Green Card für die besten Köpfe

Hi, liebe Gemeinde :wink:))

Gestern in der Zeitung lautete die Hauptschlagzeile: „Mit Green Card Werbung um die besten Köpfe“ Sie sollen also jetzt kommen, zunächst bis zu 10.000 IT-Experten, bei Bedarf sogar 20.000 IT-Experten. Als Voraussetzung müssen die Bewerber einen Hochschulabschluss (aus ihrem Land) vorweisen oder ein Jahresgehalt von DM 100.000 gezahlt bekommen! Den Arbeitsämtern lägen bereits 11.000 Nachfragen der deutschen Wirtschaft vor, und es hätten sich schon 4.700 ausländische IT-Experten gemeldet. Die Experten dürfen zunächst für 5 Jahre bleiben und ihre Familien mitbringen. Laut Kanzler Schröder können diese 5 Jahre aber auch verlängert werden.
Man wolle der Wirtschaft aber keinen „bequemen Weg“ aus der Notwendigkeit zur Qualifizierung des Nachwuchses bieten. Es habe Versäumnisse gegeben und diese müssten aufgearbeitet werden!

So weit die Fakten! Ich extrahiere mal den Teil, der mich etwas stutzig macht:

Wir holen uns Hochschulabsolventen aus anderen Ländern, aber nur so lange, bis die deutsche Wirtschaft ihre Qualifizierungs-Versäumnisse aufgearbeitet hat!

Glaubt Kanzler Schröder etwa, eine deutsche IHK-Ausbildung über 3 Jahre könnte ein Universitätsstudium ersetzen? Sollen hier nicht die politischen Versäumnisse der letzten Jahre der Wirtschaft in die Schuhe geschoben werden? Warum haben wir in Deutschland die niedrigsten Studentenzahlen im Bereich der Ingenieurs- und Naturwissenschaften in ganz Europa? Warum kennen deutsche Schüler den PC nicht aus der Schule, sondern nur von zu Hause? Es ist doch wohl eher so, dass die deutsche Politik den Einstieg ins Informations-Zeitalter völlig verpennt hat und sich jetzt, wo der Markt der Zukunft aufgeteilt wird, immer noch im Bett rumräckelt.

cu Stefan.

Hallo Stefan,
Tja, was tut eine (linke!) regierung, wenn sie ein problem nicht in den griff bekommt? Na, man greift auf die alten imperialistischen/kapitalistischen methoden zurück. Nicht mit kanonenboten oder mit glasperlen, nein, es geschieht ganz modern: mit bündeln von geld. (Aber natürlich nur zeitlich begrenzt. Wenn der Mohr, äh Inder, seine schuldigkeit getan hat, kann - besser muß - er gehen.) Es sind also nicht billige arbeiter oder sklaven, die man holt, sondern man holt die elite des landes. Das sind diejenigen, mit deren hilfe die heimatländer eine konkurrenzfähige moderne industrie aufbauen könnte. Oder ist es etwa so, dass in indien die it-experten arbeitslos sind und auch nicht den antrieb haben selbst im it-sektor aktiv zu werden?
Wann hören wir endlich auf die probleme unserer volkswirtschaft auf kosten anderer zu lösen?
In der hoffnung, dass sich mal was ändert
Robert

Schröder hat das ja wohl nicht verschuldet…

Hallo Stefan,
Tja, was tut eine (linke!) regierung,
wenn sie ein problem nicht in den griff
bekommt?

… zumal wenn es eins ist, das sie nun wirklich nicht verschuldet hat!
Da war mal ein „Zukunftsminister“… und wie das heutige Schulsystem aussieht… das war wohl wirklich nicht Schröder…
Erklärst Du mal, wie die (linke) Regierung die in der Vergangenheit geschaffenen Probleme Deiner Meinung nach lösen soll???
Ayla, verblüfft und verwundert…

Hallo,

… zumal wenn es eins ist, das sie nun
wirklich nicht verschuldet hat!

völlig richtig. Nur was mich wirklich entsetzt hat, war der post-kolonialistische lösungsansatz, um das problem „arbeitskräftemangel“ in den griff zu bekommen.

Da war mal ein „Zukunftsminister“… und
wie das heutige Schulsystem aussieht…
das war wohl wirklich nicht Schröder…
Erklärst Du mal, wie die (linke)
Regierung die in der Vergangenheit
geschaffenen Probleme Deiner Meinung nach
lösen soll???

Wie wäre es mit einer signifikanten steigerung der ausgaben für bildung und forschung? Kurz: Investition in die zukunft?
Natürlich dauert das etwas, aber soo lange dauert eine ausbildung oder ein studium auch nicht.

Grüße Robert

… zumal wenn es eins ist, das sie nun
wirklich nicht verschuldet hat!

Nicht als Bundesregierung; aber Bildung ist nun mal Ländersache und der Bundeskanzler war vorher Ministerpräsident. Und das macht mich wirklich wütend:
In den 80er Jahren wurde an der FH Hildesheim ein Fachbereich Informatik eingerichtet, den Schröders Landesregierung 1996 aus „Sparzwängen“ geschlossen hat!
Die Dreistigkeit, sich heute als Retter aus der Not aufzuspielen, macht mich sprachlos.

Zum Vergleich: Bayern hat in den neunziger Jahren drei komplette Fachhochschulen neugegründet, eine Physikfakultät neugeschaffen und die TU München ausgebaut.

Da war mal ein „Zukunftsminister“…

Egal, ob er gut oder schlecht war (ich fand ihn nicht so toll): er war Bundesminister und damit nicht zuständig!

und
wie das heutige Schulsystem aussieht…
das war wohl wirklich nicht Schröder…

Wie gesagt: er war acht Jahre Ministerpräsident. Da hatte er alle Chancen, etwas gutes zu tun.

Andreas

ist das nicht total nebensächlich?
warum streitet ihr euch darum, wer den karren in den dreck gefahren hat?

mein vorschlag: ALLE! bund und länder, rüttgers und schröder - ist doch schön, dass sie jetzt auch wieder versuchen, ihn wieder raus zu bekommen; der eine eben mit indern, der andere mit kindern…
am ende werden es sowohl kinder als auch inder sein, da bin ich mir sicher…

hi,

die Vorhersagen gehen in Zukunft von einem verstaerkten Fachkraeftemangel aus. Eine Untersuchung der Intern. Data Group(IDG) kommt zum Schluss, dass D am staeksten betroffen sein wird.
Das ist ja keine Ueberraschung: D ist das Zentrum von Europas Internetbusiness und wird unverkennbar den hoechsten Bedarf an Hightech-Arbeitern haben.

Die IDG-Studie geht davon aus, dass in D 400.000 Stellen NICHT besetzt werden koennen.

Ergo: Ausbilden was das Zeug haelt !

Und Uebergangsseitig die Auslaender rein lassen damit die Lichter nicht ausgehen.

ciao


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meines erachtens ist die green card nichts als neo-kolonialismus! bettelarmen ländern wie indien werden die teuer ausgebildeten experten weg-gekauft. jeder indische informatiker in indien kann 10 oder 20 unqualifizierten indern einen job verschaffen, und sei es nur als köchin, dienstbote oder schuhputzer, und es damit dissen leuten ermöglichen, ihren kindern eine schulausbildung zu zahlen. so käme nach und nach im sinne eines trickle-down das geld auch bei den ärmsten indern an.
und das land hätte ene chance zur entwicklung auf breiter front. statt dessen: brain drain nach usa und deutschland, wo die it-inder ihr geld in porsches und penthäuser investieren werden. zurück bleiben die armen, alten und analphabetischen inder - ohne jede chance auf entwicklung. das, und nicht die behebung der personalprobleme der it-branche oder die förderung der sog. multikulturrellen gesellschaft ist das wichtigste ergebnis der green card. frank

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Hallo Leute

meines erachtens ist die green card
nichts als neo-kolonialismus! bettelarmen
ländern wie indien werden die teuer
ausgebildeten experten weg-gekauft.

[…]
Genau. Ich dachte schon ich bin der einzige der das so sieht.
Wo bleibt eigentlich der widerstand gegen diesen aberwitz? Aber da es von einer SPD regierung kommt, halten die genossen die klappe oder haben gar einen maulkorb (?) bekommen.
Um es klar zu stellen: Beim regierungswechsel habe ich mich auf eine sozialdemokratische politik gefreut, auf ein ende des „sozialabbaus“, nur um zu entdecken das neo-kolonialismus auch einem herrn schröder sehr nahe liegt, wenn es um das eigene wohl geht. Die abwerbung ausländischer fachkräfte ist halt die einfachste lösung. Die (kapitalistische) wirtschaft schreit natürlich hurra. In einer zeit in der die belange der „freien“ wirtschaft
mehr gehör finden als das allgemeinwohl sorgt das sogar noch für wählestimmen.

Auf zum platz an der (it-)sonne.

im ernst:
Arsch hoch, zähne auseinander und das problem selbst in die hand nehmen. Leute schnell und fundiert ausbilden (ja, das geht, ist aber nicht umsonst zu haben) und nicht jammern.

Grüße Robert

PS. Um es in anderen worten auszudrücken: Mit einer green-card geschieht nichts anderes, als daß unsere probleme auf kosten anderer gelöst werden. Diese externalisierung der kosten, wie frank geschilder hat, ist unverantwortlich. (Beispielsweise zahlt indien mit hohen opportunitätskosten=entgangener wirtschaftswachstum für die lösung unserer probleme)

Hi !

Gestern in der Zeitung lautete die
Hauptschlagzeile: „Mit Green Card Werbung
um die besten Köpfe“ Sie sollen also
jetzt kommen, zunächst bis zu 10.000
IT-Experten, bei Bedarf sogar 20.000
IT-Experten. Als Voraussetzung müssen die
Bewerber einen Hochschulabschluss (aus
ihrem Land) vorweisen oder ein
Jahresgehalt von DM 100.000 gezahlt
bekommen! Den Arbeitsämtern lägen bereits
11.000 Nachfragen der deutschen
Wirtschaft vor, und es hätten sich schon
4.700 ausländische IT-Experten gemeldet.

Allein das ist schon bezeichnend. Wären es 150.000 Menschen, die sich hier bewerben, würde ich die Diskussion für spannend halten.
Die Leute wollen viel lieber in die USA. Dort wird anständig verdient und vor allem anständig versteuert.
Ist schon interessant, daß keiner mehr in diesem unserem Bananenstaat arbeiten will. Weder Deutsche noch Ausländer.

Die Experten dürfen zunächst für 5 Jahre
bleiben und ihre Familien mitbringen.
Laut Kanzler Schröder können diese 5
Jahre aber auch verlängert werden.
Man wolle der Wirtschaft aber keinen
„bequemen Weg“ aus der Notwendigkeit zur
Qualifizierung des Nachwuchses bieten. Es
habe Versäumnisse gegeben und diese
müssten aufgearbeitet werden!

So weit die Fakten! Ich extrahiere mal
den Teil, der mich etwas stutzig macht:

Wir holen uns Hochschulabsolventen aus
anderen Ländern, aber nur so lange, bis
die deutsche Wirtschaft ihre
Qualifizierungs-Versäumnisse
aufgearbeitet hat!

So sieht es aus.
Daher kann ich das Gejammere um die zu geringe Qualifikjation der MA nicht verstehen. Durch interne Weiterbildung lassen sich die Versäumnisse unseres mittelalterlichen Bildungswesens leicht auffangen.

Glaubt Kanzler Schröder etwa, eine
deutsche IHK-Ausbildung über 3 Jahre
könnte ein Universitätsstudium ersetzen?
Sollen hier nicht die politischen
Versäumnisse der letzten Jahre der
Wirtschaft in die Schuhe geschoben
werden?

Einerseits ja. Denn unser Bildungswesen ist ja bekanntlich nicht mehr unbedingt up to date.
Es wären m.E. auch kurzfrisitge Lösungen an den Unis möglich. Zu Anfang könnten das wenigstens schon mal einschlägige Zusatz-Seminare sein.
Nur sitzen eben an der Spitze zu 99% total eingestaubte Altprofessoren, die den Touch zur wirklichen Welt längst verloren haben.
Hier wären Reformen hin zu kleinen, spezialisierten Einrichtungen nötig.

Andererseits ist ein Teil der Schuld auch bei der deutschen Unternehmerschaft zu suchen, die die Aufgabe der MA-Weiterbildung bisher weitgehend ignoriert hatte. Maximal meckerte man ab und an noch an der schlechten Qualifikation der Absolventen herum. Lösungen, wie man sie bei größeren Unternehmen in den USA schon seit 20 Jahren kennt (betriebliche Weiterbildung u.s.w.) waren immer zu teuer oder „nicht zielführend“, was allerdings dem Unternemen selbst als Armutszeugnis ausgelegt werden muß.

Warum haben wir in Deutschland
die niedrigsten Studentenzahlen im
Bereich der Ingenieurs- und
Naturwissenschaften in ganz Europa?

Weil die betreffenden Institute es seit 40 Jahren nicht geschafft haben, ihre Lehrpläne an den Bedürfnissen der Studenten und der Wirtschaft auszurichten.
Man muß mittlerweile um die Studenten buhlen.
Die schlechten Berufseinstiegschancen und Gehaltsaussichten für Ingenieure und Naturwissenschaftler tun ihr übriges.

Warum
kennen deutsche Schüler den PC nicht aus
der Schule, sondern nur von zu Hause? Es
ist doch wohl eher so, dass die deutsche
Politik den Einstieg ins
Informations-Zeitalter völlig verpennt
hat und sich jetzt, wo der Markt der
Zukunft aufgeteilt wird, immer noch im
Bett rumräckelt.

Das stimmt. Als ich 1993 (!) Abitur schrieb, gab es in unserer Schule 5 PCs. Einen beim Direktor, zwei im Sekretariat und zwei defekte 286er im sog. PC-Raum.

Aufgabe der Regierung ist es, diese Verfehlungen zu korrigieren. Denn nicht alle haben das Glück wie ich es hatte, den alten PC von Papi zu bekommen und damit üben zu können.

Gruß,

Mathias

Hi Frank!

Nur ganz kurz:
um selbst nicht auf dieses Level abzusinken, sollten wir die Leute ins Land holen. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Viele haben anscheinend noch gar nicht verstanden, wo uns die Technologiefeindlichkeit in unserem Land hinführen kann!
Allerdings ist diese Diskussion ohnehin müßig, da die besagten Inder sowieso nicht zu uns wollen. Nach der peinlichen Diskussion hierzulande kann ich das gut verstehen.
Die Zeichen nicht zu erkennen war ja schon immer die Stärke der deutschen…

Gruß,

Mathias

Hi, liebe Gemeinde :wink:))

Gestern in der Zeitung lautete die
Hauptschlagzeile: „Mit Green Card Werbung
um die besten Köpfe“ Sie sollen also
jetzt kommen, zunächst bis zu 10.000
IT-Experten, bei Bedarf sogar 20.000
IT-Experten. Als Voraussetzung müssen die
Bewerber einen Hochschulabschluss (aus
ihrem Land) vorweisen oder ein
Jahresgehalt von DM 100.000 gezahlt
bekommen! Den Arbeitsämtern lägen bereits
11.000 Nachfragen der deutschen
Wirtschaft vor, und es hätten sich schon
4.700 ausländische IT-Experten gemeldet.
Die Experten dürfen zunächst für 5 Jahre
bleiben und ihre Familien mitbringen.
Laut Kanzler Schröder können diese 5
Jahre aber auch verlängert werden.
Man wolle der Wirtschaft aber keinen
„bequemen Weg“ aus der Notwendigkeit zur
Qualifizierung des Nachwuchses bieten. Es
habe Versäumnisse gegeben und diese
müssten aufgearbeitet werden!

So weit die Fakten! Ich extrahiere mal
den Teil, der mich etwas stutzig macht:

Wir holen uns Hochschulabsolventen aus
anderen Ländern, aber nur so lange, bis
die deutsche Wirtschaft ihre
Qualifizierungs-Versäumnisse
aufgearbeitet hat!

Glaubt Kanzler Schröder etwa, eine
deutsche IHK-Ausbildung über 3 Jahre
könnte ein Universitätsstudium ersetzen?
Sollen hier nicht die politischen
Versäumnisse der letzten Jahre der
Wirtschaft in die Schuhe geschoben
werden? Warum haben wir in Deutschland
die niedrigsten Studentenzahlen im
Bereich der Ingenieurs- und
Naturwissenschaften in ganz Europa? Warum
kennen deutsche Schüler den PC nicht aus
der Schule, sondern nur von zu Hause? Es
ist doch wohl eher so, dass die deutsche
Politik den Einstieg ins
Informations-Zeitalter völlig verpennt
hat und sich jetzt, wo der Markt der
Zukunft aufgeteilt wird, immer noch im
Bett rumräckelt.

cu Stefan.

meines erachtens ist die green card
nichts als neo-kolonialismus! bettelarmen
ländern wie indien werden die teuer
ausgebildeten experten weg-gekauft. jeder
indische informatiker in indien kann 10
oder 20 unqualifizierten indern einen job
verschaffen, und sei es nur als köchin,
dienstbote oder schuhputzer, und es damit
dissen leuten ermöglichen, ihren kindern
eine schulausbildung zu zahlen. so käme
nach und nach im sinne eines trickle-down
das geld auch bei den ärmsten indern an.
und das land hätte ene chance zur
entwicklung auf breiter front. statt
dessen: brain drain nach usa und
deutschland, wo die it-inder ihr geld in
porsches und penthäuser investieren
werden. zurück bleiben die armen, alten
und analphabetischen inder - ohne jede
chance auf entwicklung. das, und nicht
die behebung der personalprobleme der
it-branche oder die förderung der sog.
multikulturrellen gesellschaft ist das
wichtigste ergebnis der green card. frank

Hi zurück,

So sieht es aus.
Daher kann ich das Gejammere um die zu
geringe Qualifikjation der MA nicht
verstehen. Durch interne Weiterbildung
lassen sich die Versäumnisse unseres
mittelalterlichen Bildungswesens leicht
auffangen.

Zustimmung.

[…]

Es wären m.E. auch kurzfrisitge Lösungen
an den Unis möglich. Zu Anfang könnten
das wenigstens schon mal einschlägige
Zusatz-Seminare sein.
Nur sitzen eben an der Spitze zu 99%
total eingestaubte Altprofessoren, die
den Touch zur wirklichen Welt längst
verloren haben.

Na, die 99% sind aber etwas hoch gegriffen…

Hier wären Reformen hin zu kleinen,
spezialisierten Einrichtungen nötig.

Hier können z.b. die fhs mit ihrer praxisnahen ausbildung einen sehr wichtigen beitrag leisten.

Andererseits ist ein Teil der Schuld auch
bei der deutschen Unternehmerschaft zu
suchen, die die Aufgabe der
MA-Weiterbildung bisher weitgehend
ignoriert hatte. Maximal meckerte man ab
und an noch an der schlechten
Qualifikation der Absolventen herum.

Sehe ich auch so.

[…]

Warum haben wir in Deutschland
die niedrigsten Studentenzahlen im
Bereich der Ingenieurs- und
Naturwissenschaften in ganz Europa?

Weil die betreffenden Institute es seit
40 Jahren nicht geschafft haben, ihre
Lehrpläne an den Bedürfnissen der
Studenten und der Wirtschaft
auszurichten.

Moment, beim studium geht es doch nicht darum industriell sofort verwertbare massenware herzustellen?
Wie du sagst, sollten die bedürfnisse der studenten vornean gestellt werden. Und genau das schreit gerade zu nach einer fundierten und breiten (und damit in augen der industrie etwas praxisfernen) ausbildung.
Ein ing. soll doch mehr können als nur standardprobleme mit standardsoftware zu lösen, auch wenn das 90% des beruflichen alltags ausmacht.

Man muß mittlerweile um die Studenten
buhlen.
Die schlechten Berufseinstiegschancen und
Gehaltsaussichten für Ingenieure und
Naturwissenschaftler tun ihr übriges.

Diese „schlechten chancen“ gibt es nicht, das war mal. Mir ist aus meinem semester (physik, abschluß 96) niemand bekannt, der längere zeit (>3 monate) arbeitslos war. Die leute, die in die industrie gegangen sind verdienen inzwischen ziemlich gut. Ich selbst habe bereits mehrere jobangebote erhalten, ohne mich überhaupt beworben zu haben. Die bemerkung gegen ende des jahres wechseln zu wollen hat völlig ausgereicht.
Die schlechten chancen scheinen mir eher ein hartnäckiges gerücht zu sein.

Irgendwie erinnert mich das übrigens an den berühmten schweinezyklus…

[…]

Aufgabe der Regierung ist es, diese
Verfehlungen zu korrigieren. Denn nicht
alle haben das Glück wie ich es hatte,
den alten PC von Papi zu bekommen und
damit üben zu können.

Womit du aber auch gezeigt hast, das eigeninitiative eine wichtige rolle im leben spielt…
Wie wäre es damit, auch für die kleinen einen steuerlich absetzbaren pc (bis dm 2000) zuzulassen? (Nur um auch einen praktischen vorschlag zu machen).
In der kollegstufe vielleicht sogar einen (2000 dm) schüler-pc zum nachhause-nehmen und facharbeit- und referate-schreiben?
Leider kostet das viel geld, und die kinder ärmerer leute wären benachteiligt, wenn die eltern das bezahlen müßten… vielleicht fällt ja jemandem eine bessere lösung ein.

Grüße Robert

Hi !

Es wären m.E. auch kurzfrisitge Lösungen
an den Unis möglich. Zu Anfang könnten
das wenigstens schon mal einschlägige
Zusatz-Seminare sein.
Nur sitzen eben an der Spitze zu 99%
total eingestaubte Altprofessoren, die
den Touch zur wirklichen Welt längst
verloren haben.

Na, die 99% sind aber etwas hoch
gegriffen…

O.K., 98%.

Hier wären Reformen hin zu kleinen,
spezialisierten Einrichtungen nötig.

Hier können z.b. die fhs mit ihrer
praxisnahen ausbildung einen sehr
wichtigen beitrag leisten.

Richtig. Nur fehlt es hier noch ein wenig an Zulauf. Die besten FHs sind nun mal in kleinen Städten. Da will halte (fast) keiner hin.
Ich denke, die Leute schießen sich damit selbst ins Knie. Andererseits hebt das die Chancen für diejenigen, die wirklich weiter kommen wollen.
Hat eben alles Vor- und Nachteile.

Andererseits ist ein Teil der Schuld auch
bei der deutschen Unternehmerschaft zu
suchen, die die Aufgabe der
MA-Weiterbildung bisher weitgehend
ignoriert hatte. Maximal meckerte man ab
und an noch an der schlechten
Qualifikation der Absolventen herum.

Sehe ich auch so.

Wer nur meckert, erreicht eben nichts. Das Schlagwort ist die interne Weiterbildung.

[…]

Warum haben wir in Deutschland
die niedrigsten Studentenzahlen im
Bereich der Ingenieurs- und
Naturwissenschaften in ganz Europa?

Weil die betreffenden Institute es seit
40 Jahren nicht geschafft haben, ihre
Lehrpläne an den Bedürfnissen der
Studenten und der Wirtschaft
auszurichten.

Moment, beim studium geht es doch nicht
darum industriell sofort verwertbare
massenware herzustellen?
Wie du sagst, sollten die bedürfnisse der
studenten vornean gestellt werden. Und
genau das schreit gerade zu nach einer
fundierten und breiten (und damit in
augen der industrie etwas praxisfernen)
ausbildung.
Ein ing. soll doch mehr können als nur
standardprobleme mit standardsoftware zu
lösen, auch wenn das 90% des beruflichen
alltags ausmacht.

Es geht mir lediglich darum, daß ein durchscnittlicher Absolvent (Ing.) heute nicht in der Lage ist, eine aussagekräftige Bewerbung zu schreiben oder sich eine Krawatte zu binden.

Es fehlt am Globalwissen.

Man muß mittlerweile um die Studenten
buhlen.
Die schlechten Berufseinstiegschancen und
Gehaltsaussichten für Ingenieure und
Naturwissenschaftler tun ihr übriges.

Diese „schlechten chancen“ gibt es nicht,
das war mal. Mir ist aus meinem semester
(physik, abschluß 96) niemand bekannt,
der längere zeit (>3 monate)
arbeitslos war. Die leute, die in die
industrie gegangen sind verdienen
inzwischen ziemlich gut. Ich selbst habe
bereits mehrere jobangebote erhalten,
ohne mich überhaupt beworben zu haben.
Die bemerkung gegen ende des jahres
wechseln zu wollen hat völlig
ausgereicht.
Die schlechten chancen scheinen mir eher
ein hartnäckiges gerücht zu sein.

Es bewegt sich eben doch alles in Zyklen (Du hast es ja weiter unten erwähnt, geiler Kommentar!). Gute Leute haben nie Probleme. Nur der Durchschnitt bei den Ings kämpft momentan an der 55.000DM-Grenze.
Das wird natürlich auch wieder besser.

Irgendwie erinnert mich das übrigens an
den berühmten schweinezyklus…

Yeah! s.o.

Aufgabe der Regierung ist es, diese
Verfehlungen zu korrigieren. Denn nicht
alle haben das Glück wie ich es hatte,
den alten PC von Papi zu bekommen und
damit üben zu können.

Womit du aber auch gezeigt hast, das
eigeninitiative eine wichtige rolle im
leben spielt…

Hauptsächlich Eigeninitiative. Der rest kommt weit danach.

Wie wäre es damit, auch für die kleinen
einen steuerlich absetzbaren pc (bis dm
2000) zuzulassen? (Nur um auch einen
praktischen vorschlag zu machen).
In der kollegstufe vielleicht sogar einen
(2000 dm) schüler-pc zum nachhause-nehmen
und facharbeit- und referate-schreiben?
Leider kostet das viel geld, und die
kinder ärmerer leute wären benachteiligt,
wenn die eltern das bezahlen müßten…
vielleicht fällt ja jemandem eine bessere
lösung ein.

Hier sind wiederum die Unternehmen gefragt. Ich habe auf unsere Diskussion hin gestern angeleiert, daß unsere alten PCs (Pentium 75) an eine Schule gehen. Man kann mit den Dingern noch aktuelle Software laufen lassen. Das reicht erst mal. Wir werden 35 Stück abgeben, was bedeutet, daß wenigstens schon mal eine Schule einen kompletten PC-Raum bekommt.
Das kostet uns gar nichts, da die Dinger schon längst abgeschrieben sind, und den Schülern bringt es was.
Ob die Dinger jetzt mit heim genommen werden oder nicht, ist mir egal. Wenigstens das kann deren fauler Lehrer sich überlegen.

Bis dann,

Mathias

Hi Frank!

Nur ganz kurz:
um selbst nicht auf dieses Level
abzusinken, sollten wir die Leute ins
Land holen. Jeder ist sich selbst der
Nächste.

mit verlaub: ich denke, dass in den zeiten der globalisierung jeder unser nächster ist. so wie in die 3. welt exportierte pfanzenschutzmittel über die nahrungskette zu uns zurückkommen, so wie die unsinnige eu-agrarsubventionspolitik die farmer in afrika verarmen lässt und diese dann als aemutsflüchtlinge hier auftauchen, so ist das vorsätzliche verhindern von entwicklung in indien auch ein deutsches problem. wenn es den indern nicht gelingt, durch bestimmte zentren (eben die it-branche) angeregt den allgemeinen wohlstand zu heben, besteht die gefahr, dass 800 millionen hungrige inder sich auf den weg nach europa machen. und selbst wenn es nicht so weit kommt: deutschland lebt immer noch vom export, und daher brauchen wir kunden mit geld weltweit, auch in indien.
mfg frank

Hi Mathias,
dann sind wir ja fast einer meinung. Nur noch eine kleine frage aus der praxis:

Hier sind wiederum die Unternehmen
gefragt. Ich habe auf unsere Diskussion
hin gestern angeleiert, daß unsere alten
PCs (Pentium 75) an eine Schule gehen.
Man kann mit den Dingern noch aktuelle
Software laufen lassen. Das reicht erst
mal. Wir werden 35 Stück abgeben, was
bedeutet, daß wenigstens schon mal eine
Schule einen kompletten PC-Raum bekommt.
Das kostet uns gar nichts, da die Dinger
schon längst abgeschrieben sind, und den
Schülern bringt es was.
Ob die Dinger jetzt mit heim genommen
werden oder nicht, ist mir egal.
Wenigstens das kann deren fauler Lehrer
sich überlegen.

Super! Habt ihr auch noch ein paar alte dos oder win 3.11 lizenzen? Oder kennst du jemanden wo die schule das herbekommt?
Es ist oft nämlich leider so, daß die schulen kein geld für software haben. Mit einer alten dos-lizenz gibt es aber win98 lizenzen deutlich billiger. (Und jetzt bitte nicht „linux“ sagen, die schüler sollen im unterricht auf die - leider - m$ arbeitswelt vorbereitet werden. „Können sie word?“) Mir hat neulich eine ehemalige studienkollegin, inzwischen gestandene lehrerin erzählt, daß sie in ihrer physiksammlung 5 rechner stehen hat, aber leider keine software da ist…
Raubkopien sind im öffentlichen dienst übrigens auch tabu.

Damit du mich nicht falsch verstehst: Ich finde deine aktion toll, und wollte eigentlich nur auf ein typisches schulproblem (keine kohle) hinweisen.

Grüße, Robert

Hi !

Die Kosten für die Software könnten damit finanziert werden, daß Lehrer nach ihrer tasächlichen Arbeitszeit entlohnt werden könnten…

…im Ernst: hier muß der Staat ran. Da gibt es keine Diskussionen. Lieber etwas weniger in Arbeitsunwillige, Rentner, Asylanten, Urlaub für straffällige Jugendliche u.s.w. investieren und etwas für die Weiterbildung diejenigen in unserer Jugend tun, die etwas werden wollen. Was ist wohl wichtiger?

Übrigens stehe ich voll und ganz hinter der Polemik dieser Worte.

Gruß,

Mathias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…im Ernst: hier muß der Staat ran. Da gibt es keine
Diskussionen. Lieber etwas weniger in Arbeitsunwillige,
Rentner, Asylanten, Urlaub für straffällige Jugendliche u.s.w.
investieren und etwas für die Weiterbildung diejenigen in
unserer Jugend tun, die etwas werden wollen. Was ist wohl
wichtiger?

Genau, man sieht ja auch, was gut ausgebildete junge Menschen wie Zlatko, Jürgen und John erreichen können, wenn sie nur wollen!!!

Elmar

Bin ganz deiner Meinung.
Es ist schon eine Frechheit die Bildungselite aus anderen Ländern zum eigenem Nutzen abzschöpfen, obwohl diese Leute in ihren Ländern dringend benötigt werden. Dazu kommt noch, daß sich die hiesige Wirtschaft und die Regierung darum drückt genug eigene Leute auszubilden und somit gleichzeitig am Bildungssystem sparen kann um das der anderen Länder zu schröpfen. Wenn dieses Verhalten auch in anderen Bereichen und nicht nur ím IT-Bereich Schule macht, haben wir bald Amerikanische Verhältnisse: sau schlechtes Bildungssystem für die Allgemeinheit, Eliteschulen für die besser Verdienenden, unterbezahlte Arbeitsverhältnisse, GreenCards für alle Bereiche die von der eigenen Bevölkerung nicht abgedeckt werden können und SOLLEN!!! Der momentane Mangel an IT-Fachkräften müsste auf einem anderen Level gelöst werden. Diese aüßerst kurzsichtige Entscheidung der Regierung aufgrund eines angeblichen Mangels (es gibt momentan über 30.000 Arbeitslose im IT-Bereich) ist ein typischer Politischer Schachzug von Leuten die nicht über ihre Legislaturoeriode hinausschauen können und von den großen Wirtschaftsbossen geschmiert werden.
Kostenlose Umfassende Erziehung und Bildung ist der Schlüssel für eine funktionierende Gesellschaft und eine starke Wirtschaft. Doch Vorsicht, Bildung ist KEIN Wirtschaftsgut! Und Menschen sind KEIN Humankapital!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi !

…im Ernst: hier muß der Staat ran. Da gibt es keine
Diskussionen. Lieber etwas weniger in Arbeitsunwillige,
Rentner, Asylanten, Urlaub für straffällige Jugendliche u.s.w.
investieren und etwas für die Weiterbildung diejenigen in
unserer Jugend tun, die etwas werden wollen. Was ist wohl
wichtiger?

Genau, man sieht ja auch, was gut ausgebildete junge Menschen
wie Zlatko, Jürgen und John erreichen können, wenn sie nur
wollen!!!

Da stehe ich drüber.
Diese Leute haben für mich gar nichts erreicht.
Da sie aber derart gut ankamen, muß ich befürchten, daß die breite Masse wohl genauso dumm ist…

Du denkst einfach zu monetär.

Gruß,

Mathias

Hi !

Bin ganz deiner Meinung.
Es ist schon eine Frechheit die Bildungselite aus anderen
Ländern zum eigenem Nutzen abzschöpfen, obwohl diese Leute in
ihren Ländern dringend benötigt werden.

Wir können es uns nicht mehr leisten, zu viel Rücksicht auf andere zu nehmen. Es brennt, nur merkt das noch keiner, da unser Niveau NOCH relativ hoch ist. Am Ende kommt das Geld aber eben doch nicht einfach aus dem Automaten.

Dazu kommt noch, daß
sich die hiesige Wirtschaft und die Regierung darum drückt
genug eigene Leute auszubilden und somit gleichzeitig am
Bildungssystem sparen kann um das der anderen Länder zu
schröpfen.

So einseitig ist das alles gar nicht. Man denke an die Investitionen, die von Europa aus in Indien getätigt werden. Die Finanzierung deren Bildungssystems ist nur durch uns möglich. Erst so schließt sich der Kreis.

Wenn dieses Verhalten auch in anderen Bereichen und
nicht nur ím IT-Bereich Schule macht, haben wir bald
Amerikanische Verhältnisse: sau schlechtes Bildungssystem für
die Allgemeinheit, Eliteschulen für die besser Verdienenden,
unterbezahlte Arbeitsverhältnisse, GreenCards für alle
Bereiche die von der eigenen Bevölkerung nicht abgedeckt
werden können und SOLLEN!!!

So schlecht sind die US-Verhältnisse nicht.
Natürlich führt jeder nur die Extremfälle an. Allerdings sollte man sich einfach mal den Otto-Normal-Ami ansehen. Der arbeitet von 9 bis 18 Uhr und bezahlt 30% Steuern.
So gehört sich das.
Und wer nichts tun will, hat eben auch nichts.
Das Sozialsystem ist Sache der Bundesstaaten, daher bringt es wenig, immer nur die Bronx und South Central LA anzuführen. Vielmehr sollte man mal die Neuengland-Staaten sowie Washington State, Montana und Iowa betrachten.
Hier findet man ein gut funktionierendes, faires (für beide Seiten!!!) social welfare system vor.
Und das bei fairen Steuern. Wäre das hier so, bräuchten wir gar keine Inder anzuwerben. Sie würden freiwillig kommen. Und das wäre dann ja wieder o.k. oder?
Auch wenn es für Indien keinen Unterschied macht: unsere Asyl-Quatscher hätten so jedenfalls wieder Stoff.

Der momentane Mangel an
IT-Fachkräften müsste auf einem anderen Level gelöst werden.
Diese aüßerst kurzsichtige Entscheidung der Regierung aufgrund
eines angeblichen Mangels (es gibt momentan über 30.000
Arbeitslose im IT-Bereich)

Was sind das denn für Leute? Schick mir EINEN einzigen, der was kann und arbeiten will!

ist ein typischer Politischer
Schachzug von Leuten die nicht über ihre Legislaturoeriode
hinausschauen können und von den großen Wirtschaftsbossen
geschmiert werden.

Weil es ja anders auch nicht mehr geht.

Kostenlose Umfassende Erziehung und Bildung ist der Schlüssel
für eine funktionierende Gesellschaft und eine starke
Wirtschaft. Doch Vorsicht, Bildung ist KEIN Wirtschaftsgut!
Und Menschen sind KEIN Humankapital!

Das wäre wirklich schön.
Die Realität sieht anders aus. Schon jetzt etablieren sich in unserem ´sozialdemokratisch/kommunistisch regierten Land mit rasender Geschwindigkeit private Eliteschulen und -unis.

Irgendwann in naher Zukunft ist nur noch in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg ein brauchbares Gratisstudium möglich.
Wenn man die Unilandschaft in D kennt, weiß man, daß das nicht allzu unrealistisch ist.

Obwohl sozial äußerst ungerecht, wäre das allerdings sehr von Vorteil in der Gesamtbetrachtung. Zu viele Leute studieren in deutschland die völlig falschen Fächer. Keiner möchte mehr einen Job ohne Krawatte. Das geht eben auch nicht.
Fortsetzung weiter unten

Hi Frank!

Nur ganz kurz:
um selbst nicht auf dieses Level
abzusinken, sollten wir die Leute ins
Land holen. Jeder ist sich selbst der
Nächste.

mit verlaub: ich denke, dass in den zeiten der globalisierung
jeder unser nächster ist. so wie in die 3. welt exportierte
pfanzenschutzmittel über die nahrungskette zu uns
zurückkommen, so wie die unsinnige eu-agrarsubventionspolitik
die farmer in afrika verarmen lässt und diese dann als
aemutsflüchtlinge hier auftauchen, so ist das vorsätzliche
verhindern von entwicklung in indien auch ein deutsches
problem. wenn es den indern nicht gelingt, durch bestimmte
zentren (eben die it-branche) angeregt den allgemeinen
wohlstand zu heben, besteht die gefahr, dass 800 millionen
hungrige inder sich auf den weg nach europa machen. und selbst
wenn es nicht so weit kommt: deutschland lebt immer noch vom
export, und daher brauchen wir kunden mit geld weltweit, auch
in indien.
mfg frank

Lieber Frank,

dieser Kreis wird sich so niemals schließen, wenn wir das nicht wollen.
ferner gibst Du wohl kaum realistisch die wirklichen Bewegungen von menschen und Kapital wieder.
Dafür daß wir 100.000 Leute aus der dritten Welt abzuwerben versuchen, bezahlen wir Länge mal Beite. Entwicklungshilfe, Kredite, Investitionen unserer Wirtschaft vor Ort u.s.w.
Wir müssen wegen der paar Inder nun wirklich kein schlechtes Gewissen haben. Die Welt wird dadurch nicht untergehen.
Und kein 3.Welt Land wird in Armut versinken, in der es sich nicht ohnehin schon befindet. Ist dem so, braucht man erst mal alles andere als IT-fachleute.

Gruß,

Mathias