meine Mutter ist 73 Jahre alt, hochgradig dement und lebt im Heim. Vor kurzem hat die Augenärztin, die das Heim betreut, bei meiner Mutter grauen Star auf beiden Augen diagnostiziert. Eine OP ist noch nicht akut, steht aber mittelfristig an.
Die Augenärztin meinte, die übliche ambulante OP sei bei meiner Mutter mangels Einsicht und Mitwirkung nicht durchzuführen. Auch die Notwendigkeit des Tragens eines Verbandes ist meiner Mutter nicht mehr zu vermitteln. Die Gefahr, dass sie den störenden Verband entfernt und am Auge reibt, ist sehr hoch. Andererseits geht meine Mutter sehr ungern ins Krankenhaus und generell ist ein Ortswechsel für Demenzkranke schwierig. Aber meine Mutter soll ja auch weiterhin sehen können.
Auch wenn man das wegen des Risikos einer Fehlheilung eigentlich nicht tut, habe ich mir daher überlegt, dass man vielleicht beide Augen gleichzeitig unter Vollnarkose operieren und meine Mutter anschließend noch 2 bis 3 Tage sedieren könnte, bis das Tragen eines Verbandes nicht mehr nötig ist. Das ist natürlich risikobehaftet: Fehlheilung mit dem Risiko der totalen Erblindung, Vollnarkose, Thromboserisiko durch mehrtägiges Liegen. Eine ambulante OP (eigentlich zwei) ist aber nach Aussage der Augenärztin bei meiner Mutter wegen der Demenz auch nicht durchführbar. Der Leiter des Heims, in dem meine Mutter lebt, hatte noch keinen derartigen Fall und damit keine Erfahrung.
Deshalb meine Frage: Hat jemand von Euch Erfahrung mit einem ähnlich gelagerten Fall? Kennt jemand von Euch jemanden, der Expertise in beiden Bereichen (Demenz und grauer Star) hat? Gibt es Anlaufstellen? Weiß jemand von Euch, was es aus rechtlicher Sicht zu beachten gibt? Ich bin zum Betreuer meiner Mutter bestellt und möchte natürlich die für sie beste Entscheidung treffen - ich fühle mich derzeit aber außerstande dazu. Auch meine oben beschriebene „Behandlungsidee“ ist nur der Versuch, das Schlimmste zu vermeiden; das heißt aber nicht, dass die Idee durchführbar oder gut wäre.
So verständlich Dein Wunsch nach einer bds. OP bei Deiner Mutter ist, ich persönlich würde das nicht so machen lassen.
Grade wenn Demenzkranke *beide* Augen verbunden haben, finden sie sich noch weniger zurecht und können die Geräusche ringsherum gar nicht einordnen.
Vielleicht reicht es ja auch, zunächst *ein* Auge zu operieren, damit Deine Mutter wieder ein besseres Sehvermögen erlangt?
Auf alle Fälle würde ich eine stationäre OP in Vollnarkose durchführen lassen, da dürfte die Krankenkasse eigentlich keine Probleme machen.
Wie das mit einer Sedierung ist, sollte der behandelnde Neurologe in Absprache mit dem Anästhesisten klären!
Was ich wichtig fände, wäre, dass eine bekannte Person bei Deiner Mutter ist, die sie anhand der Stimme eindeutig zuordnen kann. Grade, wenn sie aufwacht!!
ich kenne mich nicht mit Demenz und Grauem Star aus, habe aber gute Einblicke in die Anästhesie. Eine Narkose ist nicht einfach schlafen legen und wieder aufwachen lassen. Das ist eine starke Kreislaufsbelastung, insbesondere für ältere, kränkere Patienten.
Darüberhinaus reagieren Patienten mit eingeschränkter Orientierung, psychischen Erkrankungen u.ä. teilweise sehr schlecht auf die Medikamente; auch weil es sie psychisch überfordert.
Um die Risiken besser einschätzen, abwägen und ggf. präventiv ein wenig verringern zu können, ist es daher unbedingt erforderlich, bei den entsprechenden Ärzten vorstellig zu werden. Nur die können unter Kenntnis der exakten Vorgeschichte adäquat beraten und erst dann würde ich mich zu einer Entscheidung hinreißen lassen.
Um die Risiken besser einschätzen, abwägen und ggf. präventiv
ein wenig verringern zu können, ist es daher unbedingt
erforderlich, bei den entsprechenden Ärzten vorstellig zu
werden. Nur die können unter Kenntnis der exakten
Vorgeschichte adäquat beraten und erst dann würde ich mich zu
einer Entscheidung hinreißen lassen.
Das heißt also, ich müsste die diagnostizierende Augenärztin, den Augenchirurgen und den Anästhesisten zusammen an einen Tisch bringen, um das Problem mit denen zu diskutieren? Siehst Du da eine Möglichkeit, rechtliche Handhabe, Organisationsform?