Grammatikfrage Englisch: 'used to' + Inf./Ger.?

Hallo,

meinem Sprachschüler hat man auf der Schule beigebracht, dass der Infinitiv auf Englisch immer mit „to“ gebildet wird. Daraus hat er geschlossen, dass der Ausdruck „used to“ ebenfalls immer mit Infinitiv benutzt werden müsste, z.B. „I used to drive my car a lot.“

Wie lässt sich nun grammatisch korrekt erklären, warum „used to“ auch mit Gerund richtig gebraucht werden kann, z.B.: „I am used to driving my car a lot“? Übernimmt die Verbform „driving“ hier eine substantivische Rolle als Akkusativobjekt oder wie ist das? Ist das eine Eigenheit/Doppeldeutigkeit von „used to“ oder gibt es noch andere Fälle?

Vielen Dank für Eure Hilfe! Ich kann zwar gut Englisch, habe die Grammatik aber nicht richtig gelernt. :smile:

Cheers,
John.

Ein bisserl snobbish: ‚used to‘ + Inf./Ger.?
Hallo John,

die Konstruktion wie zB „I am used to driving my car a lot“ ist eine sehr „akademische“ und besteht im Grunde aus zwei Sätzen - etwas, das man in der Gebrauchssprache nicht so rasend häufig antrifft. „Driving my car a lot“ nimmt hier quasi die Stellung eines „Nebensatzes“ (Grammatik-Lehrer werden mich vermutlich steinigen :wink: ein. Also nicht wirklich ein Nebensatz, aber ein in den Satz reingeschobener Teil. In der Gebrauchssprache würde man hier sicher sagen: „I use to drive my car a lot“ und jeder kennt sich aus.

Derartige Konstrukte sind eher die Ausnahme und meiner bescheidenen Meinung nach für den Englischubnterricht nicht wirklich zielführend.

regards,

Peter

Wie lässt sich nun grammatisch korrekt erklären, warum „used
to“ auch mit Gerund richtig gebraucht werden kann, z.B.: „I am
used to driving my car a lot“? Übernimmt die
Verbform „driving“ hier eine substantivische Rolle als
Akkusativobjekt oder wie ist das? Ist das eine
Eigenheit/Doppeldeutigkeit von „used to“ oder gibt es noch
andere Fälle?

Hallo, John,

vielleicht hilft das weiter:

http://grammar.englishclub.com/verbs-m_used.htm

Gruß
Kreszenz

Achtung, Bedeutungsunterschied!
Hallo,

achtung, es besteht ein Bedeutungsunterschied!

I am used to getting up early. = Ich bin es gewohnt, früh aufzustehen. (= Ich bin an das frühe Aufstehen gewöhnt.)
She is not used to drinking alcohol. = Sie ist es nicht gewohnt, Alkohol zu trinken. (= Sie ist das Trinken von Alkohol nicht gewohnt.)
He is used to brushing his teeth. = Er ist es gewohnt, seine Zähne zu putzen. (Er ist an das Putzen seiner Zähne nicht gewöhnt.)
auch: We are not used to this weather. = Wir sind dieses Wetter nicht gewohnt.
-> used to + Gerundivum = gewohnt sein, … zu tun

Demgegenüber steht:
I used to get up early. = Früher bin früh aufgestanden.
She used to drink alcohol. = Früher hat sie Alkohol getrunken.
He used to steal candies. = Früher stahl er Süßigkeiten.
auch: Things aren’t what they used to be. = Es ist nichts mehr so wie früher.
-> used to + Infinitiv = abgeschlossene Handlungen („Ich war einmal gewohnt, …“)

Ich hoffe, dass der Bedeutungsunterschied anhand dieser Beispiele deutlich geworden ist.

Liebe Grüße
Florian

Hallo,

oder gibt es noch andere Fälle?

Also ich kenne noch: I’m looking forward to seeing you soon.
gruß
charly

Hallo,

Verbform „driving“ hier eine substantivische Rolle als
Akkusativobjekt oder wie ist das?

Mir ist noch was eingefallen, so auf die Schnelle:

Driving my car a lot is really expensive.
Hier ist driving „Gerund used as a noun“. Englisch Grammatikunterricht 9. Klasse Realschule.
also wird wohl in deiner Konstruktion Driving als Nomen benutzt. Denke ich. Hoffentlich bricht jetzt hier keine Sturm los…
Charly

Hallo,

wenn ich es wörtlich übersetze, heißt es: „Ich bin das viele Fahren meines Autos gewohnt.“
Man übersetzt es jedoch folgendermaßen: „Ich bin es gewohnt, viel Auto zu fahren.“

Ja, driving wird hier substantivisch verwendet. „Das (viele) Fahren (meines Autos)“ ist ein hier ein Akkusativobjekt.

Sollten nach dem Lesen meiner vorigen Antwort noch Fragen bestehen, so stellt sie bitte.

Liebe Grüße
Florian

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Hallo Peter
Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit Dir.

die Konstruktion wie zB „I am used to driving my car a lot“
ist eine sehr „akademische“

WARUM DENN?

und besteht im Grunde aus zwei Sätzen - etwas, das man in der Gebrauchssprache nicht so rasend häufig antrifft.
ABER JA DOCH! I am used to correct my students’ mistakes, nimm’s mir nicht übel, wenn ich auch hier aufjaule.

In der Gebrauchssprache würde man hier sicher sagen: „I use to
drive my car a lot“

Dies nun ist IMHO schlicht und ergreifend falsch. Diese Satzkonsruktion existiert meines Erachtens nicht. Ich lasse mich allerdings gerne eines besseren belehren!
Best regards
Susette

Hi John,

es gibt zwei Ausdrücke, die hier vermischt werden, nämlich „used to do sth.“ und „to be used to doing sth.“.

used to do sth.:

  • bedeutet immer, dass der angegebene Zustand so nicht mehr zutrifft
  • Beispiel: Nick used to be the first to get up.
  • Aussage: Nick war früher der erste, der aufstand. (Heute ist es jemand anderes.)

to be used to doing sth.:

  • funktioniert mit einem Substantiv oder der ing-Form eines Verbs (kein Infinitiv)
  • Tempus nicht festgelegt (alles möglich, Futur allerdings selten)
  • Beispiel: I am used to drinking a beer in the evening.
  • Aussage: Ich trinke gewöhnlich abends ein Bier.
  • Beispiel 2: I am used to dogs.
  • Aussage: Ich bin mit Hunden vertraut.

Alles klar?

Gruß
Christopher

Die Sach eist ganz einfach die, dass „to“ ine einem Fall Infinivanzeiger ist und im anderen Fall eine Präposition, die anzeigt, an was man gewöhnt ist.

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Die Sach eist ganz einfach die, dass „to“ ine einem Fall
Infinivanzeiger ist und im anderen Fall eine Präposition, die
anzeigt, an was man gewöhnt ist.

Genau auf den Punkt gebracht, Charlie, Dank und Gruss!
Susette

Nota bene: Der Rest ist nicht Schweigen, sondern obige Regel.
L.G. Susette

Charlie,

ich kann mich Susette nur anschließen – das ist genau das, was ich wissen wollte! Thanks, dude!

Viele Grüße,
John.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Susette,

Ich kann Dir nur zustimmen.
Hab Peters Vorschlag (I use to…) wirklich so noch NIE gehoert.

Gruss,
Antje