Grammatik

Hallo ihr lieben Deutschlehrer… ,

vielleicht gab es schonmal eine Diskussion dazu, aber ich habe nichts gefunden…

Ich stelle mir immer wieder die Frage, wieso es im schwäbischen nur allzuoft heißt…

…die wo …
…der wo …
…das wo …

z.B.

Eine Heugabel, die wo liegt im Schuppen…

Warum bedient sich der Schwabe des Hilfswortes und örtlichen Fragewortes „wo“ in dem Zusammenhang, wenn er doch genau weiß, wo sie liegt?

Selbst wenn er sagen würde:

Eine Heugabel, wo liegt im Schuppen.

(passiert auch zu oft) wäre es doch falsch…

Um Erklärung bittend…

Marco

Ja mei…
Hallo Marco

Eine Heugabel, die wo liegt im Schuppen…

also, das sagt er garantiert nicht!
Er sagt:
Eine Heugabel, die wo im Schuppen liegt,…

Warum bedient sich der Schwabe des Hilfswortes und örtlichen
Fragewortes „wo“ in dem Zusammenhang, wenn er doch genau weiß,
wo sie liegt?

Nicht nur der gemeine Schwabe, sondern auch der Bayer bedient sich dieses doppelt gemoppelten Relativpronomens. Woher es kommt?
Da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Vielleicht leitet er einfach die Regel ab, die bei Relativsätzen mit „lokalen Präpositionen“ gilt:

Ich möchte in einer Stadt leben, in der…
Ich möchte in einer Stadt leben, wo…

Selbst wenn er sagen würde:

Eine Heugabel, wo liegt im Schuppen.

(passiert auch zu oft) wäre es doch falsch…

Falsch ist es nur, wenn du es mit der hochdeutschen Grammatik betrachtest. Es ist einfach eine Dialekt-Variation.

Gruß
Uschi

Hallo Uschi,

Er sagt:
Eine Heugabel, die wo im Schuppen liegt,…

Also bisher ist mir beides untergekommen… wobei ich die meinige noch schlimmer finde… :smile:

Es ist einfach eine Dialekt-Variation.

Leider aber auch eine grausliche :smile:

Marco

Schweizerdeutsch
Grüezi mitenand,

Im Schweizerdeutschen gibt es nur ein einziges Relativpronomen, und das heisst eben ‚wo‘. Wir sagen also: ‚S’Chind, wo’n i gseh ha‘ - Das Kind, das ich gesehen habe. Ich nehme an, das ist in allen allemannischen Dialekten so oder ähnlich

Komm amol …
Huch, Marco, wenn du „die wo“ schon grauslich findest, was sagst du dann erst zu dieser abenteuerlichen Konstruktion:

„Komm amol lupf mr helfa!“

Woertlich uebersetzt: „Komm einmal heb mir helfen“. Und gemeint ist: „Komm mal und hilf mir xyz hochzuheben.“

Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich sowas hoere. Und ich leb schon 40 Jahre hier. (Aber in den Begriffen „grauslich“ oder „nicht grauslich“ denke ich da eigentlich nicht. Es eben eine regionale Besonderheit, die man weder lieben noch uebernehmen muss.)