Grammatik der 'BILD-Zeitung': Korrekter Name?

N’abend!

Die „Bild-Zeitung“ pflegt eine spezielle grammatische Form:
Nicht „russische Mafia“, sondern „Russen-Mafia“;
nicht „die britische Königin Elisabeth“ sondern „Briten-Königin Elisabeth“.

Wie nennt man diese Konstruktion?

Gruß
Hannes

Oh, Hannes, das

Wie nennt man diese Konstruktion?

ist besonders hässlicher Nominalstil oder Beamten- und Burokraten-Deutsch.

Fritz

Ja, nun, und jetzt?
„Nennt man“ ist bürokratischer als „heisst“, und du hast mir das aufgezeigt. Der Sprachhygiene ist also genüge getan.
Möchtest du auch noch meine Frage beantworten?

Gruss
Hannes

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Ich glaube, Hannes, da habe ich mich miss- oder gar unverständlich ausgedrückt!

Das:

„Russen-Mafia“; „Briten-Königin Elisabeth“.

ist Nominalstil.

An deinen Sätzen ist nichts auszusetzen.

Ich jedenfalls tu’s nicht!

Fritz

oder Beamten- und
Burokraten-Deutsch.

klingt für mich eher wie unterstes proll-deutsch auf stammtischniveau, mit dem länder, gruppen usw. abgewertet werden: türkensiedlungen, judenviertel, amifraß, jugodiskette (weißt du was das ist? *g*) usw.

gruß
dataf0x

Hallo dataf0x,
ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, meinen Wortschatz entsprechend zu erweitern. Jetzt hast Du mit „jugodiskette“ meine Neugier geweckt.
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

klingt für mich eher wie … jugodiskette
(weißt du was das ist? *g*)

Binde-Strich. :wink: owT
.

Jetzt hast Du mit „jugodiskette“
meine Neugier geweckt.

haha :smile:

das wort ist natürlich abwertend und rassistisch angehaucht.

es stammt aus der zeit, als ein computer noch mit dem „großen laufwerk“ geliefert wurde. damit beim transport dort kein dreck reinkam, steckte man eine attrappe aus pappe in das laufwerk.

zur selben zeit strömten gastarbeiter aus dem damaligen jugoslawien nach norden, nach österreich. die „jugos“ galten als synonym für arme, verlotterte und rückständige menschen.

und da sie nichts hatten, hatten sie wohl auch disketten aus pappe…

ein ähnliches wort ist der „jugokoffer“, was für „plastiksack“ steht. die gastarbeiter konnten sich keine koffer leisten sondern brachten ihr hab und gut in plastiksäcken.

gruß
dataf0x

Hallo dataf0x,
danke für die Antwort.
Die ganz großen Scheiben (8“) habe ich kaum noch in Erinnerung, obwohl ich sie im „begehbaren Mikrorechner“ der Marke ROBOTRON genutzt habe. Eine für das Betriebssystem und eine für die Daten. Die späteren 5 ¼“-Disketten erhielten nach der Durchsetzung der 3 ½“-Disketten in meinem Umfeld den Namen Schwabbeldisk.
Mit freundlichen Grüßen

Ulf

das wort ist natürlich abwertend und rassistisch angehaucht.
es stammt aus der zeit, als ein computer noch mit dem „großen
laufwerk“ geliefert wurde. damit beim transport dort kein
dreck reinkam, steckte man eine attrappe aus pappe in das
laufwerk.
zur selben zeit strömten gastarbeiter aus dem damaligen
jugoslawien nach norden, nach österreich. die „jugos“ galten
als synonym für arme, verlotterte und rückständige menschen.
und da sie nichts hatten, hatten sie wohl auch disketten aus
pappe…
ein ähnliches wort ist der „jugokoffer“, was für „plastiksack“
steht. die gastarbeiter konnten sich keine koffer leisten
sondern brachten ihr hab und gut in plastiksäcken.

Buchtipp ‚BILD-Zeitung‘
Hi,
was habt Ihr denn '68 gelesen?:wink:

Ekkehard Mittelberg:
Wortschatz und Syntax der Bildzeitung
Marburger Beiträge zur Germanistik 19, 1967

Grüße
J.

Hi Jakob,
Dieses Buch kannte ich nicht, aus zwei Gründen: Es ist 38 Jahre älter als „BILD“ heute und zehn Jahre älter als ich.
Ob ich '68 die einschlägige Literatur gelesen hätte ist ohnehin zeifelhaft: Deren Wortschatz und Syntax schätze ich nicht.

Gruss
Hannes

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