Hi!
letzens kam ein bericht über die graf spee im tv.
leider hab ich die stelle, bzw. den grund nicht ganz
mitbekommen, warum
das schiff versenkt wurde…
ich meinte, das sich die argentinischen(oder uruguay) behörden
weigerten, den dieselreiniger zu reparieren.
daraufhin hatte die besatzung nur noch einen tag sprit–
worauf das schiff selbst versenkt wurde, um es nicht den
alliierten überlassen zu müssen…
ein kollege meinte das dem kapitän nicht klar war, das sich
eigentlich die engländer hätten fürchten müssen, und er eine
große übermacht auf see befürchtete. deswegen entschloss er
sich ganz human, den kahn zu versenken und so seiner besatzung
das leben zu retten
wer weis es genau?
Die „Admiral Graf Spee“ war vor Kriegsbeginn in den Südatlantik ausgelaufen und ging dort nach Kriegsbeginn auf Kaperfahrt (südlicher Atlantik, Indischer Ozean).
Nachdem die „Spee“ eine Reihe britischer Handelsschiffe aufgebracht hat (die Schiffe wurden gestoppt, die Besatzung durfte von Bord gehen (kein britischer Matrose der Handelsschiffe wurde getötet!), dann erst wurden die Schiffe versenkt), schickten die Briten drei Kriegsschiffe der „Spee“ hinterher: die „Exeter“, die „Achilles“ und die „Ajax“. Am 13.Dezember 1939 kommt es vor der südamerikanischen Küste zum Gefecht.
Die beiden ersten Salven der „Spee“ setzen die „Exeter“ außer Gefecht. Dann wird die „Spee“ selbst getroffen und muss schwer beschädigt den Kampf abbrechen (30 Deutsche und 60 Briten fallen). Sie läuft den Hafen von Montevideo im neutralen Uruguay an. Für die notwendigen Reparaturen werden drei Wochen benötigt.
Der britische Botschafter setzt die Regierung Uruguays unter Druck, so dass dem deutschen Kapitän Langsdorff ein Ultimatum von 72 Stunden gesetzt wird: Entweder auslaufen (und damit vor die Rohre der britischen Kriegsschiffe kommen) oder Beschlagnahme der „Spee“ (und vermutlich Übergabe an die Briten) durch die lokalen Behörden.
Langsdorff nimmt Kontakt auf mit Berlin. Von dort wird ihm befohlen, Widerstand bis in den Tod zu leisten.
Langsdorff findet einen dritten Weg. Mit einer Handvoll Männer fährt er das Schiff hinaus in die Mündung des Rio de la Plata. Die Briten warten auf ihn. Da gibt Langsdorff den Befehl zur Selbstversenkung des Schiffes. Es gibt ein paar Explosionen, dann werden die Ventile geöffnet, und die „Admiral Graf Spee“ sinkt.
Kapitän und Besatzung verlassen Uruguay und wechseln in das neutrale, aber deutschfreundliche Argentinien. Am 20.Dezember 1939 hält Kapitän Langsdorff eine bewegende Rede vor seinen Männern. Dann zieht er sich in sein Zimmer zurück, legt sich auf die Reichskriegsflagge, die er von der „Spee“ mitgebracht hat, und erschießt sich. In Deutschland hätte wegen Befehlsverweigerung ein Kriegsgericht auf ihn gewartet.
Viele von der „Spee“-Besatzung blieben in Argentinien und bauten sich dort ein neues Leben auf. Und so ziemlich alle sind der Meinung, ohne Langsdorffs Entscheidung, sich dem Befehl aus Berlin zu verweigern, wären sie wohl alle tot.
Langsdorff selbst ist wegen der Führung seines Schiffes, seines Umganges mit den Besatzungen der aufgebrachten Schiffe, vor allem aber wegen seiner Sorge um die eigenen Männern und der Entscheidung, den Befehl Hitlers zu verweigern - im Bewusstsein, dass ihn damit die Hinrichtung drohte -, bei der Royal Navy hoch angesehen.
Grüße
Heinrich