hallo
ich denke, eine der aufgaben der gesuchten theorie der quantengravitation ist es, genau deine frage zu beantworten. in der zwischenzeit existieren zwei theorien, die jeweils unterschiedliche aspekte beschreiben.
auf der einen seite die relativitätstheorie, laut der gravitation nichts anders als ein geometrisches problem ist: objekte mit masse krümmen den vierdimensionalen raum. andere objekte wollen prinzipiell den kürzestmöglichen weg durch den raum wählen, werden aber durch die krümmung umgelenkt. diese therorie sagt auch das phänomen voraus, dass die gravitation bei einem hinreichend dichten objekt stark genug sein kann, dass die fluchtgeschwindigkeit die lichtgeschwindigkeit übertrifft.
auf der anderen seite gibt es die quantenphysik mit etlichen untertheorien. hier gibt es u.a. die grundkräfte (starke und schwache kernkraft, elektromagnetische kraft, gravitation und noch etwas hypothetisch die higgs-kraft). jeder dieser kräfte ist ein botenteilchen zugeordnet, das als überträger der kraft gilt. diese teilchen sind aber als „echte“ teilchen nur selten bzw. nur unter bestimmten umständen beobachtbar. in den meisten fällen bemerkt man nur die von ihnen übertragene kraft, nicht das teilchen selbst. das graviton als botenteilchen der gravitation ist zwar postuliert, bisher aber nicht nachgewiesen. da die gravitation die mit abstand schwächste kraft im universum ist, ist sie für die welt der quantenphysiker, die sich im bereich des allerkleinsten abspielt, weniger interessant.
es gibt daher einen scheinbaren widerspruch zwischen den beiden grossen theorien: für die einen ist gravitation ein rein geometrisches problem, hat gar nichts mit kräften zu tun und ist v.a. bestimmend für die welt im grossen, für die anderen ist gravitation eine sehr schwache kraft, die in der welt des kleinem praktisch keine rolle spielt. da aber beide theorien innerhalb ihrer grenzen nachvollziehbare aussagen treffen und es vorerst keine besseren theorien gibt, ist das schon ok so.
dein denkfehler: du wendest erkenntnisse der einen theorie (quantenphysik) auf zustände (schwarzes loch) an, die von einer anderen theorie (relativitätstheorie) vorhergesagt werden, wobei die relativitätstheorie bei schwarzen löchern schon arg an die eigenen grenzen stösst. die quantenphysik ist aber wenig geeignet, das verhalten in einem schwarzen loch vorherzusagen. insofern sind deine schlussfolgerungen nicht ganz zulässig.
aber wer weiss: vielleicht gibts ja mal wieder jemanden vom schlage newton/einstein/hawking, dem ein paar gute ideen zu dem thema einfallen. auf die grosse vereinheitlichte theorie warten ja schon praktisch alle physiker gespannt und sehnsüchtig.
lg
erwin