Auch wenn es hier locker rüber kommen mag - es ist ein sehr ernstes problem. ich (vorruheständler, gesch. 2 KI) lebe seit nunmehr fast acht jahren mit meiner pertnerrin zusammen. Sie (gesch. etwas jünger als ich und ebenfalls 2 KI)
und wir haben ein sorgenkind. ein sohn. ihr sohn. studiert seit eben diesen 8 jahren erst in der uni a dann in der uni b und jetzt in dr FH C. immer erfolglos. total erfolglos. jetzt an der FH hinkt er schon wieder hinterher. eigentlich müßte er aufhören. aber - praktikum muß erst mal sein. und danach ? wie will er das übergaupt schaffen. ist mir ein rätsel.
da erkein geld hat, bafög gibts nicht mehr, ki-geld auch nicht, schickt mutter carepakete. der arme junge. er muß doch was essen.
praktikum stelle hat er auch noch keine. kann ja aber noch kommen. mit 350 € im monat. und der rest ? und das studium ? und die nacharbeiten ? wie soll das gehen. mir ein totales rätsel.
aber der junge muß, fast ende 20, doch mal irgendwann anfangen einen beruf zu erlernen. mit 29 erst anfangen ? wie soll das gehen ? und warum nicht jetzt ?
ich sage, einmal muß schluß sein und er muß anfangen auf eigenen beinen zu stehen. und eigenes geld verdienen. wie hat die frau vom erich mende immer so schön gesagt?: Erich !! aufstehen karriere machen !. ich denke es ist höchste zeit.
mein problem dabei ist - ich sage tu was ! studium ohne abschluß und ergebnis muß mal ein ende haben. keine mark mehr. (natürlich EURO)
Sie meint, auch nun las ihn doch mal, wird schon werden, wenn er ganz unten ja dann !! kommt er wieder. (und das seit acht jahren!)
darüber könnte unsere partnerschaft zerbrechen - ich der böse mit den gut geratenen kindeern und sie die arme mit dem sohn dem keiner helfen will.
wie komme ich aus dieser mühle raus?
t.
ich bin ganz Deiner Meinung - einmal muß Schluß sein und der Junge muß auf eigene Beine kommen - und das wird in dem Alter, das er jetzt hat, sicher nicht einfach. Allerdings bist Du ja erst recht spät in dieses Mutter-Sohn-Verhältnis eingestiegen. Da haben sich in 20 Jahren Strukturen aufgebaut, durch die Du möglicherweise nicht völlig durchblickst. Und ohne diesen Durchblick begibst Du Dich auf dünnes Eis, wenn Du Dich einmischen willst. Wie Du schon richtig erkannt hast, könnte daran die Beziehung kaputtgehen.
Eine Freundin von mir war 15 Jahre lang mit ihrem Sohn alleine. Dann fand sie wieder einen Partner, mit dem sie auch heute noch zusammen ist. Der Junge ist inzwischen Anfang zwanzig und steht wirtschaftlich zwar auf eigenen Beinen - aber er ist ein ziemlicher Rüpel - macht große Sprüche und hat in verschiedenen Lokalitäten schon Hausverbot. Das darf man aber nicht ansprechen, wenn sie dabei ist - dann verteidigt sie ihn wie eine Löwin ihr Junges. Das hat sich vermutlich in der Zeit als die beiden alleine waren so eingebürgert. Ihr Lebensgefährte hält sich aus dieser Mutter-Sohn Beziehung weitestgehend raus. Gibt zwar Ratschläge, wenn er gefragt wird, mischt sich aber nicht ungefragt ein. Die Mutter weiß schon, daß ihr Sohn kein wahrer Engel ist - aber das will sie nicht hören. Ich schätze, Deine Freundin weiß auch, daß das, was ihr Sohn macht, auf keinen grünen Zweig führt - will das aber vermutlich auch nicht hören. Wenn Du da zu massiv einzugreifen versuchst, löst Du möglicherweise den „Löwin-Mutter“-Reflex aus, Deine Freundin zieht sich von Dir zurück und stellt sich voll auf die Seite ihres Sohnes. Auch könnte sie Kritik an ihrem Sohn unbewußt als Kritik an sich selbst auffassen und schon von daher auf Verteidigungsmodus gehen.
Eine Lösung wäre eventuell, wenn Du nicht sagst „so gehts nicht“ sondern konstruktive Vorschläge machst was denn gehen würde (Lehrstelle, Quereinstieg in einen Beruf, in dem er sein Wissen aus den Studiengängen verwenden kann - er könnte z.B. bei einer Zeitarbeitsfirma anfangen und sich von dort aus umschauen).
Oder Du bittest eine dritte Person, die aber die Verhältnisse und Deine Freundin kennt, mit ihr darüber zu sprechen. Das hält Dich aus der Schußlinie.
Oder Du hälst Dich raus. Aber ich könnte verstehen, wenn Du das nicht willst.
das Problem des jungen Mannes ist seine Mutter. Solange sie ihm immer ein weiches Kissen unterschiebt, lernt er nicht selbst für einen weichen Untergrund zu sorgen. Aber das ist dir ja bereits klar.
Doch darüber hinaus solltest du dir überlegen, dass du mit deiner Antihaltung das Problem verstärkst. Und somit setzt ihr das Maß an Fürsorge für den Jungen dem Maß Eurer Zuneigung gleich. Zum anderen bist die personifizierte Vernunft, welche deine Freundin aus lauter bequemer Mutterliebe nicht aufbringen will, und damit machst du dich unbeliebt. Schlichtweg, halte dich da raus, nicht nur dir zuliebe.
Fragt dich deine Freundin das nächste Mal um deine Meinung, dann teile ihr mit, dass du beschlossen hast dich künftig zu dem Thema nicht mehr zu äußern (es gibt bestimmt wichtigeres für dich zum Nachdenken).
Und sobald die Mutter ihre kuschlig warmen Klauen von ihrem Sohn läßt, wird er Ideenreichtum entwickeln müssen, wenn er überleben will. Und das ist das Mindeste, was man von einem 29jährigen erwarten kann.
Ihr habt Euch zu Dritt ein Problem geteilt. Und ich frage mich, ob es für den Sohn eines ist, der egal was er macht oder nicht macht klar zu kommen scheint. Ob es für deine Freundin eines ist, die gerne gibt, zu gerne und bestimmt nicht uneigennützig. Und wieso du dir Gedanken über das Fortkommen eines erwachsenen Mann machst, der zwei gesunden Beine hat. Die Behinderung ist in Euren Köpfen nicht in seinem Kopf.
für mich stellt sich die Frage: Kann der Junge nicht oder will er nicht? Es könnte ja z.B. sein, daß er panische Prüfungsangst hat und deshalb die Prüfungen in den Sand setzt, bzw. lieber vorher die Uni wechselt bevor er sich einer Prüfung stellen muß. Dann käme für ihn z.B. die psychologische Beratungsstelle für Studenten in Betracht, die eigentlich an jeder Uni zu finden sein müßte.
Ist er für eine akademische Ausbildung nicht begabt genug und fällt durch die Kurse, obwohl er fleißig lernt? Dann wäre es sinnvoll die Studienberatung aufzusuchen, die nun wirklich jede Uni anbietet oder zur Berufsberatung zu gehen.
Hat er aber einfach keine Lust zu arbeiten und läßt sich lieber von Mama alimentieren und macht sich ansonsten einen schönen Lenz, dann würde ich mich an Deiner Stelle in diese Abmachung von Mutter und Sohn nicht einmischen, Deiner Partnerin aber klar machen, daß Du nicht bereit bist, mit Deinem Geld den Jungen zu unterstützen. Es wäre aber gut, wenn Du nicht die Diskussion aufkommen lassen würdest: Meine Kinder sind so gut geraten und Dein Sprößling ist der Totalversager. Das würde Eure Beziehung mit ziemlicher Sicherheit ruinieren. Mein Vorschlag ist: Sag Deiner Freundin, daß Du ab sofort eine gelassenere Einstellung an den Tag legen wirst. Du hättest die Einsicht gewonnen, daß jeder sein Leben so einrichten kann, wie er möchte und daß sie als Mutter ihren Sohn natürlich unterstützen kann, so weit sie möchte und Du Dich da nicht mehr einmischen wirst, daß Deine Einstellung aber immer noch eine andere ist und sie das deshalb bitteschön von ihrem eigenen Geld machen soll und daß Du ab sofort darüber nicht mehr diskutieren wirst. Du müßtest das Thema, dann aber wirklich jedes mal abblocken, wenn Deine Partnerin versucht es noch einmal auf den Tisch zu bringen, sonst reibt ihr Euch in einer Endlosdiskussion auf, die doch zu nichts anderem führt als daß Ihr in Streit geratet.
nicht bösgemeint: aber wenn die Studiengebühren ab nächsten Monat auf 650€ steigen, wird es kaum noch Langzeitstudenten geben, die sich das leisten können.
Das Thema sponsored by Mama ist reine Erziehungssache - wenn man in der Geschichte seiner Erziehung keine Erfahrungen mit Geldnöten oder Pflichten macht, wird es später im Leben schwer auf eigenen Füßen zu stehen - ich kenne viele Leute die es erst gelernt haben (leider leider) als Mami, Opi oder sonstwer NICHTMEHR da waren
Ein schwerer Weg - da ich Deine „Fähigkeiten“ im kommunikativen Bereich nicht kenne, kann ich Dir nicht sagen, ob Du (Ihr) in der Lage seit - etwas an der Einstellung zu ändern.
das Problem ist, dass der Junge nie gelernt hat, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen. Eins kann ich Dir sicher sagen: Jetzt noch irgendwelche Erziehungsmaßnahmen zu ergreifen, dafür ist es zu spät. Das was bis jetzt in der Erziehung versäumt und vepfuscht wurde kriegst Du aus einem Ende-20-jährigen garantiert nicht mehr raus. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Meine Eltern hätten keine Chance mehr, mich zu erziehen. Glücklicherweise haben sie mich von Anfang an dazu angehalten, mein Leben selbst in den Griff zu kriegen.
Ich wundere mich, daß Ihr einen Erwachsenen noch mit Carepaketen unterstützt. Das finde ich ziemlich lächerlich. So lernt er es nie.
Grüße
Susi
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Hi Tamansari,
mein älterer Sohn (heute 29) war genau so ein Fall (der jüngere ist was Zielstrebigkeit betrifft genau das Gegenteil). Er konnte sich lange nicht entscheiden, wechselte mehrfach das Studienfach. Ich wusste aber auch, dass er darunter durchaus litt. Jedes neue Studienfach begann er euphorisch und er war zutiefst gekränkt, wenn ich auch nur die leisesten Bedenken über den erneuten Wechsel äußerte. Auch kristallisierte sich nie ein nennenswertes Hobby aus seinen Interessen, außer für PC, aber irgendwas aus dem IT-Bereich wollte er seltsamerweise nie studieren. Bedingt durch familiäre Veränderungen konnte ich ihn irgendwann nicht mehr finanziell unterstützen. Was dann passierte: Er suchte sich einen hochbezahlten Wochenend-Nachtschicht-Job, mit dem er sich seinen Lebenunterhalt finanzieren konnte, studierte nebenher noch ein bisschen Sport, begann sich aber vor allem selbst mit großer Begeisterung und Ehrgeiz sportlichem Training zu widmen, machte auch Trainerkurse für „seine“ Sportarten. Gleichzeitig begann er, seine PC-Kenntnisse zu nutzen und Websites „zu basteln“ (sorry, ich kenne da keinen Fachausdruck). Man konnte zusehen, wie sein Selbstwertgefühl wuchs, seit er sein Leben selbst in die Hand nehmen musste.
wie komme ich aus dieser mühle raus?
Den Hahn abstellen. Das ist m.E. das einzige, was funktioniert. Und das heißt keineswegs, nicht mehr für die „Kinder“ da zu sein. Ich bin immer für meine Söhne da und werde es bis zu meinem Lebensende sein, das wissen sie auch, aber finanziell eben nicht, weil ich kaum weiß, mit dem, was ich habe, selbst über die Runden zu kommen.
Mit herzlichem Gruß,
Anja