärte mir schon 1995, ich sei durch den Sturz vorzeitig gealtert und könne einen Schwerbehindertenausweis beantragen.
Sowohl was das Gutachten anbelangt als auch so einen Ausweis, war ich froh, alles so weit hinter mir zu haben. Außerdem war ich noch ohne Arbeit und habe befürchtet, dass mir ein Schwerbehindertenausweis eher schadet als nützt. Da es nun aber aus einem anderen Grund zu einer Feststellung kommt, sollen auch diese Schäden berücksichtigt werden.
Zu jener Zeit bin ich vor der Arbeit zum Allgemeinmediziner gefahren und habe mir eine Schmerz-spritze geholt und danach viel Ibuprofen genommen. Dass ich jetzt weniger Schmerzmittel brauche, verdanke ich der Arthrosegymnastik für Wirbelsäule/Becken/Beine, die ich der Kur gelernt habe.
Allgemeine Einschränkung und aktuelle Situation
Heutzutage sieht man mir in der Öffentlichkeit außer den Narben wenig an, außer wenn ich einen sehr schlechten Tag habe. Die Einschränkungen und Schmerzen führen jedoch zu einem weniger natürlichen oder wendigen Auftreten und behindern mich auch beim Aufstehen oder Einschlafen.
Ich habe gelernt, auch mit starken Schmerzen am Rücken zu leben, weil ich weiß, worum es sich handelt und der Schmerz meistens begrenzt gewesen ist. Er strahlt jedoch auch in den vorderen Bereich des Beckens. Außerdem habe ich vermehrt Schmerzen im Handgelenk, auch in Ruhe. Der Orthopäde hält dies für eine Sekundärarthrose in der Bruchstelle. Weiterhin ist auch der Ellenbogen betroffen, für den ich wie auch für das ISG-Gelenk Krankengymnastik erhalte.
Ansonsten bekämpfe ich Schonhaltungen und die Schmerzen durch Sport. Aus Arthrosegymnastik, wie ich sie in meiner Kur erstmals lernte und durch KG immer wieder auffrische, ist erst Pilates und dann Yoga geworden. Da die Krebserkrankung mir oft Ruhe aufzwingt, sind die Beschwerden wieder offen zu Tage getreten, und es ist noch einmal deutlich geworden, wie sehr mich die Folgeschäden schon dadurch einschränken, dass es Zeit und Anstrengung bedarf, einfach in Gang zu bleiben.
Auch bei großer beruflicher Arbeitsbelastung komme ich mit den Gegenmaßnahmen in Verzug. Das führt dazu, dass ich schwer aus dem Bett komme oder viel freie Zeit in demselben verbringen muss, was mich natürlich ebenfalls weniger gelenkig macht. Dann ermüde ich immer schneller, und auch nach mehreren freien Tagen tritt keine wirklich Erholung oder Schmerzfreiheit ein.
Kälte führt ebenfalls zu Schmerzen, die ich durch Ruhe oder Schmerzmittel ausgleichen muss.
Die Beschwerden schränken meine Möglichkeit zu Mehrarbeit ein; die tägliche Gymnastik nimmt mir auch Zeit, die ich zum Beispiel in berufliche Weiterentwicklung investieren könnte oder schlicht dazu, öfter einmal auszuschlafen.
Die Beschwerden im Einzelnen
Die Arthrose ist ausgeprägter und schmerzhafter als 1996. Nur mit viel Aufwand (tgl. Arthrose-Gymnastik oder Yoga) erhalte ich mir Beweglichkeit und vermeide Schmerzspritzen und die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln.
Mehr Schmerzen im Handgelenk, laut Orthopäden durch Arthrose, die sich in solchen Bruchstellen bildet. „Steifes“ Handgelenk .
Einschränkungen/Sperre/Verkrampfen beim Armdrehen, z.B. wenn ich bei der Arbeit leere Kisten zurückstelle. Selten Taubheit in den Fingern. Verkrampfung und mehr Armeinsatz, um die Hand zu unterstützen.
Die verbliebenen Bewegungseinschränkungen im linken Ellenbogen. Schmerzen, auch Folge des unnatürlichen Nachgreifens bei Handunterstützung, Narbenschmerzen. Mehr Körpereinsatz, um den Arm zu unterstützen. Der Orthopäde hat Schonung, Krankengymnastik und eine Spange verordnet, die den Oberarm entlasten soll.
Verkrampfung im Schulter-Nacken-Rücken besonders wenn ohne Sport, auch in der Nacht.
Wenn ich am Computer sitze, habe ich Schmerzen an der Hand und am ISG-Gelenk (und wie!).
Selten schmerzfrei . Schwierigkeiten bei Situationen, in denen ich lange sitzen muss (an bestimmten Tagen am Arbeitsplatz) oder will (Beispiel: langer Kinofilm).
Schmerzen vorn am Becken. Das wirkt sich dann auch aufs Gehen aus, nach vorn kippend. Die Arthrose strahlt nach vorne, meint der Orthopäde.
Nicht nur kann ich mich durch die neue schwere Erkrankung weniger um meine Dauerschäden kümmern, die deshalb deutlicher zu Tage treten, besonders die Arthrosen, sondern die Einschränkungen bekommen auch mehr Gewicht, etwa die fehlende Wendigkeit im linken Arm, den ich ja jetzt erst recht gleichwertig brauche.
Bislang: Wechselwirkung zwischen den Krankheiten
Bei Infusionen etc. fällt es mir schwer, den linken Arm an Ellenbogen und Handgelenk zu entspannen.
Durch den Port vorn an der linken Schulter ist der linke Arm zusätzlich in der Bewegung einge-schränkt. Der rechte Arm auch, weil es da in der Achsel und rechts unten am Busen schmerzt und geschwollen ist. Innen am rechten Unterarm habe ich gelegentlich ein merkwürdiges Gefühl, mal taub, mal ein Kribbeln.
Nach der Chemotherapie ist es wegen der Nachwirkungen (matt, übel, usw.) manchmal schwer für mich, wie üblich Yoga oder Arthrose-Gymnastik zu machen; gelegentlich entfallen auch die üblichen Wege und Tätigkeiten im Haushalt für ein paar Tage, was noch weniger Bewegung bedeutet. Das verstärkt die Schmerzen im linken Fußgelenk, in der Hand, am Ellenbogen und an der Bruchstelle, wo die Wirbelsäule auf das Becken trifft.
Außerdem hatte ich bislang eher unbekannte Schmerzen zwischen Becken und dem Anfang der Beine und auf der linken untern Bauchseite.
Nach erzwungenen Ruhephasen mit der Gymnastik wieder anfangen geht, ist aber schwierig wegen des Ports und sehr frustrierend – überall Verkrampfungen, auch in der Schulterpartie. Ich weiß nie so recht, wann ich zu weit gehe.
Beschwerdeziel
Das alte Gutachten wurde von einer Versicherung in Auftrag gegeben, die dem Ergebnis entsprechend einen Einmalbetrag auszahlen musste. Deshalb möchte ich mich jetzt ganz davon lösen.
Zusammenfassend behindern mich: die Unsicherheiten und Schmerzen im Arm/der Hand und beim Greifen, die Konzentration für sonst natürlich ablaufende Bewegungen verlangen; die Schmerzen an der Wirbelsäule und im Becken, die mich ohne ständige Korrektur „ wie eine alte Oma“ gehen lassen, sowie die Tatsache, dass die Beschwerden immer wieder ins Bewusstsein drängen und auch außerhalb von Leistungssituationen Rücksichtnahmen sowie Therapie- und Ruhezeiten fordern.
Die verbleibenden Folgen meines Unfalls von 1992 schränken mich meiner Ansicht nach um etwa 35% in einer freien und normalen Arbeits- und Freizeitgestaltung ein.
Eine dementsprechende Feststellung ist das Beschwerdeziel.
Beim Versorgungsamt würde ich Widerspruch einlegen, weil:
Bewegungseinschränkung der Hüft-und Kniegelenke
Bewegungseinschränkung der Schulter-, Arm- und Handgelenke,
Arthrose
ggf. nicht ausreichend gewürdigt wurden.
Oder Verschlimmerungsantrag stellen.
Ich habe eine etwa dreiseitige Begründung geschrieben, aber
wie stelle ich sie hier ein?
Oder soll ich es lassen?
MfG